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Intelligenter als der Partner

antitalent

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Hallo!

Ich bin ganz neu hier im Forum, aber ich denke hier ist der richtige Ort um den ein oder anderen Rat einzuholen.

Ich bin seit 1 Jahr in einer Beziehung.
Er ist 2 Jahre älter als ich, ein sehr aufopfernder und lieber Mensch, der echt Alles für mich tun würde. Wir hegen beide sehr große Gefühle füreinander,
trotzdem bin ich unglücklich in der Beziehung.

Schon zu Beginn der Beziehung ist es mir aufgefallen, allerding habe ich da die "rosarote Brille" aufgesetzt und es konsequent ignoriert.
Aber er ist ziemlich ungebildet, was daran liegt, dass er gerade mal den Hauptschulabschluss hat und seitdem nichts mehr macht, keine Ausbildung, keinen Job, nichts.

Wichtige Erledigungen gehören zu meiner Aufgabe, er kümmert sich um nichts. Er geht keinen Interessen nach, lebt in den Tag hinein und tut einfach nichts.

Ich fühle mich für alles veranwortlich, weil ich weiß, wenn ich es nicht mache, tut's niemand.
Außerdem habe ich ständig das Gefühl, dass ich ungefähr tausend mal klüger bin als er für mich somit kein gleichwertiger Partner bin.

Nun ist das naheliegendste die Trennung.
Ich habe mich schon ein paar Mal (!) von ihm getrennt,
doch dann weint er immer wieder und meint er ändert sich, er will mich doch heiraten und ich bin seine große Liebe.
Dann ändert er sich tatsächlich, aber nach ein paar Tagen ist alles wieder beim selben.

Ich weiß nicht mehr weiter ..
Gibt es eine Chance, soll ich es nochmal versuchen?
Oder wie kann ich die Trennung durchziehen?

Vielleicht ist hier jemand mit ähnlichen Erfahrungen.

Liebe Grüße!

18.05.2011 14:36 • #1


ron60

ron60

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Hi,

das ist ein schweres Thema was auf Dauer nur in einer Trennung enden kann. Spätestens dann, wenn du jemand kennenlernst, mit dem man sich auf gleicher Ebene versteht.

Ich war auch schon mit jemand zusammen, dem ich viel beibringen musste. Wir kamen in Gesprächen einfach nicht weiter und ich fand es teilweise krass, welche Allgemeinbildungslücken vorhanden waren. Mir hat das wohl am Ende auch die Gefühle geraubt. Im Grunde kann der partner dafür ja nichts...Eltern und Erziehung spielen hier auch mit rein.

Das Thema ist deswegen so schwer, weil man diesen Grund allein nicht greifen kann. Man will nicht aus diesem Grund schluss machen aber eigentlich, ist es auch dieser Grund nicht...nicht nur....

Um schluss zu machen, braucht es auch keinen Grund. Die Gefühle reichen nicht aus um über diese Defizite hinweg zu sehen...

Viel kraft..

18.05.2011 14:43 • #2


antitalent


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Danke für die schnelle Antwort!

Ja genau das ist es .. ich will doch nicht, dass es daran scheitert, aber genau das tut es.
Ich hab oft das Gefühl ich schleif ihn hinter mir her, er wird nie aufholen können.
Er sagt, er ist bereit wieder zurück in die Schule zu gehen, um sich weiterzubilden.
.. und dann verpennt er den Anmeldetermin!

Mir fehlen manchmal echt die Worte!

Deiner Meinung nach gibt es keine Aussicht auf ein "Happy End", oder?

Liebe Grüße!

18.05.2011 14:48 • #3


vicki

vicki

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der echt Alles für mich tun würde.....finde ich nicht gut !oder besser zum k..was du grad denkst weil er mach nicht oder ist nicht willig zu machen was für euch wichtig ist ..wenn er würde alles machen für dich dann auch die schule das ist die wenigstens was er könnte machen

18.05.2011 15:14 • #4


ron60

ron60

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Hi antitalent,

von meiner Erfahrung her, NEIN. Du wirst dich immer damit messen und es werden immer wieder kleine Dinge kommen, die dir bewusst machen, dass es so nicht sein kann. Er bringt dich nicht weiter. Wenn nicht dieses Jahr, dann kommt die Trennung womöglich im nächsten.... sorry wenn ich so schreibe aber ich glaub nicht dran, dass es gut gehen kann.

Bei dir ist es nochmal schlimmer als es bei mir war, weil ein mann damit noch besser klar kommt, wenn er intelligenter ist als der Frau...vielleicht von vielen sogar gewünscht....aber insgeheim wünscht sich doch jede Frau auch einen Mann, zu dem Sie aufschaut oder mit Ihm auf einer Stufe steht....

Höre Dir mal das an...passt ganz gut auf Deinen Fall:

https://www.trennungsschmerzen.de/anleit ... t4622.html

Er hat es erkannt... "er darf net bleeeder sein".... oder? Ist zwar lustig aber trifft es auf den Punkt.

LG

18.05.2011 15:21 • #5


antitalent


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@vicki:

Die sache ist die, er will es machen, aber er kann nicht.
Er gibt sein Bestes, im Vergleich zu früher, wie er war als ich ihn kennen gelernt habe, hat er große Fortschritte gemacht.
Aber so traurig das für mich ist, sein Bestes ist einfach nicht genug.
Es gibt eben diese große Kluft zwischen uns in dieser Hinsicht, die mich unglücklich macht.

@ron60:

:grinsen: haha der mensch hat talent .. so eine traurige Wahrheit, auf so eine humorvolle Art zu präsentieren
Ja das stimmt wohl, das es sowieso einmal in Trennung enden würde.
Ich denke, dass wenn er sich ändern möchte, seine Wissenslücken schließen, verantwortungsvoller und reifer werden möchte, dann soll er es tun. Aber für SICH und aus eigenem Antrieb. Nicht wegen mir und auf mein Drängen hin.

Ich habe die beziehung vor ein paar Tagen beendet und dabei wird es auch bleiben. Allerdings ohne Kontakt. Wir haben zu starke Gefühle füreinander, als das wir "Freunde bleiben" könnten, denke ich.

Danke, dass du deine Erfahrung mit mir geteilt hast!
Wenn sich noch jemand findet, dem es ähnlich geht, schreibt bitte.
Ich merke, wie gut mir das tut, wenn ich sehe, dass ich nicht die Einzige bin.

18.05.2011 15:54 • #6


Neffi-Maus

Neffi-Maus

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Fühl dich gedrückt...
ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Ex auch so seine Probleme mit mir hatte.
ich habe nie einen großen Terz daraus gemacht, dass mein Abi besser ist, ich von Anfang an das Gymmi besucht habe, einen Studienabschluss in der Tasche habe und auch bei unserem gemeinsamen Job habe ich es tunlichst vermieden, ihn auf Fehler hinzuweisen, weil ich ihn als starken Mann nicht blöde dastehen lassen wollte.
Was soll ich sagen? Im Endeffekt hat es ihm aber wohl doch Probleme bereitet, dass die 8 Jahre jüngere Frau quasi "über" ihm steht.
Hat wohl was mit angekratztem Ego zu tun, wobei ich bemüht war, dass das eben nicht passiert.
Ich muß nicht großartig erwähnen, dass meine Nachfolgerin weniger gebildet ist und einen nicht wirklich gut bezahlten Job ausübt?

Kopf hoch, es gibt da draußen Männer, die haben tatsächlich mal ein Buch gelesen :grinsen: einen habe ich kürzlich kennen gelernt.

Köpfchen hoch

Hast dich richtig verhalten

Gruß

Neffi

18.05.2011 16:23 • #7


sanne

sanne

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Hallo,

du bist nicht die Einzige. auch ich habe mich schon 2 mal von einem Partner getrennt, bei dem ich das Gefühl hatte, ich würde stehen bleiben. Ich fühlte mich einfach zu oft überlegen und das ist nie gut. Dies bedeutet nicht, dass ich dauernd Druck brauche aber es fühlt sich für mich einfach richtiger an, wenn ich mit jemand wie Ron schon sagte, auf einer Stufe stehe.

Deine Entscheidung war richtig und nach einer Weile wird sich diese Entscheidung noch richtiger anfühlen. Für Ihn war das auch nicht leicht. Er hat das bestimmt gespürt und auch darunter gelitten. Du hattest Anforderungen und wenn er darüber nachdenkt, dann muss er sich ja gefragt haben, "hält die mich für blöd"?

das war auch nicht schön für ihn. Ich denke auch, es ist besser.

Alles liebe Für dich und willkommen im Forum.
bleib doch noch etwas?!

18.05.2011 16:26 • #8


vicki

vicki

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ob die richtige entscheidung wird ,naja da habe ich andere meinung ,erst reden ,wenn das hilfts nichts dann ist andere seite ,bin auch gerade in scheis...situation und ich habe geglaubt music ,gefühle welche habe ich gehabt am anfang waren super ....

18.05.2011 16:34 • #9


anne-carmen

Hallo,
auch ich habe diese Erfahrung mit meinem Ex gemacht. Ich bin frisch geschieden und habe mich immer wieder gefragt, warum unsere Ehe in die Brüche ging, obwohl angeblich keine neue Frau im Spiel war. Mittlerweile denke ich auch, dass mein Ex damit ein Problem hatte, dass ich studiert habe und er nicht. Während ich mich immer weiter entwickelt habe, ist er auf seinem Stand geblieben, hatte z.B. auch kein Interesse, sich mit dem Computer zu beschäftigen. Alles am Computer habe ich für ihn gemacht, auch um seine Steuerunterlagen habe ich mich gekümmert. Aber nie habe ich ihm daraus einen Vorwurf gemacht oder ihn bloß gestellt, sondern habe seine Arbeit und was er leistete immer geschätzt. Aber in den letzten Jahren kamen ständig gemeine Kommentare über meine Arbeit und darüber, dass ich mehr Geld als er verdiente. Und ich glaube, damit hatte er wohl ein großes Problem. Und diese Unzufriedenheit hat ihn dazu gebracht, mich zu beleidigen und zu demütigen, was letztendlich zur Scheidung führte. Für mich ist es nicht wichtig, ob mein Partner studiert hat oder nicht, für mich zählen andere Werte. Aber vermutlich haben manche ein Problem damit, wenn der Partner beruflich und finanziell besser gestellt ist. Schade eigentlich, man muss sich doch dafür nicht rechtfertigen, wenn man im Leben etwas geleistet und erreicht hat. Und obwohl ich viele Dinge jetzt klarer sehe, tut die Scheidung trotzdem weh, denn ich habe diesen Mann ja aufrichtig geliebt.
Ich denke, deine Entscheidung war richtig, denn auf Dauer wären die Probleme vermutlich noch größer geworden. Ich wünsche dir alles Liebe und schreib hier ruhig noch weiter, es hilft wirklich.
Liebe Grüße!

18.05.2011 17:27 • #10


elwynn

elwynn

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nur mal als fazit:

was ist nu schlimmer, das er faul ist und sich vor allem drückt oder das er dumm ist.

und ein satz, der mir im laufe dieser diskussion aufgefallen ist:

Zitat:
Er bringt dich nicht weiter. Wenn nicht dieses Jahr, dann kommt die Trennung womöglich im nächsten....


sorry aber das wiederspricht ja jeglicher definition von liebe.
wenn man partner nach rein egoistischen gründen auswählt/verlässt, darf man sich nicht wundern wenn man diese medizin selbst zu spüren bekommt.

aber wichtiger finde ich die frage DUMM oder FAUL, was ist schlimmer?

18.05.2011 17:44 • #11


firstaid

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Für mich ist es auch wichtig, dass ich mit meinem Partner in etwa auf dem gleichen Wissensstand bin, obwohl das mit einer schulischen Ausbildung nicht immer was zu tun hat.

Ich hatte eine 8-jährige Beziehung zu einem Mann, der auch gerade mal nen Hauptschulabschluss hatte, viele Jahre arbeitslos war. Aber er hat z.B. nie angefangen sich mit Alk. zu trösten. Hat sich viel autodidaktisch beigebracht, war immer sehr interessiert, was in der Welt passiert und hatte sich durch Lesen ein hohes Allgemeinwissen angeeignet.
Meine Kinder konnten, obwohl beide Abitur gemacht haben, ihn vieles nachfragen.

Er hat sich selbständig gemacht und leitet nun einen mittelständischen Betrieb. Ich habe große Hochachtung vor ihm. Wir sind die besten Freunde, die Beziehung ist dann leider dem hohen Arbeitsaufkommen bei ihm zum Opfer gefallen. Er hat dann nur noch für den Aufbau seines Unternehmens gelebt.

Wie gesagt, es kommt nicht nur auf die schulische Ausbildung an, sondern immer auf den Menschen an sich.

Es gibt ja auch viele "gebildete" Menschen, die dann leider "emotionale Krüppel" sind

18.05.2011 17:48 • #12


wolfsherz

wolfsherz

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Hi,
ich kann auch Antitalents und Rons Auffassung nicht teilen. Ich denke es ist nicht unbedingt notwendig, die hochintelligenten Gespräche zuhause am Küchentisch zu führen. Wenn das Bedürfnis dazu da ist, kann man es auch anderswo stillen. In der Liebe und in einer Beziehung zählen grundsätzlich andere Werte.
Ausserdem kann es leicht eine Fehleinschätzung sein, zu glauben, man/frau wäre intelligenter. Ich sag´nur, was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ein Ozean.
Was macht Euch eigentlich so sicher, dass faul sein dumm ist?

LG wolfsherz

18.05.2011 17:56 • #13


ron60

ron60

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ein Forum und viele Meinungen. So ist es auch richtig.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass es unheimlich abturnend ist, wenn man zuviel erklären muss. Wenn solch gravierende Lücken vorhanden sind, dass man einfach nicht auf einer Wellenlänge ist.

Faul sein ist überhaupt nicht dumm. Für Dummheit kann auch niemand was und der, der sich für intelligent hält, kann es nicht sein....aber man kann für sich entscheiden, ob man mit einem menschen alt werden möchte, der einem weiter bringt...oder eben nicht...

@wolfsherz...diese Erfahrung muss man einfach mal machen..dann fühlt es sich verständnisvoller an.

liebe grüße

18.05.2011 23:42 • #14


wolfsherz

wolfsherz

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Liebe Antitalent,
ich denke, es sind nicht allein "schulische Defizite" die für Dich in der Beziehung problematisch sind. Wenn das Gefühl nicht stark genug ist, um den anderen vorbehaltlos zu lieben, dann hilft alles Denken nicht weiter. Ich würde Dir empfehlen, Dich damit zu beschäftigen, warum Du gehst und es Dich dann wieder so stark zurückzieht. Wenn Du das "Problem" gelöst hast, bist Du einen wirklichen Schritt weiter, denke ich. :freunde: Was meinst Du?

@ron, verstehe schon, wie Du das gemeint hast, sehe aber die "Unintelligenz", wenn ich das mal so sagen darf, ehr auf Seiten dessen, der "plötzlich" Probleme mit der Situation hat.

LG wolfsherz

19.05.2011 07:45 • x 1 #15






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