Zitat von carlos7: Ich nenne das eher eine Vernachlässigung des Ehemannes in den letzten 10 Jahren. Offensichtlich könnte sich diese Frau um ihren Mann bemühen, sie wollte es aber bisher nicht. Ich würde denken schade, aber hey... offensichtlich hat es eines Weckrufes bedurft. Sie gibt sich Mühe um mich und ich honriere das, indem ich mir Mühe um sie gebe.
Na ja, er hat sie so kennen- und (gehen wir davon aus) lieben gelernt. Mir an dieser Stelle würde mein Partner fremd vorkommen, wenn er plötzlich Dinge "neu erfindet".
Hier scheint von seiner Seite aus die Luft raus zu sein. Das ist nicht schön, aber passiert. Und plöztlich lockt der Nachbarsgarten. Dort hängen sehr schöne Äpfel.
Male ich nun die meinen mit lila an, wirkt es kurz wieder interessant. Dann koste ich sie und merke halt, dass es doch die "alten" nur mit etwas Farbe sind. Das ist Täuschung. Und so wirkt es leider bei der TE auch. Ich spiele etwas vor, dass der Mann nicht auf dumme Gedanken kommt. Sie will die "bessere" Frau sein. Was ist überhaupt besser?
Mal weg von der sexuellen Komponente. Mag sein, dass sie 18 Jahre die beste Wahl war. Vor 18 Jahren gab es Gründe und Prioritäten. Menschen entwickeln sich, Prioritäten verschieben sich. Früher hat er es vielleicht geliebt, nach der Arbeit ihr selbstgemachtes Schnitzel zu essen. Heute kann er ins Restaurant gehen, wann immer er will. Weil er es sich leisten kann und weil es ihm nun gefällt dort zu sitzen, mit einem Glas Wein. Früher eher laaangweilig!
Früher hat es ihm an Selbstbewusstsein (oder Arroganz) gemangelt. Da war die brave Bewunderin gut für ihn. Nun ist vielleicht anders. Er ist gewachsen (wenn auch meiner Meinung nach in eine bedenkliche Richtung) und erfolgreicher. Es hat ihn gepusht. Nun findet er eine Herausforderung, die ihm Contra gibt und nicht zurücksteckt, viel reizvoller (Auch nur ein Beispiel). Das sind schleichende Prozesse. In guten Beziehungen nimmt man den Partner dabei mit.
Die TE kann auch wachsen, ohne Frage, aber nicht über Nacht. Und aus eigenem Antrieb heraus. Nicht aus Verzweiflung. Er wird noch mehr den Respekt verlieren.
Zitat von carlos7: Was ich offensichtlich nicht verstehe, ist diese ständige Aufforderung, sich dem Partner nicht wirklich zuzuwenden aus Angst davor enttäuscht zu werden. Wenn man diese Aufforderungen befolgt, passiert aber genau dass man enttäuscht wird, weil eben die Hinwendung fehlt. So einen Teufelskreis muss einer der beiden anfangen, zu durchbrechen. Auch auf die Gefahr hin, dass man sich zum Affen macht. So what? Ich habe mich schon oft im Leben zum Affen gemacht... und mir ist dabei noch kein Zacken aus der Krone gebrochen.
Hier stimme ich Dir zu. Und ich finde das sehr viel größer - objektiv betrachtet - als es aus Angst vor Enttäuschung nicht zu tun (Ich tendiere selbst auch eher zum zweiten.). Aber der Antrieb ist entscheidend. Verlustangst und Verzweiflung sind wohl keine gute Motivation.