Aber "gleichwertig"? Das ginge mir persönlich dann doch etwas zu weit.
Wieso sollen die Bedürfnisse nicht alle gleichwertig sein? Könntest du ein Beispiel nennen? Wenn sie nicht gleichwertig wären, dann gäbe es bei Streitereien Aussagen wie, " mein Bedürfnis ist aber wichtiger als deins" Aber jetzt wo ich darüber nachdenke, könnte essen bei Hunger doch erstmal wichtiger sein, als anderweitig Spaß zu haben.
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#16
S
Sincerite Mitglied
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Zitat von Plague:
4. Selbstwerterhöhung
Ich weiß, es ist nicht dein Begriff. Aber ich habe damit ein Problem. Meiner Meinung nach hat alles, was existiert den selben Wert und der ist angeboren. Diesen Wert kann man nicht erhöhen. Das ist ja die Illusion, der manche unterliegen. Wenn ich mich aber wertlos fühle, dann ist mein Selbstwertgefühl nicht in Ordnung.
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x 2#17
A
Liste der Bedürfnisse nach Marshall Rosenberg
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RoteTablette Mitglied
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Zitat von Sincerite:
Wieso sollen die Bedürfnisse nicht alle gleichwertig sein? Könntest du ein Beispiel nennen?
Das Bedürfnis zu atmen und auf der anderen Seite das Bedürfnis nach Entspannung (oder Selbstverwirklichung, oder 6). Wird das 2. nicht erfüllt - na ja, blöd. Wird das 1. nicht erfüllt - war es das dann.
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x 1#18
S
Sincerite Mitglied
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@RoteTablette Lach, alles klar, bin dabei. Aber könnten nicht alle Bedürfnisse, deren Nichterfüllung nicht lebensbedrohlich ist, gleichwertig sein?
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#19
S
Sincerite Mitglied
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Hier die komplette Liste von einer KI aus folgenden Quellen:
Maslow: Hierarchie (physiologisch, Sicherheit, Zugehörigkeit, Wertschätzung, Selbstverwirklichung) Rosenberg (GfK): Emotionale & praktische Bedürfnisse Ryan & Deci (Self-Determination Theory): Autonomie, Kompetenz, Zugehörigkeit Herzberg (Motivationstheorie): Hygiene- vs. Motivationsfaktoren Brené Brown: Zugehörigkeit, Authentizität, Verletzlichkeit Carl Rogers: Selbstaktualisierung, Authentizität Allgemeine psychologische Forschung: Spiel, Vergnügen, Sinn, Kreativität
1. KÖRPERLICHE BEDÜRFNISSE Ausreichend Schlaf und Ruhe Nährstoffreiches Essen Bewegung und körperliche Aktivität Sauberes Wasser trinken Atempause und Entspannung Sexuelle Intimität/Zärtlichkeit Schmerzfreiheit Frische Luft und Sonnenlicht
2. SICHERHEITSBEDÜRFNISSE Finanzielle Stabilität Sichere Unterkunft Schutz vor physischer Gewalt Vorhersehbarkeit und Routine Klare Grenzen und Regeln Rechtliche/versicherungstechnische Sicherheit Freiheit von Manipulation oder Kontrolle
3. EMOTIONALE & SOZIALE BEDÜRFNISSE Zugehörigkeitsgefühl (zu einer Gruppe, Familie, Gemeinschaft) Tiefe, authentische Beziehungen Verständnis und empathisches Zuhören Von anderen wahrgenommen werden Liebe und Zuneigung Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Sich nicht allein fühlen
4. ANERKENNUNG & WERTSCHÄTZUNG Respekt für deine Fähigkeiten Anerkennung deiner Anstrengungen Bewunderung und Lob Status oder Ansehen Einfluss auf Entscheidungen haben Dass deine Meinung zählt Stolz auf deine Leistungen
5. AUTONOMIE & KONTROLLE Entscheidungen selbst treffen Wahlmöglichkeiten haben Deine eigene Richtung bestimmen Unabhängigkeit Fähigkeit, „Nein" zu sagen Freiraum ohne Kontrolle durch andere Dein Leben selbst gestalten
6. WACHSTUM & SELBSTVERWIRKLICHUNG Lernen und neue Fähigkeiten entwickeln Dein volles Potenzial erreichen Kreativität ausdrücken Neuen Herausforderungen nachgehen Sinnvolle Arbeit tun Deine Talente nutzen Persönliche Ziele erreichen
7. SINN & BEDEUTUNG Ein Leben mit Zweck Zum Größeren Ganzen beitragen Deine Werte leben Anderen helfen Deine Überzeugungen ausdrücken Gutes bewirken Ein Erbe hinterlassen
8. FREIHEIT & EXPRESSION Deine Gedanken ausdrücken Deine Persönlichkeit zeigen Künstlerische oder emotionale Expression Deine Wahrheit sprechen Authentisch sein Experimentieren und ausprobieren Nicht ständig "funktionieren" müssen
9. VERGNÜGEN & JOY Spaß und Lachen Entspannung und Vergnügen Liebliche Erfahrungen (Musik, Natur, Essen) Spiel und Leichtigkeit Momente der Freude Dinge tun, die dir gefallen Leben genießen
10. STABILITÄT & STRUKTUR Konsistenz in Beziehungen Vorhersehbare Routinen Klare Erwartungen Zuverlässige Menschen um dich herum Gedankliche Klarheit Organisation in deinem Leben Verlässlichkeit
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#20
RoteTablette Mitglied
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Zitat von Sincerite:
Aber könnten nicht alle Bedürfnisse, deren Nichterfüllung nicht lebensbedrohlich ist, gleichwertig sein?
Ich denke nicht. Aber die relativen Unterschiede sind da dann nicht mehr so groß.
Du kannst ja mal einen Selbstversuch machen: Stell dir vor, eine gute Fee erscheint und bietet dir an, ein von dir zu benennendes Bedürfnis zu erfüllen - wenn du gleichzeitig auf die Erfüllung eines anderen, ebenfalls von dir zu benennenden Bedürfnisse verzichtest. Und dann spiel das mal mit ein paar Beispielen durch. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, sind diese Bedürfnisse für dich(!) in diesem Augenblick(!) wohl gleichwertig.
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x 1#21
S
Sincerite Mitglied
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@RoteTablette Ich schrieb ja schon, dass mir meine Bedürfnisse nicht bewusst sind und ich keine Worte habe. Meine letzte Liste habe ich in Ruhe durchgelesen und es wurde ganz warm in mir und die Schultern gingen runter. Diese Liste ist wie eine Berechtigung für mich, für das, was ich möchte. Aber ich wusste nicht, dass es allgemein gültige Bedürfnisse sind. Ich glaube, ich habe nur ein erwähntes Bedürfnis gefunden, auf das ich verzichten kann. Viele habe ich mir schon erfüllt. Ich hatte z.B. immer einen starken Drang nach Autonomie und ich dachte, das ist speziell nur bei mir. Da es in dieser Liste steht, fühle ich mich gar nicht mehr so falsch. Tatsächlich fehlt mir noch ein Bedürfnis in dieser Liste, nämlich Selbstwirksamkeit. Aber ich höre mal auf. Es passt schon gar nicht mehr zu deinem Hinweis
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x 1#22
G
Gastxyz Gast
@Sincerite Ich finde es beeindruckend und schön, wie Du an Deinem Heilungsprozess (klingt das falsch für Dich?) oder Entwicklungsprozess (so erlebe ich es zumindest von außen) hier im Forum beobachtend teilnehmen lässt. (Hoffe das wirkt als ehrlich gemeintes Kompliment nicht übergriffig auf Dich.)
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x 1#23
S
Sincerite Mitglied
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@Aiyla danke dir! Ja, es ist ein Heilungsprozess und deine Rückmeldung wirkt auf mich nicht übergriffig. Schön, dass du Anteil nimmst.
Deine Rückmeldungen zu den TE berühren mich immer wieder. Ich finde, du triffst genau die Aussagen, die wichtig sind, und auch den Ton, respektvoll und warmherzig.
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x 2#24
G
Gastxyz Gast
@Sincerite Deine Rückmeldung tut mir gut. Herzlichen Dank.
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x 1#25
P
Plague Gast
Zitat von Sincerite:
Meiner Meinung nach hat alles, was existiert den selben Wert und der ist angeboren. Diesen Wert kann man nicht erhöhen.
Die Philosophen sagen, das ist die Definition von Würde - der unabänderliche Wert eines Menschen, unabhängig von irgendwelchen äußeren Faktoren. Unser Grundgesetz garantiert dazu, dass die Würde unantastbar sein soll. Ein Folgerung aus den Geschehnissen von 1933 bis 1945.
Zitat von Sincerite:
Selbstwertgefühl
Psychologisch bzw. psychotherapeutisch gibt's diesen Begriff zwar auch, aber er ist synomym mit Selbstwert.
Die gesamten Modelle, vor allem dasjenige für Narzissmus, gehen davon aus, dass der Selbstwert kein statisches Konstrukt ist, sondern eben je nach Entwicklungs- und Bindungsbedingungen unterschiedlich stark ausgesprägt sein kann und weiterhin intern sowie extern reguliert werden kann. In diesem Sinn geht Klaus Grawe davon aus, dass es ein - nachvollziehbares - menschliches Grundbedürfnis ist, den eigenen Selbstwert ausreichend hoch zu halten.
Zitat von Sincerite:
Tatsächlich fehlt mir noch ein Bedürfnis in dieser Liste, nämlich Selbstwirksamkeit.
Das ist streng genommen kein Bedürfnis, sondern eine handlungstheoretische Persönlichkeitseigenschaft, die in den Bereich Selbstwert gehört.
Wie man sieht, muss man bei diesen Begriffen - vor allem im Sinne des Volksmunds oder von einer KI verwendete werden - etwas vorsichtig sein.
@Plague Danke für deine Rückmeldung. Ich denke, ich werde für mich weiterhin zwischen Selbstwert und Selbstwertgefühl unterscheiden.
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#27
M
Margerite Mitglied
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Zitat von Plague:
"Denken Sie bitte immer dran: Sie verkaufen nicht in erster Linie das Produkt, sondern Sie verkaufen ein Gefühl."
Das ist ein sehr wahrer Satz. Brauche ich jetzt die rote Bluse oder nicht? Nein, ich brauche sie nicht. Aber ich sehe mich in ihr und ein neues Teil macht eh glücklich, also kaufe ich sie doch. Sprich die Gefühlsebene an und du kannst Menschen fast alles verkaufen. Auch Beton. Auch einem 85Jährigen mit Gleichgewichtsstörungen ein e-Bike usw.
Ältere Menschen kaufen gerne große und moderne Autos. Zwar können sie die Möglichkeiten wie Tempomat etc. nicht mehr nutzen, aber ein geschickter Verkäufer appelliert ans Sicherheitsgefühl. Im Fall des Falles haben sie viel Blech um sich. Dass er zwar dann Probleme beim Einparken hat, wird dann vergessen..