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Machtgefälle Mann-Frau

BernhardQXY


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Zitat von Emma75:
Hochzeit und Schwangerschaft drauf kam - nichts deutete darauf hin. Als es klar wurde, steckte ich schon in der Klemme. Vielleicht kommt Deine Bekannte auch irgendwann zur Vernunft. Meistens hat man dafür aber erst die Kraft, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Vielleicht bietest Du dezent Unterstützung "für den Ernstfall" an - denn die wird sie dann brauchen.


Schwierig. Eigentlich braucht sie glaube ich eher weibliche Unterstützung. Hier in D auf besuch ist ihr Zwillingsbruder schon wesentlich eher eine Stütze. Aber in Istanbul wäre ich viel zu weit weg.

29.08.2021 18:32 • #16


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von alleswirdbesser:
Für die Frau extrem gefährlich in heutiger Zeit.

No risk, no fun. Kenne drei Beispiel-Ehepaare im näheren Bekanntenkreis, wo das seit Jahrzehnten so läuft. Nun ist ja nichts ohne Risiken, auch dieses Arrangement nicht (wie ich schon schrieb). Kann aber in der Praxis funktionieren. Ohne dass diese Frauen einen unterdrückten Eindruck machen. Da ich sie seit Jahrzehnten kenne, wäre das aufgefallen.

Ein viertes Beispiel ist allerding das einer meiner Cousins, der dominanter agiert, als es sein muss. Da muss meine Frau seiner hin und wieder mal etwas Mut machen, mehr aus sich heraus zu kommen. Hier zeigt sich dann schon ein von @BernhardQXY erwähntes Machtgefälle.

29.08.2021 18:32 • #17



Machtgefälle Mann-Frau

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Parzifal

Parzifal


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Die Unterdrückung der Frau ist nicht nur im Islam immanent. Auch die Evangelikalen in den USA, sowie die Amish-People haben der Frau eher eine untergeordnete Rolle zugeschrieben. Das gleiche System finden wir im Hinduismus. Dies wird sehr deutlich in Indien.
Die Evangelikalen der USA gehören eher zur Mittel- bis Oberschicht und haben daher bessere Lebensumstände als die Bewohner in Anatolien. Nichtsdestotrotz wird das Bild der untergeordneten Frau sowohl in der westlichen, als auch in der östlichen Welt aufrecht erhalten.

Es kann davon ausgegangen werden, dass hier gewisse Machtstrukturen eine sehr grosse Rolle spielen. Sowohl die christliche, als auch die islamische Religion kennen diese Auslegung der Unterordnung bzw. Minderwertigkeit der Frau.

In Naturns (Südtirol) steht eine Kirche aus dem 11 bzw. 12. Jahrhundert. Dort ist an der Decke ein Bild von der Mutter Maria, wie sie ihren Sohn Jesus zeugt. Seit dieser Zeit ist diese Darstellung der säugenden Mutter seitens der katholischen Kirche strikt verboten. Daraus lässt sich schon erkennen, dass das Verbot der Dartellung eines natürlichen Vorgangs eine Machtfrage darstellt. Es kann nicht sein,, was nicht sein darf.

Wen wir also wissen wollen woher das alles kommt, müssen wir sehr sehr tief graben und vor allem die Machtfrage stellen.

29.08.2021 20:29 • #18


ElGatoRojo

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Zitat von Parzifal:
Wen wir also wissen wollen woher das alles kommt, müssen wir sehr sehr tief graben und vor allem die Machtfrage stellen.

Von der religiösen Überhöhung der Unterdrückung von Frauen mal abgesehen braucht man garnicht so tief zu graben, weil in den Zeiten ohne orale Antikonzeption die biologischen Interessen der Geschlechter gewisse Verhaltensweisen nahe legen. Während Mutter (bis vor kurzer Zeit) schlicht die Frau ist, die das Kind geboren hat, ist (bis vorkurzer Zeit) die Gewißheit Vater zu sein spekulativ. Die Unterdrückung der Frau und die Einschränkung ihres Aktionsraumes gibt da eben mehr Sicherheit und so hat auch der größte Versager und Idiot als Mann immer noch eine Person, auf die er herab sehen kann.

Wenn man bedenkt, dass Frauen mehr als 50 % der Bevölkerung stellen, jeder eine Mutter hat die er im Zweifel liebt und eine Geliebte haben will, die er im Zweifel nett behandelt - da stellt sich doch die Frage, warum Männer rein technisch überhaupt fähig waren, Frauen zu unterdrücken. Und ob das traditionelle Rollenmodell mit Frau zu Hause und Mann als Ernährer überhaupt die vollständige Realität einer Unterdrückung wiedergibt - wenn jeder seinen Bereich hat, den er dominiert.

Also ganz so einfach ist es nicht. Es gibt ja auch jetzt diverse Partnerschaftsmodelle, in denen sich Männer und Frauen zu beider Zufriedenheit arrangiert haben, ohne das die Frau sich unterdrückt fühlt. Und klar - er gibt idiotische Männer und auch ein paar Verhältnisse, wo er den sprichwörtlichen Drachen im Hause hat.

29.08.2021 20:45 • #19


Yoda563


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Warum das im Patriarchat oft so läuft... weil Männer Angst vor der selbstbewusst gelebten S. der Frauen haben Deswegen müssen sie sie kontrollieren. Hab ich irgendwo mal gelesen - fand ich aber sofort einsichtig. Daher auch die Fixierung auf Jungfrau sein, Weiblichkeit verbergen usw.

Warum Frauen das mitmachen, hmmm weil sie duldsam sind und für ihre Familie sorgen wollen (unterdrückte Väter auch!)
Teils aber auch, weil es nicht so einfach ist, zu gehen - je nach den Umständen.

29.08.2021 21:04 • #20


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von Yoda563:
weil Männer Angst vor der selbstbewusst gelebten S. der Frauen haben

Verwechslung von Ursache und Wirkung. Die misbilligte Wirkung ist die Ungewißheit über die Vaterschaft. Da deren Ursache die selbstbewußt-freie S. von Frauen ist, muss diese kontrolliert werden. Dabei missfällt diese freie Frauensexualität Männern im Prinzip nicht, sondern eigentlich ist sie sogar erwünscht. Also ist die Unterdrückung der S. der Frau eigentlich nur ein Kollateralschaden bei der Vaterschaftsfeststellung.

Im Zeitalter der DNA-Analyse mit eindeutiger Vaterschaftsfeststellung ist Unterdrückung von Frauensexualität inzwischen ein klassisches Eigentor.

30.08.2021 09:48 • #21


BernhardQXY


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Zitat von ElGatoRojo:
da stellt sich doch die Frage, warum Männer rein technisch überhaupt fähig waren, Frauen zu unterdrücken. Und ob das traditionelle Rollenmodell mit Frau zu Hause und Mann als Ernährer überhaupt die vollständige Realität einer Unterdrückung wiedergibt - wenn jeder seinen Bereich hat, den er dominiert.

Oh, eine klasssische Rollenteilung, oder besser allgemeiner- eine Rollenteilung ist ja nicht gleichbedeutend mit einer Unterdrückung. Außerdem wage ich mal zu behaupten, dass eine Lebensgemeinschaft ganz zwangsläufig mit einer Teilung der Aufgaben und den Verantwortlichkeiten einhergeht.

30.08.2021 09:57 • x 2 #22


ElGatoRojo

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Zitat von BernhardQXY:
eine klasssische Rollenteilung, oder besser allgemeiner- eine Rollenteilung ist ja nicht gleichbedeutend mit einer Unterdrückung

Eigentlich kenne ich aus meiner Kindheit so um 1950 keine "unterdrückten" Frauen. Beim elterlichen Rollenmodell und auch dem mehrere Onkel war "er" der Handwerksmeister und "sie" sie Chefiin in Werkstatt und Laden. Und als meine Mutter wirklich mal Grund zur Klage hatte, hat ihr Bruder mit meinem Vater bei B. und Köm ein paar Worte geredet und gut war es.

Auch mehrere uneheliche Geburten in der Familie des Vaters waren nie ein Problem - er liebte die beiden unehelichen Töchter seiner Schwester sowie deren gleichfalls unehelichen Enkel. Eine seiner jüngeren Cousinen war Nachtclubsängerin - bei Familienfeiern führte sie ihr Glitzerkleid vor und für uns Kinder war ihr Tonbandgerät zum Stimmentraining ein sensationelles Spielzeug.

Gegeben mag es natürlich auch andere Rollenverhältnisse. Aber diese Mythen genereller Unterdrückung ist eher ein Soziologen-topos.

30.08.2021 10:15 • #23


BernhardQXY


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Naja. Ich finde es anhand von Einzelfällen immer schwierig, eine allgemeine Handlung oder Einstellung zu diskutieren. Und alleine schon eine gesellschaftliche Erwartung, wie denn eine Rollenverteilung auszugestalten sei finde ich schon einen ersten Schritt in Richtung Unterdrückung. Und insbesondere Westdeutschland macht da auch keine Wirklich gute Figur. Nicht nur Werbespots und Aufklärungsfilme, sowie die Kultur (wo bitte gibt es Geschichten emanzipierter Mädchen und Frauen in den 50er und 60er Jahren) , sondern auch ganz glasklare gesetzliche Umstände wie zum Beispiel
Recht auf eigenes Bankkonto
Recht auf Berufsausübung
Vergewaltigung in der Ehe
sind erst in jüngerer Zeit auf einen Stand gebracht worden der einigermaßen die gleichwertigkeit der Frauen gerecht wird.

30.08.2021 10:34 • x 2 #24


Sascha123


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Unabhängig von sehr spät veränderten Gesetzmäßigkeiten, zeig mir eine wirklich emanzipierte Frau. Gefühlt enden Frauen, welche sich für Frauen einsetzen wollten auch nur in einer Dimension von Machtwunsch und beissen alles weg, was ihnen diese Position streitig machen könnte.
Es geht los bei Alice Schwarzer, die in ihrer Zeitschrift Emma sehr eindimensional wurde und keine innovative Ideen zuließ, sondern die vermeintlichen Konkurrentinnen schickanierte. Des Weitern sehe ich, um Bezug auf das Beispiel vom Eingangspost zu nehmen, keine muslimische Mutter, Tante, Schwester, welche die Tatsachen der Frauenrolle in diesem Glauben am eigenen Leib erfahren haben, die sich in irgendeiner Form unterstützend ihren Töchtern gegenüber verhalten, auch wenn in kleinen Teilbereichen etliches möglich wäre.

Was mir fehlt, ist eine Solidarität unter Frauen, um gegen diese Missstände vorzugehen.

30.08.2021 11:11 • #25


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von BernhardQXY:
sondern auch ganz glasklare gesetzliche Umstände wie zum Beispiel

In der Tat hinkten die gesetzlichen Regelungen der gelebten Wirklichkeit hinterher.

30.08.2021 11:37 • #26


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Zitat von ElGatoRojo:
Verwechslung von Ursache und Wirkung. Die misbilligte Wirkung ist die Ungewißheit über die Vaterschaft.

Naja. So richtig und wichtig ich die Möglichkeiten für Väter finde, jetzt feststellen zu können, ob es ein eigenes oder ein Kuckuckskind ist, so sollte doch ergänzt werden, dass jahrhunderte-/jahrtausendelang fröhlich "illegitime" Kinder gezeugt wurden, deren Wohl und Wehe (und das ihrer Mütter) nieman(n)den interessierte.

Auch gibt es geschichtliche Beispiele, wo ein Mann froh war, wenn überhaupt ein Nachfolger entstand und es ihm letztlich völlig egal war, wer der Erzeuger war. Beispiel Katharina die Große, deren Kinder eher nicht von ihrem Gatten stammten. Hauptsache, die Dynastie war gerettet.

30.08.2021 12:01 • x 1 #27


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von VictoriaSiempre:
dass jahrhunderte-/jahrtausendelang fröhlich "illegitime" Kinder gezeugt wurden, deren Wohl und Wehe (und das ihrer Mütter) nieman(n)den interessierte.

Zitat von VictoriaSiempre:
Auch gibt es geschichtliche Beispiele, wo ein Mann froh war, wenn überhaupt ein Nachfolger entstand und es ihm letztlich völlig egal war, wer der Erzeuger war.

Sowohl das eine wie das andere. Trotzdem konnte man als "illegitimes" Kind höhergestellter Personen durchaus Karriere machen, wie unzählige Beispiele in der europäischen Geschichte bezeugen. War eben auch die Frage, ob genug legitime da waren. Wie auch das Sprichwort von "Kind und Kegel" besagt.

30.08.2021 13:04 • #28


Doppelherzchen


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Zitat von BernhardQXY:
Nunja, der Islam und sein gelebtes patriachalisches Weltbild.

Es gibt halt auch deutsche Männer, die in Feinripp-Unterwäsche qualmend und Pilztrinkend auf der Couch sitzen, sich von ihrer Alten bedienen lassen u. wenn sie nicht spurt, halt auch mal zulangen.

Ich denke, das Problem des Machtgefälles ist deshalb nicht ausschließlich auf die Kultur/Nationalität zurückzuführen. Die eigene Biografie wird wohl eine große Rolle spielen. Welche Rollenbilder wurden vorgelebt und übernommen.

Die Unterdrückung der Frauen gibts ja auch nicht erst seit gestern. Da muss noch viel passieren.

30.08.2021 16:04 • #29


DonaAmiga

DonaAmiga


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Zitat von BernhardQXY:
Ich habe schon sehr oft das letzte Wort

So gehört es sich ja wohl auch!
Der Mann habe das letzte Wort; es laute: "Ja, Schatz."

30.08.2021 16:28 • #30



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