Idaho
Gast
wie ein dämon hat er sich eingenistet, und ich bekomme ihn einfach nicht weg.
vielleicht mache ich zuwenig gegen ihn oder das falsche.
ich wünsche mir den morgen, an dem ich aufwache und er fort ist.
doch er wartet brav auf meiner bettkante, und dann verbringe ich den kräftezehrenden tag
damit, ihn zu ignorieren.
das rächt sich mit psychosomatischen beschwerden, die ich so nie hatte.
es begann schleichend.
an einem heissen sommertag flog dem mann sein leben um die ohren. und so auch mir.
ein schicksalsschlag. eben noch pläne für ein leben am meer geschmiedet. zack. alles anders.
für panik und tränen blieb wenig zeit. zwischen zähneputzen und ins bett gehen wurde auch das erledigt.
dazwischen hektische rettungsaktionen. auch anderen trost spenden, obwohl man keinen hat.
mein mann ist ein verdammter superheld.
er kann alles.
nur das nicht.
das hat ihn umgehauen.
er blieb nicht liegen. zumindest nicht lange.
mein mann ist der glücklichste mensch (gewesen), den ich kenne.
einfach so.
zu sehen wie er kurz davor war zu zerbrechen, brach mir das herz.
heute.
die wogen sind geglättet. im moment tobt der sturm weit draussen.
wir wissen, er ist noch da.
aber nur weil er da ist, heisst das nicht, dass wir unser dasein damit vergeuden,
ängstlich auf ihn zu warten. oder uns zu verbarrikadieren und so lange im dunkeln
zu bleiben, bis er endgültig fort ist.
wir tanzen im regen, aber wir tanzen. das werden wir immer tun.
ich könnte also ruhig sein. BEruhigt. mich erholen.
stattdessen bin ich auf eine art erschöpft, die kein schlaf richten kann.
wie eine aufziehpuppe regel ich, was es zu regeln gibt.
sobald ich allein bin, verfalle ich in eine art starre.
als hätte ich verlernt wie es ist, wenn mal nichts (los) ist.
zum kotzen.
im nächsten Jahr darfst du "Deutsch für Anfänger besuchen". Kollega heißt es richtig,KOLLEGA!