Hallo zusammen,
ich weiß gerade ehrlich gesagt nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Ich hoffe einfach, dass ich hier Menschen finde, die vielleicht etwas Ähnliches erlebt haben und verstehen können, was gerade in mir passiert.
Ich bin 38 Jahre alt und war 21 Jahre mit meiner Frau zusammen, davon 15 Jahre verheiratet. Wir haben drei Kinder. Unser ältester Sohn ist 19, unser Sohn ist 15 und lebt bei mir, unsere Tochter ist 11 und lebt überwiegend bei ihrer Mutter.
Unsere Beziehung war natürlich nicht immer schlecht. Im Gegenteil. Wir hatten viele gemeinsame Jahre, eine Familie, ein Zuhause und unzählige Erinnerungen. Genau das macht die jetzige Situation für mich so unglaublich schwer.
Der Grund für die Trennung war nicht ein einzelner Streit. Über längere Zeit gab es immer wieder Situationen, in denen meine Frau mit anderen Männern online geflirtet bzw. geschrieben hat. Es gab mehrere Vorfälle. Beim letzten Mal kam es schließlich dazu, dass sie sich auch mit einem anderen Mann getroffen hat.
Für mich ist dadurch irgendwann etwas kaputtgegangen – vor allem Vertrauen und mein eigenes Selbstwertgefühl.
Anfang Dezember habe ich schließlich die Entscheidung getroffen, mich zu trennen.
Seitdem leben wir getrennt. Meine Frau hat inzwischen ihre eigene Wohnung und ich bin in unserem Haus geblieben.
Eigentlich dachte ich irgendwann, dass ich damit klarkommen müsste.
Aber momentan merke ich eher das Gegenteil.
Ich vermisse sie. Ich vermisse meine Familie. Besonders meine Tochter fehlt mir unglaublich. Gleichzeitig weiß ich noch sehr genau, warum ich mich damals getrennt habe und was in unserer Beziehung passiert ist.
Und genau da liegt mein größtes Problem:
Ich weiß inzwischen selbst nicht mehr eindeutig, was ich eigentlich will.
Nach der Trennung gab es immer wieder Kontakt zwischen uns. Teilweise haben wir uns wieder angenähert. Ich habe sogar versucht, herauszufinden, ob unsere Gefühle füreinander vielleicht wiederkommen können.
Aber je mehr wir uns angenähert haben, desto deutlicher habe ich teilweise gemerkt, dass etwas fehlt.
Nähe und Küsse haben sich manchmal einfach nicht mehr so angefühlt wie früher. Teilweise sogar falsch.
Und trotzdem gibt es diesen anderen Teil in meinem Kopf, der ständig sagt:
„Du musst zurück zu ihr. Du wirst nie wieder jemanden finden. Du zerstörst gerade deine Familie. Was, wenn du die falsche Entscheidung getroffen hast?“
Dieser Widerspruch macht mich momentan fertig.
Vor kurzem habe ich ihr deshalb ehrlich gesagt, dass ich das Gefühl habe, durch unsere erneute Annäherung eher noch mehr Distanz zu spüren. Ich wollte ihr keine falschen Hoffnungen machen.
Seitdem ist der Kontakt deutlich weniger geworden.
Und genau diese Stille trifft mich gerade sehr.
Ich war 21 Jahre daran gewöhnt, dass da jemand ist. Guten Morgen. Gute Nacht. Kleine Nachrichten. Alltag. Familie. Nähe.
Und jetzt ist da teilweise einfach nichts.
Ich habe eine riesige Angst davor, dass das jetzt mein Leben bleibt.
Ich habe mich deshalb auch auf mehreren Dating-Plattformen angemeldet. Vielleicht auch in der Hoffnung, dass irgendwann eine neue Frau kommt und mir zeigt, dass mein Leben weitergeht.
Aber bisher passiert dort praktisch nichts. Kaum Nachrichten, kaum Likes.
Und mein Kopf macht daraus natürlich sofort:
„Siehst du? Du wirst niemanden mehr finden.“
Ich weiß rational, dass das nicht unbedingt etwas bedeutet. Aber emotional fühlt es sich gerade trotzdem so an.
Eigentlich möchte ich gar nicht sofort wieder eine neue Beziehung.
Ich möchte einfach wieder glücklich sein.
Ich möchte rausgehen, etwas unternehmen, lachen, Menschen kennenlernen, Spaß haben und irgendwann wieder dieses Gefühl bekommen, dass ich mich auf mein Leben freue.
Momentan verbringe ich aber viel Zeit alleine und denke nach.
Ich denke über meine Ex-Frau nach.
Über meine Kinder.
Über die Trennung.
Darüber, ob ich alles zerstört habe.
Darüber, ob ich zurückgehen sollte.
Darüber, ob ich irgendwann jemanden Neues finde.
Und vor allem darüber, ob ich gerade eine riesige Fehlentscheidung treffe.
Und irgendwann dreht sich alles nur noch im Kreis.
Ich merke inzwischen auch, dass ich darüber nachdenke, mir psychologische Hilfe zu suchen. Nicht weil ich mich für verrückt halte, sondern weil ich merke, dass ich alleine aus diesem Gedankenkarussell nicht richtig herauskomme.
Was mich momentan am meisten beschäftigt, ist eigentlich eine ganz einfache Frage:
Wie unterscheidet man zwischen echter Liebe und der Angst vor dem Alleinsein?
Vermisse ich meine Ex-Frau wirklich als Partnerin?
Oder vermisse ich unser gemeinsames Leben, meine Familie, Nähe und die Sicherheit, die ich 21 Jahre lang hatte?
Und wenn ich jetzt zurückgehen würde – wäre das wirklich ein Neuanfang oder würde ich nur versuchen, meine Angst vor dem Alleinsein zu betäuben?
Ich weiß es momentan einfach nicht.
Ich weiß nur, dass ich gerade ziemlich erschöpft bin und mich nach diesem Gefühl sehne, wieder glücklich zu sein.
Vielleicht gibt es hier jemanden, der eine ähnliche Situation erlebt hat – eine sehr lange Beziehung, Kinder, Trennung, Zweifel und gleichzeitig die Angst, dass danach nichts mehr kommt.
Wie seid ihr damit umgegangen?
Wie habt ihr herausgefunden, ob ihr euren Partner wirklich zurückwollt oder ob es hauptsächlich die Angst vor dem Alleinsein war?
Und wie habt ihr es geschafft, irgendwann wieder ein eigenes Leben aufzubauen?
Ich wäre wirklich dankbar für ehrliche Erfahrungen – auch wenn sie vielleicht nicht das sind, was ich gerade hören möchte.