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So, eine der bekanntesten Studien ist zb die „Minnesota Twin Family Study“. Eines der Ergebnisse war zB, dass die Varianz was Intelligenz angeht, zu 70 % genetisch ist.
https://embryo.asu.edu/pages/sources-hu...0-thomas-jDie „Twin Early Development Study“ von 1994 bis 1996 mit 15000 Zwillingspaaren.
https://www.teds.ac.uk/researchers/Die „Swedish Adoption/Twin Study on Aging“. Eins der Ergebnisse war zb, dass sich Zwillinge auch dann bis ins hohe Alter sehr ähnlich sind, selbst wenn sie in unterschiedlichen Familien groß wurden.
https://www.maelstrom-research.org/study/satsaFinnish Twin Cohort Study mit 12000 Zwillingspaaren. Die lieferte Erkenntnisse darüber, wie stark Persönlichkeitsmerkmale (wie zB Extraversion und Neurotizismus), aber auch gesundheitliche Verhaltensweisen (wie die Neigung zu Suchterkrankungen oder Übergewicht) genetisch veranlagt sind.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4493754/Am interessanten sind aber Meta-Analysen, die einzelne Studien auswerten und zusammenfassen. Die sogenannte Polderman/Posthuma-Analyse gilt heute so als die größte aus ca 2500 Studien aus ca 40 Ländern mit 15 Millionen Zwillingspaaren. Dabei wurden knapp 18000 Merkmale untersucht von körperlichen Merkmalen über Krankheiten zu psychologischen Eigenschaften wie IQ, Persönlichkeit, Suchtverhalten etc. Daraus entstand vereinfacht das 50-50 Gesetz. 50 % Gene, 50 % Umwelt. Es wurde kein einziges menschliches Merkmal gefunden, das eine Erblichkeit von 0 % aufwies. Jede psychologische und physische Eigenschaft wird bis zu einem gewissen Grad von unseren Genen beeinflusst. Bei 69 % aller untersuchten Merkmale folgten die Ähnlichkeiten zwischen den Zwillingen einem einfachen, rein additiven genetischen Muster. Das bedeutet, je mehr Gene zwei Menschen teilen, desto ähnlicher sind sie sich. Und ganz besonders interessant: Die Daten zeigten, dass gemeinsame Erziehungsmethoden, der sozioökonomische Status der Eltern oder das familiäre Umfeld Menschen erstaunlich wenig in ihrer Kernpersönlichkeit angleichen. Wenn Geschwister sich ähneln, liegt das primär an den Genen, nicht daran, dass die Eltern sie gleich erzogen haben. Unterschiede entstehen eher durch die nicht-geteilte Umwelt (individuelle Erlebnisse, eigener Freundeskreis, Krankheiten). Nur mal ein paar Beispiele:
Physische Eigenschaften wie Körpergröße oder Beschaffenheit des Skeletts (wer überprüft sowas
😆) sind ca 80 % genetisch bedingt. Persönlichkeitsmerkmale wie Introversion oder auch sowas wie Neigung zu Tbk rund 50 %.
Psychische Störungen, Intelligenz oder Stoffwechsel 60-70 %.
Und wenn’s um das geht, was wir als Persönlichkeitsstörung bezeichnen:
Sehr hohe genetische Komponente zB bei Narzissmus oder antisozialem Verhalten, 60-80 %.
Borderline-Persönlichkeitsstörung zB 50-70 %.
Als Grund nimmt man an, dass das was wir als Störung bezeichnen, genetisch mit der Grundpersönlichkeit verwoben ist. Die moderne Zwillingsforschung geht eben davon aus, dass Persönlichkeitsstörungen keine völlig isolierten, plötzlich auftretenden Krankheiten sind. Stattdessen stellen sie das äußerste, extreme Ende normaler Persönlichkeitsmerkmale dar (ein dimensionales Modell).
Und ganz spannend finde ich: die Heritabilität nimmt mit dem Alter sogar zu. Mit zunehmendem Alter bricht sich unsere Biologie Bahn, und wir werden immer mehr zu der Person, die in unseren Genen angelegt ist.