Kämpferin mit H.
Gast
Es ist schwer darüber zu schreiben, da ich eine Erkrankung habe, die gerne als "bösartig" dargestellt wird und ich mir aufgrund dieser Erkrankung schon sehr viel demütigende Worte eingefangen habe.
Vielleicht ist es hier ein bisschen anders und man schenkt mir Gehör ohne mich gleich zu beschimpfen und zu beleidigen!
Ich versuche mich kurz zu halten obwohl diese Geschichte eigentlich eine Endlos-Story ist.
Angefangen hat das ganze als ich 6 Jahre alt war. Ich hatte in diesen jungen Jahren schon unglaublich viele Schwierigkeiten mit Menschen. Selbst Kinder, die mich mochten, machten mir nach gewisser Zeit Angst - so, dass ich eigentlich schon im Kindergarten, Schule etc. immer einen fliegenden Wechsel von Freundschaften hatte. Verletzte mich jemand, so konnte ich denjenigen nicht mehr an mich heranlassen und blockierte total. Ja, jeder wird jetzt sagen. Was mit 6 Jahren? Aber ja, das ist so. Ich habe zu dem Zeitpunkt schon gespürt, das ich anders bin. Viele lachen darüber, wenn man diesen Satz benutzt - aber heute weiß ich, mein Gefühl hat mich nicht getäuscht.
Ich hatte kein gutes Elternhaus, bin nicht so behütet aufgewachsen und habe mich irgendwann immer mehr verschlossen. Als ich dann 12 wurde, wurde es immer schlimmer. Ich konnte mit meiner Mutter nicht reden, weil ich mir dann anhören durfte, dass ich mich wieder mal nur anstelle etc. Leider hat mein Vater sehr viel kaputt gemacht damals - ich habe sehr viel unter ihm gelitten, obwohl ich mich immer bemühte alles richtig zu machen. Leider hat das nur nie gereicht.
Meine Mutter konnte das alles ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr ertragen und so wurde ich in Therapie geschickt. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen wieviele Therapeutinnen ich besucht habe.. aber keine hat eine wirkliche Verbesserung gebracht.
Also wurde ich erstmal auf Kur geschickt, dort bekam ich dann gleich eine Verlängerung aufgedrückt - aber auch diese brachte keinen Erfolg. Zu dem Zeitpunkt hiess es nur, ich würde an Depressionen leiden und bekam Tabletten. Diese tiefe innere Traurigkeit, diese Ängste vor Menschen, dieses Ekelgefühl vor körperlicher Nähe - es verschwand einfach nicht.
Zurück zu Hause habe ich dann gleich mit der nächsten Therapie angefangen - diese machte dann mit mir einen Test und die Diagnose stand fest! Die Diagnose möchte ich erst einmal nicht erwähnen aus Angst wieder nur auf Ablehnung zu stoßen. Ich wurde in ein Projekt gesteckt, welches ich aber abbrechen musste - weil es mir gesundheitlich sehr schlecht ging und ich zum Sprechen keine Kraft mehr hatte.
Ein halbes Jahr später habe ich dann mit der nächsten Therapie angefangen, es war aber sehr sehr schwer für mich Vertrauen aufzubauen...
kommen wir aber nun zum eigentlichen Problem.
Früher: Es gab eine Zeit, wo ich trotz meiner ganzen Ängste zum Clown mutiert bin. Ich habe Leute zum Lachen gebracht, obwohl ich innerlich weinte. Ich habe den Menschen mein Ohr geschenkt, obwohl mein Kopf voll war. Ich habe Ratschläge gegeben, obwohl ich selbst nichts davon umsetzen konnte.
Dann kam auf einmal der tiefe Fall. Ich habe mich isoliert, selbst meine beste Freundin habe ich nicht mehr an mich ranlassen können und habe sämtliche Kontakte verloren.
Dann habe ich im Internet einen Menschen kennengelernt, der mein Herz sehr berührt hat. 1 Jahr später war ich dann endlich bereit mich zu treffen und meine Ängste waren auf einmal weg. Ich war so verliebt das ich mich auf einmal vollkommen frei bewegen konnte. Körperliche Kontakte fielen mir zwar sehr sehr schwer, aber ich konnte es dennoch zu lassen.
Leider waren die Probleme aber nicht weg und ich sollte schon schnell wieder an meine Erkrankung erinnert werden. Die Beziehung zerbrach ganz grausam per Whatsapp. Ich weiß, dass ich der Grund bin warum die Beziehung zerbrach, dabei habe ich wirklich versucht, ein "normaler" Mensch zu sein.
Seitdem herrscht bei mir nur Chaos und ich habe den Mut verloren. Ich nehme zwar Medikamente und gehe auch zum Therapeuten, aber nix... aber auch wirklich nix verändert sich.
Kennt jemand das vielleicht? Hat jemand Rat was ich noch tun könnte? Ich habe halt wieder Panikattacken und eine unheimlich große Menschenangst. Dabei möchte ich einfach nur endlich mein Leben in den Griff bekommen.