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Meine Pechsträhne endet einfach nicht

Columbo

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Hallo ihr lieben,

kennt ihr das, wenn ihr einfach nur schreien wollt und denkt irgendeine höhere Macht hat es auf euch abgesehen?
Ich bin normalerweise ein von Grund auf positiver Mensch, aber zum ersten Mal in meinem Leben könnte ich nur noch heulen. Selbst nach diesem Satz kamen mir die Tränen.

Wo fange ich an?
Im Dezember 2019 hat sich meine Frau von mir getrennt, ich habe in der Folge 2 Monate extrem darunter gelitten, mittlerweile kann ich schon wieder halbwegs positiv nach vorne blicken. Obwohl ich nach diesem Satz denke, ich belüge mich selbst.
Ich muss dazu sagen, meine Ex und ich stehen heute noch in freundschaftlichen Kontakt zueinander und das finde ich gut so.
Unser Verhältnis war eigentlich immer etwas ganz besonderes, so wie es wohl jeder von sich und seiner intakten Beziehung denken würde.
Wir haben all unsere Ziele (Auto, Haus, Urlaube, etc.) immer hart erkämpft und wir haben uns so ein tolles Leben aufbauen können.

Allerdings hat uns eine Sache in den letzten Jahren nie verlassen - unsere Pechsträhne, welche durch uns nie wirklich beeinflusst werden konnte.
Positives Denken bzw. positiv bleiben alleine war nicht das Wundermittel.

Zuerst war da ihr Arbeitsunfall im Krankenhaus. Ein Patient hat Sie gewaltsam angegriffen und versucht zu erwürgen. Die seelischen Folgen meiner Ex-Frau waren über Monate hinweg katastrophal. Nur mithilfe einer Psychologin konnte Sie ihr Trauma halbwegs überwinden.
Ich war immer an ihrer Seite, aber meine Grenzen waren hier schnell erreicht. Ich war schlichtweg überfordert, ihr aus dieser Sache rauszuhelfen.

Unser Kinderwunsch entwickelte sich zur absoluten Tortur.
Auf natürlichem Wege funktionierte die Schwangerschaft nicht, was wir nur durch die erste Schwangerschaft und der darauffolgenden Kürettage erfuhren. Daher mussten wir es mittels Kinderwunschklinik probieren. Zwei Fehlversuche und weitere zwei Kürettagen später (immer kurz vor der 12. Woche), viel Geld und Nerven weniger standen wir bis zuletzt immer noch ohne Erfolg da, während rund um uns herum scheinbar alle schwanger wurden und (zum Glück) keine Komplikationen auftraten. Wir selbst haben es ca. 3 Jahre ohne Erfolg versucht. Natürlich nimmt man es bewusster wahr, wenn man selbst betroffen ist, aber es waren schon ab normal viele Schwangerschaften, das hat mir mein Umfeld auch bestätigt.

All diese schwierigen Umstände geschuldet, habe ich mich meiner Ex gegenüber auch nicht immer richtig verhalten und habe die Situationen oftmals heruntergespielt, aber nur, weil ich nicht zu lange am geschehenen festhalten wollte. Für Sie war es letztendlich ein Grund zur Trennung, Sie fühlte sich von mir einfach zu wenig unterstützt.
Ich war in ihren Augen einfach zu wenig für Sie da. Ich habe mich zu sehr mit der Hausrenovierung beschäftigt und wollte hier immer alles vorantreiben. Im Nachhinein bin ich auch schlauer und wüsste mich besser zu verhalten, aber es ist nun mal zu spät dafür.

Seit der Trennung im Dezember 2019 bin ich zu meiner Mutter gezogen.
Ich habe mich im Februar 2020 erfolgreich um eine neue Wohnung gekümmert.
Einzugstermin wäre 01.05.2020 gewesen, durch Corona verschiebt sich das immer wieder auf unbestimmte Zeit, was sehr an den Nerven zieht. Neuer Einzugstermin ist jetzt am 15.7.2020.

Vor 4 Wochen kam dann ein weiterer Zwischenfall.
Eine mir fremde Person hat mir ins Gesicht geschlagen. Verdacht auf Nasenbeinbruch der sich nicht bestätigt hat. Wie auch immer, schmerzen hatte ich trotzdem und ein weiterer Akt meiner Pechsträhne konnte geschrieben werden.

Zuvor hat es meine Ex mit 5 Rippenbrüchen erwischt. Die Folgen, langer Krankenstand und für mich ebenfalls eine seelische Belastung, da mir ihr Wohl trotz allem nicht egal ist.

Was noch?
Wir haben zwei Katzen. Gestern bemerkten wir, dass es einem von beiden ziemlich schlecht ging.
Wir schoben es zuerst auf den Stress durch ihren Umzug, jedoch verschlimmerte sich sein Zustand im Minutentakt.
Natürlich sind wir gestern gleich in die Notaufnahme gefahren.
Ende der Geschichte ist ein 3 tägiger stationärer Aufenthalt mit Behandlungskosten in Höhe von 1.100,- Euro
Uns ist das Wohl unseres Haustieres natürlich wichtig und Geld sollte da keine große Rolle spielen.
Aber 1.100,- Euro sind schon ein starkes Stück.

Mittlerweile bin ich an einem Punkt der Resignation angelangt.
Ich weiß einfach nicht weiter und frage mich, warum pausenlos so viel **** über mich hereinbricht.
Ich schwanke zwischen Trauer, Schreikrämpfen, Ratlosigkeit, Wut und undefinierbaren Gefühlen umher.

Ich kann euch nicht einmal sagen, was ich jetzt von euch erwarte. Mir war es jetzt einmal wichtig, vieles rauszulassen. Besser geht es mir dadurch leider nicht, aber dennoch empfinde ich es als richtig.

Ich würde mich auf ein paar Kommentare oder aufbauende Worte freuen.

Bis dahin, alles Liebe!

05.05.2020 11:11 • #1


aquarius2

aquarius2


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Hallo, auch wir kennen sowas, bei mir war es auch mal so ein Jahr, wo ich ziemlich viel Sch**ße erlebt habe, sei es gesundheitlich, beruflich, finanziel, auch meine Katze war krank und mein Tierarzt wollte viel Geld von mir.

Im nachhinein kann ich sagen, es geht alles vorrüber und es gibt auch Menschen, die einem zur Seite stehen, meine Anwältin hat mir auch gesagt, lassen sie sich nichts gefallen. Erst wollte ich ihren Rat nicht annehmen, aber später dachte ich, warum nicht, wer kämpft kann verlieren und wer nicht kämpft hat schon verloren. Dummerweise dauerte es auch einige Zeit, bis der Rechtstreit zu meinen Gunsten entschieden war und auch auf der Arbeit lief es wieder rund, gesundheitlich ging es mir gut und so weiter und so fort. In dem Wissen, sich nichts gefallen zu lassen bringt was mache ich das auch weiterhin so und die meisten Leute, die sich mit einem anlegen haben ein Gefühl dafür, was sich der andere gefallen lässt und wenn die sich auf Gegenwehr einstellen müssen überlegen die es sich.

Es war keine einfache Zeit, aber ich habe gesehen, was ich bewegen kann, wenn ich kämpfe. Warum bist du nicht deiner Frau zur Seite gestanden, als sie das alles durchgemacht hat? Weißt du, wie schlimm es ist, wenn eine Frau eine Fehlgeburt hat?

Auch angegriffen zu werden ist eine große Belastung. Es sind nicht nur medizinische Folgen, auch psychische. Oft genug haben diese Leute, die andere zusammenschlagen und verletzen kein Geld um ein Schmerzensgeld zu zahlen oder drohen den Opfern.

Warum hast du da nicht mehr zu deiner Frau gestanden? Wie fühlt die sich jetzt?

Zitat:
Ich weiß einfach nicht weiter und frage mich, warum pausenlos so viel **** über mich hereinbricht.
Ich schwanke zwischen Trauer, Schreikrämpfen, Ratlosigkeit, Wut und undefinierbaren Gefühlen umher.


Raus aus der Opferrolle! Kein Selbstmitleid, gehe jedes Problem einzeln an. Du bist nicht an allem schuld, aber du bist für alles verantwortlich!

05.05.2020 14:10 • #2



Meine Pechsträhne endet einfach nicht

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Columbo


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Hallo Aquarius2,

erstmal danke für deine Nachricht.

Zitat:
Warum bist du nicht deiner Frau zur Seite gestanden, als sie das alles durchgemacht hat?


Das kam vielleicht ein wenig falsch rüber. Ich war immer für meine Frau da. Ich war überall mit dabei, ob bei der Diagnose zur Fehlgeburt oder bei den Operationen.
Als Sie diesen Angriff eines Patienten über sich ergehen lassen musste, ließ ich meine Arbeit sofort stehen und liegen, um ihr beistehen zu können.
Seelisch stand ich ihr nach meiner besten Möglichkeit bei, aber nach so vielen Jahren der negativen Ereignisse war ich irgendwann ratlos und habe mich womöglich selbst zurückgezogen und Sie in ihrem Leid alleine gelassen.
Manche meinten zu mir, ich sei kein Psychologe, von dem her habe ich nicht viel falsch gemacht.
Es würde aber jetzt zuweit führen, alles im Detail zu erklären.
Es war immer so, dass Sie professionelle Hilfe, als auch Familiär viel Beistand hatte, worüber ich äußerst froh war.
Bei mir hingegen war es eher so, dass ich mir selbst von niemand Beistand geholt hatte und selbst mit all den Probleme klar kommen musste oder wollte. Denn ihre Probleme waren naturgemäß auch meine Probleme, wenn auch in anderer Form.
Währenddessen war mir gar nicht bewusst, dass ich vielleicht auch mal Hilfe von außen benötigt hätte, da ich immer noch der starke Mann sein wollte.


Zitat:
Raus aus der Opferrolle! Kein Selbstmitleid, gehe jedes Problem einzeln an. Du bist nicht an allem schuld, aber du bist für alles verantwortlich


Da hast du bestimmt Recht.
Ich bin und bleibe weiterhin stark und versuche aus allem etwas positives zu ziehen.
In der Häufigkeit und Vielfalt negatives zu erfahren ist auf Dauer einfach ziemlich Kräftezerrend, von daher fragte ich mich einfach, wann diese Pechsträhne ein Ende finden mag.

06.05.2020 09:48 • #3


DieSeherin

DieSeherin


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vielleicht ist dieses zusammentreffen mehrerer unglücklicher ereignisse auch ein "zeichen" (mir fällt kein passendes wort ein und ich meine es null im esoterischen sinne ) dafür, dass jeder von euch zunächst einmal selber an seinen baustellen arbeiten muss, für sich selber auf die füße kommen sollte, weil ihr beide nicht mehr die kraft habt, euch gegenseitig zu stützen?

06.05.2020 10:47 • x 1 #4


mcjane


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Zitat von Columbo:
Hallo ihr lieben, kennt ihr das, wenn ihr einfach nur schreien wollt und denkt irgendeine höhere Macht hat es auf euch abgesehen? Ich bin normalerweise ein von Grund auf positiver Mensch, aber zum ersten Mal in meinem Leben könnte ich nur noch heulen. Selbst nach diesem Satz kamen mir die Tränen. Wo fange ich an? Im Dezember 2019 hat sich meine Frau von mir getrennt, ich habe in der Folge 2 Monate extrem darunter gelitten, mittlerweile kann ich schon wieder halbwegs positiv nach vorne blicken. Obwohl ich nach diesem Satz denke, ich belüge mich selbst. Ich muss ...


Hallo....
Glaub an sowas nicht
Du bist der "Chef" deines Lebens.

Ich sag dir etwas...wenn dy etwas sychst,findest du es immer,siehst du es immer und passiert es dir immer.
Ich hatte eine Freundin,die immer traurig wurde wenn Bärchen gesehen hat...weil ihr Ex war ihre Bärchen.
Ich hab ihr auch so erklärt-Bärchen sind überall. Es ist kein Zeichen,nix.
Sie beachtet es nicht mehr,und mittlerweile gehts ihr super wenn sie Bärchen sieht.

Also...nicht zuviel an alles negatives denken,sondern mehr an das schöne,was dir/euch passiert.

06.05.2020 11:10 • x 1 #5


monchichi_82

monchichi_82


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Ich denke mir, im Leben gibt es immer gute und schlechte Phasen, für jeden. Dann muss man mit Todesfällen umgehen können, mit Unfällen im Alltag und das vielleicht die Lebensplanung eine andere ist. Und vllt. muss man diesen Dingen etwas flexibler begegnen.

Mein Mann und ich können auch keine Kinder bekommen. Wir waren in der Kinderwunschklinik, hatten einen Versuch, es hat nicht geklappt und damit habe ich gesagt, wir brechen das ganze ab und gehen einen anderen Weg. Es war seitdem zwischen uns nie mehr ein Thema oder gar eine Belastung. Bei uns beiden war es nicht so, dass wir uns so sehr in dem Wunsch verbissen haben. Es sollte einfach nicht sein. Kinder haben ist zwar was Schönes aber nur Vorteile hat es auch nicht und ich denke man muss im Alltag die anderen schönen Dinge sehen können.

Vor ein paar Jahren ist meine heiß geliebte Katze verstorben unter schlimmen Umständen, wir haben einen Hund mit Asthma und chronisch-entzündlicher Darmerkrankung verbunden mit horrenden TA Kosten, mein Vater hat ein chronisches Herz- und Niervenversagen, es sind Verwandte verstorben, seinerseits + meinerseits. Meiner Mutter und mir ist gestern ein Auto in die Hintertür gefahren und haben beide einen großen Schaden. Das ist keine Pechsträhne, das ist das Leben.
Genauso könnte ich aber viele positive Erlebnisse aufzählen die wir in den letzten Jahren hatten.

Ich bin der Meinung, dass eine stabile Partnerschaft oder Ehe Belastungen aushalten muss, ohne, auseinanderzuspringen, ohne, dass man dem immer so eine riesen Bedeutung beimisst oder die Beziehungsqualität daran festmacht. Vielleicht hat es diese Erfahrungswerte gebraucht um zu erkennen, dass eure Partnerschaft doch nicht so gut passt wie ihr geglaubt habt.

06.05.2020 11:39 • x 3 #6


Columbo


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Zitat:
vielleicht ist dieses zusammentreffen mehrerer unglücklicher ereignisse auch ein "zeichen" (mir fällt kein passendes wort ein und ich meine es null im esoterischen sinne ) dafür, dass jeder von euch zunächst einmal selber an seinen baustellen arbeiten muss, für sich selber auf die füße kommen sollte, weil ihr beide nicht mehr die kraft habt, euch gegenseitig zu stützen


Umso öfter ich diese Zeilen lese, desto mehr wahres kann ich daran finden.
Es gibt tatsächlich einige Baustellen, an denen ich arbeiten muss, aber in der Beziehung komplett vernachlässigt habe. Danke erstmal für diese Gedankengänge. =)

Zitat:
Glaub an sowas nicht
Du bist der "Chef" deines Lebens.
Ich sag dir etwas...wenn dy etwas sychst,findest du es immer,siehst du es immer und passiert es dir immer.
Ich hatte eine Freundin,die immer traurig wurde wenn Bärchen gesehen hat...weil ihr Ex war ihre Bärchen.
Ich hab ihr auch so erklärt-Bärchen sind überall. Es ist kein Zeichen,nix.
Sie beachtet es nicht mehr,und mittlerweile gehts ihr super wenn sie Bärchen sieht.
Also...nicht zuviel an alles negatives denken,sondern mehr an das schöne,was dir/euch passiert.


Da gebe ich dir Recht. Wenn ich zurück denke, sind uns auch viele gute Dinge passiert. Meist zwar aus Eigeninitiative, aber von nichts kommt ja nichts. =)
Danke für deinen Input!

Zitat:
Ich denke mir, im Leben gibt es immer gute und schlechte Phasen, für jeden. Dann muss man mit Todesfällen umgehen können, mit Unfällen im Alltag und das vielleicht die Lebensplanung eine andere ist. Und vllt. muss man diesen Dingen etwas flexibler begegnen.


Das ist bestimmt richtig.
Ich glaube einfach, in letzter Zeit waren es sehr viele negative Erlebnisse. Covid-19 und die Isolation tragen ihren Teil dazu bei.
Wie erwähnt bin ich normalerweise ein von Grund auf positiver Mensch, im Moment fühle ich mich eher mehr entgleist, als auf Schiene.

Zitat:
Das ist keine Pechsträhne, das ist das Leben.


Was soll ich dem noch entgegenbringen? =)

Zitat:
Ich bin der Meinung, dass eine stabile Partnerschaft oder Ehe Belastungen aushalten muss, ohne, auseinanderzuspringen, ohne, dass man dem immer so eine riesen Bedeutung beimisst oder die Beziehungsqualität daran festmacht. Vielleicht hat es diese Erfahrungswerte gebraucht um zu erkennen, dass eure Partnerschaft doch nicht so gut passt wie ihr geglaubt habt


In den letzten 11 Jahren haben wir eigentlich immer wie Pech und Schwefel zusammengehalten, alle Hürden überwunden und uns ein tolles Leben aufgebaut.
Ich dachte dabei auch immer, dass uns nichts und niemand auseinander bringen kann.
Letztendlich sind wir aber an uns selbst gescheitert.
Es wird wohl so sein, dass unsere Beziehung nicht für die Ewigkeit vorbestimmt war.
Ich kann nur so viel sagen, ich bin froh, dass wir uns freundschaftlich voneinander trennen konnten und es ganz gut meistern, dennoch in Kontakt zu bleiben, ganz ohne Rosenkrieg.

06.05.2020 15:44 • #7


Rosa-91

Rosa-91


1977
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2455
Diese Pechsträhne verfolgt mich auch wie Kleister an den Schuhen. Immer wenn du denkst, es geht bergauf passiert etwas, was du wirklich nicht beeinflussen kannst.
Ich fühle mit dir!

07.05.2020 08:51 • x 1 #8


KBR


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17142
Das ist das Leben. Oft fühlen wir uns von diesem ungerecht behandelt und wenn es sich häuft erst recht. In der Natur der Sache liegt, dass mit steigendem Alter sich i.d.R. auch die Schicksalsschläge mehren. Krankheiten, Sterbefälle, Verbrechen usw. Man darf sich schlecht fühlen deswegen, aber um nicht darin zu versinken, hilft es mir, mir vor Augen zu führen, was anderen widerfährt. Das ist nicht immer unbedingt besser.

Corona nervt. Fast alle. Aber vielleicht kannst Du doch einen Lichtblick finden, z.B. den, dass die Vorfreude auf die neue Wohnung nun umso länger dauert. Biis jetzt konnte ich nicht mit meinen Eltern zusammen sein, die beide auch schwer krank sind. Für mich ist es aus verschiedenen Gründen nicht das Allerschlimmste, aber anderen "Kindern" würde es damit sehr, sehr schlecht gehen. Du "darfst" in dieser Zeit mit Deiner Mutter zusammen sein. Usw. usf.

07.05.2020 09:10 • #9


Rosa-91

Rosa-91


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Zitat von KBR:
nicht darin zu versinken

Ich finde es gut, dass es bei dir funktioniert... Aber was, wenn man doch darin versinkt und versackt. Wenn man nicht mal mehr mit jemandem persönlich darüber reden möchte...?

07.05.2020 09:12 • #10


KBR


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Zitat von Rosa-91:
Ich finde es gut, dass es bei dir funktioniert... Aber was, wenn man doch darin versinkt und versackt. Wenn man nicht mal mehr mit jemandem persönlich darüber reden möchte...?


Nicht immer. Ich habe Depressionen und für die genügen solche Durchhalteparolen nicht. Dann ist führend, was Du schreibst, ich will mit niemandem über irgendwas reden. Totaler Rückzug.

Falls Du solche länger andauernden Phasen hast und das nicht nur normale Frustmomente sind, wie sie jeder mal zu haben scheint, empfehle ich, zu einem Arzt zu gehen und das checken zu lassen. Das kann man auch machen, wenn man eine bessere Phase hat, falls man sich in den schlechten nicht aufraffen kann.

07.05.2020 10:55 • #11


Bumich

Bumich


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@ Columbo
>>Wir haben all unsere Ziele (Auto, Haus, Urlaube, etc.) immer hart erkämpft und wir haben uns so ein tolles Leben aufbauen können.<<
Das klingt für mich aber nicht nach Pech. Ich will dein erlebtes nicht runterspielen, aber nach einer Pechsträhne hört sich das für mich nicht wirklich an. Sicher hätte alles besser laufen können, aber auch viel viel schlechter.
Vor einem Jahr, da bin ich mal richtig fies ausgerutscht und mit der Rippe auf einen Eimerrand geknallt. 2 Monate hatte ich richtig derbern "Spaß" damit. Viele Schmerzen. Aber ich war so froh und Glücklich, denn neben dem Eimer Stand auch eine Harke und ein Spaten. Ich hatte so ein Glück, dass ich nicht in die Zacken der Harke geknallt bin, sondern "nur" auf den Eimerrand. Ich Glückskind.

Was ich damit sagen will, deine Ex z.B. hätte bei dem Angriff auch sterben können, oder bleibende Schäden zurück behalten können. Sie hat Glück gehabt, dass sie ohne größere bleibende Schäden davon gekommen ist.

Mit eurer Katze das selbe. Glück, das sie überlebt hat. Sie hätte auch dabei sterben können. Du hast Glück gehabt, dass der Typ kein Messer gezogen hat und dir "nur" eine verpasst hat. Wie gesagt, ich will das nicht herunter spielen und natürlich ist das alles nicht schön, aber das ist das normale Leben. Murphys Law. Alles was schief gehen kann, wird auch schief gehen. Gut kann es nur auf eine Art laufen. Schlecht auf unendlich vielen. Daher ist es nur Logisch, dass vieles schlecht läuft. Aber lass dich davon nicht entmutigen. Es könnte alles noch viel viel schlimmer sein. In allem liegt auch etwas Positives verborgen. Sei es auch noch so klein, versuche es zu finden.

Alles gute

07.05.2020 22:14 • x 2 #12


Columbo


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Zitat:
Diese Pechsträhne verfolgt mich auch wie Kleister an den Schuhen. Immer wenn du denkst, es geht bergauf passiert etwas, was du wirklich nicht beeinflussen kannst.
Ich fühle mit dir!


Liebe Rosa-91,
wahrscheinlich ist dieses Pech auch immer Ansichtssache, so wie es Bumich versucht hat zu erklären. Gibt es denn auch positive Dinge, die du spontan aufzählen kannst? =)
Danke trotzdem für dein Mitgefühl, manchmal ist es einfach nur dass was man gerade braucht, ganz ohne viele Worte.

Zitat:
Das ist das Leben. Oft fühlen wir uns von diesem ungerecht behandelt und wenn es sich häuft erst recht. In der Natur der Sache liegt, dass mit steigendem Alter sich i.d.R. auch die Schicksalsschläge mehren. Krankheiten, Sterbefälle, Verbrechen usw. Man darf sich schlecht fühlen deswegen, aber um nicht darin zu versinken, hilft es mir, mir vor Augen zu führen, was anderen widerfährt. Das ist nicht immer unbedingt besser.


Ich bin natürlich froh und dankbar, dass ich ein privilegiertes Leben führen darf.
Ungerecht behandelt fühle ich mich nicht, dass würde bedeuten, dass ich jemanden die Schuld für meine Misere geben kann.
Es sind einfach die Dinge, die man absolut nicht beeinflussen kann und diese häuften sich in letzter Zeit sehr stark. Ich gehe immer noch frohen Mutes durchs Leben, mit allen Höhen und Tiefen. Die von mir aufgezählten Schicksalsschläge sind halt allesamt ziemlich brutal für das seelische befinden.
Ich möchte mich aber dennoch bei dir für die aufmunternden Worte bedanken! =)

Zitat:
@ Columbo
>>Wir haben all unsere Ziele (Auto, Haus, Urlaube, etc.) immer hart erkämpft und wir haben uns so ein tolles Leben aufbauen können.<<
Das klingt für mich aber nicht nach Pech. Ich will dein erlebtes nicht runterspielen, aber nach einer Pechsträhne hört sich das für mich nicht wirklich an. Sicher hätte alles besser laufen können, aber auch viel viel schlechter.


Pech ist vielleicht nicht das richtige Wort.
Es sind einfach Dinge dabei, gegen die man Machtlos und Hilflos ausgeliefert ist.
Mehrmals ein Kind zu verlieren wünsche ich niemanden. Ich weiß bis heute nicht, wie man damit umgehen soll. Ich habe es lediglich akzeptiert.

Zitat:
Vor einem Jahr, da bin ich mal richtig fies ausgerutscht und mit der Rippe auf einen Eimerrand geknallt. 2 Monate hatte ich richtig derbern "Spaß" damit. Viele Schmerzen. Aber ich war so froh und Glücklich, denn neben dem Eimer Stand auch eine Harke und ein Spaten. Ich hatte so ein Glück, dass ich nicht in die Zacken der Harke geknallt bin, sondern "nur" auf den Eimerrand. Ich Glückskind.


Ich verstehe deine Sichtweise. Natürlich versuche ich aus allem etwas Positives zu ziehen, in vielen Fällen war und ist das aber nicht möglich, daher kann die Devise nur sein nach vorne schauen und möglichst unbeirrt weiter machen.
Ich bin natürlich sehr dankbar über dein/euer Feedback und ziehe mir die besten Tipps raus. =)

08.05.2020 12:17 • #13


aquarius2

aquarius2


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Es gibt immer mal wieder Zeiten, da kommt eins nach dem anderen, dafür gibt es Jahre, wo es gut läuft. Scheidung oder Trennung ist heftig, dazu noch Arbeitslosigkeit oder Krankheit auch Krankheit der Haustiere ist heftig, aber wenn Mieze das überlebt ist es doch die Sache wert, oder?
Für meine 1. Katze habe ich auch so ca 1000Euro im Jahr ausgegeben, war heftig aber es war es wert. Urlaub war nicht drin und auch so musste ich sparen weil ich eben auch einen Rechtsstreit zahlen musste, aber ich bekam recht und so ist es gut geworden, hätte ich klein beigegeben wäre es mir später um die Ohren geflogen.

08.05.2020 12:19 • x 1 #14


Bumich

Bumich


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Zitat von Columbo:

Liebe Rosa-91,
wahrscheinlich ist dieses Pech auch immer Ansichtssache, so wie es Bumich versucht hat zu erklären. Gibt es denn auch positive Dinge, die du spontan aufzählen kannst? =)
Danke trotzdem für dein Mitgefühl, manchmal ist es einfach nur dass was man gerade braucht, ganz ohne viele Worte.



Ich bin natürlich froh und dankbar, dass ich ein privilegiertes Leben führen darf.
Ungerecht behandelt fühle ich mich nicht, dass würde bedeuten, dass ich jemanden die Schuld für meine Misere geben kann.
Es sind einfach die Dinge, die man absolut nicht beeinflussen kann und diese häuften sich in letzter Zeit sehr stark. Ich gehe immer noch frohen Mutes durchs Leben, mit allen Höhen und Tiefen. Die von mir aufgezählten Schicksalsschläge sind halt allesamt ziemlich brutal für das seelische befinden.
Ich möchte mich aber dennoch bei dir für die aufmunternden Worte bedanken! =)



Pech ist vielleicht nicht das richtige Wort.
Es sind einfach Dinge dabei, gegen die man Machtlos und Hilflos ausgeliefert ist.
Mehrmals ein Kind zu verlieren wünsche ich niemanden. Ich weiß bis heute nicht, wie man damit umgehen soll. Ich habe es lediglich akzeptiert.



Ich verstehe deine Sichtweise. Natürlich versuche ich aus allem etwas Positives zu ziehen, in vielen Fällen war und ist das aber nicht möglich, daher kann die Devise nur sein nach vorne schauen und möglichst unbeirrt weiter machen.
Ich bin natürlich sehr dankbar über dein/euer Feedback und ziehe mir die besten Tipps raus. =)


Live is a B i t c h! War schon immer so und wird immer so bleiben. ich habe auch schon viel sch. durch, aber nützt nichts. Und der Teufel kackt immer auf den größten Haufen...Aber die Welt dreht sich weiter. Bei vielen Geschehnissen ist man einfach macht- und hilflos. Dinge passieren, die man einfach nicht beeinflussen kann und oft muss man sich dem fügen und akzeptieren. Steckst halt nicht drin...
Kennst du das Zeichen von Yin und Yang ? Ein Kreis, in schwarz und weiß geteilt. Weiß steht für positives und schwarz für negatives. Und in dem schwarzen Feld ist ein kleiner weißer Kreis. Und in dem weißen Feld ist ein kleiner schwarzer Kreis. Das bedeutet, in allem positiven steckt auch etwas negatives. Und in allem negativen steckt auch etwas positives. Ausnahmslos. Die hohe Kunst des Lebens ist es, dass in all den Dingen zu erkennen.

09.05.2020 13:03 • x 1 #15



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