Columbo
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kennt ihr das, wenn ihr einfach nur schreien wollt und denkt irgendeine höhere Macht hat es auf euch abgesehen?
Ich bin normalerweise ein von Grund auf positiver Mensch, aber zum ersten Mal in meinem Leben könnte ich nur noch heulen. Selbst nach diesem Satz kamen mir die Tränen.
Wo fange ich an?
Im Dezember 2019 hat sich meine Frau von mir getrennt, ich habe in der Folge 2 Monate extrem darunter gelitten, mittlerweile kann ich schon wieder halbwegs positiv nach vorne blicken. Obwohl ich nach diesem Satz denke, ich belüge mich selbst.
Ich muss dazu sagen, meine Ex und ich stehen heute noch in freundschaftlichen Kontakt zueinander und das finde ich gut so.
Unser Verhältnis war eigentlich immer etwas ganz besonderes, so wie es wohl jeder von sich und seiner intakten Beziehung denken würde.
Wir haben all unsere Ziele (Auto, Haus, Urlaube, etc.) immer hart erkämpft und wir haben uns so ein tolles Leben aufbauen können.
Allerdings hat uns eine Sache in den letzten Jahren nie verlassen - unsere Pechsträhne, welche durch uns nie wirklich beeinflusst werden konnte.
Positives Denken bzw. positiv bleiben alleine war nicht das Wundermittel.
Zuerst war da ihr Arbeitsunfall im Krankenhaus. Ein Patient hat Sie gewaltsam angegriffen und versucht zu erwürgen. Die seelischen Folgen meiner Ex-Frau waren über Monate hinweg katastrophal. Nur mithilfe einer Psychologin konnte Sie ihr Trauma halbwegs überwinden.
Ich war immer an ihrer Seite, aber meine Grenzen waren hier schnell erreicht. Ich war schlichtweg überfordert, ihr aus dieser Sache rauszuhelfen.
Unser Kinderwunsch entwickelte sich zur absoluten Tortur.
Auf natürlichem Wege funktionierte die Schwangerschaft nicht, was wir nur durch die erste Schwangerschaft und der darauffolgenden Kürettage erfuhren. Daher mussten wir es mittels Kinderwunschklinik probieren. Zwei Fehlversuche und weitere zwei Kürettagen später (immer kurz vor der 12. Woche), viel Geld und Nerven weniger standen wir bis zuletzt immer noch ohne Erfolg da, während rund um uns herum scheinbar alle schwanger wurden und (zum Glück) keine Komplikationen auftraten. Wir selbst haben es ca. 3 Jahre ohne Erfolg versucht. Natürlich nimmt man es bewusster wahr, wenn man selbst betroffen ist, aber es waren schon ab normal viele Schwangerschaften, das hat mir mein Umfeld auch bestätigt.
All diese schwierigen Umstände geschuldet, habe ich mich meiner Ex gegenüber auch nicht immer richtig verhalten und habe die Situationen oftmals heruntergespielt, aber nur, weil ich nicht zu lange am geschehenen festhalten wollte. Für Sie war es letztendlich ein Grund zur Trennung, Sie fühlte sich von mir einfach zu wenig unterstützt.
Ich war in ihren Augen einfach zu wenig für Sie da. Ich habe mich zu sehr mit der Hausrenovierung beschäftigt und wollte hier immer alles vorantreiben. Im Nachhinein bin ich auch schlauer und wüsste mich besser zu verhalten, aber es ist nun mal zu spät dafür.
Seit der Trennung im Dezember 2019 bin ich zu meiner Mutter gezogen.
Ich habe mich im Februar 2020 erfolgreich um eine neue Wohnung gekümmert.
Einzugstermin wäre 01.05.2020 gewesen, durch Corona verschiebt sich das immer wieder auf unbestimmte Zeit, was sehr an den Nerven zieht. Neuer Einzugstermin ist jetzt am 15.7.2020.
Vor 4 Wochen kam dann ein weiterer Zwischenfall.
Eine mir fremde Person hat mir ins Gesicht geschlagen. Verdacht auf Nasenbeinbruch der sich nicht bestätigt hat. Wie auch immer, schmerzen hatte ich trotzdem und ein weiterer Akt meiner Pechsträhne konnte geschrieben werden.
Zuvor hat es meine Ex mit 5 Rippenbrüchen erwischt. Die Folgen, langer Krankenstand und für mich ebenfalls eine seelische Belastung, da mir ihr Wohl trotz allem nicht egal ist.
Was noch?
Wir haben zwei Katzen. Gestern bemerkten wir, dass es einem von beiden ziemlich schlecht ging.
Wir schoben es zuerst auf den Stress durch ihren Umzug, jedoch verschlimmerte sich sein Zustand im Minutentakt.
Natürlich sind wir gestern gleich in die Notaufnahme gefahren.
Ende der Geschichte ist ein 3 tägiger stationärer Aufenthalt mit Behandlungskosten in Höhe von 1.100,- Euro
Uns ist das Wohl unseres Haustieres natürlich wichtig und Geld sollte da keine große Rolle spielen.
Aber 1.100,- Euro sind schon ein starkes Stück.
Mittlerweile bin ich an einem Punkt der Resignation angelangt.
Ich weiß einfach nicht weiter und frage mich, warum pausenlos so viel **** über mich hereinbricht.
Ich schwanke zwischen Trauer, Schreikrämpfen, Ratlosigkeit, Wut und undefinierbaren Gefühlen umher.
Ich kann euch nicht einmal sagen, was ich jetzt von euch erwarte. Mir war es jetzt einmal wichtig, vieles rauszulassen. Besser geht es mir dadurch leider nicht, aber dennoch empfinde ich es als richtig.
Ich würde mich auf ein paar Kommentare oder aufbauende Worte freuen.
Bis dahin, alles Liebe!
