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Morgendepression - Was tun?

CarlCleister

CarlCleister


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Zitat von Ajagmahia:
Das ist ein wichtiger Punkt.. allerdings bin ich mir manchmal nicht sicher, ob die extreme morgendliche Verzweiflung wirklich zu der Realität der Trennung passt. Was ich meine ist, dass diese ja - wie bei Depressionen- durch eine Deregulierung der Kortisolwechselwirkung entsteht.. also die Frage: wieviel ist echte ...

Ich finde schon dass sie passt, weil man ja wieder vor dem Berg steht und ihn alleine besteigen muss. Aber ja, ne Depression wird man vermutlich nicht weg schreiben können, aber auch dabei kann es ja hilfreich sein, sich selbst kennenzulernen.

06.01.2022 12:56 • #31


Nechal

Nechal


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Hm....also.... ich frage mich, ob wir hier eigentlich wirklich im bereich depression unterwegs sind.. (also was den morgentlichen .schock angeht) weil eine klassische depresson ist ja nicht , ich fühle mich nur morgens übel....

Ich, auch mit depressiven phasen, kenne es auch, dass ich morgens angefasster bin...

Und ich habe lange lange das problem gehabt, dass mir die trennung morgens immer noch was ausgemacht hat, während es sonst ok war... ich kann aber die ersten stunden nach dem aufwache auch ohne akute depression nichts rühenes lesen oder schlimme nachrichten lesen...da bin ich einfach dichter an meinen emotionen.... noch keine ablenkung, die beim verdrängen hilft

Ich glaube bei mir lag es daran, dass ich in der beziehung einfach daran gewohnt war, dass ich zum aufwachen eine kommunikation mit ex hatte.... wir haben halt morgens immer ne halbe stunde zusammengenossen oder gleich nach dem aufwachen telefoniert.... und nach der trennung hat dieses gewohnte ich denke und rede mit ihm eben jedesmal dieses lückengefühl ausgelöst... auf den impuls jedesmal die erkenntnis sch3isse, is nicht mehr..... bei mir gings weg, als ich mir eine ersatzhandlung überlegt habe, um direkt nach dem Schock etwas zu tun, wobei ich nicht an ihn denken kann... und dem ganzen etwas raum zu geben.... bei mir helfen neue bewegungsabfolgen weil ich mich dabei total darauf konzentrieren muss....

06.01.2022 13:25 • x 1 #32



Morgendepression - Was tun?

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Nechal

Nechal


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Zitat von Butterblume63:
Das draussen sein hilft alleine nicht,denn die Sonnenschutzmittel verhindern Vitamin D3 Bildung

Das kann man aber ändern... man muss ja keine lsf benutzen, wenn man nicht so lange draussen ist, dass man verbrennt... ich benutze sowas z.b. genau aus dem grund nur im urlaub

06.01.2022 13:29 • #33


Nechal

Nechal


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Zitat von ArrowDown:
War bei mir auch so, das es mich auch Abends dann erwischt hat, aber ich konnte nichts mehr essen und schon gar nicht schlafen. War zu nichts mehr zu gebrauchen oder fähig irgendwas vernünftig hinzubekommen. Dann wurde mir AD verschrieben damit ich durchschlafen kann und nun hat sich das komplett gedreht, jetzt ist das Tief am Morgen da.

Also.... das macht auf mich folgenden eindruck

Die miesen gefühle wollen ihren raum... müssen anerkannt und gefühlt werden bevor sie verschwinden.... der versuch sie mit tabletten wegzuschieben hat sie nur verschoben... der versuch ihnen mit ablenkung zu begegnen hat gemacht, dass sie sich nun immer dann platz machen, wenn weder tabletten noch ablenkung wirken....
Und nur wegschieben ist nicht....

Vielleicht musst du einfach anerkennen, dass die gefühle ihre berechtigung haben.... und anstatt eines weschiebens - was zeitweise notwendig ist - ihnen auch zeträume geben, in denen sie sein dürfen....
Du wirst nämlich trauer, wut usw. Nicht dadurch los, das man versucht das zu vermeiden....

Irgendwie muss man für sich einen weg finden, wie es zeiten gibt, in denen man berechtigten gefühlen raum gibt... und wie man sie zu anderen zeiten auch in zaum hält...

Hast du dich schon mal in das thema loslassen eingelesen? Also wie das so funktioniert und so? ( bitte nicht erschlagen, wenn ich was überlesen habe)

06.01.2022 13:40 • x 1 #34


Butterblume63


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Zitat von Nechal:
Das kann man aber ändern... man muss ja keine lsf benutzen, wenn man nicht so lange draussen ist, dass man verbrennt... ich benutze sowas z.b. genau ...

Stimmt,und ich gehe bewusst auch ohne Schutz in die Sonne zu gewissen Uhrzeiten ( Morgen bis 9 Uhr und Abends ab ca 18 Uhr) in den Sommermonaten.

06.01.2022 13:45 • #35


ArrowDown

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Danke euch für die ganzen Rückmeldungen zu diesem Thema. Neben den allgemeinen Tipps freu ich mich, dass ihr mir konkret zu meinem Fall ausführlich geantwortet habt. Habt Dank das ihr euch hierfür die Zeit genommen habt.

Zitat von Jetti:
Warum bekommst Du die AD für die Nacht, wenn dann so etwas passiert? Nur um besser zu schlafen?Ich nehme meine Medikamente (Venlafaxin) am Morgen, si...

Das stimmt, es ist nur für die Nacht. Ich habe vor der Einnahme des 1. AD monatelang 2-3 Stunden in der Nacht geschlafen. Ich war total hibbelig und hab dann am Tag nichts mehr auf die Kette bekommen. Ich brauchte was, konnte so nicht mehr weiter gehen. Das 1. AD war für den Tag, aber da bin ich ständig nur aggro gewesen, war total unkonzentriert und bin aufgegangen wie ein Hefekloß. In der Nacht kein Auge zugemacht, nur Hirnwichserei. Das zweite war dann auch für die Nacht, aber da hat mein Kreislauf fast kollabiert. Und Heißhunger hatte ich auch permanent, ich konnte den ganzen Tag essen, keine Sättigung. Jetzt hab ich eines mit 15 mg, das schickt mich 10 Min später in den Schlaf und hält dann auch bis zum morgen. Bis dann eben die Wirkung nachlässt und das Tief wiederkommt. Weil die Träume so intensiv sind. Aber besser so, als gar nicht schlafen können. Ich brauch derzeit irgendwas, um Nachts zur Ruhe zu kommen. Das war vielleicht missverständlich ausgedrückt. Also es geht mir am Nachmittag besser, aber nicht rosig. Einschlafen geht halbwegs, aber kein durchschlafen. Daher jetzt das 3. AD.

Zitat von Charla:
Auf deinen Melantoninspiegel achten und entsprechende Lebensmittel dafür ,Vitamin B 6 sowie Vitatim D3, zu dir nehmen.Akzeptieren, dass es dir morge...

Melatonin hab ich zusätzlich als Spray und nehme ich regelmäßig, ansonsten esse ich auch Fisch und Obst, gerade jetzt sind Zitrusfrüchte quasi mein Grundnahrungsmittel. Nahrungsergänzung hab ich auch (Dekristolvit)

Zitat von Wirdschon:
nicht schon! 7 ! Monate! Erst! 7! Monate! Nach etlichen Jahren darf man brauchen. Punkt. Und wenn es nochmal so lange dauert, was soll’s? Dafür mach...


Ja ich sehe schon die Fortschritte in der Zeit - auf der anderen Seite leider die kostbare Lebenszeit, die ich hier irgendwie verschwende. Weil ich eben noch immer so leide und den alten Zeiten und Erinnerungen hinterher trauere, obwohl vieles sich gut entwickelt. Bin auf einem guten Weg, wieder mit der Familie ins Reine zu kommen, was mir sehr viel bedeutet. Ich hab schon neue Leute und Frauen kennengelernt, die mir signalisieren, dass sie sich mehr vorstellen können. Allerdings kann ich das gerade nicht zulassen. Es ist gut für meinen Selbstwert, wenn sich Frauen für mich interessieren und das gibt auch ein gutes Gefühl. Ich kann mich aber noch nicht so öffnen und darauf einlassen, wie ich das gerne möchte. Ich vergleiche alle unbewusst mit ihr. Freundschaftlich ja, aber mehr geht derzeit nicht. Wenn es noch etwas dauert, dann ist es eben so. Trotzdem hab ich dieses unangenehme Gefühl der Hemmung und der verpassten Chancen, jemanden richtig gut kennenzulernen. Und die Zeit hierfür für den ganzen Prozess ist leider verloren. Klingt das bescheuert? Bestimmt, ich weiß es nicht. Ich mache mir viel Druck, das stimmt leider.

Zitat von Ajagmahia:
Liebe Morgenleidende,Tut mir so leid, das zu lesen. Ich kenne das auch so ab 5-6 morgens ist es einfach so schrecklich. Angst, weinen, totale Verlass...


Tut mir leid das es dir ebenso geht. Ich kann leider nicht immer weinen, auch wenn ich es versuche. Komplizierte Sachen bekomme ich am Morgen nicht so hin, ich brauch da etwas Zeit dafür. Kann mich auch sehr schlecht darauf leider konzentrieren.


Zitat von CarlCleister:
Ich finde das ganz normal und auch gut! Damit sich was ändert muss es wehtun, so leid mir das tut. Habt ihr mal probiert eure Gedanken aufzuschreiben...

Das ist ein guter Punkt. Ich hab überall positive Zettel in der Wohnung um mir gut zuzusprechen und lese Abends immer wieder Sätze, wie ein Mantra. Ich hab eine Kontraliste mit den Punkten die mich gestört haben, auch mit banalen Dingen, um sie vom Podest zu holen. Die krame ich dann raus wenn es am meisten zwickt. Dann kommen die Tränen, aber leider funktioniert das nicht immer. Ich werde es aber weiter versuchen. Ein Tagebuch für die morgendliche Stimmung werde ich versuchen.

Zitat von Nechal:
Also.... das macht auf mich folgenden eindruckDie miesen gefühle wollen ihren raum... müssen anerkannt und gefühlt werden bevor sie verschwinden.... ...


Hab ich probiert, habe Onlinekurse zum Thema Trennung belegt, Bücher gelesen (Wenn der Partner geht, zum inneren Kind, viele andere). Hab mir viel Zeit daheim genommen um meine Gefühle zu sortieren. Aber die Nächte waren halt übel und ohne Schlaf ist das ein einziger Teufelskreis. Wut fühle ich eigentlich selten. Ich weis das das für den Trennungsprozess eminent wichtig ist, aber dein letzter Satz, mit dem Loslassen, puh ich gebe zu das ist noch immer schwer für mich. Irgendwo spüre ich da noch immer Hoffnung, vollkommen unberechtigt. Sie ist glücklich ohne mich. Aber für einen Abschluss fehlt mir noch ein push, da die Umstände der Beziehung - wie wir zusammen gekommen sind, uns entwickelt und was wir durchgestanden haben, aber auch eben die Hintergründe der Trennung (Affäre, warmer Wechsel, gleich zu ihm gezogen) - einfach tief in mir verwurzelt sind. 15 Jahre, da kommen viele Erinnerungen zusammen. Und ich blicke da am Morgen wehmütig zurück. Dieses Leben wie jetzt, ohne Sie, hab ich mir so nie gewünscht. Und es gefällt mir auch absolut nicht. Aber ich kann es nicht ändern, nur meine Einstellung um nach vorne zu schauen.

06.01.2022 16:29 • x 7 #36


Jetti

Jetti


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Zitat von ArrowDown:
Aber besser so, als gar nicht schlafen können. Ich brauch derzeit irgendwas, um Nachts zur Ruhe zu kommen.

Ja, das verstehe ich. Sich durch eine schlaflose Nacht zu quälen und am Tag dann entsprechend zerschlagen zu sein, das braucht wirklich niemand. Durch bestimmte AD lassen sich ja unterschiedliche Wirkungen erzielen, bei Dir also vorrangig zur Beruhigung bzw. für besseren Schlaf. Um dadurch dann den Tag bewältigen zu können.
Bei mir soll es andersherum funktionieren. Das AD ist stimmungsaufhellend und antriebssteigend, um also für einen guten Tag zu sorgen. Und als Folge dessen für eine ruhigen Schlaf. Der Schlaf ist ganz okay, aber an der Hauptwirkung haperts irgendwie. Mehr oder weniger.
Die Nebenwirkungen, die Du hattest, sind schon ziemlich heftig. Und machten es damit ja auch noch schlimmer. Statt der Hilfe, die Du erwartest hast, kamen zusätzliche Probleme. Und die Suche nach dem für Dich richtigen Medikament wurde zu Tortur. Tut mir leid, dass Du in all der Zeit auch noch da durch musstest.

06.01.2022 17:04 • x 2 #37


annika82


Ich bin kein Arzt, verfolge aber seit längerem aus beruflichen Gründen die Studien zu Melantonin in den USA. Die Ergebnisse sind bei längerer Vergabe kritisch. Lies dich dazu mal in seriösen Ärztefachzeitungen ein oder kontaktiere deine Krankenversicherung oder sprich mit einem Apotheker , besonders über die möglichen Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Vergabe mit anderen Medikamenten.

Wie andere hier schon schrieben, brauchen Gefüvle Raum und der Schlaf dient dem Gehirn zur Verarbeitung, Ordnung und dem Vergessen. Medikamente, die das Unterdrücken, sorgen für ph,sisches Durchschlafen, nicht aber für psychische Erholung. Dein Gehirn ist dann wie ein unaufgeräumter Schreibtisch auf dem jede Nacht etwas Neues abgelegt wird. Irgendwann bricht der unter der Last zusammen. Die Aufräumarbeit bleibt. Vielleicht suchst du einen zweiten Arzt für eine weitere Meinung.

Auf jedes High sein folgt ein Absturz, wenn die Wirkung nachlässt. Das ist wahrscheinlich deine Morgendepression. Es gibt auch Wege ohne AD oder Schlafmittel. Dann stärkt dich deine Krise langfristig und du bewälticst sie wirklich.

06.01.2022 23:50 • x 2 #38


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@annika82 Danke dir. Ja das habe ich mir auch überlegt mir einer zweiten Meinung. Derzeit habe ich noch das Gefühl das ich das AD brauche um halbwegs durch die Nacht zu kommen. Der Plan sieht das noch ein paar Monate vor. Wie gesagt, am Tag habe ich viel Zeit zum Grübeln und ich setze mich da auch hin und arbeite an mir.

07.01.2022 11:33 • #39


Annika82


Geh auf jeden Fall los und hole dir eine zweite Meinung. Melatonin hat übrigens nicht nur eine tatsächliche, sondern vor allem eine psychologische Wirkung. Den gleichen Effekt kannst du mit heißer Milch mit Honig vor dem Schlafengehen erzeugen. Beides beruhigt den Magen und ist ein mentales Ritual, dass dem Kopf sagt, dass er sich jetzt beruhigen darf. Hast du mal autogenes Training vor dem Schlafengehen probiert? Bei manchen Menschen funktioniert das gut. Wäre vielleicht einen Versuch wert.

NB, ich bin nicht generell gegen Medikamente und glaube, dass Wasser denken kann Ich glaube auch, dass AD helfen können. Nachts ist jedoch die Zeit, in der die Seele tanzt und sich vom Müll befreit. AD unterdrücken die REM Phase, die wir zum Ordnen brauchen. Sprich mal mit einem anderen Arzt, welche weiteren Möglichkeiten es gibt.

Ich finde übrigens die Tipps hier in Sachen Sport, Ernährung und Hobby Gruppen bei FB super. Alles was ablenkt und die Gedanken auf Schönes richtet. Das kommt dann auch deinem Schlaf zu Gute.

07.01.2022 12:16 • #40


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@annika82 Sorry, dachte ich habe dir schon geantwortet. Ich hab einen sehr guten Tee den ich Abends nehme, bevor die AD die Arbeit aufnehmen. Langfristig ist das natürlich nicht optimal, aber mein Arzt sagt, dadurch das ich so dermaßen übermüdet bin aus den letzten Monaten, muss erstmal mit einem guten Schlaf gearbeitet werden. Das dann das Morgentief kommt ist natürlich Mist, aber ich brauch den Schlaf. Autogenes Training hab ich probiert, aber in Selbstanleitung, da fällt es mir schwer mich richtig zu konzentrieren. War auch schon bei der progressiven Muskelenstspannnung so, das die Gedanken da schnell wieder abschweifen. Ich denke unter professioneller Anleitung und in einer Gruppe geht das mit dem autogenen Training besser. Ich schau mal, da gibt es auch einige Angebote meiner Krankenkasse.

Derzeit dauert das Morgentief bis zum Mittag, manchmal bis um 10, dann wiederum bis 16:00. Ist immer anders, je nachdem ob Wochenende, ob ich was vorhabe, etc.

Gestern 10:40 • #41


SL-D

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Zitat von ArrowDown:
Und ich blicke da am Morgen wehmütig zurück. Dieses Leben wie jetzt, ohne Sie, hab ich mir so nie gewünscht. Und es gefällt mir auch absolut nicht. Aber ich kann es nicht ändern, nur meine Einstellung um nach vorne zu schauen.


Bin ich völlig bei dir und so geht es mir jeden Morgen. Man guckt zur Seite und ist alleine. Ich weiß gar nicht wie ich die Tage immer überlebe und kämpfe jeden Tag aufs neue um irgendwann wieder normal Leben zu können.

Was ich ausprobiert hab ist viele Bücher lesen, immer über Liebe und Selbstfindung. Bei Google sämtliche Artikel oder Foren durchsucht. Sport, Hobbys, gefühlt alles.. Tja, hat nichts geholfen. Es ist viel mehr nur eine Ablenkung und lässt die Zeit schneller vergehen, bis es von selbst besser wird.


Ich weiß genau wie du dich fühlst, von einer Frau verlassen nach so vielen Jahren. Warmwechsel fühlt sich sch. an. Kopfkino... Man redet sich ein, dass man im Bett versagt hat und sie jetzt einen besseren Mann hat.

Lass den Kopf nicht hängen. Ich versuche aktiv neue Frauen kennenzulernen und mich abzulenken. Selbstbewusstsein stärken, was auch immer. Hoffe so kommt man aus dem morgendlichen Löchern endlich raus.

Gestern 13:33 • x 1 #42


Annika82


Man muss sich als erstes deutlich machen, dass es fast jeder geschafft hat, aus dem Trennungsschmerz herauszufinden. Jeder Schmerz ist individuell, in der Gänze aber schwächt er irgendwann ab. Ein wichtiger Faktor dabei ist, wie viele schöne Momente man der Zwischenzeit trotz der Trier sammelt. Die Seele ist in der Trennung überzeugt, dass sie so kaum weiterleben kann. Man muss ihr zeigen, dass trotz allem die Welt schön ist und es Gründe gibt sich wieder aufzurichten.

Sieh die Seele als etwas eigenes oder eine Person. Versorge sie wie einen Kranken. Füttere sie, lenke sie von der Krankheit ab, zeige ihr schöne Dinge und glaube an ihre Heilung. Fühl dich verantwortlich dafür, dass es deiner Seele besser geht und sie sich wieder freuen kann.

Wenn du sie mit Tabletten ruhig stellst und sie jeden Morgen immer dasMurmeltier grüßend aus dem Stupor erwacht und mit Schrecken erlebt, dass sich nichts verändert hat und sie die Nacht nicht nutzen durfte, um das Geschehene im Traum zu verarbeiten, erweist du deiner Seele einen Bärendienst. Setz dich lieber zu ihr, sag ihr, dass der Schmerz normal ist und begleite sie durch die Nacht. Sag ihr, dass sie mit dir gerade durch das Feuer geht, das Feuer aber auch reinigt und der Schmerz so verschwindet.

Gerade eben • #43



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