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Morgenkreis am Ozean

P
Zitat von finita:
Es hört sich blöd an, aber bislang bin ich noch an jedem Schmerz gereift und daran gewachsen.
Die Affäre war ja nicht nur negativ. Auch wenn nur mit dem Schutz der Distanz, so hab ich doch jemanden an mich herangelassen, näher als je zuvor. Auch wenn ich damit auf die Nase gefallen bin, so hab ich die Erfahrung gemacht, dass ich das kann. Jetzt muss ich nur noch lernen, das auch dann zu tun, wenn kein Sicherheitsabstand da ist.
Das ist mein Ziel.Dafür möchte ich mich aber erst wieder "heil" fühlen. Sonst geht man aus einer Bedürftigkeit eine Beziehung ein und scheitert wieder.
Mit einem frisch gebrochenen Bein macht man ja auch nicht gleich wieder Marathonläufe...


Darüber habe ich oft nachgedacht. Der Schutz der Distanz war die Tür zur Affäre. Es wäre nie eine geworden wenn es diese Distanz nicht gegeben hätte. Nur so konnte er sich immer ein Stück mehr nähern ohne dass ich den Schritt zurück ging.

Ich spürte auch meine große Angst, wenn die Distanz gebrochen wäre. Ich wäre meinen Ängsten hoffnungsvoll ausgeliefert gewesen und hätte aushalten müssen.

Ich glaube, dass er unbewusst meine Ängste spürte. Später dann auch bewusst. Ich kann mich an eine andere Beziejung erinnern. Ich inszenierte mal einen Streit, damit ich Luft bekomme. Das war gemein, aber ich sah das damals nicht.

Das meine ich mit, sich selbst kennenlernen. Nach und nach wird mehr vieles bewusster. Wenn ich weiß wer ich bin, warum das passiert, kann ich in Zukunft besser und gelassener damit umgehen.

x 3 #2596


Bond66
Zitat von Mimmi:
@Bond66
Alleine sein kann man aber auch gut aushalten wenn man mit sich im Reinen ist.
Ein Partner wäre dann das i Tüpfelchen. Aber geht dann das Spiel mit nehmen und geben, verlieren und verbiegen nicht wieder von vorne los?
Ich glaube darüber kann man unendlich diskutieren. Muss jeder für sich selbst rausfinden, was der beste Weg ist.
Auf jeden Fall gönne ich jedem, bis über beide Ohren verliebt zu sein. Aber nur wenn es hinterher nicht weh tut Smile

Ich bin manchmal schonungslos direkt und verletzend offen. Also bitte nicht böse sein, muss eine Berufskrankheit sein.
Du rufst im dunklen Wald. Natürlich kannst Du gut allein sein. Die bleibt ja auch im Augenblick gar nichts anderes übrig. Aber Du wolltest nicht allein sein. Egal wie Deine Geschichte ist, es war nicht Dein Ziel allein zu sein.

x 2 #2597


A


Morgenkreis am Ozean

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N
Zitat von finita:
Es hört sich blöd an, aber bislang bin ich noch an jedem Schmerz gereift und daran gewachsen.
Die Affäre war ja nicht nur negativ. Auch wenn nur mit dem Schutz der Distanz, so hab ich doch jemanden an mich herangelassen, näher als je zuvor. Auch wenn ich damit auf die Nase gefallen bin, so hab ich die Erfahrung gemacht, dass ich das kann. Jetzt muss ich nur noch lernen, das auch dann zu tun, wenn kein Sicherheitsabstand da ist.
Das ist mein Ziel.Dafür möchte ich mich aber erst wieder "heil" fühlen. Sonst geht man aus einer Bedürftigkeit eine Beziehung ein und scheitert wieder.
Mit einem frisch gebrochenen Bein macht man ja auch nicht gleich wieder Marathonläufe...


Genau so. Erst gesunden, d. h. zu sich finden, Wer bin ich, was will ich. Stabil und gestärkt geht's dann auf zu neuen Ufern, frei von Altlasten und ganz bei sich und in sich ruhend. Das ist S.y und attraktiv. Ich will nie bedürftig rüberkommen und auch mein neuer Partner sollte in sich ruhend, auf seine männliche Urkraft vertrauend erst einen Neustart wagen.

x 5 #2598


E
@finita
Ja..das ist mein Ziel und das was ich meinte.
Erst ganz heil werden. Und die Scherben sinnvoll zusammen setzen..
Und zwar für mich dieses Mal..

x 3 #2599


finita
Ich hab auch innerhalb der Affäre mehrfach den Rückzieher gemacht. Zum ersten Mal, als er mir gestand, dass er sich fürchtlerlich verliebt hätte. Ich habe damit sehr verletzt.
Wir haben über die Jahre dann sehr viel darüber geredet. Ich konnte dann auch äussern, wenn ich wieder Fluchtreflexe hatte. Das war eine Zeit, in der wir sehr gut miteinander zurecht kamen und er anfing, den Wunsch nach Trennung zu äussern.
Nur als er dann halt an der Reihe gewesen wäre, hat er nicht mehr geredet (bis heute nicht) und sich seinen Ängsten hingegeben und sich in die heimische Sicherheit, die in Gefahr war, geflüchtet.
Ich war mir allerdings bewusst, dass ich, hätte er sich wirklich getrennt, auch meinen Ängsten ausgeliefert gewesen wäre...ich war bereit, mich dem zu stellen und ganz bewusst damit umzugehen (davor waren es nur immer unbewusste Reflexhandlungen).
"Expose yourself to your deepest fear...after that, you are free!"

x 3 #2600


Bond66
Was ihr jetzt so schreibt stimmt mich nachdenklich.
Warum habt ihr Angst vor Nähe ?

x 1 #2601


finita
Zitat von Bond66:
Was ihr jetzt so schreibt stimmt mich nachdenklich.
Warum habt ihr Angst vor Nähe ?

Ich kann das nur für mich persönlich beantworten.
Ich hatte von klein an nie welche (Nähe). Man nennt das wohl instabile Bindung zu den Bezugspersonen.

x 4 #2602


N
Zitat von Bond66:
Was ihr jetzt so schreibt stimmt mich nachdenklich.
Warum habt ihr Angst vor Nähe ?


Das hat nicht's mit Angst vor Nähe zu tun. Man sollte sich einfach die Zeit nehmen, zu gesunden. Und sich nicht von einer Beziehung in die nächste stürzen. Das hat nicht's mit Liebe, weder für sich noch den neuen Partner, zu tun. Dann ist es nur Bedürftigkeit bzw die Vogel-Strauß-Strategie und das führt nicht dorthin, wohin man eigentlich will. Wahre Liebe für sich und einen anderen Menschen.

x 2 #2603


E
Ich danke allen eloquenten Schreibern dieses Threads für ihre empathischen und klugen Gedanken. Sehr schön und hilfreich für mich.
Werde den ein oder anderen Gedanken zu Ende denken.
Finde es mittlerweile spannend so etwas zu tun.

@bond

Du bist offen und ehrlich...ja. das bin ich auch und ich verletzte und ecke oft damit an..
Fand das mal blöd an mir .. negative Bewertung meiner Selbst..früher..
Jetzt finde ich mich ok damit...ich habe eben Profil, eine eigene Meinung und den Mut es auszusprechen wenn es mir wichtig ist..
Positive Bewertung meiner Selbst. Gelernt ..harte Arbeit in der Therapie.

x 5 #2604


E
Zitat von Bond66:
Was ihr jetzt so schreibt stimmt mich nachdenklich.
Warum habt ihr Angst vor Nähe ?

Ich habe keine Angst vor Nähe im Gegenteil. Was mir fehlt, ist die gesunde Grenze für mich selbst.

x 2 #2605


Bond66
Richtige Liebe kennt keine Grenze. Sie ist ein Jungbrunnen.
Grenzen sind immer Distanz !
Hecken , Mauern, Gräben, Zäune......

x 4 #2606


P
Zitat von Bond66:
Was ihr jetzt so schreibt stimmt mich nachdenklich.
Warum habt ihr Angst vor Nähe ?


Ich habe keine Angst vor der Nähe, sondern dem Gefühl meine Kontrolle zu verlieren, mich in ihm zu verlieren. Ausgeliefert sein. Wenn ich Distanz bewahre, falle ich nicht so stark ins Herz.

Bildlich dargestellt ist es, als würde ich in einem Sumpf laufen.

Woher das kommt weiß ich nicht genau. Vielleicht, weil ich mich als Kind zurückgestellt fühlte und dadurch das fallenlassen nicht lernen konnte.
Wäre eine Idee...

x 4 #2607


Bond66
Die Angst vor Kontrollverlust ist Distanz. Das sind die Narben der Vergangenheit. Du bist nicht bereit Dich fallen zu lassen ohne Netz und Boden. Du hast Angst nicht aufgefangen zu werden, weil Dir das Vertrauen fehlt.

x 5 #2608


E
Zitat von Bond66:
Richtige Liebe kennt keine Grenze. Sie ist ein Jungbrunnen.
Grenzen sind immer Distanz !

Und hier schließt sich der Kreis..endlich hast du mich James.Bussi

Das verstehe ich auch unter romantischer wahrhaftiger Liebe.
Ich liebe auch so.

Aber... ist das sinnvoll, realistisch oder gar alltagstauglich?

x 2 #2609


N
Zitat von Bond66:
Richtige Liebe kennt keine Grenze. Sie ist ein Jungbrunnen.
Grenzen sind immer Distanz !
Hecken , Mauern, Gräben, Zäune......


Richtig! Und wie kommen wir dahin?

Hausaufgabe für dich! Smile

Ich bin dann mal weg.

x 2 #2610


A


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