@frischgeföhnt:
Zu sagen, wenn du das Buch rausbringst würde es seine Frau verletzen ist der Hammer.
Am meisten verletzt seine Frau, dass er sie betrogen hat. Damit sollte er sich zuerst einmal konfrontieren, das Buch wäre nur eine Konsequenz aus seinem Verhalten/seinem Betrug
Wer betrügt muss mit Konsequenzen rechnen, in jeglicher Hinsicht - auch mit einem Buch...
Nun zu dem Thema "Antworten suchen und keine bekommen":
Ich habe vor einigen Wochen meine Jugendliebe getroffen. Viele würden es belächeln, wir waren nur 6 Wochen zusammen damals, dann hat er Schluss gemacht, ohne klare, für mich logische Begründung, es gab nur ein paar Aussagen wie: "du bist zu jung", "mir gefällt nicht was du an hast", "du bist noch zu abhängig von dem was deine Eltern denken"...
Ich bin damals abgestürzt, habe in meinem jungen Alter 2 Jahre damit zugebracht Antworten zu finden. Die Fragen die innerlich an mir genagt haben, haben mich fast zerfressen. Ich konnte nicht verstehen, warum er mich nicht wollte! Ich weiß, man kann das mit deiner Geschichte nicht vergleichen, will ich auch nicht, ich will dir etwas erzählen in Bezug auf Antworten bekommen:
Wir haben uns nach knapp 15 Jahren keinem Kontakt dann später E-Mails geschrieben, 12 Jahre lang zum Geburtstag gratuliert... Auch lustig, oder? Vor ein paar Wochen haben wir uns getroffen.
Er hat das Thema aufgegriffen, er hätte in den letzten 12 Jahren so oft überlegt, warum er mich hat fallen lassen damals. Ich wollte gar keine Antwort mehr, ich hatte meinen Frieden gefunden.
Er wollte mich dann unbedingt wissen lassen, dass es rein gar nichts mit mir zu tun hatte. Nichts mit meiner Person, mit meinem Alter, mit meiner Art sich zu kleiden, ich hätte nichts falsch gemacht, es träfe mich keine Schuld warum nichts aus uns wurde...
Er meinte, er hätte viele Jahre ein Problem mit sich selbst gehabt, es wäre ihm nicht gutgegangen, viele Jahre lang. Und das wäre der Grund gewesen, er hätte sich auf keine feste Beziehung einlassen können.
Und so hab ich über 25 Jahre später eine Antwort erhalten! Glaub mir, das hat mich tatsächlich auch nach der langen Zeit noch bewegt! Noch ein Gedanke dazu: Hätte er mir damals diese Antwort gegeben, hätte ich sie aber wahrscheinlich emotional nicht wirklich verdauen können. Ich glaube nicht, dass sie mir als Antwort genügt hätte, da ich so anders gestrickt bin.
Manchmal bekommen wir keine Antworten die uns helfen/befriedigen.
Ich glaube ich suche nach Antworten, weil ich davon ausgehe, dass wir Menschen alle ähnlich ticken. Wenn sich jemand anders verhält als ich das nachvollziehen kann, kann ich das erst mal schwer nachvollziehen, wenn mir jemand wichtig ist, tut es mir weh, sehr weh, wenn mir jemand sehr wichtig ist und sein Verhalten gegen mich geht...
und dann bekommt man keine Antwort, da die einzige Antwort die genügen würde eine wäre, die für einen selbst logisch wäre
Da der andere aber anders tickt, bekommen wir keine Antwort, die wir als Antwort akzeptieren und die uns Frieden gibt.
Vielleicht bekommst auch du irgendwann eine Antwort von ihm die dich bewegt, in vielen Jahren, mit viel Abstand.
Wahrscheinlich erst dann, wenn du keine Antwort mehr suchst.
Wenn er bereit ist, sich selbst anzuschauen,
zu reflektieren,
ehrlich mit sich selbst zu sein.
Das schafft er momentan nicht und er sucht die Flucht nach vorne
Will in dem verharren was er hat und ihm Sicherheit gibt
Das kann er nicht zugeben, denn er weiß es wahrscheinlich selbst nicht
er schaut bevor er sich selbst anschaut in die andere Richtung
Denn ehrlich mit sich selbst zu sein, kann einem erst mal den Boden unter den Füßen wegreißen
Doch wir können auch ohne Antworten irgendwann Frieden finden. Du hast dich damit bis auf die Knochen auseinandergesetzt. Das ist der beste Weg um Frieden zu finden, auch ohne alle Antworten zu bekommen.
Noch einen Gedanken zu: "sich verantwortlich fühlen"
Es gibt Menschen die suchen die Verantwortung mehr bei sich als andere dies tun, im eigenen Verhalten. Ich bin auch so jemand - ich nehme die Verantwortung immer schnell auf mich, denke, dass ich an allem schuld bin, akzeptiere tendenziell schnell wenn jemand die Verantwortung abschiebt. Ich bin harmoniesüchtig, will es allen recht machen, lieber setze ich meine Denkweise nicht durch und habe Frieden, damit kann ich besser leben als jemanden zu verletzen. Ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, doch irgendwo ist es so.
Du weißt, dass nicht du für alles verantwortlich bist. Er ist alt genug und es ging lange. Du sagst auch, es war ein on und off. Er hätte mehrmals die Möglichkeit gehabt nicht mehr "on" zu sein. Jeder trägt seinen Teil Verantwortung, er genauso viel wie du. Ihm geht es einfach besser, die Verantwortung an dich abzuschieben und das ist eigentlich ein Zeichen von menschlicher Schwäche.
Letztlich ist die Unsicherheit und die Angst in ihm vermutlich die Wurzel seines Verhaltens. Darüber würde ich vielleicht noch ein bisschen nachdenken. Aber nicht darüber wo deine Verantwortung liegt, darüber hast du lange genug nachgedacht!
Ich hoffe das war nicht zu viel und zu verwirrend. Doch ich bin ähnlich und wollte dir meine Gedanken dazu mitteilen.
Lass uns wissen wie die Kräuter wachsen!