Lukas22
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Zum Januar hin suchte sie sich dann eine andere Familie, die Gott sei dank wirklich cool war und die sie wie ein Teil der Familie aufnahm. Ab Februar, März merkte ich jedoch wie sie sich veränderte. Sie schrieb anders, redete anders. Nicht mehr so liebevoll & sie ging auf vieles von mir nicht mehr richtig ein. Sie begründete es zunächst mit wenig Zeit und viel Stress. Ich machte mir Sorgen und bezog ihre Veränderung auf mich und unsere Beziehung. Machte mich verantwortlich. Schließlich offenbarte sie, dass Sie ziemlich depressive Gedanken hat. Sie hatte Angst was ihre Zukunft angeht, wie es für sie nach dem Auslandsjahr weitergehen würde in Sachen Beruf. Außerdem gefiel ihr, ihr Körper nicht mehr. Sie fühlte sich zu dick. Fing an zu joggen, fast jeden Tag, wenn sie Zeit fand und stellte ihre Ernährung um.
Ich versuchte natürlich ihr zuzusprechen und sie aufzumuntern. Aber ich wusste bis dahin nicht, dass es gar nichts bringt sowas Leuten mit einer Depression zu sagen. Ich wusste generell nicht wie man mit einer Depression umzugehen hat. Ich bezog ihr verhalten teilweise immer noch auf mich und die Beziehung. Ich besuchte sie 2mal und traf dort auf eine ziemlich ambivalente Person. Einerseits unternahmen wir viel zusammen und hätten schöne Zeiten, andererseits hätte sie auch totale Tiefs mit grundlosen plötzlicher Lustlosigkeit an allem.
Mir ging es in der Zeit ziemlich schlecht, ich fühlte mich machtlos ihr zu helfen.
Nun irgendwie ging die Zeit rum, ich versuchte es nicht zu nah an mich ran zu lassen und suchte selber weniger Kontakt. Dann kam sie dieses Jahr im Sommer wieder. Und zu Anfang war es echt schwer. Wir sprachen viel miteinander, weinten zusammen. Sie wollte sich langsam wieder auf die Beziehung einlassen. Wir versuchten es. Aber zuerst scheiterte es. Ab und zu stritten wir auch (was wir vorher nie gemacht habe). So kam es dazu, dass wir zusammen beschlossen, eine Pause einzulegen. Eine Woche lang, danach trafen und den weiteren Verlauf besprechen wollten. Weil ich Gewissheit hatte, was Sache war und relativ große Hoffnungen hatte, dass es weitergehen würde, ging es mir sogar relativ gutnin der Zeit. Sie jedoch meinte im Gespräch danach, dass es für sie sehr schwer gewesen wäre, mir nicht zu schreiben, mit mir nicht ihre Erlebnisse des Alltags zu teilen usw. Also einigten wir uns darauf die Beziehung weiterzuführen und entwickelten Strategien wieder besser Zugang zueinander zu bekommen. Und das klappte. Mit der Zeit verstand ich auch besser mit ihrer depressiven Stimmung umzugehen und Freunde und Bekannte meinten auch zu mir, dass sie beobachtet hätten, dass wir wieder viel besser miteinander umgehen könnten bei gemeinsamen Veranstaltungen.
Ab und zu gab es zwar kleine Rückschläge, aber uns gegenseitig unsere Bedürfnisse klar zu machen und immer wieder zu sprechen, half. Ich empfand uns sogar schon annähernd wieder als Team. Zwar nicht wie früher, denn sie hatte sie natürlich auch in ihre Persönlichkeit entwickelt, aber ich sah uns auf einem sehr gutem Weg.
Dann vor 2 Wochen sprachen wir noch einmal über die Beziehung und hatten dann ein sehr schönes Wochenende. Auch wenn wir nicht viel unternahmen, weil sie stark erkältet war. So fuhr ich mit einem super Gefühl wieder in meine Studienstadt und dachte, was für eine tolle Freundin ich doch habe.
Das nächste Wochenende kam es dann so, dass wir beide ziemlich viel geplant hatten und anderen Kram zu erledigen hatten und wussten, dass wir uns relativ wenig bis gar nicht sehen würden. So kam es auch dazu, dass wir uns gar nicht sahen. Aber ich merkte auch, dass sie auf einmal wieder anders schrieb. Bis kurz vor dem Wochenende hätte sie noch sehr liebevoll geschrieben, erzählt was sie gemacht hat und ist auf meine Nachrichten eingegangen. Ab dem Wochenende dann gar nicht mehr, das komplette Gegenteil.
Aber ich kannte sowas ja mittlerweile schon von ihr, bzw. Ihren depressiven Phasen. Ich hatte gelernt damit umzugehen und bezog es dieses mal nicht auf mich. Da wir uns aber am Wochenende gar nicht gesehen hatten, fragte ich sie ob sie evtl. noch mit mir telefonieren wollte. Mit der Begründung, dass sie gerade wieder in einer emotionalen Phase steckt, lehnte sie dies ab. Ich wusste Bescheid, bot ihr nur an für sie da zu sein, falls sie mich braucht, aber dachte mir sonst auch nichts weiter dabei.
Dann fragte sie letzten Dienstag, ob sie nicht donnerstags vorbeischauen könnte. Ich freute mich und stimmte natürlich sofort zu.
Leider stellte sich heraus, dass sie sich (wie ihr euch sicher schon denken könnt) dieses mal nicht mit mir treffen wollte um gemeinsam Zeit zu verbringen, sondern um Schluss zu machen.
Sie kam in mein Zimmer sagte nichts, setzte sich auf die Bettkante und brach in Tränen aus.
In dem Moment wusste ich was mir blühte. Trotzdem nahm ich sie in den Arm. Versuchte sie zu trösten und fragte was denn los wäre. Sie bekam kein Wort raus. Erst als ich fragte, ob sie Schluss machen wolle, rückte sie raus mit der Sprache. Sie habe nochmal nachgedacht. Eigentlich würde sie das auch irgendwie gar nicht wollen, dass es vorbei ist. Aber sie könne mir einfach nicht das geben, was ich brauche bzw. verdiene. Mich traf es wie ein Schlag ins Gesicht. Trotzdem würde ich nicht irgendwie wütend oder so. Ich sagte, dass ich es akzeptieren müsste und niemanden in einer Beziehung zwingen kann. Trotzdem fände ich es sehr schade. Trotzdem wäre sie der tollste Mensch, der mir bis jetzt in meinem Leben begegnet ist und ich bedankte mich für die tolle gemeinsame Zeit. Sie sagte, dass ich der beste Freund wäre, den man sich eigentlich nur wünschen kann, aber ich etwas besseres verdient habe und sie es einfach nicht schaffen würde. Dann sprachen wir noch darüber wie es weitergehen würde, besonders was unseren gemeinsamen Freundeskreis angeht. Wir sagten beide, dass wir uns da erstmal zurückziehen wollen. Außerdem machte sie klar, dass sie gerne eine Freundschaft zu mir erhalten wolle. Darauf entgegnete ich aber, dass ich nicht weiß, ob ich das könnte und wahrscheinlich erstmal Abstand brauchen würde und sie mir das nicht übel nehmen solle. Sie ging da nicht wirklich drauf ein und schlug vor sich diesen Mittwoch auf einen Kaffee zu treffen, weil wir uns da sowieso aufgrund eines Gerichtstermins sehen würde. Auch das wollten ich mir erst einmal überlegen. Schließlich begleitete ich sie zur Tür, wir umarmten uns noch ein paar mal und verabschiedeten uns. Sie sagte noch das wir schreiben könnten, wohl auch um das mit dem Kaffee abzusprechen.
Als sie jedoch weg war, löschte ich sie direkt bei allen sozialen Medien und blockierte sie bei Whatsapp.
So nun sitze ich hier seit 6 Tagen und bekomme sie einfach nicht aus dem Kopf. Ablenkung hilft zwar aber auch nur zeitweise. Ich denke KS war eine gute Idee, obwohl ich zugeben muss, dass ich sie heute zumindest bei whatsapp wieder deblockiert habe. Ich bin aber nicht in versuchung gekommen ihr zu schreiben. Will es jedoch offen halten für sie, mir zu schreiben. Ihr geht es bestimmt auch nicht so gut, wenn sie merkt, dass ich sie blockiert habe und ein gemeinsamer Freund mit dem ich gesprochen habe, meint auch, dass blockieren nicht unbedingt nötig ist.
Jetzt geht's irgendwie den morgigen Tag, bei dem ich sie ja zwangsweise sehen werde, zu überstehen.
Mir würde es wirklich helfen, die Meinungen von anderen zu meiner Situation zu hören & evtl. Tipps und Tricks zur Bewältigung zu hören. Also wenn ihr dazu was loswerden wollt, seid frei und schreibt es.
Danke
