Seppel94
Gast
Wir waren fast 4 Jahre ein Paar. Sie 27 und ich 32. Wir haben noch nicht zusammengewohnt. Haben uns über Tinder gelernt. Ich dachte schon damals, das kann nicht sein, dass ich da so eine coole Frau kennenlernen. Es war eine tolle sehr entspannte Phase. Nach 2 Monaten waren wir dann ein Paar weil sie mich gefragt hatte.
Nun sind fast 4 Jahre vergangen. Es war eine tolle Zeit. Ich habe ADHS und eine Darmerkrankung und es haben sich dadurch erste Probleme abgezeichnet. Ich habe so viel Raum eingenommen. Mit meinen Gedanken und Wünschen. Sie war jemand, der immer gesagt hat es ist ok, aber es war nie ok. Sie hat nie geäußert, dass sie etwas doof findet. Dass sie es gerne anders machen würde. Sie hat alles in sich reingefressen, weil sie dachte ihr leben interessiert mich nicht! Aber ich hatte pläne, ich wollte Zusammenziehen, Kinder, Heiraten. Leider haben wir beide unsere Themen. Sie hat Probleme mit ihrem Verhältnis zu ihrem Vater. Er hat die Familie für eine andere Frau verlassen. Sie war 10, sie wurde aus ihrem Umfeld gerissen und Ihre Mutter und sie sind wieder in in die alte Heimat ihrer Mutter gezogen. Alle zwei Wochen ist sie zu ihrem Vater geflogen. Nun ist die Situation im Alter von 27 die, dass sie sich viel mehr Nähe zu ihrem Vater wünschen würde. Aber diese Nähe immer an Bedingungen geknüpft ist. -Er besucht sie dann, und dann können sie über seine neuen beruflichen Dinge sprechen und sie kann aufgrund ihres Berufs helfen- Er ist nie einfach so gekommen und hat sie besucht. Sagen konnte sie ihm das aber auch nicht, sie hat Angst vor der Ablehnung gehabt.
Seit zirka 4 Wochen ist sie in einer Therapie, wo sie mit jemandem darüber spricht. Ich war aber so mit meinen Dingen beschäftigt, dass ich gar kein Raum für ihre Dinge hatte. Mit meinem ADHS fällt es mir so schwer immer bei ihren Themen zu bleiben. Ich will immer direkt Dinge lösen. Aber sie wollte nur gehört werden.
Das Endergebnis, sie macht Schluss.
Gründe:
-Bauchgefühl
-weniger werdende Anziehung
-leichtigkeit fehlt
-Sie ist unglücklich
Schon vor ein paar Monaten hat sie das gesagt, dass sie so ein komisches Gefühl hat und am liebsten ausbrechen will. Ich meinte wenn sie gehen muss, dann soll sie die Welt bereisen. Ich unterstütze sie! Mittlerweile glaube ich, dass wir beide ein sehr leeres Gefühl in uns haben. Und unsere leere gefüllt haben. Sie hat den Hang dazu schnell alles aufsichzunehmen, weil sie es so gelernt hat, sie bemuttert dann. Ich habe die Dynamik gar nicht verstanden und habe mich gefreut über so viel Hilfe und Zuneigung. Aber dadurch ist diese romantische Dynamik total verloren gegangen. Gleichzeitig haben meine Themen so viel Raum eingenommen. Schlechte Kombi, wenn dann der gegenüber gar nicht äußern kann, was er eigentlich will.
Zusätzlich habe ich glaube einen nicht so guten Stand bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater gehabt, ich war so kompliziert, habe nicht getrunken, nur spezielles gegessen. Wenig Lockerheit, aber auch aufgrund meiner Gegebenheiten. Ich habe mich auch ehrlich gesagt nicht mehr woglgefühlt ich war immer irgendwie ein Fremdkörper in der Familie. Sie hat sich lange Zeit vor mich gestellt, aber dann irgendwann nicht mehr. Ihr Stiefvater hatte auch mal gesagt, dass man ja auch niemand als Vater haben sollte, der eine Erkrankung hat. Schließlich würden die Kinder dann schwach werden können. Er selber hatte aber schon Darmkrebs. Naja, der Satz hat gesessen. Daraus ist eine große Aktion geworden, Ich habe es erst gar nicht auf mich bezogen, aber sie hatte es so interpretiert. Stimmte wohl auch. Aber diese Sticheleien sind immer mehr geworden. Aber sie hat sich immer loyal verhalten.
Ich kann nur von mir sagen, dass ich ebenfalls keinen Kontakt mehr zu meinem Vater habe. Ich eher ein Typ war, der Verlustängste hatte, der immer sehr loyal ist. Und für den Veränderung sehr schwer sind. Diesmal dachte ich wäre alles anders, die ersten Jahre waren so entspannt. Ich hatte gar keinen Grund, dass ich mir sorgen machen musste. Aber die Probleme wurden immer klarer. Auf einmal war sie nur noch müde, hat keine Freude ausgestrahlt, war immer stiller, vor allem die letzten 4 Wochen. Ich habe schon gewusst, als ich zu ihr gesagt habe, mach die Therapie, das wird dir helfen und vielleicht dein Leben verändern.
Ich klinge sehr gefasst, wenn ich das schreibe, aber gerade kann ich meinen Tag nicht mehr ordentlich bestreiten. Ich wurde so krass davon getroffen, vor allem dass sie mich ablehnt. Jetzt fühle die größte Trauer meines Lebens, ich will am liebsten das es aufhört, mich betäuben. aber das werde ich nicht. Ich dachte wir stehen das zusammen durch. Ich war mir so sicher, aber das war der Fehler. Gefühle werden meistens in absolut guten Phasen formuliert. Wenn es dann aber schwerer wird, dann wird man einfach abgeschossen. Sie war fair, sie war nie fies, oder ekelhaft. Aber ich hätte mir gewünscht, dass wir daran hätten arbeiten können. Sie war bevor sie Schluss gemacht über Pfingsten in den Bergen mit ihren Mädels. Naja, die werden auch noch einmal ihren Senf dazu gegeben haben. nach 2 Wochen Nichtsehen, hat sich bei mir schon Sehnsucht aufgebaut. Ich habe mich auch voll zurückgehalten, nie geschrieben. Sie hat mir jeden Morgen und Abend geschrieben. Ich wollte mich aber nicht aufdrängen und Raum lassen, hatte aber schon ein komisches Gefühl. Dann als wir uns sehen, am letzten Freitag, steigt sie aus unter Tränen und sagt, sie ist nicht mehr Glücklich. Vorbei. Alle Sachen hatte sie schon mit. Alles!
Ich bin leer und fühle mich, als würde ich bald einfach sterben. Ein Teil von mir stirbt auch.
Meine Lehren:
- date nicht immer so schnell
- Nicht Tinder, sondern das echte Leben
- Höre mehr zu
- Halt auch mal die Fresse und löse nicht jedes Problem
- Fülle dein eigenes Leben mit Bedeutung und mach es nicht nur von einer Frau abhängig
- Finde wieder mehr Männerfreundschaften
- Finde deine Vison vom Leben
- LAss das sch. Handy liegen
- Sei spontaner, probiere neues Sachen und entscheide mehr aus dem Bauch. (Kein Kopf)