Elbstrand
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Nach vielen privaten und beruflichen Rückschlägen letztes Jahr, schrieb ich, wieder Single, eine Frau an, die ich bereits vor acht Jahren kennen gelernt habe. Sie war in einer dreijährigen Beziehung, verließ ihren Freund aber für mich. Wir hatten zwei Monate voll gigantischer Verliebtheit, die intensivste Zeit in Sachen Beziehung meines 43-jährigen Lebens, schrieben uns lyrische Texte (wir können beide sehr gut schreiben), die ich in ein Buch von 170 Seiten drucken ließ. Ich hatte das anstrengende Jahr aber noch nicht abgelegt, sie ihre Beziehung noch nicht. Ich war wahrscheinlich zu bedürftig, sie konnte mir das nicht geben und trotz nochmal sehr schöner Tage um die Jahreswende trennte sie sich vor einem Monat aufgrund ihrer Überforderung.
Gestern sahen wir uns wieder zur Übergabe der Sachen. Wir redeten eine Dreiviertelstunde, freundlich, liebevoll, aber doch distanziert. Sie arbeitet weiter daran, ihren Ex loszulassen, hat sich für die schöne Zeit bedankt, ihr kennt sowas vielleicht. Erst danach kamen noch Fragen in mir hoch:
1. Warum fällt es ihr so schwer los zu lassen, da wir doch all das hatten, was ihr dort gefehlt hat - die Kommunikation, die Reiselust, dass wir Beide unser Leben im Griff haben, die Musik. Ihn hat sie als Choleriker, A., Evil und Schluffi tituliert.
2. Warum meinte sie, sich mit mir manchmal unwohl gefühlt zu haben? War es etwas, was von mir kam (Ausstrahlung von Bedürftigkeit, Schwäche) oder wegen ihrer Situation?
3. Ganz konkret: Ist sie oder möchte sie wieder mit ihrem Ex zusammen sein? Hat sie ihm jemals von uns erzählt?
4. Nicht weit vor Ende der Beziehung sprach sie noch darüber, was sie mir in der Beziehung bieten könnte und vom gemeinsamen Urlaub. Warum?
Ich weiß aber nicht, ob das was bringt. Ich war halt recht bedürftig in der Beziehung, war viele Jahre in einer unerfüllten Beziehung der Kinder willen und es war toll, wieder begehrt zu werden und auch zu begehren. Habe ihr aber ganz viel Raum gegeben, trotzdem, ich war der unterlegene Teil und ich möchte durch dieses Telefonat nicht weiterhin so rüberkommen. Als Verlassener ist man ja eh naturgegeben unterlegen.
Sprich, einerseits möchte ich erhobenen Hauptes da raus gehen und nicht weiterhin in dieser Rolle dastehen, andererseits sind da noch diese Fragen. Was würdet ihr tun?
!