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Positives an der Trennung

Evita

Ihr Lieben,

ich weiß nun aus eigener Erfahrung, wie schrecklich eine Trennung ist.
Kurz zu mir - seit fast 15 Jahren verheiratet, ein gemeinsames Kind, seit 7 Wochen getrennt, die Next ist schon da, ich bin noch alleine und möchte es erstmal auch bleiben.

Nun, ich habe auch immer noch Stunden, wo ich denke, es geht nix mehr, ich bin einfach nur kaputt, ich fühle mich da körperlich auch zu nix mehr in der Lage, doch diese Stunden vergehen wieder, dann fühle ich mich wieder ganz ok (vergeht auch wieder), wenn auch noch sehr traurig.

Nun sehe ich aber auch allmählich Positives in unserer Trennung, und zwar:

-ich bin wieder ich, nicht nur ein Anhägsel von meinem Mann
-ich bin stärker als gedacht und besitze jede Menge Mut und Selbstbewusstsein (gut, diese Phasen sind wie Sternschuppen in einer nicht enden wollenden Trauer)
-ich muss nicht mehr für meinen Mann mitkochen
-ich muss seine Sachen nicht waschen
-ich muss ihm nicht hinterherräumen
-ich putze nur für mich und für meine Tochter
-ich habe unsere ganze Wohnung nur für mich, bzw. für mich und für meine Tochter
-ich lebe und denke was ich will
-ich finde mich großartig, schön (bin ich wirklich)
-ich habe viel abgenommen, es steht mir
-Alltagszankereien sind vorbei
-ich habe mich wieder an der Uni eingeschrieben
-ich plane meine Zeit selbst
-ich bin frei und kann mir jemand Neues aussuchen
-ich bin gerne alleine mit meiner Tochter
-seine Negativität belastet mich nicht mehr
-seine Kritik belastet mich nicht mehr
-ich definiere mich neu und nicht nur über meinen Mann

Ich glaube, mein Mann liebt mich noch, auch, wenn er es bestreitet und irgendwann wird er mich so sehr vermissen, dass er zurückkommen wollen wird, ich werde dann diejenige sein, die entscheidet. Warum ich das glaube? Nun, wir haben schon so vieles durchgestanden und sind sehr gute Freunde gewesen, wenn auch nicht mehr im Bett.
Seine Next ist für mich keine Konkurrenz, jedenfalls nicht in meinen Augen (ich weiß, wer sie ist). Wenn er mit ihr glücklich werden will, bitte schön, ich weiß ja gar nicht, ob ich ihn noch zurück haben will, ich glaube nicht! Ich habe nun auch wieder Lust bekommen auf eine neue Liebe, wenn auch nicht sofort. Ob mein Mann meine neue Liebe sein wird, weiß ich nicht, ich habe ihn nun auch anders kennen gelernt.
Nun sehe ich es auch ein, wie wunderbar es sein muss/sein kann, sich neu zu verlieben und ich habe nun die Wahl! Ich wäre gerne mit ihm alt geworden, doch da er nicht mehr wollte und mein ganzes Kämpfen um ihn vergeblich war, nun denn! Dann eben nicht!


Schreibt alles hin, was ihr Gutes erfährt in der Trennung, zumindest diejenigen, bei denen es schon ein Weilchen her ist!

Herzliche Grüße,
Evita

14.07.2015 23:30 • x 5 #1


Patrick85


Hallo Evita,

mir fällt zwar zu meiner Situation nicht Viel ein momentan, (denke dafür dauerst noch ein wenig) jedoch möchte Ich einfach mal Danke sagen für diesen Beitrag!
Es gibt einem Mut und Hoffnung wen man soetwas liest und das Tut mir gerade gut!

Von daher Vielen Dank

Wünsche dir weiterhin Viel Kraft und alles gute für deine Zukunft!

Liebe Grüße

Patrick

14.07.2015 23:46 • #2



Positives an der Trennung

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Teargas88

Teargas88


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Danke für den Thread. Tolle Idee. Genieß das alleine sein. Menschen, die sich immer und immer wieder in neuen Dingen verrennen werden nie glücklich. Wenn er dich eingeengt hat, dann ist das doch total super
Ich war zwar nicht verheiratet und "nur" zwei Jahre mit meiner Freundin zusammen. Die hatten es jedoch in sich.


Ich leider nicht mehr unter ihrer negativen Lebensweise.
Ich leide nicht mehr unter ihrer Respektlosigkeit.
Ich leide nicht mehr unter ihrer Gleichgültigkeit.
Ich leide nicht mehr unter ihren Vergleichen.
Ich leide nicht mehr unter ihren Vorwürfen.
Ich leide nicht mehr unter meiner Rosa Brille.
Ich leide nicht mehr unter ihrer boshaften Familie.
Ich kann tun und lassen was ich will, auch wenn ich mich immer wieder mit fiesen Gedanken konfrontiert sehe.
Ich muss mich nicht mehr mit ihr streiten, weil sie mal wieder aufgibt und ich ihr nur helfen will und sie mich daraufhin beleidigt.
Ich kann im Auto wieder uneingeschränkt die Musik hören, die ich gut finde. Die sie immer genervt hat.
Ich kann mir selbst in die Augen sehen und sagen: Stefan du bist ein toller Mensch. Und wer dich nicht respektiert hat auch deine Liebe nicht verdient.
Ich kann seit langem wieder kreativ an Songs arbeiten. Konnte ich zwei Jahre lang nicht.
Ich konnte nie vor ihr singen. Jetzt singe ich ständig und vor fast jedem.

Ich leide nicht mehr wegen meiner Liebe, sondern weil ich mich selbst nicht berücksichtigt habe und das nun merke.


Eigentlich wollte sie sich ne Auszeit nehmen und mal auf sich klar kommen. Direkt zwei Wochen nach der Trennung lernt sie jemand neues kennen der rein zufällig gerade die selben Schicksalsschläge wie sie verpacken musste. Sie ist felsenfest davon überzeugt dass sie sich jetzt total verknallt hat und ist seit zwei Wochen mit dem zusammen. Meine Trennung ist 2 Monate her. Ganz ehrlich? Kann man das noch ernst nehmen. Nicht mehr mein B.!

14.07.2015 23:49 • #3


hope081971


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Hallo, auch ich möchte Danke sagen. So hab ich das alles noch gar nicht gesehen.
Ich hoffe noch mehr positives von dir hier zum lesen.
Lg
Hope

14.07.2015 23:53 • #4


Evita


Super Teargas!
Mir scheint, dass Du Dich auch eingeengt gefühl hast!
Genieße Dein Leben und lass es nie mehr so weit kommen, dass Du an Deinen Songs nicht weiter arbeiten kannst, Deine Lieblingsmucke im Auto nicht hören kannst! Und freue Dich, dass Du nun ihre böse Familie für immer los bist! Das wäre ja schrecklich gewesen, sie dauernd um Dich haben zu müssen!

Ich weiß, dass es besser für mich ist, ohne meinen Mann zu sein, zumindest jetzt, nachdem er mich so hintergangen hat. Ich könnte es ihm nie ernsthaft verzeihen, es ist einfach zu viel gewesen.
Ich glaube, ich lasse es mir auf meinen Arm eintätowieren, damit ich es nie vergesse! (Scherz)
Es könnte nämlich durchaus sein, dass ich schwach werden könnte, sollte er irgendwann wieder angekrochen kommen!

15.07.2015 00:03 • #5


Evita


Danke Patrick, auch Dir alles Gute!

15.07.2015 00:04 • x 1 #6


Patrick85


Und genau dann, wen er wieder ankommen sollte erinnerst Du dich Bitte an den Text den du hier eben so schön verfasst hast!

Dann überlegst du nochmal genau was du nun tust, und ich denke dein Herz wird dann auch die für Dich richtige enscheidung treffen

15.07.2015 00:07 • #7


Evita


Jawohl!

15.07.2015 00:09 • #8


sozialtussi

sozialtussi


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Hallo Evita

Ja, ich habe ähnliche Vorteile wie du.
Bei mir kommt noch dazu, dass er ein stiller Trinker ist.
Ich muss nicht mehr mit ansehen wie das Mittel ihm seine Energie raubt, wie er
körperlich zusehends verfällt.
Ich muss die Freizeit nicht für ihn mit planen, sondern kann mich endlich
auf meine eigenen Bedürfnisse konzentrieren und sie auch umsetzen.

Nur muss ich dir auch recht geben, es wird dich immer wieder umhauen.
Nach einer Schockstarre, die ungefähr zwei Wochen anhielt, hatte ich auch diese
Stärke in mir, das mir beweisen wollen, dass es besser ist, alleine zu leben.
Und es hält auch bis heute an, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, nämlich
ihn kampflos gehen zu lassen.
Der Kampf hatte schon viele Jahre vorher stattgefunden und er war irgendwann aussichtslos.

Du warst auch lange 15 Jahre mit ihm in einer Beziehung und 7 Wochen sind da noch gar nichts, das ist
nicht böse oder gar überheblich gemeint, versteh mich bitte nicht falsch.
Euphorie, Selbstbewusstsein, himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt werden dich noch eine lange Zeit begleiten, aber so wie du schreibst, liest du dich auch sehr stark und das ist die halbe Miete.

Bei mir sind es "schon" 13 Monate, die ich nun alleine lebe und ich habe das Beste daraus gemacht.
Manchmal überfällt mich neuerdings eine große Traurigkeit, von jetzt auf gleich, da kann ich nicht gegen an.
Ich habe bis vor ca. 3 Monaten fast noch jeden Tag weinen müssen, das hat fast ganz aufgehört.
Allerdings ist es sehr anstrengend, wenn mich plötzlich diese Traurigkeit überfällt, auf der Arbeit
z.B. obwohl ich da gut abgelenkt bin.
Daran merke ich eben, dass meine Seele daran noch zu knabbern hat.

Ich denke, dass ich zu stark war, ich habe versucht, mich unter Kontrolle zu halten.
Aber die Verarbeitung muss stattfinden, so oder so.
Verdrängung lässt unsere Seele nicht zu.
Machmal bin ich kurz davor, mir einen Seelenklempner zu suchen, dann geht es mir tagelang gut und ich verwerfe diesen Gedanken wieder.
Meine Generation wurde noch so erzogen, dass es eine Schwäche ist, wenn man Hilfe von aussen sucht.

Ich will dir damit nur sagen, dass du bestimmt auf dem richtigen Weg bist, aber unterschätze
nicht, was dir widerfahren ist.
Das ist ein langer Prozess, ich war 34 Jahre mit meinem Mann zusammen, davon 32 Jahre verheiratet,
das dauert, bis man das realisiert hat und akzeptiert.

Freue mich, wieder von dir zu lesen.
Liebe Grüße
Sylvie

15.07.2015 01:08 • #9


Evita


Liebe Sylvie,

oh, wie schrecklich, ihr wart ja ein halbes Leben zusammen und dann das...
Ich weiß, was Du meinst. Die Trauer wird für immer bleiben. Meine Eltern haben sich scheiden lassen,
ebenfalls nach ca. 13, 14 Jahren, ich war damals etwa 12 oder 13, meine Schwester etwa 5. Sie haben es nie richtig überwunden und reden noch heute davon, es kommt immer wieder bei ihnen hoch, noch nach 25 Jahren! Meine Mutter hat sehr lange, sehr stark Alk. konsumiert, mein Vater ist extrem nervös und hart geworden.
Die Schockstarre, ja alle Verlassenen berichten davon. Ich bin in den ersten 2 Wochen wie betäubt nachts alleine durch die Stadt geirrt, habe mich jden Abend betrunken, doch das ist jetzt vorbei.
Ich weiß, dass die Trauer auch bei mir für immer bleiben wird, auch wenn ich jetzt sehe, was für ein Mensch mein Mann in Wirklichkeit ist. Eine Familie ist zerbrochen, unsere Tochter leidet unwahrscheinlich und ich weiß, dass es sie ebenfalls für immer negativ beeinflussen wird. Ich glaube nicht daran, dass Kinder irgendwann die Scheidung der Eltern komplett verarbeiten und alles ist wieder gut. Klar, die Symptome der ersten schlimmen Zeit klingen ab, doch die Langzeitfolgen sind enorm. Es gibt sehr gute Bücher dazu. Ich meine aber nicht die, in denen es heißt - hey, ihr lieben Kids, eure Eltern haben sich getrennt, ihr fühlt euch sch..., doch bald wird die Welt wieder in Ordnung sein!
Ich trauere um unsere Familie, um mein Kind, um meinen Mann... Wir sind gescheitert und es tut eben sehr weh.
Ich möchte Dir dringend raten, Dich an einen Profi zu wenden. Ich werde es auch tun. Ich habe es mir vorgenommen. Im Moment besuche ich wöchentlich eine Beratungsstelle, wo ich alles los werden kann, was mir auf dem Herzen liegt, Tipps und Hilfe erhalte, aber es ist keine Therapie.
Ich habe um meinen Mann sehr gekämpft in den ersten Wochen, ich habe meinen Verstand, was noch davon übrig geblieben war, zusammen gekratzt und auf ihn eingeredet, doch leider ohne Erfolg. Hormone sind eben stärker...
Irgendwann wird er von der Wolke 7 wieder herunterfallen und dann? Dann wird es nocheinmal schwer, denn ich darf ihn einfach nicht zurücknehmen. Ich weiß, Menschen können Fehler machen, aber so ein Verhalten, das er an den Tag gelegt hat, das war einfach zu viel.

Liebe Grüße,
Evita

15.07.2015 08:48 • #10


Solskinn2015

Solskinn2015


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Hi Evita,

das hätte alles von mir kommen können was Du geschrieben hast. Ich fühle genauso wie Du. Meine Frau hat ja ihren Next, den sie ja 8 Monate geleugnet hatte, jetzt 2 Monate nach meinem Auszug wohl mehrmals am Wochenende mit Übernachtungen meinen Kindern vorgesetzt. Ich dachte immer das wäre RTL Niveau, ist aber Realität. Und das in unserem Haus, dem letzten Rückzugsort unserer großen Tochter nach der Trennung.

Tja mit der Negativliste komme ich nicht so klar. Vor ihrem Eheausbruch war eigentlich fast alles ok. Gut die Person die jetzt da ist, hat sich natürlich charakterlich mir ggü. klar zum negativen verklärt. Man könnte sagen charakterlich degeniert. Hauptpunkte negativ wären der weiter geleugnete Betrug um moralisch einwandfrei zu sein und dieser tiefgründige Hass mir gegenüber während ihrer Trennungsphase.

LG Solskinn

15.07.2015 09:23 • #11


Katharina74


Hallo Evita und weitere Autoren hier im Thread
Ja, du hast total recht mit deiner Einstellung. Als ich vor 4 Jahren von dem Vater meiner Kinder verlassen wurde bin ich nach der Trauer oder durch die Trauerphase sehr gewachsen.

Vor kurzem habe ich mich von meinem Freund getrennt und diesen Schritt sehr bereut, darüber auch hier berichtet.

Er hat sehr gelitten und ich ging davon aus ich bekomme ihn zurück. Aber, genau das was du beschreibst ist passiert. Ich habe einen tollen Mann "freigegeben" und 1. hat er sich von mir frei gemacht wie du es beschreibst und 2. hat eine in der Tat sehr nette Frau seine "Qualitäten" schnell erkannt und ihn fest im Griff, gibt ihm Halt. Ich habe ein Revival kurz versucht und mir eine volle Breitseite an freundlicher und glasklarer Absage bekommen, keine Chance. Jetzt bin ich es, der verlasser der verlassen wurde.

Ich kann dir nur recht geben, auch verlassen werden hat seine, ich sage in meinem Fall, Aspekte - für meinen ex (für mich zu spät) eindeutig positiven Ausgang. All das was wir hier durch machen hat demnach seinen Sinn. Danke für dieses Thema. K74

Viel Glück auf deinem Weg. K74

15.07.2015 09:50 • x 1 #12


sozialtussi

sozialtussi


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Nein Evita,

so habe ich das nicht gemeint.
Um Gottes Willen, das wäre ja schrecklich, wenn die Trauer
für immer bleiben würde.
Es wird dauern, bis wir wieder richtig glücklich ohne Partner sind,
das meinte ich....

Ich hoffe, dass deine Kleine nicht zu sehr leidet und du ihr eine Stütze sein kannst.
Vielleicht kannst du ja wirklich mal ein paar Tage mit ihr zelten fahren.

15.07.2015 11:17 • #13


Evita


Nein, ich weiß, dass die Trauer für immer bleiben wird. Ich trauere auch immer noch um meine Eltern.
Irgendwann wird es besser, ich werde wieder lachen können, doch innendrin werden die Trauer und der Schmerz für immer bleiben. Ich kenne mich da ganz gut. Ich hänge sehr an Menschen.
Ich versuche natürlich für meine Tochter eine Stütze zu sein, so gut es geht, klappt aber auch nicht immer so, wie sie es braucht.
Eben hat es mich wieder umgehauen, habe meinen Termin für heute Abend abgesagt, obwohl alles schon abgesprochen war... Jetzt will ich nur noch im Bett sein. Meine Tochter ist über Nacht um mindestens 5 Jahre älter geworden... Sie tut mir so leid und ich fühle mich so ohnmächtig ihr gegenüber, weil ich diese Situation nicht mehr beeinflussen kann. Ich habe immer alles gerne unter Kontrolle gehabt, doch nun muss ich es aushalten, die Kontrolle verloren zu haben.
Sie ist kaum mehr fröhlich, einfach nur kaputt, wie ich auch.

15.07.2015 17:08 • #14


Evita


Hm, passt irgendwie nicht zum Thema mein Beitrag von eben...
Tja, so ist es nunmal...

15.07.2015 17:09 • #15



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