Zitat von Issi:Erstmal Hut ab für das, was du in den letzten zwei Jahren geschafft hast!
Ich höre so oft, wie stark ich doch bin und dass ich das alles so geschafft habe... Irgendwie bin ich eher verwundert, dass ich das alles überhaupt geschafft habe, denn ich hatte in der Zeit kaum Hilfe, mußte in meinem (Schock)Zustand das alles irgendwie allein gewuppt bekommen und war entsprechend überfordert.
Ich fühl(t)e mich überhaupt nicht stark. Ich fühle mich schwach, weil mich das immer noch so beschäftigt und ich nicht abschließen kann. Nennt man auch Anpassungsstörung.
Dann der Frust, dass es bei ihm scheinbar alles flutscht. Mir ist schon bewußt, dass das nur die Sicht von außen ist, uns haben ja auch alle immer für das Traumpaar schlechthin gehalten und sind aus allen Wolken gefallen.
Zitat von Issi:Glücklich klingst du nicht... aber wer weiß, wo du gelandet wärst, wenn die Trennung nicht stattgefunden hätte.
Naja, immerhin bin ich nicht mehr unglücklich. Es gibt auch Momente, in denen ich schon irgendwie glücklich bin, aber mein Urvertrauen wurde extrem erschüttert, von "verlaß mich nicht" zum Todfeind und Fußabtreter in zwei Wochen, das war schon hart.
Zitat von Issi:Aber mein Verstand weiß, dass sich nichts ändern würde.
Das war mir eigentlich schon sehr früh in der Beziehung klar. Allein die Situation mit den Eltern war halt schon so krass. So krass, dass mir niemand geglaubt hat. Unterschwellig wurde mir immer Übertreibung unterstellt. Kontakt zu meiner Familie wurde aber auch tunlichst vermieden, erst eine Freundin hat dann mal live miterlebt, wie die so drauf sind und war völlig baff, dass es sowas wirklich gibt ("Hammer und ich dachte immer Du übertreibst, aber das ist ja fast noch schlimmer als in deinen Erzählungen!")
Wie Du schon schreibst, die Hoffnung stirbt zuletzt und ich habe immer gedacht ich (!) kriege das schon hin. Und natürlich der Wunsch, dass er wieder so wird, wie am Anfang. (Mittlerweile weiß ich ja, was da passiert ist - Lovebombing und die Folgen...)
Zitat von Taleja:Aber ich denke , das ist menschlich, immerhin hat mal viel Zeit dort verbracht, in meinem Fall über 20 Jahre.
Bei mir waren es letztendlich 13 Jahre.
Zitat von Taleja:Hast du dir eine Wohnung gesucht, die zu deinem Zuhause werden konnte? Bist du in der Nähe geblieben?
Ich hatte ja nur knapp vier Wochen Zeit mir eine neue Wohnung zu suchen. Die Ferienwohnung war dann nicht mehr frei und er hat mir ja schon gedroht meine Sachen auf die Straße zu schmeißen.
Ich wollte auch unbedingt auch alle Katzen mitnehmen, weil mir klar war, dass er sich nicht kümmern wird. (Hat sich ja dann auch bewahrheitet, er ist einfach zu seinen Betthäschen gefahren ohne mir Bescheid zu sagen und die Katzen waren im Haus ohne Futter. Bei einem Besuch von einem Betthäschen bei ihm hat er dann sogar alles von den Katzen weggeräumt, kein Wasser mehr, die Medikamente von meinem Kater waren unauffindbar (da es sich um Schmerzmittel gehandelt hat, hab ich da so eine Idee, was damit passiert ist) - unglaublich!).
Ich habe dann auf den letzten Drücker eine Wohnung gefunden, sehr groß, aber bezahlbar, wo ich dann auch mit den Katzen einziehen konnte. Sie hat ihre Vor- aber auch jede Menge Nachteile, wirklich Zuhause bin ich dort immer noch nicht.
Als ich dann meine Sachen aus dem Haus holen wollte, hat er auch noch versucht, mir Steine in den Weg zu legen. Ihm paßte der Termin nicht, weil er da bei seiner neuen Freundin sein wollte und er mir unterstellt hat, dass ich Sachen mitnehme, die mir nicht gehören bzw. im Haus ja was anstellen könnte "was mir hinterher leid tun könnte".
Da ist man 13 Jahre zusammen und dann sowas. Ich habe den Mann wirklich nicht mehr gekannt. Ein völlig Fremder.
Er ist letztendlich weggezogen, ich sehe ihn also auch nicht mehr. Ich höre ab und zu mal was von einer gemeinsamen Bekannten.
Zitat von Taleja: Was tust du für dich?
Nichts. Kurz und knapp. Ich war Ende Dezember mal mit einer Freundin shoppen und habe mir neue Sachen gegönnt. Das hat wirklich gut getan. Aber sonst verkrümel ich mich lieber und bin Zuhause.
Zitat von Taleja:Natürlich ist hier die geballte Ladung an Trennung, Schmerz & Co , aber es gibt auch einiges an positiven Kommentaren, die zeigen, dass es irgendwann besser und das Leben wieder schön wird.
Zitat von Taleja:Ich habe mich hier schon oft gut aufgehoben gefühlt , Tipps bekommen und konnte auch das ein oder andere Mal tatsächlich lächeln.
Ich wollte damit das Forum auch auf gar keinen Fall schlechtreden, ich lese ja nun schon lange hier auch mit.
Ich finde es nur erschreckend, was hier Menschen alles erlebt haben bzw. erleben. Ich fand ja meine Trennung schon schlimm und unfaßbar - aber hier paßt der Spruch meiner Schwester "Schlimmer geht immer". Es gibt nichts, was es nicht gibt
