VictoriaSiempre
Mitglied
- Beiträge:
- 12712
- Themen:
- 5
- Danke erhalten:
- 38552
- Mitglied seit:
Ich lese bereits seit einiger Zeit mit - wie sich viele Geschichten hier so gleichen...
Vor 2 Wochen hat mir mein Mann (nach 2 jährigem hin- und her) eröffnet, dass er bei seiner Geliebten bleiben will. D. h., am liebsten hätte er uns beide
Wir leben bereits seit fast 2 Jahren getrennt, aber abgesprochen als räumliche Trennung, um Abstand zu gewinnen und sich neu zu sortieren. Lange Zeit sah es so aus, dass wir uns wieder annähern; wir lebten als ganz normales Ehepaar, sahen uns meist täglich, mindestens mehrmals wöchentlich. Dabei ständig sein Beteuern, dass er "auf jeden Fall" mit mir alt werden wolle. Vor ein paar Wochen kam raus: Es gibt sie noch. Und da ich in der Dreiecksgeschichte nicht mehr mitspielen wollte, hat er sich für sie entschieden. Und natürlich würden wir in aller Freundschaft auseinandergehen, schließlich liebt er mich ja auch noch
Tja. Die "Freundschaft" sieht so aus, dass er ohne Rücksprache mit mir die Energieversorgung, Telefon, TV, Internet (lief auf seinem Namen) gekündigt hat. Nachdem ich schnell beim Anwalt war und ich ihn über die Höhe seiner Unterhaltszahlung informiert habe gleich "das sieht er nicht ein, soviel zu zahlen!"
(Gemeinsames) Haus, abbezahlt. Bisher sein Augenstern, vor allem der Garten: Verkaufen, am besten sofort (dass ich mit Kater und Dingen aus 23 Ehe- und Familienjahren noch drin wohne - egal!). Auto? Zu teuer, muss weg (ist zu teuer und muss weg - aber ich wohne ländlich und brauche dann einen anderen fahrbaren Untersatz!)
Ich arbeite Teilzeit (weil wir Familie wollten und die übliche Rollenverteilung vorgenommen haben). Als das Kind groß genug war, konnte ich bei meinem Arbeitgeber nicht mehr aufstocken. Den Arbeitgeber wechseln macht keinen Sinn - ich arbeite als Bürokraft in einem Großkonzern und verdiene da halbtags soviel wie Vollzeitkräfte in anderen Branchen hier in der Gegend, ganz zu schweigen von den Sozialleistungen, die ich dort erhalte. By the Way: Er bekommt das 5fache von mir....
Würde er mir den Trennungsunterhalt zahlen, käme ich gut über die Runden und er hätte immer noch das Doppelte von dem, was ich dann habe (Miete für das Haus, in dem ich unfreiwillig alleine lebe, ist bereits mit angerechnet worden).
So sieht es jetzt leider nach Rosenkrieg aus, den ich unbedingt vermeiden möchte. Aber; selbst wenn ich wollte: Ich KANN auf den Trennungsunterhalt nicht verzichten, weil ich bis zum Verkauf des Hauses sämtliche Nebenkosten tragen muss.
Ich bin gerade sehr verzweifelt. Nicht nur, dass mein Mann weg ist, den ich sehr geliebt habe und mit dem ich alt werden wollte. Ich muss mich von dem Haus trennen (will es auch, es ist zu groß für mich), von liebgewordenen Dingen (jaja, sind nur Sachen, ich werde es überleben) und habe gerade auch Existenzängste.
Ich bin sehr traurig, dass wir nicht zusammenbleiben können. Ich pendel zwischen Aktionismus und Heulkrämpfen, wo dann nichts mehr geht. Ich fühle mich von ihm unter Druck gesetzt, weil er jetzt alles so schnellschnell über die Bühne bringen will.
Ich habe einen guten Anwalt, von dem ich mich sehr gut vertreten fühle. Er hat mir jetzt Mediatoren genannt und empfohlen, dass wir es über diesen Weg erst einmal versuchen, eine Regelung zu finden (spart ja auch Geld). Nachdem mein Mann das erst kategorisch abgelehnt hat ("Braucht er nicht, kann er alles alleine") hat er heute zugestimmt. Ich nehme an, dass er sich zwischenzeitlich auch hat anwaltlich beraten lassen und das gleiche Ergebnis bekommen hat wie ich.
Ach Mist, ich will jetzt nicht auch noch Stress um Geld. Ich fühle mich eh schon so saft- und kraftlos, benutzt, als nicht mehr gut empfunden und weggeworfen.
Danke für's Lesen. Hier mal Dampf abzulassen, hilft schon.