In dem geschilderten Zusammenhang kenne ich das in zwei Varianten:
Zitat von Verzweifelt79: Was macht ihr wenn ihr nicht schlafen könnt
Wenn ich eigentlich gut eingeschlafen bin und dann nach kurzer Zeit wieder aufwache und direkt in einer Spirale stecke, liegt das meistens an meinem Nervensystem. Ich mache dann eine Atemübung, um es zu beruhigen und das klappt enorm gut. Es gibt verschiedene Atemübungen, am besten hilft bei mir in dieser Situation: 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 4 Sekunden ausatmen. Das ein paarmal wiederholen, macht innerlich enorm ruhiger.
Vielleicht hilft es Dir.
Falls nicht: Solltest Du mit Herzklopfen oder -rasen aufwachen, versuch mal, zu singen. Klingt total seltsam, aber beim Singen schütten wir Hormone aus, die uns besser fühlen lassen, während Cortisol und Adrenalin abgebaut werden.
Zitat von Verzweifelt79: und das Gedankenkarussell nicht aufhören will?
Gedankenkarussell = Grübelschleifen?
Es bringt viel, zu verstehen, dass das Grübeln ist wie Schaukeln: Man bewegt sich, aber man kommt nicht weiter. Während man sich bewegt, ist allerdings eben genau das irgendwann anstrengend. Und die Erkenntnis, dass man überhaupt nicht vom Fleck kommt, trotz all der Anstrengung, ist dann auch noch psychisch erschöpfend.
Hilfreicher ist: die Dinge in sich sortieren. Das kann hier sein oder mithilfe von Bildern oder Texten (Mindmaps). Anschließend finde ich Perspektivwechsel entscheidend. In Trennungssituationen kenne ich mich (vielleicht ist das bei Dir auch so - oder aber eben total anders) als sehr selbstkritisch und ich kreise mich dann hauptsächlich um das, was ich falsch gemacht habe.
Helfen kann: Radikale Akzeptanz. Wenn Du sortiert hast, was alles Phase ist, kannst Du erkennen, was unabänderlich ist. Das hältst Du Dir vor Augen als unabänderlich, nimmst Gefühle wahr, die dazu hochkommen, lässt sie zu, benennst sie und lässt sie wieder gehen.
Richte Dir Zeiträume ein, die auch nur klein sein können, um Achtsamkeitsübungen zu machen. Halte Dir vor Augen, dass Dich das nicht ablenken soll, sondern dass in 5 Minuten, in denen Du draußen die Vogelstimmen und sonstigen Geräusche hörst, genau gar nichts anders wird. Aber die 5 Minuten für Dich entstressen Dein Gehirn enorm, verringern Puls und Cortisolproduktion und machen Dich insgesamt ruhiger. Und wer ruhiger ist, kommt besser klar, kann sich besser strukturieren, fühlt sich leichter, weil er es ist.
Das ist wirklich sinnvoll. Das Grübeln ist es nicht.
Vielleicht gelingt es Dir jetzt schon, Dich auf Dich selbst zu konzentrieren und einzulassen, Dir selbst wieder zu begegnen. Vielleicht drehst Du Dich auch noch zu sehr um das Erlebte vom letzten Mittwoch.
Falls Ersteres der Fall ist: Was sind Deine Ressourcen? Was machst Du eigentlich gern, was kannst Du gut? Es kann viel bringen, das irgendwo aufzuschreiben, um in gestressten Momenten einfach nur auf die Liste zu schauen und etwas auszuwählen.
Wenn möglich, such Dir ein paar Dinge, auf die Du Dich einlassen kannst, die Du gern unternimmst, die Du gern umsetzt, machen möchtest.
Falls es noch zu früh ist, hör mal in Dich rein, ob Du überhaupt eine echte Verbindung zu Dir hast oder ob Du erstmal den Weg zu Dir selbst wieder klarkriegen musst.
Kannst Du diese Frage schon für Dich beantworten?