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Schlaflos in Dortmund

Verzweifelt79

Verzweifelt79
Mitglied

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Und ich liege mal wieder wach und kann nicht schlafen. Seit der Trennung letzten Mittwoch habe ich starke Schlafprobleme. Ich bin zwar total froh, wenn der Tag um ist und ich mich endlich unter die Bettdecke verkriechen kann und schlafe meist sogar ganz gut ein aber spätestens 2-3 Stunden später werde ich wieder wach. Und dann setzt prompt das Gedankenkarussell ein. Das war es dann auch mit dem Schlaf…
Was macht ihr wenn ihr nicht schlafen könnt und das Gedankenkarussell nicht aufhören will?

x 1 #1


Sonnenschein85
Nach einer Trennung ist das leider normal. Ich kann auch so oft schlecht wieder einschlafen. Was hilft ist zu lesen, dann wird man schnell wieder müde, finde ich.

Es gibz bei Youtube auch so beruhigende Musik/Geräusche, so etwas wie Meeresrauschen oder andere Klänge die beruhigend sind. Da wird man auch müde von.

Ich denke, das Gedankenkarussel wird nachlassen. Wenn du dir etwas Zeit gibst und alles verarbeitet hast. Magst du etwas über die Trennung erzählen? Austausch hilft auch oft, Gedanken sortieren und so etwas 🙂

x 2 #2


A


Schlaflos in Dortmund

x 3


J
@Verzweifelt79
Was bei mir immer gut hilft wenn meine Gedanken kreisen, die Gedanken nieder schreiben - Zettel & Stift.
Wenn etwas von deiner Seite aus ausgesprochen werden müsste - egal zu wem, dann schreibe einen Brief in dem du deine Gefühle, dein Empfinden alles was dich beschäftigt zu der Person.

Wenn du Gedankenkreise über eine Trennung hast, ging es von dir aus, dass du dir nicht mehr sicher bist, oder ging es von ihm aus und du fühlst du verletzt und verstehst es nicht?

x 1 #3


Clumsy
In dem geschilderten Zusammenhang kenne ich das in zwei Varianten:

Zitat von Verzweifelt79:
Was macht ihr wenn ihr nicht schlafen könnt


Wenn ich eigentlich gut eingeschlafen bin und dann nach kurzer Zeit wieder aufwache und direkt in einer Spirale stecke, liegt das meistens an meinem Nervensystem. Ich mache dann eine Atemübung, um es zu beruhigen und das klappt enorm gut. Es gibt verschiedene Atemübungen, am besten hilft bei mir in dieser Situation: 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 4 Sekunden ausatmen. Das ein paarmal wiederholen, macht innerlich enorm ruhiger.
Vielleicht hilft es Dir.

Falls nicht: Solltest Du mit Herzklopfen oder -rasen aufwachen, versuch mal, zu singen. Klingt total seltsam, aber beim Singen schütten wir Hormone aus, die uns besser fühlen lassen, während Cortisol und Adrenalin abgebaut werden.

Zitat von Verzweifelt79:
und das Gedankenkarussell nicht aufhören will?


Gedankenkarussell = Grübelschleifen?
Es bringt viel, zu verstehen, dass das Grübeln ist wie Schaukeln: Man bewegt sich, aber man kommt nicht weiter. Während man sich bewegt, ist allerdings eben genau das irgendwann anstrengend. Und die Erkenntnis, dass man überhaupt nicht vom Fleck kommt, trotz all der Anstrengung, ist dann auch noch psychisch erschöpfend.

Hilfreicher ist: die Dinge in sich sortieren. Das kann hier sein oder mithilfe von Bildern oder Texten (Mindmaps). Anschließend finde ich Perspektivwechsel entscheidend. In Trennungssituationen kenne ich mich (vielleicht ist das bei Dir auch so - oder aber eben total anders) als sehr selbstkritisch und ich kreise mich dann hauptsächlich um das, was ich falsch gemacht habe.

Helfen kann: Radikale Akzeptanz. Wenn Du sortiert hast, was alles Phase ist, kannst Du erkennen, was unabänderlich ist. Das hältst Du Dir vor Augen als unabänderlich, nimmst Gefühle wahr, die dazu hochkommen, lässt sie zu, benennst sie und lässt sie wieder gehen.

Richte Dir Zeiträume ein, die auch nur klein sein können, um Achtsamkeitsübungen zu machen. Halte Dir vor Augen, dass Dich das nicht ablenken soll, sondern dass in 5 Minuten, in denen Du draußen die Vogelstimmen und sonstigen Geräusche hörst, genau gar nichts anders wird. Aber die 5 Minuten für Dich entstressen Dein Gehirn enorm, verringern Puls und Cortisolproduktion und machen Dich insgesamt ruhiger. Und wer ruhiger ist, kommt besser klar, kann sich besser strukturieren, fühlt sich leichter, weil er es ist.

Das ist wirklich sinnvoll. Das Grübeln ist es nicht.

Vielleicht gelingt es Dir jetzt schon, Dich auf Dich selbst zu konzentrieren und einzulassen, Dir selbst wieder zu begegnen. Vielleicht drehst Du Dich auch noch zu sehr um das Erlebte vom letzten Mittwoch.

Falls Ersteres der Fall ist: Was sind Deine Ressourcen? Was machst Du eigentlich gern, was kannst Du gut? Es kann viel bringen, das irgendwo aufzuschreiben, um in gestressten Momenten einfach nur auf die Liste zu schauen und etwas auszuwählen.

Wenn möglich, such Dir ein paar Dinge, auf die Du Dich einlassen kannst, die Du gern unternimmst, die Du gern umsetzt, machen möchtest.

Falls es noch zu früh ist, hör mal in Dich rein, ob Du überhaupt eine echte Verbindung zu Dir hast oder ob Du erstmal den Weg zu Dir selbst wieder klarkriegen musst.

Kannst Du diese Frage schon für Dich beantworten?

x 4 #4


M
Zitat von Verzweifelt79:
Was macht ihr wenn ihr nicht schlafen könnt und das Gedankenkarussell nicht aufhören will?



Da helfen dann wohl nur noch Schlaftabletten.
Aber bloß nicht zu hoch dosiert,
sonst kommt man am nächsten Morgen nicht aus dem Bett !
Und eine mögliche zukünftige Abhängigkeit im Hinterkopf behalten !

x 2 #5


T
Gute-Nacht-Geschichten auf YouTube anhören ist auch gut zum Einschlafen. 😴

x 3 #6


Sonnenschein85
Zitat von Tesi:
Gute-Nacht-Geschichten auf YouTube anhören ist auch gut zum Einschlafen. 😴

Stimmt. Oder einen Podcast. Es gibt ja auch welche mit eher monotonen beruhigenden Stimmen.

x 2 #7


Verzweifelt79
Zitat von Multiversum:
Da helfen dann wohl nur noch Schlaftabletten.

Ich habe es probiert, nicht mal die helfen. Ich werde müde, schlafe kurzzeitig ein und bin nach 2-3 Stunden wieder wach…
Ich verstehe nicht, warum mein Körper aktuell gar nicht zur Ruhe findet. Und dabei bin ich so unendlich erschöpft.

x 1 #8


Verzweifelt79
Zitat von Clumsy:
Helfen kann: Radikale Akzeptanz. Wenn Du sortiert hast, was alles Phase ist, kannst Du erkennen, was unabänderlich ist. Das hältst Du Dir vor Augen als unabänderlich, nimmst Gefühle wahr, die dazu hochkommen, lässt sie zu, benennst sie und lässt sie wieder gehen.

Ich kann es leider noch nicht akzeptieren. Ich arbeite aber daran. Wobei es verdammt schwer ist, da ich immer noch Hoffnung habe. Und das obwohl er gesagt hat, dass der Funke aus ist.

x 1 #9


Verzweifelt79
Zitat von Clumsy:
Vielleicht gelingt es Dir jetzt schon, Dich auf Dich selbst zu konzentrieren und einzulassen, Dir selbst wieder zu begegnen. Vielleicht drehst Du Dich auch noch zu sehr um das Erlebte vom letzten Mittwoch.

Leider dreht sich wirklich alles nur um die Trennung und ihn… Ich bekomme es einfach nicht aus meinem Kopf selbst wenn ich es versuche.
Aber danke für deine hilfreiche Antwort. Ich denke auf Dauer sind das sehr gute Tipps, die ich bestimmt versuchen werde umzusetzen.

x 1 #10


Sonnenschein85
Zitat von Verzweifelt79:
Leider dreht sich wirklich alles nur um die Trennung und ihn… Ich bekomme es einfach nicht aus meinem Kopf selbst wenn ich es versuche. Aber danke ...

Du musst auch verarbeiten. Deshalb sind die Gedanken langfristig sinnig. Ohne verarbeiten zieht sich alles. Und klar, leider kommen solche Gedanken meistens Nachts. Aber das wird besser werden..hab ein bisschen Geduld. 🍀

x 3 #11


Verzweifelt79
@Sonnenschein85 Danke. Ihr hier im Forum tut einem wirklich gut. Es reißt einen zumindest ein bisschen aus der tiefsten Verzweiflung

x 4 #12


Clumsy
Zitat von Verzweifelt79:
Aber danke für deine hilfreiche Antwort. Ich denke auf Dauer sind das sehr gute Tipps, die ich bestimmt versuchen werde umzusetzen.


Das Problem ist, dass "auf Dauer" ein ganz ungenauer Faktor ist und Du bis dahin, wenn Du es nicht schaffst, den Kreis zu unterbrechen, immer weniger Energie hast. Daraus können sich schwierige Sachen entwickeln.

Zitat von Verzweifelt79:
Ich kann es leider noch nicht akzeptieren. Ich arbeite aber daran. Wobei es verdammt schwer ist, da ich immer noch Hoffnung habe. Und das obwohl er gesagt hat, dass der Funke aus ist.


Akzeptieren bedeutet nicht, dass Du damit einverstanden sein musst. Du darfst es falsch finden, schlimm finden, traurig darüber sein. Das alles darf auch hochkommen und rausgelassen werden. Gut wäre, eine radikale Akzeptanz zu entwickeln: Es ist so, dass er Dir eine klare Ansage gemacht hat und Du darfst traurig darüber sein, aber trotzdem nach vorne gehen und Dich neu ausrichten.

Ich weiß, dass das schwer ist, manchmal die Antwort auf die Frage nach dem Wie fehlt, selbst, wenn man verstanden hat, dass man die Neuausrichtung umsetzen muss. Es fehlt an Kraft, an Energie, an Antrieb, vielleicht auch an Sinnhaftigkeit.

Aber es gibt kleine Sofortmaßnahmen, um das Nervensystem zu beruhigen. Ein paar habe ich Dir schon aufgezählt. Vielleicht probierst Du sie aus.

Wichtig ist dafür allerdings als Grundlage, dass Du für Dich etwas schaffen willst. Solange Du noch in dem Boot sitzt, das zurück möchte und jeden Blick nach vorne nicht aushalten kannst, wird es schwierig.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du es bald schaffst, den Blick nach vorn zu richten und dann langsam wieder zu Dir zu finden.

x 2 #13


M
Zitat von Verzweifelt79:
Wobei es verdammt schwer ist, da ich immer noch Hoffnung habe. Und das obwohl er gesagt hat, dass der Funke aus ist.



Aufmunternde Emojis

x 2 #14


M
Zitat von Verzweifelt79:
Was macht ihr wenn ihr nicht schlafen könnt und das Gedankenkarussell nicht aufhören will?

Ich mache nichts, sondern lasse es zu. Das Schlafverhalten mit schnellem Einschlafen, aber Aufwachen nach wenigen Stunden kenne ich auch von mir. Wenn man dann aufwacht, ist das Thema sofort wieder da.
Abwarten, es wird irgendwann besser, aber es schlaucht auch, weil man unter Umständen recht lange wach da liegt. Und wenn man dann wieder einschläft und der Wecker klingelt, ist man wie erschlagen.

Was auch helfen könnte. Evt. den Fernseher anmachen, wenn man alleine wohnt. Beim Fernsehen kann ich immer prima einschlafen oder auch ein Hörbuch zu hören, wäre einen Versuch wert. Oder die Gedanken mit der Hand niederschreiben.

Ich denke auch, dass es einfach ein Normalzustand in einer nevenaufreibenden Situation ist. Da sind die Stresshormone auf einem hohen Level und das macht sich bemerkbar, auch in Schlafstörungen und mentaler und körperlicher Erschöpfung. Aber man mss nicht dagegen arbeiten, denn der Körper holt sich im Endeffekt schon die Ruhe die er braucht. Von chemischen Einschlafhilfen würde ich Abstand nehmen, denn die betäuben nur. Man fällt dann in einen künstlichen Schlaf, der auch keine Erholung bringt. Allerhöchstens pflanzliche Wirkstoffe nehmen, aber die haben bei mir noch nie geholfen.

#15


A


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