Lieve
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ich versuche alles halbwegs sortiert nieder zu schreiben. Hoffe, es gelingt mir.
Ich bin 38 Jahre alt, alleinerziehende Mutter zweier Kinder. Hatte eine schlechte Kindheit und trotz Therapie deswegen immer noch Verlustängste.
Vor einem Jahr kam ein Mann in mein Leben. Er selber hatte eine ebenso schlimme Kindheit. Endlich konnte ich darüber reden und geredet haben wir viel. Direkt von Anfang an. Jeden Tag viele Stunden.
Wir kamen schnell zusammen und es fühlte sich so an als würden wir uns ewig kennen.
Leicht und unbeschwert war es jedoch nie. Er hatte zwei schwierige Beziehungen hinter sich und mir zum Vorwurf gemacht, ich wäre auch so. Wäre wie alle.
Er hat keinen Führerschein, deshalb bin ich die 120 km (einfache Strecke) stets gefahren um zu ihn zu kommen oder ihn zu holen. Er hat keinen Job da er große Probleme mit Versagensängsten und Autoritäten hat. Deshalb habe stets ich alles gezahlt.
Er hat auch Probleme mit Menschen. Fühlt sich dann unwohl und wird sehr kalt und hart. Deshalb bin ich stets überall alleine hin, hab den Umzug ohne seine Hilfe gemacht und ihn und seinen Sohn wann immer möglich zu Arztterminen begleitet.
Außerdem hat er einige körperliche Baustellen so dass er z.B. nicht lange laufen kann und so Spaziergänge nicht gehen. Dabei bin ich so gerne draußen unterwegs.
Ich weiss, hört sich alles nicht nach einer bereichernden Beziehung an. Aber trotzdem. Es tut so weh ihn los zu lassen.
Am Anfang war er oftmals total lieb. Leider auch unberechenbar. Das wurde immer schlimmer für mich da ich stets Angst hatte, dass er böse wird. Nie körperlich, nur diese Kälte und Abweisung, Vorwürfe. Immer wieder diese Vorwürfe, was ich falsch mache. So dass ich immer mehr das Gefühl hatte, ruhig zu sein. Mich "unsichtbar" zu machen. Wenn ich weinen musste, wurde er böse.
Ich weiss doch, es ist besser so.
Ich muss mein Selbstbewusstsein wieder auf bauen. Ihn loslassen und verarbeiten. Einsamkeit ist besser als das. Und trotzdem tut es so weh.
Danke für's Zuhören!