Hey erstmal vielen Dank für die netten Antworten, die mich nun doch ein kleines bisschen trösten konnten. So beschissen das klingt, ich bin froh, dass auch andere sowas erleben mussten. Ihr wisst, wie ich das meine. Hatte mir Donnerstag und Freitag frei genommen. Jetzt ist es drei Tage her, und der anfängliche Schock wandelt sich in eine Fülle von Gefühlen und noch mehr Gedanken. Der Post, der den Verlauf meiner Beziehung beschreibt ist wirklich schnell dahin geschrieben und beschreibt lange nicht alles. Auch klingt er an manchen Stellen vielleicht nicht so wie ich das eigentlich wollte - habe ihn halt in meinem Schockzustand geschrieben. Ich versuche mal, auf alle Posts zu antworten d.h. der Text wird ziemlich lang...
@heart
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leider sind die anfangs vorhandene euphorische gefühle des verliebtseins keine garantie, dass es auch für immer so bleibt...
wenn ich deine geschichte lese, finde ich, dass deine freundin doch nicht viel falsch gemacht hat, denn sie hat ihre interessen und bedürfnisse ernst genommen, und hat dir nichts vorgemacht. sie hat auch keine spielchen mit dir getrieben, und hat dich auch nicht belogen oder betrogen... sie war ehrlich und direkt zu dir, und das ist viel wert..
Du hast schon recht, sie hätte es anders rauslassen können. Aber sie ist von Grund auf ein lieber Mensch und wäre mir z.B. niemals fremd gegangen. Sie hat es mir ja oft gesagt, sie hätte ein Problem mit meiner Lebenseinstellung, aber ich habe es nie als so akut und wichtig empfunden, wie es sich letztendlich bei unserem Gespräch vor 4 Wochen herausgestellt hat. Wenn man in einer so engen und vertrauten Beziehung lebt, kann man sich irgendwie nicht im geringsten vorstellen, dass sowas mal alles beendet.
Zitat:
such dir prof. hilfe, damit du alles systematisch überdenken kannst, bevor du abrutschst vor lauter selbstmitleid...das ist nämlich die gefahr in so einer situation für jeden..
Über die "professionelle Hilfe" habe ich schon länger nachgedacht. Es war auch einer der Vorschläge, die ich ihr angeboten habe... z.B. in Paartherapie zu gehen. Eigentlich hab ich nie viel von Psychologen gehalten, hab einfach keine genaue Vorstellung davon, WIE sie mir helfen könnten. Naja, mittlerweile denke ich, ich brauch definitiv Hilfe, aber weiss noch nicht wo genau ich mich melden soll.
@hinkelstein88
Zitat:
„Frauen haben nicht ewig Zeit…“ Tja: Frauen WOLLEN und das ist Gesetzt.
Männer fordern (bestenfalls) – man könnte hierzu auch „erwarten“ sagen -, und das ist ebenfalls Gesetzt.
Ich habe eher noch den Eindruck, dass Männer - wenn sie sich denn richtig verlieben und drauf einlassen - mehr die Träumer sind, während Frauen rationaler an die Sache ran gehen. Ist aber auch nur mein subjektiver Eindruck.
Zitat:
Ego vs. Ego. Wie kann das Spiel ausgehen, wenn nicht wünschenswert unentschieden?
Ich glaube, daß, wenn die Beteiligte auf eine eigene, selbstbezogene Position beharren, nichts Positives entstehen kann. Immer wieder darf man lesen, hören, daß Eine/r etwas „für SICH SELBST“ hätte tun sollen. Ist da nicht unendlich Raum für Interpretation gegeben? Ist dies nicht ein Paradebeispiel dafür, daß die Schuld letztendlich nicht bei einem selbst liegt?
Das stimmt und im Nachhinein ist man immer schlauer. Und sie hat auch auf ihre Position beharrt, weil es das war, was sie wollte. Und das war wohl zu viel für mich. Ich erwartete nämlich, dass sie ebenfalls sichbar bereit ist, mit mir einen Kompromiss einzugehen. Sie wollte eine Form von "absoluter" Sicherheit, was ich ihr aber nie versprechen konnte. Genauso, wie ich mich zu wenig bewegt habe, war sie nicht genügend bereit, sich einfach mal drauf einzulassen und es zu versuchen. Hach, ist einfach schwer zu erklären und noch schwieriger zu begreifen, was da genau passiert ist.
Traurig ist, dass Trennungen nur selten von beiden Seiten ausgehen und es deshalb bei einem von beidem besonders weh tut. Ich weiss, dass sie auch darunter gelitten hat und leidet (?), aber sie fühlt jetzt wahrscheinlich zumindest eine Art von Befreiung, was ich leider nicht teilen kann. Ich fühle eine Mischung aus Selbstmitleid, Reue, Hoffnungslosigkeit und Wut.
@1234/Britta
Zitat:
Ich war geschockt, unendlich traurig und verzweifelt, wütend, entäuscht und und und.........
Wie heisst dieser Club in dem du bist?

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Irgendwann habe ich angefangen zu sehen, dass eine gewisse Eigenständigkeit noch gar nicht da ist, obwohl ich schon Kinder habe. Ich bin sehr früh mit meinem Ex zusammengekommen und wir haben beide viel gelernt in der Beziehung, aber die totale Selbstständigkeit ist an mir vorbei gezogen. Das hat mir große Angst beschert zu Beginn.
Vielleicht hat das mit der Eigenständigkeit einfach auf sich warten lassen, weil es uns zu gut ging. Wenn alles ok ist, fällt es schwer, sich zu bewegen. In meinem Fall hatte ich zwar im Laufe der Beziehung 3 oder 4 mal Streit wegen dem Thema, hab dann auch gewisse Zugeständnisse gemacht, aber dazwischen war ja alles super. Die Geborgenheit der Beziehung war bei mir stärker als meine Unzufriedenheit in Bezug auf meine Eigenständigkeit oder das Fehlen derselben.
Zitat:
Mittlerweile bin ich froh, das mir das Ganze mit 31 passiert ist, denn jetzt habe ich alle Zeit der Welt, das Alles noch in die Richtigen Bahnen zu lenken. Stell dir mal vor soetwas passiert dir mit 45 oder 50, dass stell ich mir schon noch mal ne Nummer härter vor.
Oh Mann, und ich mach mir Sorgen, weil ich "schon" 26 bin! Ja, du darfst jetzt lachen

Zitat:
Jetzt laufen deine Gedanken gerade Amok und deine Realität ist wahrscheinlich ganz schön verschoben, das wird auch sicher noch eine Weile so bleiben
"Verschoben" würd ich das nicht nennen. Bin eher so in einem Zustand, in dem ich es noch nicht richtig realisiert habe, dass alles vorbei ist. Dazu gesellt sich allmählig eine fürchterliche Einsamkeit. War gestern in der (kleinen) Stadt, wo sie wohnt (und ich arbeite), und es hat sich so unglaublich leer angefühlt. Als würde ich durch eine völlig Fremde Gegend fahren. Ekelhaftes Gefühl

@wiesenstolz
Es ist schön, von jemandem zu hören, der praktisch "die andere Seite" gelebt hat. Tut mir Leid für dich, dass du unter jemanden leiden musstest, der so ähnlich war wie ich. Ich würde das ja auch meiner Ex (an das Wort muss ich mich echt noch gewöhnen) sagen, aber dafür habe ich zu viel Wut im Bauch. Vielleicht waren unsere Beziehungen von Anfang an zum scheitern verurteilt, da es sich um eine Verschiedenheit handelt, die auf dauer einfach keinen Kompromiss zulässt?
Ich habe bei mir selbst gemerkt, dass Veränderungen immer in Schüben kommen, selten in kleinen Schritten. Menschen wie ich "brauchen" vielleicht Katastrophen, damit sie den nächsten Schritt in ihrem Leben schaffen. Vielleicht kann mir ein Psychologe dabei helfen, kleinere Schritte zu machen.
Zitat:
Vielleicht wäre das ja ein Zeichen, welches Du setzt, um Ihr zu zeigen, daß Du bereit bist, etwas zu ändern.
Meinst du, ich sollte mir tatsächlich noch Hoffnungen bei ihr machen?
@-niemand-
Ich werde versuchen, deine Ratschläge in Sachen Freunde zu befolgen. Habe auch keinen Bock, hier zu versauern. Das war bei meiner ersten Beziehung so. Leider wird mir erst jetzt klar, dass ich meine Freundschaften nicht genug gepflegt habe. Jetzt wo ich sie brauche, bleiben nur noch ein paar übrig. Doch ich habe Skrupel, denen zu sehr auf die Nerven zu gehen.
Zitat:
In so einer Situation ist guter Rat teuer.
Ich bin Dankbar für die Zeit, die sich Menschen hier nehmen, um sich meinen Mist anzuhören. Das reicht schon dicke. Mehr kann ich hier nicht verlangen.
Zitat:
Gefährlich ist die Zeit, in der man "nichts zu tun" hat und die Gedanken einen auffressen. Das ist als "Verarbeitung des Erlebten" gut und wichtig, darf aber nicht Überhand nehmen.
Hmm im Moment denke ich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen ununterbrochen an sie. Ich kann es einfach nicht abschalten. Gestern war ich mit einer Freundin im Kino, was mich aber nicht wirklich ablenken konnte. Ist so als wäre ich grad auf Entzug nach jahrelanger Abhängigkeit von einer starken Dro.. Alles dreht sich um sie. Es gibt keinen Gegenstand, der mich nicht an sie erinnert, keinen Ort, keine Musik. Selbst Computerspiele haben wir zusammen gespielt.
@Efeu:
Ich verstehe natürlich, dass du Wut im Bauch hast, wenn du selber schlechte Erfahrungen mit jemandem "wie mir" gemacht hast. Nur habe ich deinen Post so gar nicht als Hilfe oder Aufrütteln empfunden, sondern vielmehr als Faustschlag in eine grosse, offene Wunde. Im Moment es mir einfach nicht möglich, das nicht persönlich zu nehmen.
Könnte es sein, dass du vielleicht ein wenig zu viel von deiner eigenen Erfahrung in meine Beziehung rein interpretierst? Ich kenne zwar deine Geschichte nicht, aber es macht für mich ein wenig den Eindruck.
Zitat:
hm, du hattest einen schei. Tag wolltest Trost.
ok, das sollte eine Beziehung schon leisten können. Aber das muss dann auf Gegenseitigkeit beruhen.
Meine Freundin hatte auch schon beschissene Zeiten, in denen ich ihr immer zur Seite stand und ihr Trost gegeben habe. Ich glaube nicht, dass ich ihr zu wenig Trost gespendet habe. Aber mir ging es in letzter Zeit zu oft schlecht, so dass da am Ende wohl ein Ungleichgewicht war und sie war tatsächlich überfordert. Das hat sich aber auch gegenseitig aufgebaut: sie war unzufrieden und hat ständig an mir genörgelt, wodurch ich wiederum unzufriedener wurde usw.
Zitat:
Das das ihr Vertrauen in eine engere Beziehung zu dir mit gemeinsamer Wohnung nicht gerade bestärkt hat, ist also nachvollziebar.
Klar ist das nachvollziebar. Aber ich habe es immer als so einseitig empfunden. Immer musste ich beweisen und zeigen und machen. Ich wollte, dass wir beide den Schritt machen und dass sie mir einfach vertraut und es versucht. Hey, andere Paare ziehen auch direkt zusammen. Da muss nicht der eine dem anderen erstmal ein halbes Jahr lang zeigen, dass er/sie auch alleine wohnen kann. Sowas gibt sich doch von selbst. Jedenfalls ist das meine Einstellung. Ich weiss, dass sie (und du) da völlig anders denken.
Zitat:
Es kann natürlich sein, das du gerade jetzt (warum eigentlich plötzlich? )an dem Punkt gewesen wärest, an dem du dich um 180 Grad gewendet hättest und zu einem selbständigen, verantwortungsvollen Verhalten gefunden...
Warum gerade jetzt? Dazu habe ich weiter oben eine Theorie..
Zitat:
Menschen sind nicht so verschieden und du erinnerst mich an jemanden, der leider ganz ähnlich drauf ist.
Doch, Menschen sind schon ziemlich verschieden. Ihr Verhalten entsteht durch eine unüberschaubare Fülle von Erfahrungen und erst, wenn man einen Menschen richtig gut kennt, kann man erahnen, warum er gerade so handelt und nicht anders. Meine Freundin hat mir mal etwas wichtiges beigebracht, nämlich dass man immer versuchen muss, eine schlechte Handlung nicht mit einem schlechten Menschen zu verwechseln. Und nachdem ich deinen Post gelesen hatte, fühlte ich mich als Mensch angegriffen (geht jetzt aber besser

). Wie gesagt, ich nehme mir nicht raus, alles "richtig" gemacht zu haben, doch dein Post sprach glaube ich nicht wirklich nur von mir.
Nochmal Danke für all eure Antworten und auch dass ihr bis hier gelesen habt (was für ein lange Post)
