chrisWalken
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Fast 3,5 Jahre waren wir zusammen und jetzt ist alles auf einmal weg. Es war eine verdammt schöne Zeit, in der wir beide enorm viele Erfahrungen und Erlebnisse geteilt haben. Genau das ist es, was momentan am meisten schmerzt. Ich verbinde eigentlich alles, was ich in den letzten Jahren erreicht hab mit ihr: Den Abschluss meiner Diplomarbeit, den Einstieg in meinen Job, da war sie immer dabei und hat mich unterstützt. Die Umsetzung eines großen kreativen, für mich sehr bedeutenden Projekts, an dem sie auch mitgearbeitet hat. Die ganzen Reisen in ferne, exotische Länder oder heimische Erkundungen (Erinnerungen, die mir heute noch Gänsehaut bereiten), all das haben wir zusammen gemacht. Die Wohnung, in der ich lebe...sie hat mich dazu bewogen endlich aus dem Elternhaus auszuziehen, wofür ich ihr letztlich natürlich auch dankbar bin. Meine Leidenschaften wurden ihre Leidenschaften und umgekehrt...
Ich verbinde SO viel mit dieser Frau, dass es einfach nur unfassbar schmerzt. Es ist so, als würde ein Teil von mir abgebrochen sein...vor zwei Wochen waren wir noch gemeinsam im Urlaub und der Gedanke morgen wieder arbeiten zu gehen und zu wissen, dass sie nicht mehr an meiner Seite ist, ist unvorstellbar. Zudem besteht auch noch das (eher kleine) Risiko, dass wir uns auf der Arbeit begegnen (sie hat kurz nach mir dort auch einen Job gekriegt, allerdings in einer anderen Abteilung).
Kennen gelernt haben wir uns bei einem Filmprojekt eines Freundes, an dem wir beide beteiligt waren. Wir haben beide studiert als wir uns kennenlernten, sie zwei Semester unter mir. Sie hat aber schnell abgebrochen und einen Job bei meinem Arbeitgeber gekriegt, bei dem ich zu dieser Zeit noch meine Diplomarbeit geschrieben habe. Wenn ich an ihre alte Wohnung denke, in der wir zu dieser Zeit oft waren, dann kommt es mir vor wie vor Ewigkeiten (sie ist 2013 dann umgezogen).
Grundsätzlich wird mir momentan die Größe der Beziehung bewusst...ich hab das Gefühl, dass so ein Berg auf mich zurollt, den ich gar nicht verarbeiten kann. Gestern hab ich mich einfach nur aufs Bett fallen lassen und losgeheult, weil ich es nicht fassen konnte.
Dabei habe ich während der ganzen Beziehung mit einer Endlichkeit durchaus gerechnet, vielleicht weil ich in der Beziehung davor, die nur ein halbes Jahr ging, schon bitter auf die Schnauze gefallen bin und lange leiden musste. Halbes Jahr…ein Witz gegen das, was jetzt auf mich zurollt. Jedenfalls habe ich mich nie gefragt, wo wir vielleicht in zwei/drei Jahren sind und wie wir wohnen, habe stattdessen im Jetzt gelebt und es genossen. Ich muss auch gestehen, dass es bei mir Punkte gab, Fantasien, wo ich dachte ich beende die Beziehung. Nach zwei Jahren fühlt man halt anders zu dem Partner, und ich hatte ab und an nochmal das Bedürfnis eine „frische Liebe“ zu fühlen. Aber das waren nur vorübergehende Gedanken, letztlich war ich glücklich mit dieser Frau.
Nichtsdestotrotz hatten wir Streitereien: Ein großes Problem für sie war die Tatsache, dass ich noch bei meinen Eltern wohnte (was sich vor einem Dreivierteljahr erledigt hat). Da ich erst mal komplett alleine leben wollte, um richtig selbstständig zu werden habe ich mir auch zunächst eine Einzelwohnung besorgt, was sie eingesehen hat.
Die Hauptgründe für das Beziehungs-Aus sind offenbar jedoch andere:
Zum Einen ist sie halt ein Mensch, der seine Karriere im Voraus gut plant. Und so stand für sie schon länger im Raum nächstes Jahr ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen und danach nochmal zu studieren. Sie hat Anfang des Jahres lange nach einem Studiengang gesucht und überlegt ob sie wirklich ins Ausland gehen soll, zu diesen Plänen stand ich sehr passiv (als jemand, der im Jetzt lebt). Dass ich mich da so wenig einbringe, hat sie verletzt und das kann ich auch verstehen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir ein intensives Gespräch darüber und ich habe mich letztendlich mehr eingebracht.
In dem Kontext war auch die Entscheidung ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen offenbar eine Entscheidung gegen die Beziehung, so hat sie es jedenfalls gestern formuliert. Dabei haben wir schon oft darüber gesprochen, dass ich sie besuchen komme usw.
Ein anderer Grund ist der Verlust ihres Vaters vor 4 Jahren, der sie (nachvollziehbarerweise) auch heutzutage noch des Öfteren mitnimmt. Ich versuchte immer mein Bestes sie zu unterstützen und zu trösten. Sie wusste es immer sehr zu schätzen, doch war ihr das letztendlich offenbar nicht genug.
Genauere Gründe weiß ich leider nicht, ich war gestern so perplex, dass ich einfach erst mal zurückgefahren bin.
Die Beziehung war echt so gut wie perfekt. Wir haben uns beide unsere Freiräume gelassen, haben viel mit anderen unternommen und uns umso mehr auf ein Zusammensein gefreut.
Aber offensichtlich waren wir in unserem Umgang mit der Zukunft zu unterschiedlich. Dabei wäre ich gerne auch jemand, der mehr plant (weil ich auch vorhabe, noch mal was anderes zu studieren). Sie hat mich da auch immer unterstützt, war quasi die einzige. Das fällt jetzt auch weg.
Meine Passivität in bestimmten Dingen hat sie vermutlich am Ende unglücklich gemacht.
Ich merke, dass ich das alles immer noch nicht völlig realisiere. Eben war sie bei Facebook online und für die erste Millisekunde dachte ich: Ah cool, erst mal anschreiben wie es ihr so geht (so wie immer halt).
Ich schwanke gerade zwischen den unterschiedlichsten Gefühlen: Völlige Abhängigkeit von ihr, die Ohnmacht angesichts der zurollenden Verlustbewältigung, Hoffnungen auf eine eventuelle Versöhnung, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit, aber auch die Möglichkeit einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und sich vielleicht wieder „frisch zu verlieben“ (wobei daran momentan gar nicht zu denken ist).
Sorry für den langen Text, musste gerade mal alles runterschreiben. Aber ich bin gerade so dermaßen hilflos...