Trennung im Januar vollzogen - Kein Land in Sicht

Tilted

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Hallo Forum,

meinen besten Freund will ich nicht nur noch mit meinen Problemen überfrachten, deshalb kotze ich mich hier auch mal aus.

Wie im Titel geschrieben: Anfang Januar habe ich(33) mich nach knapp 5 Jahren von meiner Freundin(28) getrennt. Ein halbes Jahr davor war ich kurz davor, habe es aber dann doch nicht durchgezogen. Die Gelegenheit war gut, denn sie ist bei mir in der Gegend (französische Schweiz) nie wirklich sozial oder beruflich angekommen. Also haben wir (ohne ausgesprochenen Trennungsgedanken) gefunden, dass sie doch erstmal wieder nach Deutschland zieht. Nach 2 Wochen ohne sie war ich mir absolut sicher, dass das eine Trennnung der besten Entscheidungen wäre.
Meine Hauptgründe: ich konnte mich ihr gegnüber nicht mehr öffnen, ihre extremen Stimmungsschwankungen, keinerlei Antrieb etwas an ihrer Arbeitslosigkeit zu ändern oder die Sprache zu lernen, ihr Hang zum Messie sein. Wir haben in getrennten Zimmern geschlafen da sie meinte nur nachts sinnvoll an ein paar kleinen freelancer-Sachen arbeiten zu können. Trotzdem auch keine körperliche Anziehung mehr und quasi keine Intimität. Für mich war klar, dass ich nicht mehr mit ihr zusammenwohnen will.
Da sie nun 1100 km mit einer sehr schlechen Anbindung entfernt wohnt, habe ich es per Telefon gemacht. Ich hab nur die nötigsten Dinge genannt und war ziemlich angespannt. Ich hatte überhaupt keine Ahnung wie sie reagieren würde, sie hat ein extremes Temprament.
Sie war aber ziemlich gefasst und sah das wohl ähnlich dass die Fernbeziehung auf unbestimmte Zeit nichts ist. Ja schon fast dankbar, dass ich diese undankbare Aufgabe übernommen habe. Ich war eigentlich nie eifersüchtig und hab ihr Verhältnis zu einem (entfernten) Bekannten von mir nur freundschaftlich gesehen. Eine ihrer ersten Reaktionen war "mh, wie bringe ich das meinen eltern und x bei" Schon verstörend. Ich war wohl nicht der einzige, der sich vorher schon emotional abgekapselt hat. Ich hab geantwortet das sei ihr B. und erstmal den Kontakt vermieden. Als ich ihr 3 Wochen später ein paar Kisten auf knapp der halben Strecke übergeben hab, hab ich vorher völlig dicht gemacht und das ganze war in 5 Minuten erledigt. So weit so gut. Solange ich nichts von ihr gesehen oder gehört habe ging es mir auch ok und ich bin ausgegangen wie lange nicht. Dank neuer, zentraler Wohnung geht das auch richtig gut. Eine aufgestaute Affäre (gelegentlich anziehung während der Beziehung, aber nie vertieft) besucht und festgestellt, dass ich auch guten S. ohne sie haben kann.
Bis hierhin lief alles nach Plan. Mitte Februar haben wir uns dann auf einer Party gesehen, dummerweise die von meinem besten Freund sonst wäre ich evtl nicht hingegangen. Wir haben dann erst etwas geredet, uns unsere neue Freiheit um die Ohren gehauen und den Abend relativ nah, kuschelig(ohne Küsse oder mehr) zusammen verbracht. Zu dem Punkt hatte ich die Einsicht dass wir uns verstehen wie seit Jahren nicht, ohne diese verbindliche Beziehung. Zeitgleich kam auch die Erfahrung, dass es mir zum ersten mal etwas ausmacht, wenn sie S. mit anderen hat oder nur Zuneigung emfängt. Da ging die große Kluft zwischen Verstand und Emotionen auf. Auf einmal war der Wunsch nach nochmal S. mit ihr da und ich hatte überhaupt das erste mal richtig negative Gefühle mit dieser Trennung. Aber ich befürchte das wäre früher oder später genau so passiert wenn wir uns gesehen hätten. Wieder die Kluft: ich wiell sie auf keinen Fall zurück, aber der Schmerz sobald ich mitbekomme (ich blocke sie so gut ich kann, aber es gibt noch ein gemeinsames Forum wo ich sie blocke, was aber nichts hilft wenn sie jemand zitiert), dass sie irgendwie spaß hat wird nicht besser. Mit Meditation kann ich mich immer wieder auf den Boden zurückholen, aber es vergeht immer zeit, bis ich mir diese halbe Stunde nehmen kann. Und selbst danach ist es nicht wirklich weg, nur besser.
Ich arbeite so gut es geht an meinem Selbstwertgefühl, aber die ganze Sache scheint viele alte Wunden aufzureissen. Aber auch das musste wohl kommen, ich glaube das ist besser als es in die nächste Beziehung zu tragen.
Die schlimmste Bauchlandung hatte ich mit einem Lied das ich bisher nicht kannte. Nur eine Zeile daraus trifft genau den Nagel auf den Kopf ('I had to let you go, to find my way back home') und schickt mich immer wieder in Heulkrämpfe. Ich meide es seitdem, ich will mich nicht überfordern. Zusätzlich zum Ausgehen ziehe ich endlich Kraftstport wieder mehr durch und hab mit Improv-Theater angefangen. Meine Woche ist wirklich gut gefüllt und nur wenn mich irgendwas von ihr erreicht was über sachliche Kommunikation (Schulden bei mir, Krankenkassen-Abrechung von kurz vor der Trennung) hinausgeht kommt immer wieder dieser dumpfe Schmerz. Auf richtiges Dating habe ich noch nicht wirklich lust. Auf Nähe schon. Allerdings ist eine Bekannte, die ich erst seit kurzem richtig interessant finde, in die Nähe gezogen. Sie hat allerdings auch gerade erst ihre FwB-Entferungsgeschichte beendet. Und ich weiss nicht ob ich gerade auf dem Weg in die Friendzone bin. Naja, das ist (eigentlich) ein getrenntes Thema. Sie ist mir auch zu wichtig um sie nur als Aufarbeitung zu benutzen. Scheinbar stecke ich ja noch mittendrin wenn ich immer wieder so tief falle. Naja, ich glaube ich habe das meiste abgedeckt.

tl;dr: Schluss gemacht, plötzlich Schmerz, will sie aber nicht zurück.

01.04.2014 16:14 • #1


reader


Es geht Dir nicht um Sie, sondern um Dein Selbstbewu0tsein. Es geht ihr wieder gut und sie braucht Dich nicht mehr. Soetwas kann sehr schmerzhaft sein.
Es ist aber keine Liebe. Das klingt nach altem Vertrautheitsgefühl ihr gegenüber, welches sie aber nicht mehr mit Dir teilen will. Das ist ihr Recht!
Sie hat jetzt Spaß an ihrem Leben, auch ohne Dich!
Das sollte man ihr gönnen, nachdem Du sie so emotionslos hinter Dir gelassen hast.

01.04.2014 16:25 • #2


Tilted


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Korrekt. Mein Verstand sieht das exakt so. Irgendetwas anderes in mir (noch) nicht. Das ist das unangenehme.

Edit: Die davor, meine erste ernsthafte Freundin die die Sache auch beendet hat, hat sich komplett aus allen Kreisen über die ich sie kennen könnte herauskatapultiert. Da war das Ende wirklich abschließend und der Schmerz sehr viel überschaubarer. Der Erstkontakt mit der Efahrung macht es wahrscheinlich nicht besser.

01.04.2014 16:40 • #3




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