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Trennung in gemeinsamer Wohnung

Therias

Therias

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Guten Morgen zusammen,

Ich bin der Nils, 32j., habe 2 Kinder(4j und 7 Monate).

Nach 10 Jahren Beziehung und knapp 3 Jahren Ehe hat sich meine Frau vor 2 Wochen von mir getrennt. Eigentlich möchte ich die Ursachen hierfür gar nicht erläutern, sondern vielmehr um Rat bitten wie ich mit dieser speziellen Situation zurecht kommen soll.

Auch wenn es mir den Boden unter den Füßen weg riss, so war es doch irgendwo eine Trennung im Guten. Sie hat mich noch unwarscheinlich doll lieb, aber keine romantischen Gefühle mehr für mich. Wir wohnen eben noch zusammen und das wird noch lange so sein, denn für eine eigene Wohnung habe ich Aktuell kein Geld. Für den kleinen Sohn stehen auch noch 2 Monate Elternzeit an für mich.

Ich habe gute und schlechte Momente. Manchmal führe ich mir vor Augen, was alles schlecht lief und wieso ich so verletzt bin. Dann geht es mir irgendwie besser. Dann kommt diese tiefe Traurigkeit wieder und ich weis nicht wohin mit mir.

Wie kann ich noch(ich sage mal ein Jahr) solange mit Ihr unter einem Dach leben, ohne wahnsinnig zu werden?

Ich möchte so gerne wieder glücklich sein, die leere in mir mit Dingen füllen die mich ausmachen. Wie finde ich einen Weg dorthin, mich nicht mehr zu fühlen als würde ein Teil meiner Persönlichkeit weggebrochen sein?

Danke vorab.

27.01.2020 08:37 • #1


unbel Leberwurs.


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Warum geht Deine Frau nicht, wenn sie die Beziehung beendet?

Wohnt ihr zur Miete oder im Eigentum?

27.01.2020 08:41 • #2


Trampel


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Hi Nils
Mir geht es von der Gefühlslage vielleicht ähnlich wie dir. Auch mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen als meine Ex mir vor vier Wochen das Aus verkündete. Bei der Beschreibung der Gefühle finde ich mich voll wieder. Auch jetzt noch hat es sich kaum gebessert.
Was ein Stückchen geholfen hat sind ein guter Freund mit dem ich täglich mindestens im schriftlichen Kontakt war, Arztgespräche (Hausarzt und Psychiater) und ein paar Tabletten, die zumindest die emotionalen Spitzen wegkappten. Nur ist dies natürlich keine Dauerlösung. Man muss allein schon für die Kinder weiter funktionieren. Nützt nichts. Auch hilft es vielleicht sich hier im Forum umzusehen und ein paar "Mutmacher" Threads zu lesen.

Wir hatten nach ungefähr 14 Tagen ein Gespräch mit einer Mediatorin / Familientherapeutin, um jemanden Unparteiliches dabei zu haben, der unser Gespräch führt, so dass wir nicht in die immer gleichen Schleifen, Vorwürfe, Beleidigungen etc verfielen und mal voran kamen. Die Themen Wohnsituation und Unterhalt konnten wir in beidseitigem Einverständnis lösen. Auch haben mir Gespräche mit der ansässigen Lebensberatung geholfen. Die konnten mir zu vielen Fragen weiter helfen. Vielleicht gibt es sowas auch bei euch oder einen sozial psychologischen Dienst. Dein Hausarzt kennt bestimmt erste Anlaufstellen.
Edit: Sorry ich merke grade, dass ich am eigentlichen Thema der Wohnsituation vorbeigeschrammt bin. Deine Beschreibungen der Emotionen hatten mich dazu geführt. Aber im Kern wollte ich sagen, dass ihr euch jemanden Unparteiliches suchen solltet, der mit euch die Situation durchspricht und Lösungen erarbeitet.

27.01.2020 09:10 • #3


Therias

Therias


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Zitat von Trampel:
Hi Nils Mir geht es von der Gefühlslage vielleicht ähnlich wie dir. Auch mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen als meine Ex mir vor vier Wochen das Aus verkündete. Bei der Beschreibung der Gefühle finde ich mich voll wieder. Auch jetzt noch hat es sich kaum gebessert. Was ein Stückchen geholfen hat sind ein guter Freund mit dem ich täglich mindestens im schriftlichen Kontakt war, Arztgespräche (Hausarzt und Psychiater) und ein paar Tabletten, die zumindest die emotionalen Spitzen wegkappten. Nur ist dies natürlich keine Dauerlösung. Man muss allein ...


Hey Trampel, danke für die Antwort! Und mein sehr aufrichtiges Beileid zu deiner Situation, das war sicher schwer... bei uns ist es wie gesagt nicht so, dass wir uns oft in den Haaren haben. "Leider" verstehen wir uns recht gut, was es mir irgendwie auch nicht leichter macht, da ich manchmal das Gefühl habe, es nimmt sie überhaupt nicht mit.
Ich wollte heute beim Family Service unserer Firma anrufen, die bieten eine Menge Beratunsgleistungen an.

Ich hoffe das beste für mich, für dich.

27.01.2020 09:27 • #4


Balko43


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Hi Nils,

es ist für jeden schwierig, wenn der Partner eine Beziehung beendet. Insofern kann ich Deine Gefühlslage gut nachempfinden. Bei mir ist es im Oktober 19 passiert.

Zum eigentlichen Thema:

Zitat von Therias:
Wir wohnen eben noch zusammen und das wird noch lange so sein, denn für eine eigene Wohnung habe ich Aktuell kein Geld.


Das ist eigentlich die übelste aller Trennungssituationen. Sie hat sich erklärt, Du hängst eigentlich an ihr. Der Kinder wegen lässt sich Kontakt sowieso nicht vermeiden aber zusammen wohnen ist sehr übel. Zum einen wird sie nicht feststellen können, ob sie Dich vermisst, zum anderen bist Du immer wieder mit ihr konfrontiert.

Diese Situation solltest Du, wie auch immer, ändern. Zu Deinen Eltern gehen, zu Freunden oder Hilfe in einer Beratungsstelle suchen. Eventuell steht Dir ja auch finanzielle Hilfe zu.

Ich wünsche Dir erstmal Kraft und Erfolg bei der Wohnungssuche und drücke Dir die Daumen, dass Du schnell mit der Situation zurecht kommst.

27.01.2020 09:48 • x 1 #5


Catlady


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Hallo, Nils!

Du hast mein vollstes Mitgefühl! Ich habe es gerade auch erst hinter mir, nur dass wir keine Kinder haben. Und mein Mann sich längst in eine andere verliebt hatte. Trotzdem wollte er zuerst weiter mit mir zusammen wohnen. Wir haben uns auch immer super verstanden, weshalb ich selbst von einer Trennung abgesehen habe, obwohl auch ich nicht mehr wirklich glücklich war.

Wie auch immer, nach 6 Wochen ist mein Mann dann doch ausgezogen. Zuerst angeblich vorübergehend in eine Ferienwohnung. Dann 2 Wochen später an Silvester zu seiner Neuen, deren Mann auch gerade erst allein in das gemeinsam gebaute Haus in einer anderen Stadt gezogen ist. Ich war am Boden zerstört. Ihn aber immer sehen zu müssen und zu wissen, dass er lieber bei der anderen wäre, hat mich kaputt gemacht. Erst vor 2 Tagen hat er endgültig seine ganzen Sachen abgeholt. Trotzdem besteht noch Kontakt, weil soviel geregelt werden muss und wir 2 Pferde im selben Stall haben. So sehr ich ihn vermisse, so übel ist es für mich, Kontakt zu ihm zu haben. Es geht mir besser, seit er weg ist. Nicht gut. Es ist ja alles noch frisch und muss heilen. Aber zusammen zu wohnen, lässt die Wunde ewig bluten. Und meine finanzielle Situation ist auch eher bescheiden.

Mit Kindern ist natürlich alles viel schwieriger. Da kann ich dir leider nichts zu raten. Aber diese Situation noch ein ganzes Jahr aushalten? Das würde ich dir nicht empfehlen. Obwohl es mir auch nicht wirklich zusteht, das beurteilen zu können. Aber du hast ja gefragt. Wenn sie weg will, soll sie halt ausziehen. Und du kannst dann schauen, wie du deine finanzielle Situation stabilisieren kannst. Der Kontakt wird durch die Kinder ohnehin bleiben. Aber tu dir das nicht weiter an! Schütze dein Herz! Ich wünsche dir, dass sich alles sehr bald irgendwie zum halbwegs Guten für dich löst!

27.01.2020 10:20 • x 1 #6


Therias

Therias


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@Catlady

Das tut mir so leid, sowas zu hören schmerzt mich. Warum macht man sich so verrückt, wenn doch der oder die andere sich nicht mehr interessiert für einen selbst? Ist schon seltsam alles.

Ich weis das es für mich aus Selbstschutz das beste wäre. Leider habe ich auch dauernd noch kleine Hoffnungen... sowas wie: wenn ich weg bin, wird Sie mich vermissen und merken, was Sie verloren hat.

Ich versuche es zu akzeptieren, aber mein Hirn will mir immer wieder diese Streiche spielen...

Ich kann es den Kindern einfach nicht antuen zu gehen, noch nicht. Auch wenn ich weis, es wäre das Beste... statt dessen waren wir wie eine glückliche Familie gestern zusammen auf dem Spielplatz, danach einkaufen. Es fühlte sich kurz so an, als wäre alles wie früher. Aber das ist es nicht... nächsten Sonntag gehen wir schwimmen mit den Kindern... auch dann wird es sich ein Stück weit wie früher anfühlen. Was das mit mir machen wird? Ich weis es einfach nicht. Sie ist so abgeklärt, als wäre es für sie so normal...

Wie hältst du dich abgelenkt? Fühl mich dann immer komisch auch anderer Leute Leid zu lesen, und würde dann gerne selber trösten.

27.01.2020 10:35 • #7


Benita

Benita


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Zitat von Therias:
Manchmal führe ich mir vor Augen, was alles schlecht lief und wieso ich so verletzt bin. Dann geht es mir irgendwie besser.
Dann kommt diese tiefe Traurigkeit wieder und ich weis nicht wohin mit mir.

Wie kann ich noch(ich sage mal ein Jahr) solange mit Ihr unter einem Dach leben, ohne wahnsinnig zu werden?

Ich möchte so gerne wieder glücklich sein, die leere in mir mit Dingen füllen die mich ausmachen. Wie finde ich einen Weg dorthin, mich nicht mehr zu fühlen als würde ein Teil meiner Persönlichkeit weggebrochen sein?

Hallo Nils
du wirst noch eine Zeit brauchen um die Trennung zu akzeptieren unter den gegebenen Umständen ist es auch schwer den nötigen Abstand zu finden, du bist ja ständig im Geschehen und erlebst Dinge mit, die du eigentlich so nicht willst.
Entscheide dich dafür dich auch den Anteilen deiner Persönlichkeit zu öffnen, die dir zu einer besseren Befindlichkeit verhelfen, nutze deine Ressourcen dafür, welche sind es ? Worauf kannst du zurückgreifen ? Wofür kannst du dankbar sein ? Wie sieht es aus mit Bewegung, die dir helfen kann Spannungen abzubauen ? Musik ? Entspannungsbad mit 500 g Meersalz oder 100 g Natron ? Gesunde Nahrung die dir auch zur Entsäuerung hilft zu dir nehmen ? Mache all das, was dir gut tut.
Reichlich Wasser trinken, damit Giftstoffe ausgespült werden können, denn Stress trägt zur Übersäuerung des Körpers bei - all das kann helfen dich besser zu fühlen und dein vegetatives Nervensystem ins Gleichgewicht zu bringen und zu halten.

Wenn irgendwie möglich versuche dir ein Zimmer zu nehmen, z.B. in einer WG oder eine kleine Wohnung, dir muss soviel gelassen werden, daß du angemessen Leben kannst, es gibt Sozialwohnungen/Wohngeld/ Aufstockungen mit Sozialgeldern falls deine Einkünfte nicht ausreichen.

Gehe gut mit dir um, habe Verständnis für deine Gefühle, nehme sie an, lasse sie zu, akzeptiere sie und gebe dir das, was du brauchst damit du dich getröstet und gestärkt fühlen kannst.

Alles Gute !

27.01.2020 10:50 • #8


meineMeinung


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Zitat von Therias:
Was das mit mir machen wird? Ich weis es einfach nicht. Sie ist so abgeklärt, als wäre es für sie so normal...


Es ist schwierig, sich in deine Situation hinein zu versetzen, ohne den Grund für die Trennung zu kennen.

27.01.2020 12:01 • #9


Therias

Therias


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Ich habe gestern nach einem Nervenzusammenbruch bei der Arbeit sowie einer Panikattacke später im Einkaufszentrum, mit kurzem Klinikaufenthalt, meine Sachen gepackt. Ich bin nun zum Übergang bei einem Freund und werde nun von Tag zu Tag sehen wie es weiter geht. Es stimmt schon, anders würde mein Herz nur weiter bluten...

Danke fürs Zuhören an alle... weitere Bewältigungstipps nehme ich gerne an.

LG Nils

28.01.2020 09:11 • x 2 #10


Trampel


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Hi Nils
Wenn du einen kurzen Klinikaufenthalt hattest werden dir die Ärzte bestimmt etwas verschrieben haben, um die Situation für dich halbwegs aushaltbar zu machen.
Vermeide Streitgespräche oder blöde Sprüche vor den Kindern (da habe ich mein Problem leider mit) und sucht euch jemanden der euch kurzfristig gemeinsam professionelle Hilfe geben kann. Solche Leute sind Gold Wert in diesen Situationen.
Themen wie Wohnsituation und der Umgang miteinander sollten jetzt geklärt werden.
Und versuch dich zu erden, dass du runter kommst und diese emotionalen Spitzen weg sind.
Halte durch, in einem Monat sieht die Welt vielleicht schon wieder ein kleines Stück erträglicher aus.

28.01.2020 09:46 • x 2 #11


Therias

Therias


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Ich bin jetzt knapp 2 Wochen raus aus der Wohnung. Es geht mir besser, aber nicht toll.
Ich kann aber jedem in ähnlichen Situationen nur raten: RAUS DA!

Der Abstand tut gut. Ich habe immer noch schlimme Tage oder Momente, aber ich habe auch solche, in denen ich fröhlich an meine eigene Wohnung denke, wenn ich denn irgendwann eine habe. Und denke öfter mal positiv an die Zukunft...

LG Nils

10.02.2020 22:09 • x 1 #12


Trampel


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Freut mich zu hören, habe heute noch an dich gedacht und mich gefragt wie wohl der Stand ist.
Meine Ex hat seit ein paar Tagen auch ihr eigenes Reich. Eben war sie noch hier und hat wieder Sachen abgeholt.
Es wird leerer und leerer hier. Aber auch mir geht es besser seitdem wir uns weniger sehen.

10.02.2020 22:22 • #13


Therias

Therias


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Zitat von Trampel:
Freut mich zu hören, habe heute noch an dich gedacht und mich gefragt wie wohl der Stand ist.
Meine Ex hat seit ein paar Tagen auch ihr eigenes Reich. Eben war sie noch hier und hat wieder Sachen abgeholt.
Es wird leerer und leerer hier. Aber auch mir geht es besser seitdem wir uns weniger sehen.



Danke das du an mich gedacht hast

Naja, ich bin noch oft "zuhause", wegen der Kinder. Manchmal ist es schwer, wenn sie auch dabei ist. Heute waren wir sogar einkaufen, das ging einigermaßen klar. Versuche mich um der Kinder willen mit ihr natürlich gut zu stellen.
Ich führe im Auto öfter mal Selbstgespräche der selbstmotivierenden Art, was erstaunlicherweise sogar hilft mich selbst anders wahr zu nehmen(ist das seltsam...?)

Letzte Woche Samstag war ich auf einem SUM 41 Konzert, habe lange nicht mehr soviel Spaß gehabt. Ihre beste Freundin war auch dabei und wir waren uns einig, dass wir vergessen haben, wieviel Freude uns gemeinsame Unternehmungen ohne meine Ex früher bereitet haben(kenne Sie ja auch schon seit über 10 Jahren). Habe viele lustige Momente gehabt an dem Abend, mit Menschen die ich nicht einmal kannte. Es tat einfach gut raus zu kommen. Auf dem Heimweg haben wir noch lange im Auto gesungen. Einfach Spaß gehabt. Der nächste Tag war zwar wieder irgendwie schlimm, jedoch gibt mir der Vorabend Kraft, nach diesem Motto:

-Das Loch das Sie in mich gerissen hat, kann ich mit Selbstliebe füllen. Mit Dingen die MIR Freude bereiten und mich als Menschen ausmachen.- Das war ein befreiender Gedanke.

Und es freut mich, dass es auch dir immer besser geht!

LG Nils

10.02.2020 23:01 • x 2 #14


zebra2020


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Als ich anfing dein Thema zu lesen, dachte ich gleich: entweder sie muss aus der Wohnung oder du. Normalerweise muss das der Verlasser tun wie ich finde.

Gut, dass du da raus bist, dir professionelle Hilfe gesucht hast u es auch hinbekommst, Spaß zu haben!

Weiter so!

Falls du Schlafstörungen haben solltest, kann ich übrigens Meditationen bei yt empfehlen. Ich hab mir die z.B. auch dann angemacht, wenn ich plötzlich morgens um 2 oder 4 Uhr wach wurde u konnte dann wieder einschlafen.

Ich hoffe, du warst schon beim Anwalt oder nimmst das als nächstes in Angriff?

Vor 2 Minuten • #15




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