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Trennung kurz vor dem Zusammenziehen

Vany330

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Hallo,
ich m├Âchte mir hier einfach einmal alles von der Seele schreiben, weil es mir gerade sehr schlecht geht. Wenn es zu lange wird, tut es mir Leid:
Also ich war 8 Jahre lang mit meinem Freund zusammen. Wir hatten erst eine Fernbeziehung, dann kam er in die Stadt, in der ich studierte. Damals waren wir aber erst ein halbes Jahr zusammen und er meinte, das ist ihm noch zu fr├╝h, um zusammenzuziehen. Das habe ich verstanden und es war ok f├╝r mich. Wir waren dann ungef├Ąhr 4 Jahre gemeinsam in der Stadt, ohne zusammen zu wohnen. Ich habe das Thema noch ein paarmal angesprochen, aber er wollte nicht und dann habe ich ihn gelassen. Dann habe ich einen Job in einer neuen Stadt gefunden und wir hatten weitere 3 Jahre eine Fernbeziehung. W├Ąhrend dieser Zeit, als wir 5 Jahre zusammen waren, hat er mich schon einmal verlassen. Damals sagte er, dass er Freiraum braucht, dass er nicht mehr atmen kann und er allein sein muss. Mir ging es dann 2 Monate sehr dreckig, am Anfang habe ich das ganze Programm gestartet, bin ihm auf alle erdenklichen Wege hinterhergerannt. Dann irgendwann ging es mir besser, ich habe wieder angefangen zu leben. Dann hat er sich anfangs per Whatsapp gemeldet und noch ein bisschen sp├Ąter haben wir uns auf einer Hochzeit getroffen und sind wieder zusammen gekommen. Er sagte mir, dass er nicht ohne mich kann und er mich so vermisst hat.
Seitdem sind 3 Jahre vergangen. Wir hatten bis Oktober letzten Jahres weiterhin die Fernbeziehung. Dann habe ich gek├╝ndigt und er war mit seiner Weiterbildung fertig und wir haben eine 7-monatige Weltreise gemacht. Unser Plan war dann, uns nach der Weltreise eine gemeinsame Wohnung irgendwo zu suchen und endlich, endlich zusammen zu leben. Er hat auch immer wieder Sachen gesagt wie: "Wenn wir die Reise ├╝berstehen, dann ├╝berstehen wir alles", oder "dann k├Ânnen wir heiraten" etc. Wir haben auch viele Pl├Ąne zur Wohnungseinrichtung, evtl. Haustiere etc. gemacht. Die ersten 5 Monate der Reise waren toll. Wir haben uns sehr gut verstanden, ich war so gl├╝cklich, weil wir das Zusammenleben ja noch nie geprobt hatten und nun so gut zurecht kamen. Die letzten 2 Monate wurden dann schwieriger, wir haben viel gestritten, ich war zickig, hatte Heimweh, er fand, dass ich die Reise nicht mehr genug genie├če. Ich wollte nicht mehr so viel unternehmen, war ausgelaugt und es kam immer wieder zu bl├Âden Streitereien. Als wir wieder zuhause waren, haben wir vereinbart, dass wir uns 3 Wochen erstmal nicht sehen. Das war f├╝r mich auch ok, denn jeder sollte jetzt mal seine Freunde treffen und wieder daheim ankommen. Dann wollten wir auf die Wohnungssuche gehen.
Wir haben uns dann 2 Monate lange immer wieder gesehen, die Stimmung war aber oft schlecht. Wir haben viel ├╝ber Kleinigkeiten gestritten, wir waren unzufrieden, weil wir keine eigene Wohnung hatten (wir wohnen jeweils bei unseren M├╝ttern), keinen Job etc. Nachdem wir circa 1 Monat zur├╝ck waren hat er mir er├Âffnet, dass er nicht heiraten m├Âchte. Er k├Ânne sich das nicht vorstellen. Das hat mich stark getroffen, weil ich auf jeden Fall heiraten m├Âchte. Er hat in der Vergangenheit zwar immer verlauten lassen, dass ihm Heirat nicht so wichtig ist, aber er meinte immer, dass es dann irgendwann dazugeh├Ârt, wenn alles passt. Wir haben lange dar├╝ber geredet und ich habe dann gesagt, dass ich erstmal damit klarkomme (Wenn ich ehrlich bin, habe ich nat├╝rlich gehofft, dass er dann wieder anders denkt, wenn es zwischen uns wieder besser l├Ąuft).
Ich habe dann zunehmend gemerkt, dass er wieder mehr mit seinen alten Freunden aus seiner Heimatstadt unternimmt, mir aber nie Bescheid sagte. Das hat mir sehr weh getan und ich hab an einem Abend dann per Whatsapp sehr ├╝berreagiert, weil ich erfahren habe, dass er mit zwei Freundinnen auf ein Konzert gefahren ist, ohne mir Bescheid zu geben. Daraufhin hatten wir drei Tage sp├Ąter ein langes Gespr├Ąch am Telefon, w├Ąhrenddessen ich schon merkte, dass er Schluss machen will. Da konnte ich ihn aber dazu bringen, dass wir uns pers├Ânlich sehen. Das haben wir dann und wieder 3 Stunden geredet. Da sagte er mir, dass er mich nicht mehr liebt, wie er seine Freundin lieben sollte, sondern eher wie eine beste Freundin. Und dass er Angst vor Routine und Alltag hat. Ich habe ihm dann gesagt, dass man nach 8 Jahren doch k├Ąmpfen muss und er uns doch eine Chance geben soll. Das hat er dann bejaht und er meinte, er gibt uns eine Chance. Er machte sogar Vorschl├Ąge, was wir in der n├Ąchsten Zeit unternehmen k├Ânnen.
Ich bin dann wieder gefahren und wir wollten uns eine Woche sp├Ąter am WE treffen. An dem Freitag schrieb er dann, dass er mich nicht sehen kann, weil er sich am Abend zuvor so betrunken hatte, dass er total fertig ist. Ich hab Verst├Ąndnis gezeigt und wir haben uns f├╝r den n├Ąchsten Tag verabredet. Als ich dann am Samstag fragte, wie und wann wir uns denn treffen, kam der Hammer! - es kam eine lange WhatsApp, in der er mir schrieb, dass er es nicht anders machen kann, weil er keinen anderen Weg wei├č und dass er mich einfach nicht mehr so liebt, wie es sich geh├Âren w├╝rde und dass wir beide uns nicht geben k├Ânnen, was wir brauchen und jetzt jeder seinen Weg gehen muss. Als ich die WhatsApp gelesen hatte, war ich schon blockiert und konnte nicht mehr antworten, ihn auch nicht mehr anrufen. Das war so schlimm, ich war in einem Schockzustand, habe mir immer und immer wieder diese WhatsApp durchgelesen.
Ich habe ihm dann eine Mail geschrieben, hatte Kontakt mit seiner Mutter und seinem besten Freund, die beide nicht verstehen konnten, was in ihn gefahren ist. Nach mehrmaligem Nachhaken von seiner Mutter hat er mir dann geschrieben und gefragt, ob wir nochmal reden wollen. Daraufhin haben wir uns getroffen und er hat sich f├╝r die Art und Weise entschuldigt. Er sagte, er wusste keinen Ausweg mehr, es tut ihm so Leid, aber er liebt mich nicht mehr gen├╝gend, er hat Angst vor Alltag und Routine. Ich habe ihn gefragt: Welchen Alltag? Wir hatten ja nicht mal einen! Aber er meinte, er hat Angst davor. Er widerspricht sich immer: Er will bald Kinder, aber hat Angst vor Alltag, er will nicht heiraten etc. Er meinte auch, er wei├č selber nicht, was er eigentlich will und dass es eine Art von Beziehung, die er will, wahrscheinlich gar nicht gibt. Und dass ich in ein paar Jahren Mann und Kinder haben werde und er allein sein wird. Aber wieso macht er das dann?
Ich bin so fertig, weil ich nun endlich endlich nach 8 Jahren mit meinem Traummann zusammenziehen wollte, endlich keine Fernbeziehung mehr, endlich jemand, der abends daheim ist, wenn ich heim komme. Endlich vielleicht einen Hund zusammen haben. Endlich etwas gemeinsam aufbauen, nachdem ich so lange darauf gewartet habe. Und nun soll ich wieder allein, wahrscheinlich in einer fremden Stadt, eine Wohnung beziehen. Mir alles alleine aufbauen. Wieso tut er das, so kurz vor dem Zusammenziehen? Nach so langer Zeit
Ich wei├č, der Text ist sehr lange, trotzdem danke, falls ihr es bis hierhin geschafft habt. Ich w├╝rde gerne eure Meinung dazu wissen und freue mich ├╝ber alle Tipps, Ratschl├Ąge und vielleicht eigene Erfahrungen in diese Richtung....
DANKE

29.07.2016 21:44 • #1


Shurana

Shurana


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Ich habe leider weder einen Tipp noch einen Ratschlag .. aber was dir passiert ist macht mich sehr Traurig.
Ich hoffe du kannst das schnell verarbeiten und wirst wieder gl├╝cklich, vielleicht auch mit einem anderen Mann.

W├╝nsche dir ganz viel gl├╝ck weiterhin und bleib stark!

29.07.2016 22:07 • x 2 #2



Trennung kurz vor dem Zusammenziehen

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Cuore

Cuore


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@Vany330
Lies dir mal meinen ersten Beitrag durch. Ich erkenne das so absolut wieder. Ist mir vor 6 Wochen via Telefon passiert.
Daher ber├╝hrt mich deine Geschichte pers├Ânlich.
Aus den gleichen windigen Ausreden und Aussagen. Wenige vielleicht etwas anders.

Ich hatte die gleichen Vorstellungen und W├╝nsche wie du. Alles geplatzt.

Ich habe ihn bislang auch nicht wieder gesehen..
ich hoffe du wirst viel Kraft haben. Ich dr├╝cke dich!

29.07.2016 22:18 • #3


Vany330


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@Cuore
Danke für deine Antwort. Ich hab mir deinen Beitrag durchgelesen. Da ist wirklich viel Ähnlichkeit dabei... Ich denke bei beiden ist das Problem, dass sie nicht wissen was sie wollen und Angst haben, dass sie ihre Freiheit verlieren und Probleme haben, sich zu entscheiden.

Ich habe die Hoffnung, aber auch Angst., dass er wieder kommt. Denn das hat er ja schon mal, und ich w├╝rde ihn wieder zur├╝ck nehmen.. Aber dann, dann geht es vielleicht wieder los...

Geht es dir denn schon besser? Was hast du gegen den Liebeskummer gemacht?

Lg

29.07.2016 22:37 • #4


Cuore

Cuore


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Ja, ich bin aus der Schockstarre raus. Sie dauerte 1 Woche. Dann kam die Verzweiflung und langsam Wut. Heute geht's mir schon wesentlich besser. Ich bin nat├╝rlich oft traurig, aber das geh├Ârt dazu. Manche Stunden habe ich solche Rachegef├╝hle und hoffe auf Gerechtigkeit und Genugtuung.

Ich habe mich bei allen Menschen gemeldet die ich kenne. Viele habe ich vernachl├Ąssigt in all den Jahren. ( Das werde ich niiiiie wieder machen!)
Die meisten waren sehr hilfreich. Besonders meine Arbeitskollegen haben mich sehr aufgefangen.
Ich gehe wieder aus. Ein komisches Gef├╝hl als Single wieder unterwegs zu sein.

Diese Woche g├Ânn ich mir eine Auszeit von der Welt. Ich schreibe meinen Kummer und die Gef├╝hle hier rein und ich telefoniere mit einer Freundin oft.

Ich gucke Serien wof├╝r ich vorher keine Zeit hatte und fange langsam an es sogar wirklich zu genie├čen. Diese Ruhe. Ich muss mich nicht ├╝ber solch einen Bl├Âdsinn von ihm ├Ąrgern. Das befreit mich irgendwie auch.
Ich lass ihn gehen. Ich will auch gehen. Ich bedaure es nat├╝rlich trotzdem und es gibt Tage/ Stunden da vermisse ich ihn.

In der Fernbeziehung habe ich ein Gl├╝ck auch schon gut gelernt ganz allein mit dem Kummer etc zu sein.

29.07.2016 23:07 • x 1 #5


Vany330


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Heute geht's mir wieder besonders schlecht. Es f├╝hlt sich an, als h├Ątte man ein Teil meines Herzens heraus gerissen. Alles, aber wirklich alles, erinnert mich an ihn. Nicht nur mein Partner ist weg, sondern auch mein bester Freund. Ich habe so ein tiefes Gef├╝hl, dass wir doch zusammen geh├Âren, dass er mein Seelenverwandter ist und ich nie wieder so jemanden finde. Und das Schlimmste ist, dass ich an die sch├Ânste Zeit in meinem Leben, unsere Weltreise, nicht mehr denken kann, ohne zu weinen.

Ich will nicht mehr so leiden, ich will nicht allein sein. Ich hab nichts momentan. Kein Zuhause, keinen Job und keinen Freund mehr

30.07.2016 11:31 • #6


Cuore

Cuore


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Liebe Vany,
diese Tage und Gef├╝hle sind normal. Glaube mir, auch wenn du das ├╝berhaupt nicht h├Âren willst, es wird in wenigen Wochen etwas besser sein. Du m├Âchtest um alles auf der Welt, dass alles, egal wie sch**** es auch oft war, das alles wieder so wird wie vor der Trennung.
Glaube mir, du wirst einiges erkennen, warum die Trennung vielleicht doch sinnvoll ist.
Ich habe ├Âfters gelesen, dass einige trotzdem wieder zueinander gefunden haben. Ich glaube nur sehr schwach daran, denn auch danach wird es nicht pl├Âtzlich besser auf langer Sicht. Viele trennen sich nach einiger zeit doch wieder.
Alles keine tr├Âstenden Worte, aber mir helfen sie alles etwas realistischer zu sehen und mich nicht in Hoffnungen aufrecht zu halten , sondern mich zu reflektieren und hinterfrage gerade vieles.

Heute habe ich auch wieder einen traurigen Tag. Aber vielleicht erwartet mich ja trotzdem noch etwas sch├Ânes, denn ich wurde von einer Freundin versetzt.

30.07.2016 12:28 • x 1 #7


Vany330


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Danke f├╝r deine Worte! Ich bin erst seit gestern hier angemeldet, aber es hilft mir schon! Ich w├╝nsche dir, dass du noch einen sch├Ânen Tag hast! Ich wei├č nicht, ob du gerne liest, aber ich lese gerade "das Gl├╝cksprojekt" von Alexandra Reinwarth. Das ist keiner von diesen Ratgebern, sondern ein sehr lustiger Erfahrungsbericht. Und obwohl ich so down bin, bringt es mich zum lachen. Vielleicht hast du hast Lust dich mit einem Buch in die Sonne zu legen.

30.07.2016 12:39 • #8


Cuore

Cuore


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Sehr gerne!
Dieses Forum hier hilft mir unheimlich. So viele Parallelen finde ich hier, liebe und auch harte Worte die einfach gut tun und ich kann meinen Gef├╝hlen freien Lauf lassen.
Ich lese an sich sehr gerne, kann mich aber schon lange nicht mehr auf ein einziges Buch konzentrieren. Ich finde das Buch aber sehr interessant und vielleicht kaufe ich es mir, sobald der Umzug getan ist. Heute ist es hier nur grau

Ich hoffe du wirst auch einen starken Tag haben und noch etwas gutes erleben.
Wenn immer du m├Âchtest, schreibe mir! :*

30.07.2016 13:22 • #9


lucky123


Hallo Vany330,

Du wirst ihn verschmerzen,und einen Mann kennenlernen, der besser zu Dir passt !

Er mag Dich, doch er liebt Dich nicht.
Du bem├╝hst Dich einseitig und er nimmt was er bekommt.

Bem├╝he Dich um Deine seelische Selbst├Ąndigkeit, um Deine Selbstliebe !

03.08.2016 18:22 • #10



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