Freya22
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ich (Mitte 30, w.) habe mich vor kurzem von meinem Freund (Anfang 30) getrennt und mir die Entscheidung nicht leicht gemacht.
Wir kennen uns seit Anfang 2021 und das erste Jahr der Beziehung war sehr schön. Ich habe ihn als zuverlässigen, warmherzigen und ausgeglichenen Mensch kennengelernt. Wir waren verliebt, haben viele schöne Dinge miteinander unternommen (Urlaub, Kurztrips, etc.) und nach etwa einem dreiviertel Jahr hat er vorgeschlagen, dass wir zusammenziehen sollten. Vorher hatten wir in zwei Großstädten ca. 70 km voneinander entfernt gewohnt.
Da er in meiner Stadt ein, zwei Leute kennt und einen beruflichen Anknüpfungspunkt hat
(er arbeitet seit Corona überwiegend im Home Office, sein Arbeitgeber hat hier allerdings eine Art Niederlassung/Büro), und ich hier arbeite und einige soziale Kontakte habe, haben wir uns nach einer Wohnung in meiner Heimatstadt umgeschaut.
Der Wohnungsmarkt in dieser Stadt ist sehr schwierig, ich hatte ihn vorbereitet, wir müssten viel Geduld mitbringen oder eben Abstriche machen. Wir haben etwa zwei Monate gesucht und mein Ex-Freund war in dieser Zeit äußerst ungeduldig, so dass ich sehr glücklich war, als wir eine Zusage für unsere derzeitige Wohnung erhalten haben, welche sehr schön ist, jedoch am Stadtrand liegt (ca. 30-45 min. mit dem öffentlichen Nahverkehr in die Stadt).
So weit, so gut. Kurz nachdem wir den Mietvertrag unterschrieben und beide Wohnungen gekündigt waren,
hatte er mir plötzlich eröffnet, er würde sich mit der Wohnung doch nicht wohl fühlen. (Lage: zu außerhalb, er mag es "urbaner")
Diese Situation war natürlich ein Schock für mich - das Ganze war kaum "rückgängig" zu machen, also hatte ich als Lösung vorgeschlagen, dass wir es doch erst einmal in dieser Wohnung versuchen sollten und ich zu einem Umzug nach einer gewissen Zeit bereit wäre, sollte er sich nicht einleben können. Ich habe ihn auch gebeten, dem Ganzen eine Chance zu geben.
Leider ist genau das Gegenteil eingetroffen. Bereits kurz nachdem wir eingezogen waren, war er ständig schlecht gelaunt und
hat an der Wohnung, der Lage, der Stadt "herumgemeckert". Wir konnten unsere erste gemeinsame Wohnung gar nicht genießen, weil seine schlechte Laune so auf unsere Beziehung abgefärbt hatte.
Ich habe mir Mühe gegeben, Unternehmungen in der Stadt vorgeschlagen, vieles hat er abgelehnt, weil es ihm zu weit weg sei.
Wir haben uns deshalb permanent gestritten, er hat seine schlechte Laune auch eingesehen, allerdings nie geändert.
In der Zeit hat er dann auch die Option, sich nach einer zentral gelegenen Wohnung umzuschauen, aufgrund des Wohnungsmarkt für unmöglich erklärt (ohne dass wir es je versucht hätten). Er hat immer wieder seiner alten Heimatstadt nachgetrauert und vorgeschlagen, wir könnten dahin ziehen, was für mich aufgrund meines dann sehr langen Arbeitswegs nur schwer in Frage kam.
Seine negative Art und schlechte Laune (die er im ersten Jahr unserer Beziehung nicht gezeigt hatte, aber umso mehr seit dem Zusammenziehen) haben mich vor die allgemeine Frage gestellt, wie ich mit diesem Partner Familiengründung und "wirkliche Schwierigkeiten" meistern würde . und ich hatte große Fragezeichen und Zweifel.
Nach 8 Monaten Zusammenleben habe ich nun die "Reißleine" gezogen (er ist aktuell bei meiner Familie ca. 600 km entfernt)
und mich getrennt, nach den vielen Diskussionen und nachdem Trennung immer wieder im Raum stand.
Mein Kopf sagt, dass es richtig war, mein Herz trauert der schönen Zeit nach.
Haben wir noch eine Chance?