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Trennung mit Kleinkind nach 9 3/4 Jahren

Stefan1984

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Hallo,

eine weitere Trennungsgeschichte.

Meine Partnerin und ich haben uns vor 6 Tagen getrennt.
Was ist geschehen:
Wir waren jetzt ziemlich genau 9 3/4 Jahre zusammen. Seit einem Jahr bauen wir das Haus ihrer Eltern um, in das ich jetzt nicht mit einziehe. Wir haben eine, wunderbare, kleine Tochter die gerade 4 geworden ist.
Ich tiegere seit dem Aussprechen der Trennung jeden Tag durch die Wohnung, bin rastlos und ein einziges Gefühlschaos.
Wir wohnen noch in unserer gemeinsamen Wohnung. Es gibt jetzt viel zu besprechen und zu organisieren. Das bekommen wir gut hin.
Was ich nicht hinbekomme ist es zu ertragen was passiert ist. Ich tigere Nachts durch die Wohnung und komme nicht zur Ruhe. Meine Gedanken sind ein einziges Verwirrspiel aus Wut, Trauer, Unverständnis und unerwiderter Liebe.
Noch vor einem Monat sagte sie, dass sie Mutig sein möchte und sich nochmal auf mich einlassen möchte.

Ich habe sie viel verletzt in den Jahren.
Vor 3 Jahren wurde bei mir eine narzistische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Der Weg dahin war lang. Immer wieder habe ich sie in den Jahren davor niedergemacht und gedemütigt. Ich habe mich klein gefühlt, weil sie so eine starke selbstbewusste Frau war. Seit 3 Jahren kämpfe ich gegen diese Diagnose und das Stigma was mit ihr verbunden ist. Es lag nie in meiner Absicht sie zu verletzen. Es ist so furchbar wenn ich darüber nachdenke. Ein kleiner Auslöser hat mich in einen Strom aus Wut und Hass getrieben den ich ungebremst rausgelassen habe. Ich kann mir das nicht verzeihen. Warum hat sie es trotzdem so lange zugelassen?

Sie sagt, dass sie Sicherheit und Geborgenheit brauchte. Ich dachte ich würde ihr das mit Fürsorge geben. In ihrer eigenen Therapie hat sie die Erkenntnis gewonnen, dass sie so nicht mehr Leben möchte. Sie sagt, sie sieht die Welt wieder in Farbe. Vorher war alles grau. Und ich bin schuld! DAS IST DOCH FURCHTBAR. WARUM HABE ICH DAS GETAN?

Ich möchte nur noch, dass sie ihr Glück findet. Das Frieden und Ruhe in Ihrem Leben einkehren. Dass sie die Chance hat, die letzte Jahre zu verarbeiten und wieder glücklich wird. Das wünsche ich mir für sie von ganzem Herzen.

Ich mache mir so große Vorwürfe, dass ich ihr nicht geben konnte was sie brauchte. Das ich ihr Energie abgezogen habe und kein guter Mensch war.

Ich wünsche mir, dass wir es schaffen gute Eltern zu sein und gemeinsam unserer Tochter einen besseren Weg zu zeigen, als wir gegangen sind.

Ich suche mir gerade eine Wohnung, was auf Grund von Geldproblemen nicht so leicht ist. Ich hoffe, dass ich in zwei Wochen hier ausgezogen bin und es wenigstens eine räumliche Trennung gibt.

Ich bin kaputt, müde, traurig und voller Scham. Ich habe versagt, als Partner, Liebhaber und Papa. Seit 5 Tagen weine ich nur und komme nicht zurecht.

Ich möchte, dass nie wieder ein Mensch unter mir und meinem Verhalten leiden soll. Ich möchte unserer Tochter zu einem gesunden und selbstbewussten Menschen erziehen. Sie soll nie die Erfahrungen und Ängste durchmachen die ich meiner Partnerin bereitet habe.

28.06.2020 10:23 • #1


Bones


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Was bedeutet,du kämpfst gegen die Diagnose? Bist du in Therapie?

28.06.2020 10:34 • #2



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Stefan1984


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Ich war 3 Monate in stationärer Psychotherapie und habe bis November letzten Jahres eine ambulante Therapie gemacht.
Und immer hatte ich das Gefühl es ist besser geworden.
Und dann ist es doch wieder ausgebrochen.
Ich habe versagt.
Jetzt muss ich 2 Jahre warten bis ich wieder eine Therapie machen kann. Vorher bezahlt es die Krankenkasse nicht.

28.06.2020 10:37 • #3


Bones


4391
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Melde dich mal bei einer Klinik in deiner Nähe.Dort gibt es auch ambulante Angebote.Deine Diagnose ist eine Persönlichleitsstörung und ist nicht heilbar,wird dich immer begleiten.Du kannst nur lernen damit zu leben und umzugehen.Gerade jetzt würde ich therapeutische Hilfe suchen,nicht dass du wieder in narz.Verhaltensweisen abrutschst,wenn du dich im Rahmen der Trennung herabgesetzt oder ähnliches fühlst.Da muss rechtzeitig gegengesteuert werden,damit auch das Kind nichts davon abbekommt / mitbekommt.

28.06.2020 11:01 • #4


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Zitat:
Seit 3 Jahren kämpfe ich gegen diese Diagnose und das Stigma was mit ihr verbunden ist.

Das heisst aber auch, dass Du keine wirkliche intrinsische Motivation hast, etwas an Deiner Krankheit zu ändern. Wenn Du hier mal in den Strang für Opfer von Narzisten schaust, dann siehst Du viele Frauen, die extrem unter dem Verhalten der Narze leiden. Und die dabei mit massiven Mitteln (psychisch / pyhsisch) gegen ihre Opfer vorgehen.
Deine Ex hat daher mit der Trennung einen notwenigen Schritt getan. Ohne weitere Therapie wird sich hier bei Dir keine wirkliche Veränderung einstellen.

28.06.2020 12:36 • x 1 #5


Clementine44


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Lieber Stefan, ich finde du klingst trotz Diagnose sehr gut und reflektiert. Ich wünschte, mein ex würde so denken, er war genauso. Ich habe 1 gute Ausbildung und einen guten, stabilen Job. Er nicht. Er nahm es zum Anlass, mich tagtäglich runterzumachen. Auch heute noch keine Einsicht, Reflexion, und unsere Kinder leiden manchmal darunter (er schimpft heute noch, jetzt gemeinsam mit der neuen über mich, nach 5 Jahren). Ich finde es super von dir, dein Fehlverhalten anzuerkennen und deiner ex das beste zu wünschen. Dein Kind wird dich dafür sehr schätzen. Meine Kinder mögen Papa's Verhalten gar nicht, je älter sie werden desto kritischer wird es. Bleibe ein toller Papa!

28.06.2020 13:16 • x 2 #6


Stefan1984


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Ich war gerade in der Ambulanz um das alles prüfen zu lassen. Die Empfehlung ist ganz klar das therapeutisch begleiten zu lassen.
Ich hatte seitdem ich diese Diagnose kenne ich eine große Motivation das zu ändern und es besser zu machen.
Es ist keine Entschuldigung und ich glaube meine Ex hat damit die beste Entscheidung getroffen die sie treffen konnte.
Mein Ziel ist es mit dieser Störung weiter umgehen zu lernen, die Trennung zu überstehen ohne noch mehr kaputt zu machen und dafür zu sorgen dass es unserer Tochter gut geht.

28.06.2020 13:22 • x 2 #7


Bones


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Zitat von Stefan1984:
Die Empfehlung ist ganz klar das therapeutisch begleiten zu lassen.


Haben sie dir auch gesagt, was du machen kannst ,um die Empfehlung umzusetzen?

28.06.2020 15:38 • #8


Stefan1984


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Ich habe 10 Seiten mit Therapeuten bekommen. Die telefoniere ich morgen ab.
Hast du andere Hinweise?

28.06.2020 15:40 • #9



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