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Trennung trotz Liebe

loneliness000

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Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll.
Nachdem ich (27) vor mehreren Jahren eine Beziehung mit einem Syrer hatte, welche aber sehr schmerzvoll endete, habe ich mich danach wieder in einen syrischen Mann (26) verguckt.
Ich vermute es war, weil ich noch nicht über die letzte Beziehung hinweg war. Anfangs habe ich mir keine großen Gedanken gemacht. Ich kam mir sogar blöd vor, weil ich das Gefühl hatte, ich würde bloß von meinem Liebeskummer fliehen. Zudem war ich überhaupt nicht so verliebt, wie in der Beziehung zuvor. Eigentlich wusste ich, dass es keine Zukunft hat, dass es blauäugig ist, wieder mit einem Mann aus einer anderen Kultur und Religion etwas einzugehen. Da ich mich innerlich relativ distanziert gefühlt habe, bin ich es trotzdem eingegangen.
Nach einer Weile waren wir ein Paar. Sehr oft haben wir darüber nachgedacht uns zu trennen, denn wir stritten ständig und hatten Meinungsverschiedenheiten. Was soll ich sagen. daraus sind nun doch 2 1/2 Jahre geworden. Wir sind beide reifer geworden, wir haben viel geredet und es sind sehr starke Gefühle entstanden. Neben dieser harmonischen Beziehung ging es aber irgendwann oft um die Zukunft. Die Zukunft, die für ihn ungewiss ist, ob er hier bleibt oder zurück geht, ob seine Eltern unsere Beziehung überhaupt akzeptieren würden. Wir haben ehrlich miteinander darüber geredet und er hat deutlich gemacht, dass er mich nicht verletzen will und nicht möchte, dass ich meine Zeit mit ihm verschwende und denke er würde mich bloß ausnutzen. Wie oft haben wir darüber gesprochen und es doch wieder zur Seite geschoben. der Zeitpunkt war nicht passend. Aber gibt es für so etwas einen passenden Zeitpunkt? Leider nein.

Der Grund warum ich nun wieder hier ins Forum schreibe ist, dass er gestern zu mir kam und meinte, wir sollten es beenden.
Schon mehrere Monate habe ich gemerkt, dass er sich körperlich distanziert hatte. Auch darüber haben wir gesprochen. Er meinte, es ist eine Art Schutzschild für ihn und mich.
Allerdings war sonst alles wie immer. Trotz dass ich genau wusste, der Tag würde kommen, wollte ich es nicht wahrhaben.
Als ich versuchte ihm näher zu kommen, sprudelte es aus ihm heraus. Er meinte, es tut ihm Leid, aber könnte das nicht mehr. Jedes Mal wenn er da sei und ich mich um ihn kümmere und alles tue, damit es ihm gut geht, fühlt er sich furchtbar. Weil er weiß, er kann mir nicht geben, was ich verdiene.
Und weil er weiß, dass er auf jeden Fall zurück in seine Heimat gehen wird. Irgendwann. Bisher hat er das nie so klar ausgesprochen. Er meinte, er gehöre nicht hier her und wir kommen aus zu verschiedenen Welten.
Wir konnten beide nicht aufhören zu weinen.
Trotz dass ich selbst darüber schon oft nachgedacht habe, ist dieser Schmerz kaum auszuhalten. Ich weine und weine und habe das Gefühl ich würde innerlich sterben.
Er meinte, er will nicht, dass wir den Kontakt verlieren und mich weiterhin sehen. Dieser Gedanke, dass er weg ist, ist kaum auszuhalten. Dazu muss ich sagen, dass ich schon immer mit psychischen Problemen zu kämpfen habe und mich jetzt noch labiler fühle, als ich sowieso schon bin.

Als er merkte, wie sehr ich darunter leide, meinte er, wir können auch nochmal sprechen, es heißt ja nicht, dass wir es jetzt sofort beenden, er wolle, dass ich auch bereit bin dafür.
Aber wie soll das gehen? Ist man jemals bereit dafür? Und die Vorstellung, dass wir uns weiter sehen, damit ich nicht zusammenbreche, mit dem Wissen, dass er innerlich schon Abstand genommen hat, das schmerzt noch mehr.
Ich glaube nicht, dass es ihm leicht fällt, es fällt ihm genauso schwer.
Und doch ist derjenige der es anspricht, trotzdem besser vorbereitet, weil er es innerlich schon akzeptiert hat.

Ich weiß, warum ich es so lange hinaus geschoben habe. Erstens bin ich jemand, der die Hoffnung niemals aufgibt, dass es doch funktionieren könnte. Zweitens weil ich genau dieses Gefühl nicht spüren wollte.

Es ist immer schlimm. Aber jetzt mit corona macht es mir noch mehr Angst. Man kann nichts tun, sich nicht ablenken. Ich weiß auch nicht, wie wir jetzt weiter vorgehen. Ich bin verwirrt. Ich will ihn sehen, aber ich sollte nicht.
Ich hab Angst vor dem was noch kommt.

Es war vieles Gewohnheit. Und Veränderungen sind immer schwer. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es mich so mitnimmt.
Irgendwie hasse ich mich auch. Dafür, dass ich genau wusste, was passieren kann und es trotzdem getan habe. Ich bereue nicht die Zeit, aber die Beziehung überhaupt fortgeführt zu haben.

Vor allem frage ich mich, warum ziehe ich solche Menschen an? Schon zum zweiten Mal. Menschen mit so viel Sorgen und Leid im Gepäck. aus einer anderen Welt, Kultur, Religion.

Ich würde mich am liebsten zusammenrollen und schlafen, bis dieser Schmerz vorbei ist.

09.01.2021 06:37 • #1


Wollie

Wollie


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Zitat von loneliness000:
Vor allem frage ich mich, warum ziehe ich solche Menschen an? Schon zum zweiten Mal. Menschen mit so viel Sorgen und Leid im Gepäck. aus einer anderen Welt, Kultur, Religion


Die Antwort auf diese Frage würde dir klarmachen warum dies so bei dir ist.....möglicherweise hast du ein ausgeprägtes Helfersyndrom und lebst dieses auf diese Weise aus, obwohl du weist wie es endet. Du holst dir auf diese Art und Weise Anerkennung und Zuwendung, brennst aber auf der anderen Seite aus weil du dich aufgibst für eine solche Beziehung. Auf jeden Fall ist dies auf Dauer extrem ungesund. Vielleicht schaust du dir dies mal ggf. in einer Therapie an.

09.01.2021 07:14 • x 2 #2



Trennung trotz Liebe

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Wollie

Wollie


868
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eine Arbeitskollegin von mir hatte ein Faible für afrikanische Männer.....hatte da immer wieder längere Beziehungen, reiste zwischen zwei Kontinenten hin und her...letztendlich ging es immer schief weil zwei Welten aufeinander trafen. Heute ist sie allein.

09.01.2021 07:25 • x 1 #3


Vicky2021

Vicky2021


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Dein Ex hat bestimmt in seiner Heimat eine Braut vermittelt bekommen, da geht er dann zurück, wenn er sich hier ausgetobt hat, und freut sich dort an seiner braven und unschuldigen Frau. Ich habe noch nie gelesen, dass diese Kulturen zusammen passen, die Eltern von ihm, könnten Dir das Leben zur Hölle machen, es ist gut dass er sich trennt

Gerade eben • #4




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