AufUndDavon
Gast
Ende 2008 lernte ich ihn kennen. Ich, damals 38, alleinerziehend, geschieden. Er war die große Liebe meines Lebens!
Es hat mich total weggeflasht. Aber... er war in einer Beziehung, hatte gerade sein neu gebautes Haus bezogen. Ich hätte den Kontakt zu ihm nicht gesucht, ich wollte nicht in eine Beziehung einbrechen. Aber er ließ nicht locker. Es kam relativ schnell raus, dass er Kontakt zu mir hatte.
Dann begann mein Albtraum
Ich war in der PSYCHOHÖLLE gefangen. Sie bombardierte mich ab dem Tag mit bösen, psychisch kranken Nachrichten. Er traute sich nicht, zu mir zu stehen. Dann wieder doch, dann wieder nicht usw. Er war "angeblich" gefangen in dieser machtvollen Beziehung. Seine Eltern würden sterben, wenn er das Haus verliere usw. Ja, ich weiß, schon da hätte ich ihn abschießen müssen. Ich war verblendet, verblödet, total verliebt. Ich wollte diese Anzeichen nicht sehen und habe gewartet... Im April 2010 war es soweit. Sie zog aus - und ich im August ein.
Jetzt, wo ich mich in einer ähnlichen Situation befinde, weiß ich, was sie damals durchgemacht hat. Und es war auch noch "ihr" Haus.
Seine Aussagen: Sie ist ja so böse, terrorisiert mich und meinen Sohn. Sie ist gewalttätig, hört nicht auf usw. Und ER ist ja das ach so arme Opfer. Ich hab das alles geglaubt! Ich fasse es gerade nicht
Fakt ist: ER ist der Psycho. Meiner Meinung nach leidet er an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung (mit permanenter Überforderung, niedriger Frustrationsgrenze). Es gab häusliche Gewalt (schubsen, sich in den Weg stellen, festhalten, auf mich setzen, zerren und hinwerfen, Drohgebärden ganz nah am Gesicht). Es gab immer wieder Phasen mit Lügen, Alkhol, *beep*. Und für ALL das waren all die anderen Schuld. Die Arbeit, die ihn überfordert hat, und ich, die ja dann auch ganz klar sagte, dass ich das alles nicht will.
Jetzt habe ich erstmal ansatweise die schlechten Dinge beschrieben. Verliebt habe ich mich, weil er der tollste Mann auf Erden war. Liebevoll, zärtlich, aufmerksam, wir hatten supertollen Sex (bis 2 Wochen vor Auszug). Und dann gab es eben immer wieder diese schlimmen Phasen. Am Anfang entschuldigte er sich, weinte, versprach es nicht mehr zu machen, etc. Am Ende unserer Beziehung war GANZ ALLEINE ICH daran schuld, dass ER SO SEI!
All seine Beziehungen sahen so aus... alle (und es waren einige!). Und es waren immer die Frauen schuld. Und ich setze dem jetzt allem noch das Krönchen auf, weil ich Trennungsuterhalt von ihm verlange und einen Teil unserer gemeinsam angeschafften Sachen mitgenommen habe.
Er schwankte hin und her zwischen Beleidigungen (Du bist KRANK, du solltest dich einweisen lassen) und Sätzen wie: Ich war es nicht, der unserer Ehe eine Chance mehr gegeben hat. Usw., blablabla.
Ich zog samstags aus, die Nachbarn erzählten mir, dass "sie" am nächsten Tag schon da war! Kennengelernt bei seinem letzten Aufenthalt in der Psychiatrie im März (letztes Jahr war er schon einmal dort - Diagnose DEPRESSION und BURNOUT). Krankgeschrieben ist er seit April 2014 - er ist seitdem nicht mehr auf die Füße gekommen. Ach so... sein Sohn, fast 17, ist sozial-emotional geschädigt. Die leibliche Mutter lehnt ihn ab und die wechselnden Partnerschaften, gepaart mit aggressivem, überforderten Verhalten des Vaters, hat ihm den Rest gegeben. Ich dachte am Anfang (da war der Sohn 11), ich könne das alles stemmen. Ich komme, gebe ganz viel Liebe und bin so, wie ich bin und schon wird alles gut.
Umgedreht war es.
Ich habe mich emotional aussaugen lassen, habe alle Kräfte und Reserven in diese "Familie" gesteckt und bin darüber selbst krank geworden (Tinnitus, Angstzustände). Aber ich habe mich beim Schopf gepackt und mich da selbst rausgezogen. Ich bin wieder gesund, habe Arbeit und wohne nun mit meiner Tochter in einer schönen Wohnung, allerdings im selben Ort.
Und jetzt kommt es, und deshalb brauche ich Eure Hilfe:
Es war der richtige Weg, mich aus dieser gefährlichen Bindung zu lösen. Auch für mein Kind (die übrigens prächtig gediehen ist
- sie ist mit viel Liebe und allem, was ein Kind braucht, aufgewachsen - wir sind uns unendlich nah).
Aber ich vermisse ihn und erlebe hier einen richtigen Entzug. Das ist ja grausam
Ich frage mich: Bin ich wirklich "gestört", dass ich "so einen Mann" vermisse? Liebe ich ihn etwa noch? Nach alldem, was er mir angetan hat? Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Nun sind wir fast 6 Wochen ausgezogen und meine Gedanken schwirren tagtäglich um ihn. Hin- und hergerissen zwischen Wut (wir kommunizieren über Scheidungsanwälte), Trauer, Verletztheit und Liebeskummer. Der letzte Kontakt war letzte Woche Dienstag. Er suchte immer wieder mit fadenscheinigen Argumenten den Kontakt per whatsapp. Als am Mittwoch der Trennungsunterhalt nicht gutgeschrieben war (bis heute nicht - er lässt mich auf dem Trockenen sitzen), habe ich ihn blockiert und alles von ihm gelöscht. Alle Nummern, die Nachrichten usw. Jetzt kann ich, was ein Glück, seinen Status nicht mehr sehen und auch nicht, wann er online ist oder war. Ich will es nicht mehr. Es reicht, dass ich weiß, dass seine Neue allgegenwärtig ist.
Boah, das tut alles so weh, auch wenn ich weiß, dass es der richtige Weg ist. WANN HÖRT DIESER SCHMERZ AUF?
