Hallo Julez,
spazieren gehen und Sport sind schonmal gut! Hast du auch Freunde, mit denen du dich austauschen kannst? Ganz viel reden wäre nämlich wichtig. Mir hat auch ein Tagebuch geholfen, in dem ich wirklich alles notiert habe, was mir durch den Kopf ging. Das befreit zumindest für ein paar Stunden.
Bei mir war er auch "fair". Für ihn war die Trennung sicherlich auch nicht leicht. Manchmal überlege ich sogar, ob er sich nur getrennt hat, um mir nicht mehr (in seinen Augen) zur Last zu fallen. Aber ich glaube, da mach ich mir was vor. Zumindest kann es nicht der einzige Grund sein, denn dann hätte er sich schon früher trennen müssen.
Ja, ich habe so ziemlich die gleichen Erfahrungen gemacht. Eine ähnliche Geschichte.
Du musst jetzt auf jeden Fall auch viel Geduld mit dir haben. Und jedes Gefühl auch zulassen. Man glaubt manchmal, es wird niemals besser werden und alles fühlt sich so hoffnungslos an. Und man macht sich Vorwürfe, ob man, wenn man einfach mehr darauf bestanden hätte, dass er sich zB Hilfe sucht, noch etwas hätte ändern können. Und dann hätte man es zusammen durchstehen können...
Aber was nützen diese Gedanken, wenn der Partner nicht mitziehen will? Es gehören halt doch immer zwei dazu, auch wenn einer eine Depression hat.
Vielleicht ist es gerade auch die Trennung von einem geliebten Menschen (wie dir in dem Fall), die ihn wachrüttelt und seinen Leidensdruck so groß macht, wenn er merkt, was er verloren hat. Vielleicht ist das ja ein Anlass für ihn, seinem Problem mal wirklich aktiv und nicht nur halbherzig nachzugehen. Ich bin natürlich kein Psychologe. Deswegen kann das auch Quatsch sein. Aber die Verständnis-Nummer hat ja auch nichts gebracht.
Fühl dich gedrückt. Bei mir ist es jetzt so etwa 5 Wochen her. Am Anfang ging es mir gar nicht so schlecht, wie ich dachte. Es kam mir sogar schon komisch vor, dass ich so verhältnismäßig ruhig blieb. Dann kam irgendwann der böse Absturz. Und jetzt lasse ich zum ersten Mal zarte Gedanken zu (natürlich trotzdem noch abwechselnd mit Traurigkeit, Schuldgefühlen, Sehnsucht, Verzweiflung), dass da vielleicht noch was besseres auf der Welt wartet.
