Kamille27
Mitglied
- Beiträge:
- 55
- Themen:
- 5
- Danke erhalten:
- 88
- Mitglied seit:
nach langem inneren Kampf bin ich nun seit kurzem getrennt. Es ist im Laufe des guten Jahres der Beziehung soviel passiert, dass ich eigentlich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Mich zermürbt auch die Frage was ich hätte anders machen müssen bzw. ob ich überhaupt beziehungsfähig bin. Natürlich geht es mir absolut mies. Einerseits liebe ich meinen Ex so sehr und alles in mir möchte einfach nur zurück, andererseits war die Beziehung so problematisch, dass ich weiß, dass jeder neue Kontaktaufbau das Leiden nur verschlimmern würde.
Meinen Ex kenne ich schon immer, wir sind zusammen aufgewachsen, sein Bruder ist mein bester Freund. Mein Ex und ich waren vor ca. 20 Jahren bereits vier Jahre zusammen, nun eben noch einmal ein gutes Jahr.
Bereits unsere erste Beziehung war sehr kompliziert. Bevor wir das erste Mal zusammen kamen, hatte ich ebenfalls eine langjährige Beziehung, die zwar zerbrach, aber solang sie dauerte größtenteils harmonisch und friedvoll war. Große Streitereien, Eifersucht etc. waren überhaupt kein Thema.
Als ich dann mit meinem Ex zusammen kam, nennen wir ihn Lars, gab es seinerseits ein recht unsicheres Verhalten. Zunächst dauerte es drei Monate bis wir fest zusammen waren, weil er sich eben nicht sicher war. Dann ebenfalls ziemlich am Anfang bat ich ihn darum mich bei meiner Abschlussfeier zu begleiten, was er nicht machte, weil er Freunde in Berlin besuchen wollte. Darüber war ich sehr traurig und konnte es nicht wirklich verstehen. Als er dann abfuhr fragte ich ihn nochmal, ob wir überhaupt fest zusammen sind, von seiner Seite kam nur ein genervtes Lachen und die Antwort, dass das doch offensichtlich sei. Kurz darauf rief er mich aus Berlin an, erzählte mir, dass er bei seiner Ex übernachtet hätte "weil es organisatorisch nicht anders ging", meinte ebenfalls, dass sie versucht hätte ihn anzumachen, aber nichts gelaufen wäre, er hätte auf der Couch geschlafen.
Ich glaubte ihm das damals zwar, weil ich ihn damals bereits gut kannte und wusste, dass man ihn nicht leicht ins Bett kriegen kann, dennoch blieb ein großer Restzweifel da, weil ich überhaupt nicht verstehen konnte, weshalb man sich so unsensibel verhält, wenn man eigentlich frisch verliebt ist und will, dass die Beziehung gut läuft. Gleichzeitig meinten gute Freundinnen, die mitbekamen wie sehr mich die Beziehung stresste und wie er mich behandelte, dass ich aus der Beziehung aussteigen soll.
In diesem ganzen Gefühlswirrwarr machte ich einen großen Fehler, den ich jahrelang bereut habe: ich knutschte mit einem Kumpel.
Als Lars dann wieder zu Hause war, habe ich ihm das sofort gebeichtet, mich entschuldigt und ihm gesagt, dass es eine blöde Reaktion war auf sein verunsicherndes Verhalten. Eigentlich ging ich davon aus, dass er die Beziehung beenden würde, was er nicht tat. Auch da lachte er mich aus und meinte "dich scheint das alles viel mehr zu berühren als mich".
Gegen Ende der Beziehung gab es seinerseits eine ähnliche Geschichte: er hatte in einem Club eine Frau kennen gelernt, diese wohl dort noch einige Male getroffen und E-Mail-Adressen mit ihr ausgetauscht. Woraufhin sie begannen miteinander zu schreiben, bis sie wohl nach Kinobesuchen fragte und er dann aus dem Kontakt ausstieg. Er verkaufte mir das damals als "freundschaftlichen Kontakt" und meinte ich sei krankhaft eifersüchtig und würde ihm Kontakte mit anderen Personen verbieten wollen. Damals fragte ich bei der Dame nach, was konkret passiert war. Sie meinte sie hätten nie was miteinander gehabt, aber klar wäre sie davon ausgegangen, dass er Single ist, keine Ahnung gehabt hätte, dass er eine Freundin hatte und sich veräppelt vorkam als er plötzlich aus dem Kontakt ausstieg.
Daraufhin hatte ich die Beziehung beendet.
Als wir dann vor einem guten Jahr zusammenkamen, wollten wir natürlich alles besser machen. Er meinte, dass er mir ein erneute Fremdgehen nicht verzeihen könnte und ich sagte, dass ich mir verunsichernde Situationen mit anderen Damen nicht mehr gefallen lasse.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass er in den Monaten vor unserem zweiten Beziehungsversuch Kontakt mit einer Ex-Affäre hatte (die beiden hatten über viele Jahre immer mal wieder etwas miteinander als er Single war. Eine Beziehung wurde aber nie daraus, weil SIE es nicht wollte). Allerdings war bei diesen Treffen nicht wirklich etwas zwischen ihnen gelaufen. Sie hatten wohl einige Male miteinander gefeiert und bei 2 Feieraktionen fragte er an ob er bei ihr übernachten kann, sie wollte das nicht, verabschiedete ihn aber jedes Mal mit einem Kuss auf den Mund. Er fragte wohl auch, weshalb der Kuss auf den Mund, sie meinte, dass sie das nicht so genau wisse.
Wirkt auf mich wie eine Situation zwischen zwei Menschen, die sich wohl schon ganz gut finden, aber irgendwie unsicher sind.
Jedenfalls meinte ich zu Beginn unserer neuen Beziehung zu Lars, dass ich mich nur dann wieder auf ihn einlasse, wenn klar ist, dass der Kontakt zu dieser Dame abgebrochen wird. Was er mir versicherte.
Daraufhin hatten wir zwei sehr schöne gemeinsame Monate, bis sich seine Ex-Affäre wieder meldete und nach einem Treffen fragte. Er meinte dann zu mir wie meine Meinung dazu wäre. Ich sagte ihm, dass wir das doch bereits besprochen hatten. Plötzlich versuchte er mich zu überreden weiterhin Kontakt zu ihr haben zu dürfen, da es dieses Mal ja nur eine "platonische Freundschaft" sei, sie aktuell große berufliche Probleme habe und den Kontakt zu ihr nicht einfach so abbrechen wolle.
Ich kam mir ganz schön veräppelt vor, es gab endlose Diskussionen, bis er tatsächlich den Kontakt zu ihr abbrach.
Jedoch war es an dem Punkt bereits für mich fast gelaufen. Da ich schon wieder mit ihm erlebte, dass komische Geschichten die Beziehung stören, trotz Ansage meinerseits und sein Reflektionsvermögen genauso gering wie in der ersten Beziehung war.
Seine Ansicht darüber: er hätte mit dieser Dame nie etwas angefangen, ich wolle ihn nur einengen.
Jedenfalls war seitdem das Vertrauen hin, dennoch gab es auch sehr schöne Phasen, er hat sich sehr um mich bemüht. Aber je länger es ging desto toxische wurden auch die Streitereien. Mit Gebrülle, Tränen und stundenlangen Diskussionen die zu nichts führten außer Abwertungen wie "die einzige in dieser Beziehung, die dazu neigt sich jedem an den Hals zu werfen, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, bist du". Wobei ich so treu war, dass es treuer nicht mehr geht. Ich hatte keinen Kontakt zu anderen Männern bis auf seinen Bruder und einen gleichgeschlechtlich1 Kumpel. Auch seit unserer Trennung vor 20 Jahren war ich nie wieder untreu gewesen.
Jetzt bin ich hier vollkommen fertig und frage mich wie es zu all dem hat kommen können. Solche Dramen, lautstarke Streitereien kenne ich aus anderen Beziehungen nicht.