voyager
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Das kann ich mir auch durchaus vorstellen - nur ist erstens die Rolle einer neuen Liebe als Problemlösung der Vergangenheit für mich eine sehr zweifelhafte und zweitens schiesst er leider aus Engagement über's Ziel hinaus und erreicht damit genau das Gegenteil, denn anstatt Dir zu helfen, das was er als "Deine Probleme" ansieht, züchtet er nur neue dazu. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in seiner Position sehr schwer ist, die richtige Dosierung zu wählen... Er schafft es grad offensichtlich nicht, und Du bist diejenige die überfordert ist.
"Vielleicht hätte ich sagen sollen, daß da gar keine Gefühle sind, aber sollte ich lügen."
Nein, nicht jetzt... Einerseits würde Dich das noch zusätzlich belasten, Du würdest vielleicht eine gemeinsame Zukunft verbauen, andererseits ist Ehrlichkeit zwar manchmal schwer zu verkraften, aber fair play ist hier schon für Dein eigenes Gewissen wichtig.
"Er meinte, man könne nur Gefühle für eine Person haben [...]"
Was er wohl meinte war, dass man nur eine Person lieben kann? Hm... Hab jetzt lange überlegt, aber komme auch zu dem Schluss, immer noch, war immer so. Vertrautheit, Gewohnheit, Sicherheit im Umgang mit jemandem mit Liebe zu verwechseln ist gerade nach einer Trennung sehr leicht. Dabei sollten diese Dinge nur Zugabe sein, und stellen sich in einer neuen Beziehung die auf Liebe basiert auch wieder ein.
"[...] wenn ich dann gesagt, hab, daß ich ihn vermisse, was ich ja auch tue, aber was man nach jeder Trennung doch tut, dann kamen dinge wie, dann muß es für eine Beziehung reichen."
Nein, muss es nicht. Das ist mir viel zu kategorisch, und zeugt nicht grade von Reife. Wenn er das wirklich so sieht. Mag sein, dass diese Aussage in der Hitze des emotionalen Gefechtes gefallen ist... Aber selbst dann zeigt das eine seiner Grundhaltungen auf. "Müssen" tut garnichts, und grad' in der Liebe geht auf Biegen und Brechen genau: Null.
"Er sagt, ich könne selbst mit Zeit nicht zu einer Entscheidung kommen [...]"
Lass Dich nicht klein machen, natürlich kannst Du. Nur halt noch nicht jetzt, Du bist halt noch nicht soweit, aber es wird. Im Übrigen ist es *Dein* Leben - und wir wollen ja alle unsere Entscheidungen selbst treffen, oder? Auf ein fremdbestimmtes Leben irgendwann zurückzublicken wird uns nicht grad das Gefühl geben so gelebt zu haben wie wir es gerne wollten...
"Und dann letztendlich, daß eine Entscheidung jetzt ja zwangsläufig bald da sein müsste!!!"
Für ihn ja, wenn er das so sagt. Steckt da die Drohung dahinter, dass er für Dich sonst nicht mehr da ist, wenn's zu lange dauert? Es ist nur ein *absoluter* Fehler, einer Person die mir sagt, dass sie ihre Gefühle nicht einordnen kann, auch noch ein Ultimatum zu stellen. *aufdieStirnklatsch* Das ist ja so, wie wenn ich einen Farbenblinden wieder und wieder entnervt auffordere, doch endlich die grünen Äpfel zu nehmen. Es hat keinen Sinn für *Euch* beide, was er da tut...
"Rede ich mir nur was ein?"
Glaube ich nicht. *Du* hast ja die Notwendigkeit erkannt, zuerst mal Deine Gefühlswelt in Ordnung zu bringen, bevor an eine neue Beziehung zu denken ist. Was Du noch ist weisst, ist das "Wie". Aber auch das wird Dir klar werden - ich kann Dir auch nicht sagen wann es sein wird, aber höchstwahrscheinlich nicht vor Ablauf des "Ultimatums". Was sich jetzt in vier Monaten nicht ergeben hat, wird sich kaum in den nächsten paar Tagen klären lassen...
Und nochmal: Lass Dich von niemandem zu einer halbherzigen Entscheidung drängen, Du würdest niemandem etwas Gutes tun, inklusive Dir. Glücklich machen kannst Du nur dann jemanden, wenn Du selbst glücklich bist...
Alles liebe,
Voy.