Duffy
Gast
Es gab immer viele Streitigkeiten und Diskussionen und irgendwann bemerkte ich, dass ich lieber den Mund hielt anstatt das anzusprechen was mir nicht gefiel. Wohl mit einer der Gründe war, dass er keinerlei Einsicht hatte und ich meistens die Schuld hatte. Also warum ewig diskutieren, lieber Klappe halten für den Frieden. Eine Entschuldigung für Fehlverhalten? Fehlanzeige!
Irgendwann ist mir aufgefallen, dass wir uns nicht mehr auf Augenhöhe bewegten. Ich kroch, wegen des lieben Friedenswillen nach Streitereien wieder an. Ich dachte mir, komm der Klügere gibt nach. Als ich mal schauen wollte, ob denn von ihm nach einen Streit auch mal was kommt, kam nichts, tagelang. Am Anfang war das nicht so, aber irgendwann schlich sich das ein.
Wenn ich Probleme hatte und mit ihm darüber redete, verwendete er sie im Streit gegen mich, er kritisierte rum, hatte immer einen belehrenden Satz parat und manchmal machte er Witze auf meine Kosten, kleine Sticheleien eben. Es gab noch viele weitere Dinge, welche mich mit der Zeit klein machten. Ich fing an zu denken, bin ich wirklich immer an allem Schuld? Ist es wirklich so schwierig mit mir? Bin ich tatsächlich ein so schlechter Mensch? Ich muss ja fast dankbar sein, dass er mich so nimmt wie ich bin und mich noch möchte.
Und jetzt getrennt, weil ich im Streit nicht mehr weiterkam wie mich zu trennen. Tja und was soll ich sagen, genau in den letzten Tagen fiel mir auf, wie Abhängig ich von diesem Mann geworden bin. Ich habe ihn versucht anzurufen, mich zu entschuldigen, habe Nachrichten geschrieben, er ignorierte mich total.
Irgendwann nach meinem Gebettel war er wohl so genervt, dass er mir antwortete. Er sei enttäuscht, ich bin an allem Schuld und es ist besser, wenn wir uns die nächste Zeit nicht mehr hören.
Alles gut, alles verständlich. Leider bin ich erst danach aufgewacht. Früher hätte ich zu meiner Entscheidung gestanden und wäre nicht danach angekrochen wie eine hysterische Verrückte und hätte ihm nicht das Gefühl dieser extremen Abhängigkeit gegeben. Ich weiß nicht wie ich mein Gesicht so verlieren konnte, mich so abhängig von ihm machen konnte. Zuckerbrot und Peitsche vermutlich, die Grenzen sind immer mehr ein Stück weiter verschoben worden, sodass ich am Ende gar nichts mehr erkennen kann. Alles Toleriere und alles Verzeihen würde, nur um ihn nicht zu verlieren und das ist sicherlich nicht mehr normal.
Es gibt hier bestimmt einige die so was auch schon erlebt haben. Wie habt ihr wieder euer Selbstwert gefunden, eure Stärke, eure Grenzen?
Gibt es hierfür gute Bücher die ihr mir empfehlen könnt?
Ich möchte einfach wieder diese taffe Frau sein die ich mal war.
Liebe Grüße
Duffy
