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Unterschiedliche Wahrnehmung in Beziehung

P
ich habe ein Problem, das mich seit längerem beschäftigt.

Wenn Partner eine Situation unterschiedlich betrachten - und der eine nicht einsehen kann/will, dass seine Sicht nicht die einzig richtige ist, kann man ihn irgendwie abholen? Mein Mann verfällt sofort in eine Trotz / Panikhaltung und ich weiß nicht, was ich falsch mache, bzw. gemacht habe. Ich sehe dahinter mittlerweile ein Beziehungsmuster, das ich sehr gerne durchbrechen würde, bzw. gerne wissen möchte, warum er sich zu diesem verhalten veranlasst sieht und was an mir ihn dazu herausfordert und was ich ändern sollte.
Ich würde gerne eine Basis schaffen, dass er sich nicht sofort angegriffen fühlt und weiß nicht, wie ich das erreichen kann. Er will mit mir nicht reden, weil er meint er sei mir auf kommunikativer Ebene nicht gewachsen und ich will eigentlich überhaupt nicht gewinnen, sondern Lösungen finden und glaube, dass ein Gespräch doch immer das richtige ist, aber er wird nicht konkret - und ich glaube weil ich ihn dazu dränge fühlt er sich angegriffen.
Braucht er mehr Zeit? Fühlt er sich eingeengt? Aber es sind schon über vier Jahre vergangen, dass ich darauf warte, dass er begreift dass wir darüber sprechen und Lösungen udn Strategien finden müssen.

das erschreckende ist, dass er mir oft in Streitgesprächen Dinge vorwirft, die ich nie getan habe. Er sagt oft Du denkst. und spricht dann schlecht über sich selbst. oder Ich dachte, du machst das weil. und wirft mir dann Dinge vor, die mich ganz fassungslos machen, weil es so boshaft ist und ich zu so etwas nie imstande wäre. Wenn ich ihm dann versuche zu sagen, dass er hier projiziert und ich so gar nicht denke, es auch nie meine Motive waren, will er eigentlich meine Meinung/Ansicht/Wanrhemung gar nicht hören, sondern seine Wahrnehmung so lassen wie sie ist und fühlt sich angegriffen.
Er rechtfertigt sein schlechtes Benehmen mir gegenüber mit falschen Annahmen über meine Motive. zB: mein Mann und ich sprachen gestern über einige Dinge aus der Vergangenheit. (wir sind gerade in einer sehr sehr schweren Phase, versuchen aber einen gemeinsamen Konsenz zu finden, zumindest dachte ich das) Ich sagte ihm, was mir in einer bestimmten Lebensphase gefehlt hatte und dass es mich beunruhigt und mein Vertrauen etwas erschüttert hat, dass er mir da über Jahre ausgewichen ist, obwohl es wirklich wichtig war.
Daraufhin offenbarte er mir, dass er damals dachte, ich würde ihn bald eh verlassen. Als ich dann erwiderte, dass er sich doch aber offenbar geirrt habe und mich ganz grundlos tatsächlich oft im Stich ließ und verletzte, ist er mir dann wieder ausgewichen.

Er kann auch nie bei einem Thema bleiben, sobald er merkt, dass ich Gegenargumente bringe. Ich weiß dann nie, was ich machen soll. Es ist einfach sehr frustrierend.

anderes Bsp:
Es war so, dass ich eine ganze Zeit lang viel Unsicherheit in meinem Berufsleben ausgeliefert war und ein wenig Stetigkeit und Sicherheit gebraucht habe. ich hatte ihn damals gebeten, ein wenig verlässlicher zu sein und nicht unnötige Unsicherheit auch ins Privatleben zu bringen.
Ich erklärte, dass es schön wäre, wenn er zB sagen könnte, wann er ungefähr am Wochenende ankommt (wir lebten damals berufsbedingt in unterschiedlichen Wohnungen). Er verweigerte mir das und sagte er würde sich kontrolliert fühlen. Ich wollte ihn aber ganz und gar nicht kontrollieren, sondern nur einen ungefähren Zeitraum wissen, wann er kommt, damit ich planen konnte, ob wir gemeinsam Mittag- oder erst Abendessen werden oder gar nicht etc. Das konnte er nicht und damit meine ich NIE. er wollte kommen, wann er eben kommen wollte, nicht einmal den Tag wollte er festlegen.

ist das falsch? ist es falsch so etwas zu erwarten? ich bin verunsichert, ob ich da nicht mehr an mir arbeiten muss? Im Prinzip verlange ich ja etwas von ihm, dass ich mir selbst nicht geben kann und das ist vlt. zu viel? Was sagt ihr?

ich brauche irgendwie eine gewisse Struktur und Verlässlichkeit, ich kann mich schwer treiben lassen und ich bin auch nicht der Meinung, dass seine Art gut funktioniert, weil wir uns dadurch viel zu wenig sehen / gesehen haben und ich auch bemerke, dass wir uns auseinandergelebt, weil nichts gemeinsames stattfand.

Als ich zB vor drei Jahren dann wieder berufsbedingt zurückzog und versuchte eine bestimmte Routine entstehen zu lassen, wollte er sich nicht darauf einlassen. Mir fehlt diese Verbundenheit und weil sie ihm nicht fehlt / bzw. er sie über andere Dinge herstellt, kann er sich nicht darauf einlassen. Wir sind beide beruflich sehr eingebunden und ich habe viel Verständnis für seinen Freiheitsdrang - aber ich hätte gerne ein Frühstück und einen Abend den wir gemeinsam verbringen in der Woche, bzw. wollte das früher, bevor es so angespannt zwischen uns wurde und er hat das nicht auf die Reihe bekommen, bzw. eben nur dann, wann er es wollte.

Eigentlich merke ich in vielen Bereichen, dass er sich nicht auf mich einlassen kann. Er weich t mir in den Gesprächen über Jahre aus und wir schweigen eigentlich alles tot und bemerke, dass er diese Verhaltensweise eigentlich immer anwendet, wenn es um gewisse Dinge geht, die ich erwarte oder mir wichtig sind.

Mein eigenes Problem in diesen Situation ist, dass ich es eigentlich nicht leiden kann, dass ich in einigen Dingen in der
Beziehung gewisse Dinge von meinem Partner brauche. ich bin nicht gerne abhängig. Und wenn er sie dann auch noch nicht erfüllt, dann werde ich innerlich panisch, fühle mich im Stich gelassen und werde traurig darüber. Ich kann das zwar mittlerweile einordnen und damit auch umgehen aber es erfordert doch viel Kontrolle und ist eine Belastung für mich.
Ich frage mich auch oft, ob es überhaupt richtig ist, etwas vom Partner zu erwarten.
Wenn ihr das zB jetzt hört, denkt ihr, dass es überhaupt richtig ist, das vom Partner einzufordern? Denn eigentlich ist es doch mein problem. es war ja unsicherheit aus meinem separaten Lebensbereich und ich forderte dann das von ihm ein. Andererseits denke ich dann, aber das ist doch öfter so oder? Wir brauchen doch in der Partnerschaft genau diesen Ausgleich. Oder ist es falsch so zu denken?

Ich hoffe, das ist irgendwie verständlich geworden.
Kennt jemand dieses Problem bzw. dieses Verhaltensmuster und was ist das Falsche in einem solchen Moment und was ist das Richtige?!

31.10.2020 13:05 • #1


P
vlt. als Ergänzung: Eine Zeit lang dachte ich, ich dürfe ihn nicht so bedrängen und habe darauf gewartet, dass er das Gespräch sucht. Tat er aber nicht.
Er will über Probleme einfach nicht sprechen. Ich weiß ja, dass es vielen Männern schwer fällt, sich zu öffnen. Was muss ich tun? oder ist es falsch?

Manchmal denke ich. Vlt. bin ich einfach die Falsche für ihn er war mein erster Freund und er sagt mir oft, ich sei unerfahren und ich wüsste gar nicht, wie gut ich es mit ihm habe und gar nicht wisse, wie andere Männer seien. dann bin ich wieder verunsichert und denke, dass er vlt. recht hat.

31.10.2020 13:22 • #2


A


Unterschiedliche Wahrnehmung in Beziehung

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P
aber ich glaube, das sich zu viel geschrieben habe, denn eigentlich geht es mir wirklich darum:

was macht man, wenn der eine eine Situation so wahrnimmt und der andere ganz anders. Wenn die Sicht des einen auf den anderen negativ ist obwohl es nicht zutrifft. Und weshalb nimmt der andere einen so schlecht wahr, obwohl man ihm nie etwas schlechtes tut. Ich habe ihm immer und immer und immer wieder bewiesen dass ich ihn liebe und ihm gutes getan und ich kann ehrlich gesagt nicht mehr und bin kurz davor alles einfach schleifen zu lassen.
Wir sind 15 jahre verheiratet. ist das nur eine Phase?

Im ersten Moment sieht er was ich für ihn tue, freut sich und dann wieder spielt er es runter, bzw. vergisst es einfach.

Wenn ich dann einmal darauf hinweise, dass ich zB durch das und das mich geliebt fühlen würde, sagt er er weiß nicht was ich will. werde ich konkreter und verweise dann auf die Dinge, die ich ZUM BEISPIEL für ihn tue, durch was er sich geliebt fühlt, dann blockt er sofort.

Kürzlich meinte er, ich würde etwas gutes tun und es ihm dann vorhalten. Aber das ist überhaupt nicht meine Motivation gewesen. ich habe alles immer freiwllig gemacht udn nicht weil ich etwas zurück haben wollte. Ich habe diese Dinge als Beispiel aufgeführt weil er ja nicht weiß, was ich ich will und vergleiche braucht.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

in anderen Dingen aber ist er wirklich ganz toll:
er hilft viel im Haushalt (leichter Ordnungs- und Putzzwang, womit ich meißtens gut klar komme, manche Regeln sind aber schwierig zu akzeptieren aber ich versuche es, weil es mir um ihn leid tut)er ist ein sehr ordentlicher und in vielen Bereichen ein sehr verlässlicher Mensch. Ich weiß, was ich an ihm habe. Darum kann ich es einfach nicht verstehen, warum er ausgerechnet in diesen Dingen so nachlässig ist.

Er versucht auch immer auf diese Vorzüge hinzuweisen. Heißt das, dass er eigentlich glaubt, eine Ehe bestehe nur aus diesen Dingen? was übersehe ich?
ich bin wirklich sehr durcheinander.

dieses Katz-Maus-Spiel macht mich fertig, ich will es abhaken. Weiß nicht wie.

31.10.2020 13:34 • #3


FrauDrachin
Hi Procurator,

Wie lange seid ihr denn schon zusammen? Und wie alt ist dein Mann?

Eure schlechte Kommunikation ist das eine.

Das andere aber, was ich sehe, ist, dass ihr in ein paar wichtigen Punkten nicht sehr kompatibel seid, was Verbindlichkeit und Absprachen angeht.

Du sprichst ja eine etwas komplizierte Gemengelage an, aus den Fragen, was darf ich erwarten, was darf ich verlangen, darf ich überhaupt etwas erwarten und verlangen, aus welchen Gründen darf man Dinge erwarten/verlangen und was muss man mit sich selber ausmachen.

Meine Antworten darauf, so ungefähr: Man sollte in einer Beziehung so ziemlich alles ansprechen können. Man sollte auch um so ziemlich alles Bitten können. Allerdings hat man halt keinen Anspruch darauf, dass der andere im eigenen Sinne reagiert. Wie man dann mit den Antworten oder Eigenarten des anderen umgeht, das liegt dann im eigenen Ermessen.

In deinen Beispielen:
Du hast deine Wünsche von Verbindlichkeit und Absprachen klar kommuniziert.
Er hat klar gemacht, dass er sich nicht bewegen will und wird.
Jetzt kannst du dir überlegen, wie du damit umgehst, und ob, und wenn ja für was das reicht.
Reichen dir die Glegenheiten, die er dir freiwillig gibt?
Kannst du Malzeiten mit Freunden und Familie orgenisieren, ohne auf ihn zu warten?
Ist das für dich ein must have in der Beziehung? Dann, so blöd das klingt, musst du dich trennen, wenn er sich nicht bewegen will. (Und mir kommen deine Forderungen jetzt nicht wirklich übertrieben vor)

Wichtig wäre das Anerkennen, dass beide Seiten Richtig, Ok und gültig sind. Wenn er das so will, und ihm das so reicht, dann muss man ihn nicht richten und überzeugen.

Bleibt das Problem mit der mangelhaften Kommunikation und den freien Interpretationen deiner Absichen und Motive. Vom Prinzip her gleiches Vorgehen...
Klar könntest du Paartherapie, Mediation, Kommunikationskurs oder was auch immer vorschlagen.
Wenn er nicht mag und auch kein Problem sieht, kannst nur du schauen, wie du damit umgehst. Ein Schritt könnte sein, dass du dir für dich allein deine Kommunikationsmuster anschaust, vielleicht tut sich dadurch schon was.
Ansonsten musst du schauen, was du für Konsequenzen ziehst, wie du gut für dich selber sorgen kannst.

Wenn sich nur einer abrackert, ist das zu wenig. Leider.

Soweit in der Theorie so einfach, in der emotionsgeladenen Realtität echt schwer umzusetzten.
Hoffe du kannst was mit meiner Antwort anfangen.

Edit: Schaut von Außen so aus, als hätte er ganz gewatlig Baustellen. Aber auch hier gilt leider, genau wie in den anderen Sachen: du kannst es ansprechen, deine Meinung und deine Unterstützung anbieten, aber angehen muss er die selber! Und wenn er das nicht tut, musst du dir überlegen, was das für dich Bedeutet. So schmerzhaft das ist.

31.10.2020 14:17 • x 4 #4


P
Zitat von FrauDrachin:
Wie lange seid ihr denn schon zusammen? Und wie alt ist dein Mann?


wir sind 17 Jahre zusammen, 15 verheiratet. keine Kinder. wir haben einen altersunterschied von 8,5 Jahren, mein Mann ist 42
Zitat von FrauDrachin:
Reichen dir die Glegenheiten, die er dir freiwillig gibt?
manchmal ja, manchmal nein. um ehrlich zu sein, meistens nein. Ich fühle mich manchmal wie eine verhungernde. aber ich komme damit besser klar als früher. Früher war ich zu bedürftig. Ich habe daran viel gearbeitet.

Was ich aber beobachte ist: es wird einfach immer weniger. je weniger ich brauche, desto weniger will er geben. ich glaube, um ehrlich zu sein, dass es ihm irgendwie um Macht geht. (obwohl ich das natürlich nicht sage) das ist für mich sehr schwer zu ertragen.

Kannst du Malzeiten mit Freunden und Familie orgenisieren, ohne auf ihn zu warten?

ja kann ich, unter der Woche brauche ist das selbst nicht so wirklich, bzw. habe gar keine zeit dafür. für dieses wochenende habe ich freundinnen eingeladen zum Frühstücken. das wiederum nervt IHN.
gestern abend hat er mir vorgeworfen, ich würde machen was ich will. darauf hin hab ich ihn gefragt, ob er denn nicht glaubt, dass es genau so in einer beziehung sein sollte, schwieg er. Ich sagte, ich weiß nicht, was dich an der Situation ärgert und er könne es mir doch erklären - schweigen.
Ich fällt mir schwer, das zu verstehen, ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll oder ob ich es einfach lassen soll ihn verstehen zu wollen.

es geht ja nicht generell um mahlzeiten, sondern um irgend etwas verbindliches, irgendetwas das wir gemeinsam machen sollten. aber da gibt es irgendwie nichts. er denkt, es reich, wenn man gemeinsam putzt.

Zitat von FrauDrachin:
Ein Schritt könnte sein, dass du dir für dich allein deine Kommunikationsmuster anschaust, vielleicht tut sich dadurch schon was
du glaubst gar nicht wie viel ich daran gearbeitet habe (was gut so war...!) ich muss leider noch mehr lernen meine emotionen zu kontrollieren, nicht immer einfach wenn der andere einen ständig unterbricht, nicht beim Thema bleiben will, blockiert aber ich bin viel viel besser. Ich verstehe nur nicht, warum er es verdreht. Er stellt mir fragen, deren antwor er nicht hören will. gestern abend zB habe ich einfach einmal uns von der seite beobachtet, war sehr ruhig aber das was ich da gesehen habe, da dachte ich nur, er ist gerade wie ein gehetztes tier, das sich nicht fangen lassen, nicht fassen lassen, nur sich sieht, absolut durchdreht und nur eines will: gewinnen, abstand, gespräch beenden, , keine blöße zeigen. ich verstehe es einfach nicht.

Zitat von FrauDrachin:
Wenn sich nur einer abrackert, ist das zu wenig. Leider.

ja.. es war eine sehr schmerzhafte Erfahrung, sich das einzugestehen, dass es tatsächlich so ist. das hat mir auch sehr viel über mich gelehrt, aber das ist eine andere baustelle

naja... irgendwie bin ich jetzt auch nicht schlauer... irgendetwas provoziert ihn doch, etwas lässt ihn doch blockieren. ich weiß nicht, wie ihr dinge ansprecht. aber sobald etwas ihn nicht zu 1000% unfehlbar erscheinen lässt, fällt er aus allen wolken und: Abwehr und FLUCHT.

zu seiner Verteidigung: früher habe ich auf diese Blockaden meinerseits mit Wut und noch mehr Argumenten eingeredet, anstatt zu sehen, dass er raum gebraucht hat. Wäre ich damals klüger gewesen, dann hätte ich ihm evtl. den Raum gelassen. Ich denke dass hätte auch zu mehr sicherheit beigetragen, aber ich war nun einmal nicht klüger. Ich habe irgendwann aber gesagt, dass ih denke dass ich da auch falsch gehandelt habe, dass ich das ändern werde und es mir leid tut, dass ich ihn verletzt habe. Ich habe verdammt hart daran gearbeitet und bin der meinung dass es besser ist.

was er tut - und das finde ich merkwürdig ist: wenn ich ihm sage, was mir fehlt, dann weist er sofort auf meine Fehler hin.. wen wenn ich ihm dann sage, ob wir nicht bitte erst bei einer sache bleiben können und später gerne auch darüber reden können, was er gerne anders hätte, kann er nicht, will er nicht und letztlich dreht sich das gespräch um ihn. es dreht sich zu oft um ihn.
einmal sagte ich ihm, dass es nicht um schuld geht. ich habe ihn gebeten, mal zu hinterfragen, ob er es denn nicht anders sehen kann.

aber um ehrlich zu sein glaube ich, dass er gar nicht mehr nachdenkt, sondern abwehrt.

31.10.2020 15:34 • x 1 #5


P
im Prinzip wollte ich aber generell also abstrakt wissen, ob das oft so ist, d.h. ein generelles Problem mit unterschiedlicher Wahrnehmung und wie paare da aufeinander zugehen können und wie da positive Erfahrungen sind. Vlt. kann ich ja so dazu lernen.

31.10.2020 15:35 • #6


Jane_1
Ich bin da ganz bei FrauDrachin, er muss auch wollen, dass ihr Kommunikation habt. Ich rede bewußt nicht von besserer, denn die Kommunikation, die ihr habt, scheint von außen sehr distanziert, nicht offen, nicht wirklich intim.
Zitat von procurator:
sobald er merkt, dass ich Gegenargumente bringe.

Ich glaube, das geht vielen Menschen so. Ihr könntet euch mit gewaltfreier Kommunikation beschäftigen (nicht, dass ich glaube, dass er sich daruf einlässt) oder ihr ersucht es mit Zwiegesprächen (einfach mal googeln, jeder spricht 10-30 Minuten und der andere sagt NICHTS).

Zitat von procurator:
Ich erklärte, dass es schön wäre, wenn er zB sagen könnte, wann er ungefähr am Wochenende ankommt (wir lebten damals berufsbedingt in unterschiedlichen Wohnungen). Er verweigerte mir das und sagte er würde sich kontrolliert fühlen. Ich wollte ihn aber ganz und gar nicht kontrollieren, sondern nur einen ungefähren Zeitraum wissen, wann er kommt, damit ich planen konnte, ob wir gemeinsam Mittag- oder erst Abendessen werden oder gar nicht etc. Das konnte er nicht und damit meine ich NIE. er wollte kommen, wann er eben kommen wollte, nicht einmal den Tag wollte er festlegen.

ist das falsch? ist es falsch so etwas zu erwarten?

Deine Erwartung empfinde ich als völlig normal und den meisten wird es ähnlich gehen.
Wenn er das partout nicht einsah/einsieht, tja. Ich hätte auf sowas keine Lust. In deinem Alter habe ich allerdings auch viel mehr Kröten geschluckt, wozu ich heute nicht mehr bereit wäre.

Zitat von procurator:
und er sagt mir oft, ich sei unerfahren und ich wüsste gar nicht, wie gut ich es mit ihm habe und gar nicht wisse, wie andere Männer seien. dann bin ich wieder verunsichert und denke, dass er vlt. recht hat.

Ach komm, das ist doch manipulatives Blabla, das er gerne selber glauben will.

Ich kenne dein anderes Thema auch und eure Beziehung hört sich sehr anstrengend und nicht erfüllend an. Es ist deine Entscheidung, das mitzumachen und das meine ich absolut nicht wertend. Habe selber sehr sehr lange benötigt um eine Entscheidung pro Trennung zu treffen.

31.10.2020 15:48 • x 1 #7


Jane_1
Zitat von procurator:
ich weiß nicht, wie ihr dinge ansprecht. aber sobald etwas ihn nicht zu 1000% unfehlbar erscheinen lässt, fällt er aus allen wolken und: Abwehr und FLUCHT.

Das kenne ich von meinem Vater. Hat sich bis zu seinem Tod nicht geändert. Man konnte nicht wirklich mit ihm kommunizieren. Am Ende gab es paar vom Alzheimer geschaffene Weichheiten, kann ich aber an einer Hand abzählen.

Ich glaubte früher, dass es doch möglich sein muss, mit jedem Menschen sprechen zu können. Musste lernen, dass das völlig naiv war. Wenn das Gegenüber nicht will, bist du verloren.

31.10.2020 15:50 • #8


P
Zitat von Jane_1:
denn die Kommunikation, die ihr habt, scheint von außen sehr distanziert, nicht offen, nicht wirklich intim.


wirke ich in der Kommunikation auch so auf dich? für mich war es immer so, dass ich durch gespräche intimität aufbauen konnte.
er hat mir einmal vorgeworfen, ich sei kalt. Das hat mich sehr getroffen damals. weißt du warum? weil ich so viel Schmerz und Emotionen in mir hatte, dass ich auf Distanz zu mir selbst gehen musste, um dieses Gespräch irgendwie noch auf Augenhöhe führen zu können.
Mir hat das, was er mir nicht geben konnte, so viel schmerz bereitet, dass ich einfach unterdrücken musste und auf abstand gehen musste. aber er ist niemals auf mich zugegangen. und das hat mich wieder tief verletzt.

Zitat von Jane_1:
ihr ersucht es mit Zwiegesprächen (einfach mal googeln, jeder spricht 10-30 Minuten und der andere sagt NICHTS).

haha, das ist ein wirklich toller Tipp Jane! das habe ich auch schon so ähnlich versucht. ich habe ihm einen Löffel in die Hand gedrückt und habe ihm gesagt, wie wäre es, dass man nur spricht, wenn man den Löffel in der Hand hat und der andere ihn behalten darf solange er will, eine Regel keine Beleidigungen und nicht schreien. aber er hat es nicht geschafft hat einfach geredet. und al sich es noch einmal vorschlug, sagte er, er habe keine Zeit. auch das Gespräch gestern hat er abgebrochen, meinte wir reden irgendwann

für mich heißt das: ich habe eigentlich kein Problem und von mir aus kann es genau so weiter gehen.

Zitat von Jane_1:
Ich kenne dein anderes Thema auch und eure Beziehung hört sich sehr anstrengend und nicht erfüllend an. Es ist deine Entscheidung, das mitzumachen und das meine ich absolut nicht wertend. Habe selber sehr sehr lange benötigt um eine Entscheidung pro Trennung zu treffen.

danke Jane. ich möchte das hier bitte nicht thematisieren, denn dann werde ich zu sehr wie ein opfer wahrgenommen, was ich einfach nicht will, verstehst du?
ich muss erst verstehen. ich brauche das, keine Ahnung warum ich so bin aber so bin ich. ich habe mir immer gesagt: du wirst deine Ehe nicht auf die leichte Schulter nehmen, du wirst es versuchen und dein versprechen halten, so gut du kannst, durch Dick und Dünn. ich wusste nicht, wie schwer es wird.


Zitat von Jane_1:
Wenn das Gegenüber nicht will, bist du verloren.

ja, das sickert langsam auch zu mir durch.

ich weiß nicht, ob er manipulativ ist, ehrlich jane. ich sage das nicht einfach so um ihn zu verteidigen. Er ist wirklich ein guter Mensch. wirklich. er ist seiner Familie gegenüber so treu, er würde alles für sie tun. du solltest einmal sehen, wie gut er mit seinen Neffen umgeht. wie liebevoll er sein kann. er war am anfang so sanft. ich habe das problem, das ich vor den meisten menschen zurückschrecke, weil sie mir zu viel sind. er war genau richtig er KONNTE reden, er hat wirklich viel geredet, zugehört und und.

aber plötzlich in der Verlobungszeit ist er durchgedreht. ich dachte damals es liegt am Stress. aber es wurde schlimmer. ich weiß nicht. vlt. wollte er nicht? Vlt. hat er damals irgendwie gespürt dass ich die Falsche für ihn bin. keine ahnung. das hilft halt auch nicht.

Ich will mich gerade lieber auf dinge konzentrieren, die ich tatsächlich angehen kann und wenn das auch nicht hilft, dann ist es eben so, aber dann habe ich wenigstens alles versucht und das wird mein schlechtes gewissen beruhigen können

gestern habe ich gesagt, dass ich die möglichkeit habe eine wohnung anzuschauen udn es nicht verheimlichen will und überlege ob wir distanz brauchen um einmal nachdenken zu können. er ist richtig verzweifelt geworden. hat gesagt, er weiß einfach nicht, was falsch läuft. aber er will nicht hören was es ist. aber dann hat er das gespräch ja abgebrochen udn auf später verschoben. ich verstehe das nicht.
heute ist es wirklich schlimm, in meinem kopf dreht sich die ganze zeit alles darum meistens kann ich es wegschieben, aber heute ist es echt schwer.

31.10.2020 16:13 • #9


P
Zitat von FrauDrachin:
Wichtig wäre das Anerkennen, dass beide Seiten Richtig, Ok und gültig sind. Wenn er das so will, und ihm das so reicht, dann muss man ihn nicht richten und überzeugen.


ja, darauf werde ich mal selbstkritisch achten.

31.10.2020 17:19 • #10


FrauDrachin
Zitat von procurator:
im Prinzip wollte ich aber generell also abstrakt wissen, ob das oft so ist, d.h. ein generelles Problem mit unterschiedlicher Wahrnehmung und wie paare da aufeinander zugehen können und wie da positive Erfahrungen sind. Vlt. kann ich ja so dazu lernen.


Im Prinzip sollte es abstrakt wohl so sein, dass einer von beiden eine Sache anspricht, dass man dann so lange über die Sache spricht, bis beide der Meinung sind, dass alle relevanten Informationen auf dem Tisch liegen, und dann zu einer einvernehmlichen Lösung zu findet. Oder was würdest du sagen?

Tatsächlich glaube ich aber, dass eure Kommunikation schon längst vorbei ist.
Du hast längst formuliert, was dir in einer Beziehung/Ehe wichtig ist, du hast das Thema auf hunderte verschiedener Arten beleuchtet, hast sämtliche Lösungsvorschläge, die dir einfallen unterbreitet, und er................... hat nein gesagt, immer und immer wieder.
Kommunikation beendet. Ob du das jetzt gewaltfrei, mit ich-Botschaften oder sonstwie nochmal sagst, es ändert nichts.
Botschaft gesendet, Botschaft empfangen, Antwort gegeben, Ende.
Jetzt ist es einfach nur noch an dir, zu entscheiden, ob du in dieser Beziehung leben willst oder nicht.

31.10.2020 18:32 • x 1 #11


Jane_1
Zitat von procurator:
wirke ich in der Kommunikation auch so auf dich?

Im Gegenteil, du wirkst offen und bereit zu einem echten Gespräch, einer echten Kommuniation.
Zitat von procurator:
at gesagt, er weiß einfach nicht, was falsch läuft. aber er will nicht hören was es ist.

Hört er, was er da sagt? Unfassbar.

Du wirkst auf mich übrigens überhaupt nicht wie ein Opfer. Viele haben dir Ratschläge gegeben oder gesagt, was sie tun würden. Aber das tut jeder natürlich erstmal aus seiner emotional unbeteiligten Situation und aufgrund der eigenen Erfahrungen.
Wir haben alle Erfahrunge gemacht, die von außen als Fehler gewertet werden könnten. Wir entscheiden immer in der Situation mit allem was wir wissen (auch über uns selber und unsere Mitmenschen) und auch wünschen. Wir machen es so gut wie wir nur können. Und das sieht bei jedem anders aus.
Von außen denkt man oft Mensch, was soll das Geiere, mach tabula rasa und gut ist. Derjenige muss aber anscheinend noch durch einige Prozesse durch. Dann ist das so, das ist ok, das ist der eigene Weg.

01.11.2020 15:54 • #12


A


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