Matz585
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ich schreibe hier um vielleicht einige Denkanstöße zu bekommen und meine Gedanken besser verstehen zu können.
Meine Frau hat sich vor 6 Tagen nach 15 Jahren Beziehung bzw. 9 Jahren Ehe von mir getrennt. Wir haben auch zusammen 2 Töchter (9 und 5). Unsere Ehe lief sehr viele Jahre richtig gut, bis wir uns seit einem Jahr immer mehr von einander entfernt haben.
Sie hat mich immer mehr ausgeschlossen, was ich am Anfang gar nicht bewusst wahrgenommen hatte bis es Anfang des Jahres dazu kam das sie mir Fremd gegangen ist. Ich habe das dann sehr auf mich und mein nach außen oft sehr zurückhaltendes, ängstliches Verhalten bezogen. Daraufhin habe ich eine Therapie angefangen um meine frühe Vergangenheit und die Hintergründe des ganzen aber auch das Fremd gehen zu verarbeiten. Das hat mich alles sehr weitergebracht und ich habe mich im letzten halben Jahr für mich sehr zum positiven Verändert und kann mit meinen Schwächen und Ängsten mittlerweile besser umgehen. (Vor einem halben Jahr hätte ich nie so einen Text verfasst und ihn mit anderen geteilt aus Angst was sie von mir denken könnten)
Ich hatte auch den Eindruck, das wir es schaffen unsere Beziehung doch wieder zum positiven zu verändern, bis vor ca. 5 Wochen das ganze quasi wieder von vorne losging. Sie hat sich mir immer häufiger verschlossen, keine Nähe zugelassen, und mich immer weniger an sie heran gelassen. Um nicht wieder die alten Fehler zu machen habe ich es aber diesmal auch angesprochen und nicht wie früher weg ignoriert. Aber sie hat es immer damit abgetan, das sie im Moment zu viel im Kopf hat und deshalb keine Nähe zulassen kann. Und da wir tatsächlich im Moment viel um die Ohren hatten habe ich das so akzeptiert und versucht ihr mehr Freiraum zu geben. Bis dann am Sonntag für mich völlig überraschend der große Knall kam. Ich hatte schon die Tage davor gemerkt das es zwischen uns immer distanzierter wurde und habe versucht darüber mit ihr zu reden.
Sie hat dann gesagt, das sie mich immer noch sehr schätzt, als Freund und Papa unserer Kinder aber für mich keine Liebe mehr empfindet.
Im Ersten Moment hat mir das die Erde unter den Füßen weggezogen und ich wollte alles tun um sie umzustimmen.
Nachdem jetzt aber einige Tage vergangen sind, ich in meiner Therapie darüber sprechen konnte. Und mich auch mit ein paar Freunden (leider habe ich nicht allzu viele da ich mich durch meine oben beschriebene Introvertiertheit und die zurückhaltenden Art immer voll auf die Beziehung konzentriert habe) austauschen konnte, denke ich das ich dringend mehr Abstand brauche, weil mich ihr ganzes Verhalten, das ausschließen, das fremd gehen, das abblocken von Nähe doch sehr verletzt hat.
Ich habe im Moment den Eindruck, das sie eher vor ihren Problemen mit sich davonläuft und sich daher in die Organisation der veränderten Lebenssituation stürzt.
Aktuell leben wir noch gemeinsam in unserer Wohnung, schlafen abwechselnd auf der Couch, um den Kindern vorerst ihr mehr oder weniger geregeltes Umfeld zu lassen und weil man halt auf die schnelle nicht so einfach eine neue Wohnung findet.
Aber nachdem ich die ersten Tage gedanklich noch alles durchgegangen bin was ich machen könnte um sie zurück zu bekommen. Bin ich jetzt an dem Punkt an dem ich am liebsten sofort meine eigene Wohnung hätte und würde lieber heute als morgen ausziehen.
Das gute ist wir können uns nach wie vor in die Augen schauen und versuchen weiterhin beide immer für unsere Kinder da zu sein ohne die Kinder irgendwie gegen ein Elternteil zu beeinflussen. Das habe ich mir fest vorgenommen und ich schätze sie auch so ein das, es zum Wohle unserer Kinder so funktioniert.
Ich habe jetzt aber auch irgendwie Angst das, das alles zu schnell geht und ich zu wenig Trauere und eher verdränge.
Ich fände es sehr schön einige Meinungen zu meiner Situation zu bekommen.
Matz