Zitat von LaCaVi: Ich könne nichts dafür, liege alles an ihm.
Zitat von LaCaVi: hätte er doch im Verlauf der Beziehung einmal ansprechen können, dass er sich unsicher ist.
Um was zu erreichen?
Er sagt doch, es liege nicht an Dir und das stimmt auch: Ihm dürfte bewusst geworden sein, daß seine anfängliche Verliebtheit leider nicht in Liebe übergegangen ist. Vermutlich hat ihn das erst irritiert, dann erschreckt und vorübergehend hatte er vielleicht noch die (buchstäblich) stille Hoffnung, seine Gefühle doch noch wiederzufinden. Schließlich machte die Ernüchterung sich aber breit und dann hat er es Dir gesagt.
Hätte er das vorher getan, wärst Du verunsichert worden und hättest vielleicht auch um ihn gekämpft. Dann würdest Du Dich jetzt noch schlechter fühlen als so schon, denn es wäre eh für den Hugo gewesen und hätte im Nachhinein einen bitteren Beigeschmack, oder?
Er hat das für sich behalten, um keine bad vibes in die Beziehung zu bringen - für etwas, das sich vielleicht doch wieder einstellt. Hat nicht funktioniert, wäre aber theoretisch denkbar gewesen. Verwerflich wäre allenfalls, wenn er von vornherein in der gezielten Absicht in Eure Beziehung gegangen wäre, sie nur vorübergehend zu führen und dann unter diesem Vorwand zu beenden. Die ist aber aufgrund des Geschilderten erst mal nicht erkennbar und ohne Not würde ich sie von hier aus auch nicht unterstellen - kenne ihn ja nicht persönlich.
Euer Ding ging ca. zwei Jahre. Ihr habt einander also vielleicht an 100 Wochenenden gesehen und damit an max. 200 Tagen. Das entspricht nur wenigen Monaten persönlicher Realbegegnung. Ist also auch nicht so, als hätte er Dich ewig lange hingehalten und Dir so kostbare Lebensjahre geklaut, wie man das hier im Forum von Leuten liest, die jahrzehntelange Festbeziehungen mit so einer Begründung beenden.
Ich schreib's auch nicht um Dich zu kränken. Sondern damit Du das vielleicht anders einordnen und so besser loslassen kannst.
Zitat von LaCaVi: Nach der Trennung hatte ich das Gefühl, dass ich ein paar meiner Freunde überfordert habe mit meinem ständigen Weinen und darüber reden wollen. Nicht alle haben sich mehr gemeldet, was ich sehr schade finde.
Dann waren das Bekannte und keine Freunde. Zeigt sich leider oft erst in solchen Momenten. Kommt natürlich immer aufs konkrete Ausmaß an.
Deshalb finde ich es gut, daß Du den Weg hierher ins Forum genommen hast. Denn hier kannst Du Dir das von der Seele schreiben.
Das wird Dir auch später im Abnabelprozess helfen, nämlich wenn Du nachträglich auf die jetzigen Beiträge zurückblickst, Dich daran erinnerst, wie verzweifelt Du jetzt noch warst und dann in Dich reinspürst und merkst, daß sich da über die Zeit nun doch was verändert hat. Solche Fortschritte werden Dir Kraft geben, für Deinen weiteren Weg.
Ich finde es immer prima, wenn Teilnehmer das hier dokumentieren. Denn andere, die selbst noch nicht soweit sind, können daraus Hoffnung schöpfen. So ging es mir jedenfalls, als ich vor 10 Jahren erstmals in dieses Forum gestolpert kam.
Zitat von LaCaVi: Leider ist momentan krankschreiben keine Option.
Das ist schade, aber unter den von Dir genannten Umständen nachvollziehbar. Umso wichtiger, daß Du außerhalb der Arbeit jetzt viel für Dich tust. Finde es auch prima, daß Du Dir einen Arzttermin gemacht hast.
Vielleicht gibt es bei Dir in der Nähe ja eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Verlustangst? Oder das Beerdigungsinstitut bietet eine Trauerbegleitung an?
Du kannst der Verstorbenen aber auch einen Tagebuchthread widmen, im Unterforum "Letzte Worte". Der Tod ist schließlich auch eine Form von Trennung, auf die ganz harte Tour sogar.
Ich persönlich glaube fest daran, daß meine Lieben mich weiter sehen können, von da wo sie jetzt sind. Und daß ich sie wiedersehen werde, wenn meine eigene Zeit mal gekommen ist. Das hat mir damals nicht gleich die ganze, geballte Trauer genommen. Aber es blieb ein ständiger Trost und machte mir genug Hoffnung, weiterzugehen.
Dank des Glaubens fühle ich mich auch nie allein. Aber das ist natürlich Einstellungssache. Wissenschaftlich beweisen kann ich Dir da nämlich nix und man braucht auch außerhalb von Trennungserlebnissen schon einen gewissen Bezug dazu, um das für sich anzunehmen - so man das überhaupt beabsichtigt.
Es ist Wochenende. Ich wünsche Dir einen feinen Sonntag, wo immer es Dich heute hinziehen sollte.
🍀🌞🍀