Zitat von FrauVonUnruh: dass ich mit dem Tod hauptsächlich im Reinen bin, wenn es ältere Leute betrifft die ihr Leben gelebt haben. Bei jüngeren ist es schon schwieriger.
das kann ich total verstehen - und ja, gerade weil Du "vom Fach" bist, ist es natürlich nicht einfacher für Dich.
Zitat von FrauVonUnruh: Ein Gedanke der mich sehr umtreibt ist eben auch, dass ich Angst habe dass irgendwas nicht richtig gelaufen sein könnte in seiner Behandlung. Ich durchforste dann heimlich seine Unterlagen und hätte auch Fragen, aber die kann ich niemandem stellen weil ich natürlich nach all den Jahren keine Möglichkeit habe mit seinen Ärzten zu sprechen.
Hier ist wirklich aus meiner Sicht ein Feld, dass Du für Dich bearbeiten kannst, darfst... im Bekanntenkreis habe ich gerade einen ähnlichen Fall - und es ist Gift für die Beziehung, dass heimlich die Diagnosen besprochen werden mit Dritten. Ich kann den Wunsch danach total verstehen - total - glaub mir - totaler als total (vor einigen Jahren war meine Mutter schwerkrank und ich dachte, ich verliere sie - da hättest du mich mal rödeln sehen sollen, was ich mit den Gutachten und Ärzten alles am Start hatte)... aber:
Unbewusst wird sich dadurch etwas ändern, die Unruhe wird sich auf Deinen Partner, das Miteinander mit ihm übertragen. Was ist, wenn Du einen "Fehler" herausfindest? Dann muss er auf Verdacht wieder in die Mühle des Medizinapparates - statt sein Leben mit dir an seiner Seite zu feiern und zu leben.
Ja, im KH passieren so viele Dinge - keine Frage. Aber ich glaube inzwischen, dass das eigene Leben schon im groben Rahmen vorgegeben ist. Man kann die Chancen im Leben ergreifen und nutzen und das Leben somit ein wenig leichter gestalten, aber bestimmte Erfahrungen wird man machen, so oder so. Dieser Gedanke ist wahnsinnig entlastend für mich, weil ich oft dazu neige, mich für andere so einzusetzen und "den richtigen Weg" zu suchen und zu zeigen.
Die erste Frage ist noch offen - die musst Du hier auch nicht beantworten: Glaubst Du, dass es danach weitergeht. Du hast ja als Krankenschwester (das Programm hat lustig übersetzt) schon einiges erlebt .
Noch ein Gedanke: Loslassen heißt nie "aufgeben" - das wird verwechselt. Loslassen heisst für mich, sich hingeben. Sich dem Verlauf des Lebens hingeben. Und keine Spannung mehr aufbauen, durch eigene Interaktion. Du wirst dann immer noch sehr gebraucht und kannst dein ganzes reiches Fachwissen auf jeden Fall im richtigen Moment einbringen - aber du wirst nicht mehr vom Druck heimgesucht, alles in die richtigen Bahnen lenken zu müssen.
Das kannst Du nicht. Das kann nur das leben selbst.. sei lieb gegrüßt