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Vom Zerrissenwordensein

E-Claire

E-Claire

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Das tut mir unendlich leid!

27.05.2019 20:45 • x 1 #76


Perzet

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oh man, herzliches Beileid

27.05.2019 21:22 • x 1 #77


Emma14

Emma14

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Schockierend. Was musst du alles aushalten. Wünsche dir viel Kraft.

27.05.2019 22:56 • #78


Mannperspektive

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Oh Mann Mercurius. Mann oh Mann. Habe jetzt alles durchgelesen und es kam mir fast wie ein deja vu vor. Ich habe das alles vergleichbar hinter mir (na ja, noch nicht ganz abgearbeitet, aber dabei) und ich kann dir nur sagen, der Schmerz geht erst einmal nicht weg. Ist so, und das weisst du auch. Und selbst nach Heilung der Wunden wird eine Narbe bleiben. Die schmerzt dann zwar nicht taeglich, aber ab und an eben doch. Und sei es in 15 Jahren, wenn du auf der Strasse in London mal einer Frau zufaellig begegnest, die ihr aehnlich sieht. Pau, ist der Schmerz dann urplötzlich wieder da.

Meine Art damit umzugehen war, ihr einen Abschiedsbrief zu schreiben damals, nachdem ich von ihr verlassen wurde. Nicht allzu lang, und vor allem auf sie eingehend und nicht auf mich.

Was für ein wunderbarer Mensch sie sei (was sie ja nun einmal ist) und dass ich keine Sekunde bereue, wie schmerzhaft das Ende auch nun gewesen sei. Dass ich ihr alles Liebe und Glück auf ihrem weiteren Weg wünsche, mich bedingungslos immer noch vor den naechsten Zug für sie schmeissen würde, sie aber nun auf allen sozialen Medien und WhatsApp blocken werde, um mich selber zu schützen. Wir sind schliesslich keine Katzen, schrieb ich ihr. Wir haben nur das eine Leben und keine sieben. Und da muss ich dann auch zusehen, dass ich irgendwie wieder klarkomme.

Den gab ich ihr damals, dazu noch einen Kuss auf die Wange, und weg war ich. Ist jetzt fast 3 Jahre her und ich habe sie danach nie wiedergesehen. Kommt sie dann irgendwann zurück und man ist frei, dann kann man weitersehen. Und wenn nicht, dann wünsche ich ihr nur das Allerbeste, was dieses Abenteuer, das sich Leben nennt, zu bieten hat. Dann war es eben nicht vorbestimmt.

27.05.2019 23:33 • x 2 #79


Mercurius


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Es ist gut hier. Ein wirklich guter Ort.

Danke für die Anteilnahme. Ich wünsche mir, dass seine Familie wieder heil werden kann. Feige nennt ihn seine Frau. Mutig aber auch. Zweiherzmensch. Komisch wie alles vergeht, oder? Was gestern noch blühte, ist heut schon ganz welk. Schon irre. Ich mach und tue und bau und stell auf die Beine. Und alles aus Sand. Bei Ebbe kurz vor der Flut. Wusch. Weg.


Ich glaube, Mannperspektive, Du bist der erste Mann, der sich zu meinem Thread hier äußert. Fühlst du dich drei Jahre danach wieder männlich? Weißt du, wie ich das meine?

28.05.2019 00:07 • #80


Sandwich

Sandwich

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Mein herzliches Beileid.
Einen gutenFreund durch Selbstmord zu verlieren ist etwas Schreckliches. Diese schlimme Erfahrung musste ich auch schon erleben. Man würde ihn noch gerne gut Zureden, aber leider ist es zu spät.
Ich wünsche dir und seiner Familie in dieser schweren Zeit viel Kraft.

Meine Trennung ist jetzt 3 Jahre her.
Ich habe einige Männer kennen gelernt, aber niemand hat mich dort abgeholt, wo er mich stehen ließ.

Der Schmerz ist noch immer da, auch das Vermissen. Ob es jemals ein Mann schafft, mich dort abzuholen?

Ich drücke dich aus der Ferne

28.05.2019 08:48 • x 1 #81


Mannperspektive

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@Mercurius Ja, das tue ich. Anders maennlich, aber maennlich. Ich hatte das schon mal in einem anderen Thread skizziert, ich kopiere es dir mal hier hinein.

1. Man stirbt nicht daran, denn wenn einer daran gestorben waere, dann ich. Ich dachte ernsthaft, du legst dich jetzt hin, schliesst die Augen, schlaefst ein und wachst nie mehr auf. Bin aber jeden Morgen wieder aufgewacht, zu meiner eigenen Verwunderung.

2. Aber einiges ist kaputt gegangen, und dass bekomme ich nicht mehr repariert. Ich bin nicht mehr der, der ich mal war. Ich sage einfach nicht mehr diese "drei magischen Worte". Ich traue mich nicht mehr.

3. Ich teile nicht mehr meine tiefsten Geheimnisse, meine heimlichsten Sehnsüchte, mit niemandem. Ausser mit dem Teddy vielleicht, den sie mir mal vor Jahren geschenkt hatte.

4. Ich benutze immer noch nicht das ganze Bett. Die Nordseite ist wie eine Wüstenlandschaft. Ich traue mich da nicht mehr hin.

5. Ich bin viel aengstlicher geworden, als Mensch. Viel mehr Tinder, viel weniger Suche nach der wahren Liebe. Und jedesmal nachdem mein Hormonhaushalt wieder ausgeglichen wurde, nach jeder Triebabfuhr (verzeiht diese haessliche Wort, mir fiel kein besseres ein), fühle ich mich kurzfristig besser, langfristig noch schlechter. Ich verkomme zu einem "f... buddy".

6. Ich denke noch oft an sie. Nicht mehr so oft wie früher, aber immer noch viel zu oft.

7. Ich wünsche mir von Herzen dass sie glücklich ist mit ihrem Neuen (den ich abgrundtief hasse) und ich wünsche mir gleichzeitig, dass sie unglücklich ist. Ist das nicht krank?

8. Ich arbeite viel mehr, viel intensiver (bin Aktienhaendler, Daytrader) und obwohl Geld für mich immer immens wichtig war/ist, befriedigt mich kein noch so guter Trade mehr. Irgendwie nur noch Papier.

9. Ich kann sie nicht hassen. Ich würde mich auch jetzt noch (fast 3 Jahre ohne Kontakt) bedenken- und bedingungslos für sie vor den naechsten Zug schmeissen. Und ich würde das wohl auch noch machen, wenn ich 75 Jahre alt waere (ich bin 31). Und dafür hasse ich mich selber.

10. Aber gestorben bin ich nicht. Nein.

==> Es ist wie eine Narbe. Am Anfang schmerzt sie sekündlich, irgendwann dann nur noch wöchentlich. Irgendwann schmerzt es dann nur noch bei besonderen Anlaessen, z.B. wenn du in der U-Bahn einer Frau begegnest, die ihr zum Verwechseln aehnlich sieht. Dann kommt die Verwirrung, wo denn der Schmerz abgeblieben sei, an den man sich doch so gewöhnt hatte.

Und mit der Zeit dreht sich auch das Gleichgewicht wieder um, zumindest in deinem Kopfkino. Nicht sie wird dir dann überlegen von ihrem Podest auf dich herabschauen, sondern irgendwann kommt man im eigenen Kopf auf Augenhöhe an.

Danach aendert sich das Interesse an ihr auch im Charakter. Weg von Zurückwollen hin zu "wie geht es ihr denn jetzt?", "kommt sie auch so gut klar, wie man es selber mittlerweile wieder tut?", "bewertet sie die Jahre zusammen auch vergleichbar, wie man es selber macht?"

Also mehr melancholische Neugier gepaart mit dem ehrlichen Wunsch, dass ihr alles gelingen möge, was sie sich in diesem Abenteuer Leben so vorgenommen hat. Denn man liebt sie ja noch immer irgendwie.

28.05.2019 10:21 • x 3 #82


Mercurius


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Schmerz also. Was mach ich nun damit? Der junge Werther hat sich in den Kopf geschossen. Das kommt für mich nicht in Frage. Ich war schon mehrfach ohne Partnerschaft glücklich und erfüllt. Da ruhte ich in mir. Drei der letzten zehn Jahre waren im Ganzen wirklich gut. Ein kurzer Rückblick:

2009:

Ich saß in meiner ersten richtigen Wohnung hunderte Kilometer von zuhause entfernt. In mir war ich mutig und entschlossen. Plötzlich landete eine perlmuttweiße Taube auf meinem Fenstersims. Sie hatte keine Angst, war wohl domestiziert. Sie war wunderschön und gurte mir sanft zu. Wir pflegten eine Art Austausch durch Blickkontakt. Dann flog sie davon und ich wusste, das Leben ist voller Magie.

Monate zuvor bin ich mit einem Rucksack durch Thailand gereist. Einige Orte waren durch die immer noch vorhandenen Auswirkungen des Tsunamis nur schwer erreichbar. Er hatte viel Zivilisatorisches weggewaschen. Als ich mit meinem Begleiter die malerischen Buchten Ko Taos erreichte, hat alles in mir gejubelt. Ich schrieb an die Heimat etwas euphorisiert, dass ich dort bleiben wolle. Immer. Tatsächlich lebten in unserem Resort Aussteiger und schienen sich wohl dabei zu fühlen.

Dort traf ich eine mysteriöse Frau, die mir nachdrücklich empfahl, an einem Silent Retreat in Suan Mokkh teilzunehmen. Ich war ja nicht nur glücklich. Boar hatte ich viele Kämpfe in mir. Vor allem gegen meine Eltern. Also machte ich ein Retreat mit.

Dort ist es in mir immer ruhiger geworden. Irgendwann tauchten "innere Landschaften" auf, die intensiver, wirklicher und näher wirkten als alles, was ich in meinem bis- und nachherigen Leben je erfahren hatte und erfahren würde. Bis heute sage ich: Dafür hat es sich zu leben gelohnt.

Nach dem Retreat war ich friedlich und dankbar. Ich schrieb meiner Mutter, dass sie meine Lebensspenderin sei. Als sie das las, habe sie sich erstmal hinsetzen müssen. Eigentlich kannte sie nur Verurteilungen und Verwünschungen.

In diesem Jahr war ich Single, obwohl ich eine starke Anziehung ausübte.


2012:

Eine Aneinanderreihung schräger Ereignisse führte mich in ein Sanatorium, wo ich unglaubliche Leute kennengelernte. Diese Leute waren einflussreich und weitbekannt. Da sie mich für eine kurze Phase in ihre Mitte aufnahmen und mir unfassbar schmackhafte Angebote machten, fühlte ich mich poliert und aufgewertet. Doch spürte ich, auf eine ungesunde Art und Weise abzuheben. Das wollte ich nicht und ging stattdessen erneut in ein Schweigekloster. Dort machte ich Heilserfahrungen, die sich in Form von sg. "Klarträumen" zeigten. Ich beherrschte eine Achtsamkeitstechnik, durch die ich tief in mich hineinmeditieren konnte. Das war so unglaublich befreiend.

Ich meditierte täglich und überall. Es gab zwei wunderbare Urlaube. Den einen verbrachte ich alleine auf Menorca, deren Camí de Cavalls ich beging. Es gibt dort 365 Strände, wer will, soll ein Jahr dort sein und jeden Tag einen anderen Strand besuchen. Den anderen erlebte ich als Backpacker mit einem Freund im Baltikum. Wir haben uns gegenseitig herausgefordert, in die eiskalten Gewässer des Soomaa-Nationalparks zu steigen. Es gibt ulkige Videos.

Zwischen den Urlauben machte ich mit dem Partner meiner Mutter eine Fahrradtour. Wir hielten an einer alten Mühle, wo ausgeschenkt wurde. Es war warm und hell und keine Sache auf der Welt konnte mich betrüben. Alles stimmte.

In diesem Jahr war ich ebenfalls Single. Es gab Frauenkontakt, aber nur peripher. Ich glaube, ich habe nichtmal gesucht.

2017:
Winter. Ich stand auf, fuhr oder joggte in den Wald und ging barfuß über die Schneewege. Tagein tagaus. Ich hatte Shatalovas "Wir fressen uns zu Tode gelesen" und war über die Maßen beeindruckt. Ich wollte ihr Säulenprinzip austesten und härtete mich ab. Boar, was war ich kernig. Die niedrigkalorische Ernährung gelang mir nicht. Der Rest ganz gut.

Dann lernte ich eine Frau kennen, die Umstände sind erstmal egal. Sie war exotisch, unglaublich süß, hübsch, klug und herzlich. Wir hatten eine kurze Liäson, ehe sie wieder ins Ausland verschwand und wir uns eingestanden, dass eine Übersee-Fernbeziehung utopisch sei. Sie sagte zu mir etwas Wunderbares: "Für alles gibt es das erste Mal. Den ersten Kuss, den ersten Freund, den ersten S.. Du bist der erste, der mich seelisch berührt hat." Das hat sie wirklich gesagt.

Danach besuchte ich mit einem Freund Rom. Ich war noch nie zuvor dort. Welch geschichtsschwangere, romantische Stadt. Normalerweise kann ich große Städte nicht sonderlich gut. Aber Rom konnte ich. Vor allem dolce Vita, ihr wisst schon. Es tat alles so gut. Und dort empfing ich eine Email mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

Zu diesem ging ich Wochen darauf. Es lief okay. Als ich abends in den Zug stieg, saß dort eine Frau, die mich magnetisch anzog. Wow. ich setzte mich einfach neben sie, obwohl es andere Plätze gegeben hätte. Wir lächelten, schwiegen jedoch zunächst. Nach einer Weile holte sie ein Buch hervor, das ich kannte. Ich sprach sie darauf an, es entstand ein reger Austausch. Am Ende schrieb sie mir ganz klassisch ihre Nummer auf ein kleines Papier.

Ich baute einen spannenden Kontakt zu ihr auf, einige Wochen später trafen wir uns, schliefen miteinander, verliebten uns. Sehr spät gestand sie mir, in einer 5 jährigen Beziehung zu sein, die gerade pausiert werde. Doch bald schon käme ihr "Freund" zurück. Zuvor hatten wir derartig heftige Begegnungen, dass sie mir überzeugend mitteilte, sie würde ihn für mich verlassen. Das passierte jedoch nicht. Wir sahen uns ein letztes Mal, waren abermals leidenschaftlich, ehe sie ganz verschwand.

Ja, das tat weh, aber heilte sehr schnell, da ich nie die tatsächliche Erwartung hatte, das könne was werden.

Im Sommer fuhr ich wieder nach Italien und machte eine Rucksackreise durch die Toskana. Das war absolut belebend. Ich kam mit sehr viel Lebensmut zurück, lebte mittlerweile in einem anderen Ort und arbeitete für einen neuen Arbeitgeber. Ich machte das mit Entschlossenheit. Bis sie kam. Die dritte Begegnung in diesem Jahr, war sie. Alle guten Dinge, sind drei, oder? Was hab ich mich verliebt. Mich geöffnet. Mich entschieden. Ihr wisst ja, wie es weiterging. Aber der Anfang war pures Licht.

2017 war ich zum Ende in einer Beziehung. Die drei schönsten Frauen, die ich getroffen habe, waren mir nah.

Warum sollte es so nicht weitergehen dürfen? Ich akzeptiere nicht, dauerhaft von "der Einen" geschunden zu bleiben. Man kann Gift in Medizin umwandeln. Warum nicht auch in diesem Fall....

28.05.2019 11:19 • #83


Mannperspektive

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Du analisierst zu viel. Einfach in die Lebensroutine hereinkommen. Und du siehst ja selber, auf Regen folgt auch immer Sonnenschein. Bei mir kam

auf Lara ==> Hülya, auf Hülya ==> Andrea, auf Andrea ==> Katharina ==> usw. usf.

Bei Andrea waere ich mein Leben lang geblieben. Hat nicht sollen sein.

28.05.2019 11:39 • x 1 #84


Emma14

Emma14

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Zitat von Mercurius:
Irgendwann tauchten "innere Landschaften" auf, die intensiver, wirklicher und näher wirkten als alles


Wenn ich mal fragen darf: Ging das ohne Dro ab?

28.05.2019 12:39 • #85


Mercurius


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Zitat von Emma14:

Wenn ich mal fragen darf: Ging das ohne Dro ab?


Das ist eine berechtigte Frage. Ich habe noch nie in meinem Leben bewusstseinserweiternde Stimulanzien konsumiert. Tatsächlich finden aber ähnliche Abläufe im Gehirn statt, wenn man intensiv meditiert. Dazu kam ein Teilfasten. Das, was ich sah, nennt sich "mental Images" und ist vielseitig beschrieben. Die Mönche meinten, das passiere halt, man solle allerdings nicht anhaften.

28.05.2019 16:05 • x 1 #86


Mercurius


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Diese Hitze. Fühle mich eingeengt. Macht mich aggressiv.

Heute erhielt ich eine Absage. Ich bin so wütend, denn ich wollte den Job. Und auch die Stadt. Weg von hier. Nun gilt wieder: Weitermachen. Herausfinden, was mich reizt. Zupacken, ankommen. Das bedrängt mich. Ich bedränge mich.

Ich bin noch nie so rastlos und so fahrig gewesen. Freitag war die Beisetzung und ich bin nicht hin. Stattdessen fuhr ich zum besten Freund meiner Ex, mit dem ich, das schrieb ich schonmal, eine gute Bekanntschaft pflege. Er ist derzeit der Einzige einigermaßen gut erreichbare soziale Kontakt, den ich habe. Das war erstmal okay, wir waren mit einer Bekannten von ihm unterwegs, betranken uns. Irgendwann kam meine Ex zur Sprache. Die Bekannte wollte wissen, wer sie denn sei, sie müsse ja ganz wunderbar sein, wenn sie des einen beste Freundin ist und des anderen Partnerin war. Ich hab lange nichts gesagt, nur zugehört, was er zu sagen hatte. Passte alles. Erst die berechtigten Schwärmereien, dann die berechtigten Bemängelungen. Das hat mich aufgewühlt, hochgefahren, immer unruhiger werden lassen. Er ließ anklingen, warum er der absoluten Überzeugung sei, wir passten nicht zusammen. Und dass er meint, ich wäre auf einem guten Weg, das auch eines Tages ganz und gar verstanden zu haben. In mir krampfte es. Plötzlich war da kein größerer Wunsch als bei ihr zu sein. Shice auf ihre Borniertheiten, Schrullen und Abgründe. Die lieb ich ja auch.

Es gab schließlich nur eine Sache, die ich nicht liebte: Unsere Beziehung. In der sie mich nicht geradegrückte. Ich mich in der Pflicht fühlte, geben zu müssen, damit sie sich versorgt, geborgen - erst wollte ich geboren schreiben und das passt auch - und geliebt fühlt. Ich begreife, wie unattraktiv das ist. Deshalb hagelte es in den letzten Monaten Botschaften qua "mach bitte dein eigenes Ding und nimm keine Rücksicht auf mich".

Ich habe angefangen, Ratgeber zu lesen. Wie man eine verstorbene Partnerschaft wiederbelebt. Ob das überhaupt noch geht. Intutiv habe ich nach der Trennung alles richtig gemacht. Mich respektvoll verabschiedet, nicht angeklagt, nicht diskutiert, Fehler eingeräumt und mich komplett zurückgezogen. Ein Abschiedstreffen abgelehnt und alles mich Triggernde aus meinem visuellen Umfeld verbannt.

Aber ich will diese Beziehung gar nicht zurück. Ich will sie zurück. Nur ist die aktuelle Version von mir unfähig, mit ihr eine gesunde Beziehung zu führen. Und für ihre Version gilt dasselbe. Bleibt also dabei, dass die Nulldiät bis auf Weiteres das Sinnvollste ist. Dass ich mich auf mich besinne. Ich merke, dass ich durch die Trennung wieder viel stärker ins Selbstgefühl komme. Dass ich wieder Mann sein möchte. Und dass das Maßgeblichste ein Umbruch ist. Raus hier aus diesem kleinen Zimmer, aus dem Vertrag, aus der Stadt. Neue Ziele, Rituale, Abläufe. Ich weiß, dass ich das schaffen kann.

03.06.2019 11:10 • x 2 #87


Emma14

Emma14

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Zitat von Mercurius:
betranken uns.

und das bei der Hitze....

03.06.2019 15:50 • #88


Mercurius


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05.06.2019 08:55 • #89


Mercurius


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Gestern schrieb sie mir plötzlich. Zweizeiler: "Blablub. Willst du dich bald mit mir treffen?"
Erstmal war ich erschrocken. Dann nachdenklich. Schließlich überzeugt: Sie will das, was man gemeinhin eine Freundschaft nennt. Schrieb ihr erst heute morgen zurück, leider in einem "schwachen Moment". Und zwar, dass ich Donnerstag könnte.

Kurz darauf kam, dass sie da keine Zeit habe. Außerdem wäre sie nachts aus einem furchtbaren Alptraum aufgewacht, sodass sie gerade noch nicht Lage wäre, nach Alternativterminen zu schauen, würde sich aber melden.

Damit hat sie ihre alte Machtposition wiederhergestellt. Das macht mich zornig. Sie soll meine verdammten Sachen irgendeinem gemeinsamen Bekannten geben, das mache ich mit ihren dann auch. Danach Finito.

11.06.2019 09:59 • x 1 #90