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Warum Kämpfen dich in toxischen Krisen zerstört

Umfrage: An welchem Punkt stehst du in deinem "Kampf" gerade?

Die Abstimmung ist anonym.

Ich kämpfe noch mit aller Kraft um die Beziehung.
2
11%
Ich laufe auf Eierschalen und versuche, alles richtig zu machen.
1
5%
Ich merke, dass meine Kraft am Ende ist und nichts hilft.
6
32%
Ich habe den Kampf eingestellt und versuche gerade loszulassen.
2
11%
Ich bin bereits getrennt, aber gedanklich noch im Kampf-Modus.
2
11%
Ich möchte nur noch verstehen, warum mir das passiert ist.
6
32%
 
Abstimmungen insgesamt : 19
N

NoahWayne
Mitglied

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1
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32
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Hallo zusammen,
ich lese hier seit einiger Zeit mit und sehe so viele Parallelen in euren Geschichten. Immer wieder fällt ein Wort: Kämpfen.
„Ich kämpfe um unsere Ehe.“
„Ich kämpfe gegen seine/ihre Kälte an.“
„Ich kämpfe darum, dass er/sie mich endlich versteht.“
Ich möchte heute mal eine unpopuläre Meinung teilen: In einer toxischen Dynamik ist „Kämpfen“ kein Ausdruck von Stärke, sondern ein Symptom der Abhängigkeit.
Ich war selbst an diesem Punkt. Ich bin leise auf Zehenspitzen durch mein eigenes Haus geschlichen, habe Besuche bei meiner Familie abgesagt, um keinen „Verrat“ zu begehen, und habe versucht, durch noch mehr Verständnis die Mauern meines Gegenübers einzureißen.
Das Ergebnis? Ich habe nicht die Beziehung gerettet, sondern mich selbst verloren. Während ich für ein „Wir“ gekämpft habe, hat mein Gegenüber mit Waffen gekämpft, die ich gar nicht kannte: Silent Treatment, Gaslighting, Triangulation (die ständige Präsenz von Ex-Partnern) und emotionale Erpressung.
Die Erkenntnis, die alles verändert hat: Man kann niemanden mit Liebe heilen, der dich als Projektionsfläche für seinen eigenen Hass oder seine Instabilität benutzt. Wer deine Zahnbürste im Toilettenwasser tränkt (metaphorisch oder real), wer dich isoliert oder deine Bedürfnisse als „Druck“ abwertet, führt keinen Beziehungskonflikt – er führt einen Vernichtungskrieg gegen dein Selbstwertgefühl.
Was ist die Alternative zum Kampf? Der Loslassweg. Das bedeutet nicht, dass man schwach ist. Im Gegenteil: Es erfordert brutale Stärke, den Kampf einzustellen und zu erkennen: „Hier gibt es nichts zu gewinnen. Das einzige, was ich hier retten kann, bin ich selbst.“
Mir geht es nicht darum, Menschen zur Trennung zu drängen, sondern ihnen die Augen für die Muster zu öffnen, damit sie wieder klar sehen können.
Wie geht es euch? Habt ihr auch das Gefühl, in einem Hamsterrad aus „noch mehr Anstrengung“ festzustecken? Wann war bei euch der Punkt, an dem ihr gemerkt habt, dass eure Liebe allein nicht reicht?
Ich freue mich auf einen ehrlichen Austausch.

x 8 #1


Stella31
Deine Ansätze sind ja alle ziemlich gut. Zumindest was ich bisher gelesen habe.
Aber dass du dich jetzt un jedem Thread meldest, um für deinen eigen Blog zu werben, geht für mich gar nicht.
Die Foris sind hier gelandet und natürlich bleibt es jeden frei, im Netz überall zu schauen.
Allerdings könnte ich jetzt auch mein Business hier anpreisen, um einige Teilnehmer von meinen Angeboten zu überzeugen.
Das ist aber sicher nicht im Sinne dieses Forums

x 10 #2


A


Warum Kämpfen dich in toxischen Krisen zerstört

x 3


Winza
@Stella31

Für mich sieht es nach Werbung aus, deswegen gemeldet.

x 8 #3


Maybach100
Du hast in allem recht! Schön geschrieben und endlich mal diese Menschen nicht als Opfer zu sehen die geheilt werden müssen, sondern als Täter die absolut keine Verantwortung für ihr handeln übernehmen. Als Werbung sehe ich das ganze gar nicht! Es müssen mehr Menschen informiert werden über toxische Partner!

#4


Blind-Meg
@NoahWayne
Danke für dieses Thema. Ich wundere mich auch schon immer, was es mit diesem "Kämpfen" auf sich hat. Also ich habe eine Vorstellung davon, was damit gemeint ist, fand es aber schon immer irgendwie eigenartig, da einer alleine keine Beziehung gut führen oder gesund halten kann. Daran müssen beide sich beteiligen, am besten bewusst und gezielt.
Ich selbst war 10 Jahre in einer ungesunden Beziehung, die gut anfing - also wirklich "echt" gut, nicht mit Lovebombing oder so. Die narzisstischen Anteile meines Ex habe ich erst nach und nach verstanden, so ist das ja oft. Er ist nicht maligne, nicht bösartig, aber dennoch narzisstisch genug, dass man mit ihm keine echte Augenhöhe und keine emotionale Nähe aufbauen kann.
Ich habe einige Jahre mit verschiedenen Strategien versucht, die Beziehung zu stabilisieren, aber nie mit echtem Erfolg. Logisch, weil er sich ja um nichts bemühen wollte. Er meinte, eine gute Ehe sei und bleibe von allein gut und wenn man sich dafür anstrengen müsste, laufe schon etwas verkehrt.
Als ich begann, seine Abwertungen und sein Gaslighting als das zu erkennen, was es ist, habe ich relativ schnell den Entschluss zur Trennung gefasst, wenngleich die Umsetzung dann noch eine Weile dauerte. Ich hatte auf eine einvernehmliche Trennung gehofft, aber auch die bekam ich nicht. Als ich auch das verstanden hatte, bin ich gegangen.
In deinem Thema finde ich mich als insoweit wieder, als ich zwar in keinen "Kampf" gegangen bin (daher konnte ich auch keine der Antwortmöglichkeiten auswählen), aber durchaus nach Möglichkeiten dazu gesucht habe.
Warum mir das so passiert ist, habe ich, denke ich, gut verstanden und setze meine Erkenntnisse in der aktuellen Beziehung um, indem ich erstens meinen Partner nach ganz anderen Gesichtspunkten ausgewählt habe und zweitens keine einzige relevante Grenze mehr überschreiten lasse. Augenhöhe und respektvoller Umgang sind mir heilig und ich würde sofort hörbar Alarm schlagen, wenn an diesen Stellen ungesunde Prozesse beginnen würden. So hörbar und deutlich, dass er es nicht überhören kann, bis ich sicher bin, dass die Botschaft angekommen ist (bei meinem Ex war ich oft zu "leise" und habe rückblickend wohl nicht geschafft, ihm mein Problem und dessen Dringlichkeit nahezubringen. Ich gehe außerdem sehr offensiv mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen in der Beziehung um, sodass ich frühzeitig merken würde, wenn mein Partner diese nicht (mehr) ernst nehmen würde. Und ich achte sehr darauf, in keinerlei Abhängigkeit zu geraten, emotional (materiell etc. sowieso nicht, das war ich nie, auch vom Ex). Damit halte ich mich für ganz gut gerüstet, und zusammen mit der Tatsache, dass mein Partner genauso interessiert an einer gesunden Beziehung nf Kommunikation ist wie ich, funktioniert das bisher wunderbar, seit immerhin 4,5 Jahren inzwischen. De Kunst ist es, emotionale Nähe ohne emotionale Abhängigkeit herzustellen, aber da komme ich langsam dahinter, wie das funktioniert.

x 2 #5


Violettsloth
Zitat von Maybach100:
Als Werbung sehe ich das ganze gar nicht! Es müssen mehr Menschen informiert werden über toxische Partner!

Und selbst wenn es Werbung ist, ich finde den Inhalt der Beiträge total interessant.

Das zu lesen hat mich wieder zurück katapultiert in meine eigene Ehe.
Nochmal die Dynamik hier zu lesen, lässt einen noch viel klarer drauf blicken. Bei mir wurde zwar keine Zahnbürste ins Klo getaucht, aber andere Dinge, wie der Tod eines nahen Verwandten ignoriert und hinterher gesagt: Hab ich vergessen. Oder als ich krank mit 40 Fieber und Lungenentzündung flach lag, wurden Bilder gemacht vom liegengebliebenen Haushalt, anstatt mal anzupacken. Auf Fragen, wie die Ehe weitergehen soll, wurde nur gesagt: Ach, wir haben doch eh keine Zukunft.
Und noch duzende mehr. Heute sehe ich, wie toxisch dieses Verhalten damals war. Und richtig: Dagegen kommt man nicht an, man kann nur krachend scheitern. Und erkennen, dass man sich schnellstens vom Acker machen sollte.

Zitat von Blind-Meg:
Er meinte, eine gute Ehe sei und bleibe von allein gut

Meiner war auch der Meinung, in einer guten Ehe gäbe es keinen Streit. Da wäre immer alles fein. Kann er gerne in seiner nächsten Versuchen, ob das so umsetzbar ist.

#6


Worrior
@NoahWayne
Kommt es nicht darauf an um was man kämpft?
Nicht mehr um etwas das es nicht mehr gibt.
Nicht um irgendeine Beziehung mit irgendwem.
Nicht um sie oder ihn.
Nur für selbst, diesmal nur für mich.

x 2 #7


Frau_Stern
Kommt halt darauf an, ob du das postest, um anderen zu helfen oder ob du ein Coaching anbieten willst, welches dann doch nicht so selbstlos und edel sein dürfte, da man wohl in klingender Münze bezahlen darf.
Heutzutage ist alles Business, auch Trennungen. Immer will uns einer "zur besten Version unserer selbst " machen und uns erklären, wie die Welt funktioniert.
Dabei gibt es nicht "den Weg". Jeder geht seinen eigenen, man holt sich Impulse, mag sein. Aber man selber muss einen Fuß vor den anderen setzen, sonst begibt man sich in eine neue Abhängigkeit, macht alles von einem Coach bzw einem Coachingsystem abhängig. Was auch toxisch ist.
Man muss selber zu sich finden. Den eigenen Weg. Und der ist für jeden Menschen anders. Meine Lösung eines Problems ist nicht die Lösung, die ein andere wählen würde.

x 1 #8


Worrior
@Frau_Stern
Du verwechselst da bestimmt was, ich biete keine Coachings an und möchte von niemandem hier Geld.

x 2 #9


Frau_Stern
ich meine dich nicht, es geht doch um diesen Loslass Blog, Warrior Smile
den erwähnt der TE in jedem Thread hier


vielleicht solltest DU ja Coachings anbieten Smile

x 1 #10


Pippa
Zitat von Worrior:
ich biete keine Coachings an

Schade😉.

x 2 #11


alleswirdbesser
@NoahWayne magst du uns verraten warum du hier überall für deinen Blog wirbst? Ich würde gerne die Gründe wissen.

x 2 #12


Sonnenschein85
Zitat von NoahWayne:
Hallo zusammen, ich lese hier seit einiger Zeit mit und sehe so viele Parallelen in euren Geschichten. Immer wieder fällt ein Wort: Kämpfen. „Ich ...

Ich finde das Thema auch sehr spannend und sehe es ähnlich. Stark ist es sich zu lösen und für sich einzustehen..zu erkennen so geht es nicht weiter. So bin ich nicht mehr ich. Das sind meine Grenzen. Und über die trittst du nicht mehr drüber

Natürlich bin ich auch nicht dafür eine Ehe direkt wenn es mal schlecht läuft aufzugeben, aber sich komplett unterzuordnen und mit weit aufgerissenen Augen weiter um sein Unglück zu kämpfen.. davon halte ich nichts mehr. Man muss sich manchnal eingestehen, es passt nicht, es ist zuende. Es ist nicht das was mich glücklich macht.

x 1 #13


Blind-Meg
Zitat von Violettsloth:
Meiner war auch der Meinung, in einer guten Ehe gäbe es keinen Streit. Da wäre immer alles fein.

So wie ich "Streit" definiere, muss es den für mich auch nicht geben, weil er überflüssig ist. Das liegt aber daran, dass ich unter "Streit" eine unsachliche, mitunter laute Auseinandersetzung verstehe, bei der es auch unter die Gürtellinie geht. Und das wäre für mich schon die Grenze, die ich nicht bereit bin zu übertreten.
Das heißt aber nicht, dass immer alles fein und man sich immer einig ist. Meinungsverschiedenheiten und Konflikte gehören dazu, nur kann man die auch dachlich, ruhig und sogar wertschätzend klären. Und wenn man das schafft (was für mich inzwischen ein Must-have ist), muss man nicht "streiten". Ich werde jedenfalls mit keinem Partner mehr streiten. Wer meint mich anbrüllen zu müssen, kann direkt gehen. Wer ruhig und vernünftig mit mir redet, kann mir ALLES sagen und jegliche Kritik äußern. Da macht klar der Ton (und die Wortwahl) die Musik.

x 1 #14


alleswirdbesser
@NoahWayne so still hier geworden. Magst du deinen Thread nicht weiterführen?

x 1 #15


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