15

Wieviele Krisen erträgt eine Ehe?

Kolibri18

Hallo an alle Leser meines Treads,

Ich habe hier viel gelesen in den letzten Tagen. Wie es aber nun mal ist, kommen einem die Probleme anderer viel deutlicher vor Augen, als die eigenen. Mir hat ein Tread von einem Mann Angst gemacht, bzw. meine größte Angst vor Augen geführt: da geht es darum dass er depressiv war, sich abgekapselt hat und seine Frau sich daher getrennt hat. Sie leben jetzt in einer Art WG zusammen.
Mir geht es irgendwie ähnlich, nur bin ich der weibliche Part.

Ich bin 38 Jahre alt, mein Mann 42, wir sind seit 17 Jahren zusammen, 14 davon verheiratet und haben 3 Kinder (fast 8, 9 und 11). Wir haben kein Haus, er ist Vollzeit angestellt und ich Teilzeit. Ich kümmere mich Nachmittags um den Haushalt, die Kinder und die 2 Hunde. Ich bin ein Energiebündel und erlebe gerne was, während mein Mann der ruhige Part ist und am liebsten auf der Couch bleibt. Die erste Krise hatten wir nach der Geburt des ersten Kindes, es war anstrengend, oh welche Überraschung und es war eben nicht die Erfüllung für ihn, die er sich erhofft hatte. Ich musste mich meist alleine um das Kind kümmern, weil er ja arbeiten musste und später musste er sich wieder ausruhen, weil er ja gearbeitet hatte und nicht gut schlafen konnte, weil das Kind nachts weint. Ich war geschockt, weil der Mann der alles für mich tat, nicht der liebevolle Vater war, den ich mir ausgemalt hatte. Trotzdem kamen weitere Kinder und weitere Krisen. Ganz schlimm war es, als ich wieder anfangen wollte zu arbeiten. Da hatte er richtige Depressionen und es wäre fast alles zerbrochen, er war ein halbes Jahr in Behandlung, insgesamt dauerte die Krise ein Jahr. Und mit jeder Krise hatte ich mehr das Gefühl, dass er mit "uns" nicht glücklich ist. Immer unzufrieden, abweisend und nörgelnd, sich zwar um alles Nötige kümmernd, aber alles aufrechnen. Immer mehr habe ich das Gefühl, dass er mich klein halten will, jede kleine Freiheit muss ich mir erkämpfen und wird Tagelang mit schlechter Stimmung "heim gezahlt". Auch zu den Kindern ist er sehr kalt und lieblos.
Wenn ich ihm das vorwerfe, sagt er immer:"Du schimpfst auch mit ihnen" Er versteht nicht, worum es mir geht!
Vor 2 Jahren, als es auch wieder unerträglich war, haben wir besprochen, daß wenn er mehr im Haushalt hilft und mehr schöne Dinge mit uns macht (meine Bedingungen) ich sicher auch mehr Energie und Lust habe häufiger mit ihm zu schlafen (seine Bedingung).
Jetzt hatten wir in den Jahren natürlich mehrere 'Flauten', die es immer wieder zu überwinden galt. Das Problem ist, daß er nicht empathisch ist - d. H. Er kann meine Reaktionen nicht lesen. Wenn ich ihm aber sage, was ich gerne hätte, ist er entweder beleidigt oder schießt total über das Ziel hinaus.
Das letzte Mal war furchtbar und schmerzhaft. Das und diese ständige emotionale Kälte haben jetzt dazu geführt, dass ich ihn nicht mehr riechen kann und gar keine Nähe mehr will. Vielleicht liegt das auch an einer Erfahrung in der Kindheit mit S. Gewalt.

Wenn ich etwas zu erzählen habe, sitzt er stundenlang auf dem Balkon und raucht, er hat grundsätzlich die Augen auf dem Handy. Ich habe letztes Jahr extra den Motorrad Schein gemacht, damit wir ein gemeinsames Hobby genießen können. Das fand er auch toll. Aber wenn es nicht S. ist oder Motorrad fahren, interessiert er sich 0 für mich. Die Kinder sind zu laut, zu fordernd, zu schlecht in der Schule - es gibt fast nie Lob.
Ich habe vor 6 Monaten aufgehört zu Rauchen und von 43kg auf viel gesündere 50kg zugenommen. Und jetzt macht er Andeutungen ich sei zu dick.

Vor 3 Wochen hat er nun gemerkt, dass was mit mir los ist und wollte wissen was. Ich habe angefangen, darüber zu sprechen, wie weh das tut, wenn man jemanden glücklich machen soll, der nicht glücklich sein kann. Und er streitet alles ab und meint er vergöttert mich. Mein Problem sei irrational. Ich hab ihm daraufhin gesagt, dass ich so nicht mehr weiter mache und ich bereit wäre mit ihm eine Eheberatung zu machen.
Ich wünsche mir eine glückliche Zukunft, aber bezweifle, dass das mit ihm möglich ist. Aber seine psychische Labilität macht mir große Angst - was wenn er durch dreht, seinen Pflichten nicht mehr nachkommt? Von mir aus müsste er nicht gleich ausziehen, wenn er akzeptiert, dass es vorbei ist. Aber er sagt, er geht nicht und überlässt mir niemals die Kinder.
Was soll ich denn nun tun? Ein zusammen bleiben scheint mir unmöglich geworden, aber ich werde meine Kinder sicher nicht alleine lassen. Er ist nicht gewalttätig gewesen, war immer arbeiten und kümmert sich um seinen Teil. Aber soll so mein Leben aussehen, bis die Kinder aus dem Haus sind? Freudlos funktionieren und Familie spielen, nur weil ich Angst habe, dass er sich nicht kümmert oder er sich schlimmstenfalls etwas antut und ich es alleine nicht schaffe? Oder hab ich ihn nicht ausreichend in seiner Krankheit unterstützt und suche mir jetzt nen leichten Ausweg?

Das war jetzt sicher viel unzusammenhängender Text, wenn etwas unklar ist, bitte gerne fragen.

Gestern 14:30 • x 1 #1


Scheol


3898
10
4251
ex-partner-und-trennung-von-narzissten-austausch-t35770-s26340.html#p1959548

Lies dich mal etwas in den Link ein. Ich vermute du wirst ihn da Wiedererkennen.

Gestern 14:36 • #2


T4U

T4U


528
557
Zitat von Kolibri18:
Oder hab ich ihn nicht ausreichend in seiner Krankheit unterstützt und suche mir jetzt nen leichten Ausweg?

so wenn du denkst, kommst du nie auf einen grünen Nenner. Wenn er Depressionen hat, nimmt er Medikamente?

Gestern 14:38 • x 1 #3


Frauenfarn

Frauenfarn


70
64
Ich habe mal gelesen, dass - wenn es in der Beziehung noch niemals lange, glückliche und recht konfliktfreie Zeiten gab, nichts zu retten ist.
Eheberatung kann auch Trennungsberatung sein!

Gestern 14:47 • #4


Kolibri18


Nein, seit der Depression vor 6 Jahren, wo er ein halbes Jahr Medikamente nahm, nimmt er nichts mehr.
Er meint, daß er nicht krank ist. Depressiv war er, weil ich ihn fast verlassen hätte.

Gestern 14:49 • #5


T4U

T4U


528
557
Zitat von Kolibri18:
Er meint, daß er nicht krank ist

wenn nicht er, wer dann? War er denn mit der Medizin besser drauf?

Gestern 14:52 • #6


Sergio_Pera


Kids sind Beziehungskiller nr. 1, hört sich hart an, ist aber so!
Das ihr 3 Kids habt, macht es nicht einfacher und ihr habt schon nach dem ersten Kind wahrgenommen, dass die Beziehung in Schiflage kommt!
Letztendlich reduziert sich auch hier das Problem auf das nicht erfüllen von Bedürfnissen!
Dein Bedürfnis ist, das dein EM sich innerhalb der Familie mehr engagiert, dich besser unterstützt, dir und deinem Einsatz für die Familie mehr Aufmerksamkeit widmet.
Er dagegen fühlst sich "vernachlässigt" , der fehlende S 6 ist für ihn eine Aussage, dass Du ihn als Mann nicht mehr begehrst und er zieht sich darauf hin immer mehr zurück und weiter zurück! Vielleicht hat er den Kampf schon aufgegeben und kompensiert mit Hobbys, Konsum, Alk. what ever....da er noch keine Affäre angefangen hat, zeigt, das er wohl noch ein Stück weit leidensfähig ist!
Du leidest unter seiner Gleichgültigkeit und der fehlenden Aufmerksamkeit!
Was ich in Deinem Beitrag nicht lese ist, dass Du ihn wirklich noch las MANN liebst, das ist natürlich mitunter schwierig, aber Grundvorraussetzung für eine gute Beziehung.
Vielleicht hilft euch ne Paarberatung, wenn ihr 2 das denn wirklich wollt, drücke mal die Daumen, dass es irgendwie noch hinzubiegen geht,

Gestern 15:06 • #7


Kolibri18


18
4
Zitat von Sergio_Pera:
Kids sind Beziehungskiller nr. 1, hört sich hart an, ist aber so! Das ihr 3 Kids habt, macht es nicht einfacher und ihr habt schon nach dem ersten Kind wahrgenommen, dass die Beziehung in Schiflage kommt! Letztendlich reduziert sich auch hier das Problem auf das nicht erfüllen von Bedürfnissen! Dein Bedürfnis ist, das dein EM sich innerhalb der Familie mehr engagiert, dich besser unterstützt, dir und deinem Einsatz für die Familie mehr Aufmerksamkeit widmet. Er dagegen fühlst sich "vernachlässigt" , der fehlende S 6 ist für ihn eine Aussage, dass Du ihn ...



Du hast da was falsch verstanden. Er bringt sich ein und hilft - aber er ist ständig unzufrieden dass er was machen muss. Er findet es lästig, daß wir was unternehmen wollen und er kann gemeinsame Zeit nicht genießen. Er ist schlecht drauf, wirkt unzufrieden und wirkt nie fröhlich. S. hatten wir bis vor 3 Wochen regelmäßig, aber nie ausreichend für ihn. Mindestens einmal pro Woche unbedingt, sonst ist er ungenießbar - als wäre es nur durch S. möglich ihn zufrieden zu stellen. Aber wir sind eben nicht mehr 20 und treffen uns in der Mittagspause zum S...

Gestern 15:37 • x 1 #8


Kolibri18


18
4
Zitat von T4U:
wenn nicht er, wer dann? War er denn mit der Medizin besser drauf?


Eigentlich nicht. Das war etwas, damit er entspannt und besser schlafen kann.

Gestern 15:38 • #9


Kolibri18


18
4
Zitat von Frauenfarn:
Ich habe mal gelesen, dass - wenn es in der Beziehung noch niemals lange, glückliche und recht konfliktfreie Zeiten gab, nichts zu retten ist.
Eheberatung kann auch Trennungsberatung sein!


Ich hoffe dass ich mit einer neutralen Person dabei, klar sagen kann wie es mir geht ohne dass er mir die Worte im Mund umdreht.
Sonst bin ich immer an allem schuld und alles nicht wahr.

Gestern 15:40 • #10


T4U

T4U


528
557
Zitat von Kolibri18:
Er findet es lästig, daß wir was unternehmen wollen und er kann gemeinsame Zeit nicht genießen. Er ist schlecht drauf, wirkt unzufrieden und wirkt nie fröhlich.

Woher kommt mir das nur bekannt vor, ah stimmt - mein Ex war auch so
Zitat:
Ich hoffe dass ich mit einer neutralen Person dabei, klar sagen kann wie es mir geht ohne dass er mir die Worte im Mund umdreht.
Sonst bin ich immer an allem schuld und alles nicht wahr.

dann macht er es so, das er das nur gesagt hast, weil du wen mit hineingezogen hast!

Gestern 15:41 • x 1 #11


Kolibri18


18
4
[/quote]

Lies dich mal etwas in den Link ein. Ich vermute du wirst ihn da Wiedererkennen. [/quote]

Lieb von dir, aber das sind 1700 Seiten, soviel Zeit hab ich leider nicht. Worauf möchtest du denn hinaus? Ich halte ihn eigentlich nicht für einen Narzissen?! Eher von Grund auf unzufrieden mit seinem Leben. Er interessiert sich für nichts außer Motorrad fahren, Handy und S.. Er hat keine Freunde, keine Hobbies und geht nie aus. Ich hab das Gefühl, das alles kompensieren zu müssen. Aber meine Kinder brauchen auch Kraft und meine Arbeit auch - aber er hätte am liebsten ich würde mich nur darum kümmern, dass es ihm gut geht.

Gestern 15:46 • #12


Kolibri18


18
4
[/quote]
dann macht er es so, das er das nur gesagt hast, weil du wen mit hineingezogen hast! [/quote]

Hilf mir schnell, was meinst du damit? Daß das auch nichts bringt, weil er dann lügt?

Gestern 15:48 • #13


T4U

T4U


528
557
Zitat von Kolibri18:
Daß das auch nichts bringt, weil er dann lügt

ja bestimmt. Warum kommt die Person oder er gleich?

Gestern 15:49 • #14


Sergio_Pera


Ich habe Dich schon gut verstanden, es geht weniger um Hilfe als um Anerkennung und Aufmerksamkeit!
Das er so Lustlos wirkt? mhhhh, die gleiche Wahrnehmung hat er wohl von Dir auch, nur auf einer anderen Ebene!
Ich sage mal so aus der Ferne, ihr zwei "gebt es euch gegenseitig so richitg" und ihr seit mittlerweile auf eine Ebene angekommen, wo beide sich enttäuscht und verletzt zurückgezogen haben und der eine dem andere das nicht gibt was er sich wünscht, weil der andere ja auch keine Anstalten mehr macht!

Gestern 15:50 • #15




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag