Zitat von Trauerstern:Sorry, aber wenn man sich nicht mal von dem Menschen, mit dem man Jahre zusammen war, etwas Empathie erwarten kann, wenn die eigene Mutter in einem extrem schlechten gesundheitlichen Zustand ist, frag ich mich doch, welche Eiszapfen auf dieser Welt herumrennen. Also, ich muss ja sagen, dass ich auch extrem verletzt bin, nachdem mein Ex Schluss gemacht hat, aber er hat immer, immer, immer auf meine Anrufe und Nachrichten reagiert, und wenn ich ihm Vorwürfe ohne Ende machte. Und selbst wenn mich ein Exex von vor vielen Jahren heute kontaktieren und mir so was wie die TE schildern würde, hätte ich ein offenes Ohr für ihn. Das ist einfach eine Charaktersache.
Ich finde, so pauschal kann man das nicht sagen. Ich würde z.B. unterscheiden, wem ich mein Ohr und mein Mitgefühl angedeihen lasse.
Es gäbe da durchaus Menschen, bei denen das nicht der Fall wäre.
Hier klang es ja nun nicht so, als hätte es eine jahrelange harmonische Beziehung gegeben, sondern als hätte sich der Partner zusammen mit ihr von einer Katastrophe zur nächsten gehangelt. Für die Dinge, die ihr zugestoßen sind, ist sie nicht verantwortlich. Aber Ihr verlangt immer Empathie von ihm. Doch wie steht es mit Eurer Empathie für ihn, der offenbar einfach seine Grenzen gestoßen ist?
Ich war mit einem psychisch kranken junge Mann zusammen und habe ihn nach 1,5 Jahren verlassen, weil er mich immer mehr mit in seinen Stumpf zog. Trotz Selbstmordankündigungen und etwa 2jährigen Stalkings, weil ich so einfach nicht mehr leben wollte. Ich war mir da selbst einfach näher und ich bin heute sehr froh, dass ich als sehr junge Frau diese souveräne Entscheidung getroffen habe, denn die schönen und unbeschwerten Zeiten mit ihm, waren einfach zu rar. Dennoch fiel es mir unglaublich schwer, denn ich hatte ihn geliebt und mir die Entscheidung bestimmt nicht leicht gemacht.
Jahre später hat er mal zu mir gesagt, ich hätte es richtig gemacht, auch wenn er es damals nicht gesehen habe.
Das Problem hier ist so ein bisschen wie bei verheirateten Menschen, die Affären haben. Die finden immer einen Grund, warum sie ihre Ehepartner gerade nicht verlassen können. Einschulung, Konfirmation, Urlaub, Haus, Geburtstag, Krankheit usw.
Hier in diesem Fall steht zu befürchten, dass die TE immer einen Grund finden wird, warum sie meint, Erwartungen an ihn haben zu dürfen. Ich möchte keinen Teufel an die Wand malen und darum zähle ich auch keine Beispiele auf, aber mir würde da einiges einfallen, was aus ihrer Sicht einen Kontaktabbruch unverhältnismäßig erscheinen lassen könnte.
Als mein Ex sich trennte und ich vollkommen entsetzt war; nicht nur über die Tatsache an sich sondern auch über den Zeitpunkt unmittelbar vor meiner OP und nach der gemeinsamen Renovierung und Einrichtung seiner neuen Wohnung, sagte er:
"Natürlich ist das Sch*iße aber gibt es für so etwas jemals den richtigen Zeitpunkt?!"
Damit hatte er leider Recht. Den richtigen Zeitpunkt gibt es nur insofern, als dass einer gehen muss, wenn er nicht mehr bleiben will. Ob man dann noch Kontakt möchte, ist individuell und nicht zwingend eine Charakterschwäche, wenn das nicht der Fall ist. Vielleicht ist es einfach Selbstschutz.
Sorry, per Handy geschrieben und daher etwas wirr.