Woolka
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Zunächst zu deiner Frage an mich: ich habe bisher wie gesagt keinen Kontakt zu solch extremen Beziehungsdynamiken gehabt und ich bin grundsätzlich ein interessierter Mensch
Zitat von Norrona:Das schlimmste ist wirklich die Selbstwertzerstörung und der andauernde Stress, der im Körper herrscht.
Kannst du den Stress im Körper beschreiben, sind das eine Art Panikattacken? Oder wie äußert sich dieser? Und was hilft dieser Selbstwertzerstörung entgegenzuwirken... positive Gedanken? So wie das Beispiel mit dem gerne "Kinder haben wollen"?
Zitat von Norrona:Ja, sicherlich hat es auch was positives, ich weiß sehr genau, was ich in Zukunft möchte und was nicht.
In einer nicht rundlaufenden Beziehung wird man immer auch auf sich selbst zurückgeworfen, ich hab meine Vergangenheit komplett beleuchtet, um zu wissen, was bei mir selbst schief gelaufen ist. Sonst hätte ich sicherlich gesund für mich entscheiden können und Grenzen ziehen. Also, ich hab gewisse Muster erkannt. Vor besagter Beziehung war ich auch viele Jahre mit jemandem zusammen. Die Beziehung lief gesund ab und wir sind auch heute noch Freunde. Dort hatte jeder seinen Raum um er selbst zu sein und wir konnten jederzeit aber auch "unseren" Raum betreten, es herrschte Vertrauen. Das war in der Beziehung nicht möglich, ich bin dort nie über die Verliebtheitsphase gekommen.
Mein Respekt, dass du deine Vergangenheit "angeschaut" hast und diese schlimme Erfahrung nun für dein persönliches Wachstum nutzen konntest... Das freut mich!
Interessant finde ich den letzten Satz: du bist nie über die "Verliebtheitsphase" hinaus gekommen... was bedeutet das, heißt das, dass du nie wirklich Vertrauen fassen konntest?
Zitat von Norrona:Ich mein mit Rückfall eher ein Gefühl, wenn du Worte an den Kopf geworfen bekommst, wie:
"du bist ein Narzisst, lass dich mal durchchecken!"
"dein Kinderwunsch beruht nur auf deiner selbst nicht ganz so toll gelaufenen Kindheit!" (muss dazu sagen, sie ist ein totaler Anti, was Kinder angeht)
"du hast mich vergewaltigt!" nach dem Sex, kommt auch ganz toll - hab noch nie ne Frau geschlagen, ihr etwas getan oder dergleichen - außer sie wollte es.
Solche Bemerkungen und Sätze kamen öfter mal vor und das macht was mit dir, vor allem wenn die von einer geliebten Person kommen. Stell dir den Rückfall vor wie bei einem Suchtkranken, plötzlich ist der Stoff weg, der Körper möchte Nachschub, die Quelle ist dein Partner... du bekommst aber nix. Ich führ das weiter unten fort.***
Das schockt mich wirklich! Vor allem die Anschuldigung mit der "du hast mich vergewaltigt!"... Das ist wirklich heftig...!
Das das was mit einem macht ist völlig nachvollziehbar...
Bzgl. dem Stoff und Entzug... ist man da süchtig nach den "positiven Phasen"? Und wenn ja, was war das, war das eine Überhöhung von deiner Ex, in dem sie dir das Gefühl gab der "Traumpartner" zu sein oder ist es eher das "Drama" die Unsicherheit, die sich vielleicht "leidenschaftlich" anfühlt? Oder wie würdest du das beschreiben?
Ich stelle mir vor, dass man da permanent auf Empfangsmodus ist: "Wie ist gerade die Stimmung, kippt es gleich oder ist alles gut?" - also permanenter Stress durch eine chronische Fixierung auf "Bedrohung", quasi eine "Hab-Acht-Stellung" - trifft das zu?
Zitat von Norrona:kaputt würde ich es nicht bezeichnen, es hat mich ziemlich verändert, vielleicht auch Zugang zu manchen Dingen geschaffen, an die ich sonst nicht rangekommen wäre... nur: will man die Büchse der Pandora öffnen? Das wäre mit jemand passenderem vermutlich nicht passiert, aber das Leben hat mir das gegeben, nicht ohne Grund. Wie oben erwähnt, ich hab mich selbst dadurch besser kennengelernt. Das Vertrauen kommt wieder, die Streicheleinheiten, die ich in der neuen Beziehung erfahre, korrigieren das und ich lerne auch damit umzugehen. Tag für Tag, Stück für Stück.
Zum Glück kannst du es für dich reflektieren als harten aber eindeutigen Wink des Lebens und "Zugang" zu noch unbearbeiteten emotionalen Bereichen in dir, auch wenn ich die Frage absolut nachvollziehen kann, ob das sein muss bzw. dass man da durchaus auch drauf hätte verzichten können
Vor allem der letzte Satz freut mich sehr!
Noch eine Frage die mir kommt: "Wenn deine Ex sich nochmal bei dir melden würde... würdest du deiner Einschätzung nach "schwach" werden, wenn ja warum, wenn nein, warum nicht?"... anders formuliert, kann man sagen, dass man nach diesem Entzug wie bei einem Alk. nie "safe" ist...?
Und wie denkst du heute über deine Ex bzw. die gesamte Beziehungserfahrung? Hast du z.B. Mitleid mit ihr oder welche Gefühle kommen auf, wenn du an sie denkst? (Ich hoffe die Frage triggert nichts Unangenehmes für dich...falls ja, sorry und sofort ignorieren!)
Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel heilsame Erfahrungen in der jetzigen Beziehung. Tag für Tag und Stück für Stück
Danke...