@Disappointed_m
Hm,
Deine Frage ist schwierig. Erzähle mal einen konkreten Fall, wie es bei mir einmal war, das ist eine bestimmte Situation - und ich als ein bestimmter Mensch.
Aus meinen Ängsten heraus, würde ich das auch so sehen und einen Mann der einmal fremd gegangen ist "aussortieren" mit der Annahme "wer einmal ..."- Wobei ich da einen Unterschied sehe, ob er das lange und heimlich tut - wenn er meine Einstellung kennt, dass Beziehung für mich auch s. Treue beinhaltet, oder ob er sofort darüber redet. Sicher kann jemand feststellen, dass er sich zu jemandem anderen mehr hingezogen fühlt - dann würde ich aber die Beziehung schon hinterfragen.
Andererseits ist mir das auch schon einmal passiert - eine beginnende Beziehung - mit um die Zwanzig, er konnte sich aber auch nicht so richtig entscheiden, waren aber viel zusammen in einer Wohnung, stritten immer mehr, er schrie mich an. Dann traf ich jemand alten Bekannten wieder - eigentlich war eine Unternehmung zu viert geplant - mein Partner wollte nicht mit - dass seine Partnerin gerade gegangen war, wußte ich nicht. Dann machte er mir viele Komplimente und das tat soo gut, nachdem mein Partner so schlecht mit mir umging (damit konnte ich in dem Alter noch gar nicht vernünftig umgehen - ansprechen -klären), ja und dann ist es passiert. Am nächsten Tag, von meiner Seite das große Geständnis - seine Frage "und was jetzt" und ich "ja so wirst Du wohl nicht mehr mit mir zusammen sein wollen". Eigenartiger weise hat er sich genau dadurch überlegt, ob ihm an mir liegt, für ihn stand ein beruflicher Umzug an und er fragte mich ob ich dann mitkommen würde. Auch wenn die Beziehung letztendlich scheiterte,
während der Beziehung ist nie mehr etwas vorgefallen,
ich hatte das auch nie bewußt gesucht. Hinzu kommt auch noch, dass ich eher kein Partygänger bin, also das Risiko, dass einem zufällig jemand begegnet sich in Grenzen hält.
Allerdings bin ich auch so, dass ich erwarte, wenn ich in einer Beziehung bin, dass mich andere Männer in s. Hinsicht nicht interessieren. Mal ein Flirt - ein nettes Kompliment - ein Lächeln - aber das war es dann. Wenn sich das ändern würde, würde ich mich fragen, was denn nicht stimmt.
Das einzig vorstellbare wäre, dass ein Partner mich mehr oder weniger vor die Wahl stellen würde "offene Beziehung" oder "keine Beziehung" mehr - dann würde ich das für mich auch ausleben wollen - weiß aber nicht, ob ich dann so frustriert wäre, dass ich das ganze sein lasse.
Liegt wohl auch daran, dass ich mich in die Arme von jemanden fallen lassen möchte, den ich liebe und ich das S. und Liebe wohl nicht so trennen kann - wie Ralf2 das meint "S. sind nur Hormone". Irgendwie hätte ich in einer Beziehung immer gerne das Gesamtpaket - s. Anzeihung - aber auch Liebe (Liebe als Grundlage - was natürlich normale Differenzen und auch der Umgang mit Verschiedenartigkeiten trotzdem zulassen sollte). Was ich allerdings nicht sagen will, dass ich davon ausgehe, dass eine Beziehung immer ein Leben lang halten muss, sicher wünscht man sich das und vertraut auch darauf(weil einem einfach nichts anderes übrig bleibt, als im hier und jetzt zu vertrauen), aber e ist auch gut(wenn auch mit Abschiedsschmerz verbunden) wenn man sagen kann "dass man ein Stück des Weges gemeinsam gegangen ist" - dann gibt es vielleicht eine "Abzweigung", die man nicht mehr gemeinsam gehen kann.
Zuletzt noch, nur mal so als Anregung gedacht - vielleicht wäre für Dich die Frage "habe ich noch Vertrauen" die richtigere. Braucht man nicht vertrauen in einer Beziehung?
Allerdings solltest Du auch etwas mehr über den konkreten Fall erzählen, denn auch mit eigenen Verlustängsten beeinflußt man eine Beziehung - waren die schon vor dem Vorfall da und werden durch den Vorfall jetzt nur stärker?
Könntest Sie ja mal fragen, wie sicher Sie ist(zu wieviel %). dass sich das nicht wiederholt. Dann ist es letztendlich wichtig, wie Du dich mit der Antwort fühlst.
Hatte auch mal den Gedanken "zu fragen, ob mir das jemand vorher sagen würde, wenn er sich für jemand anderen interessiert. Das macht es aber auch nicht wirklich besser, denn wenn man schon einmal so denkt, fragt man sich immer, wann das denn jetzt wohl passiert. Zeigt eigentlich schon dass das eigene Vertrauen angeknackst ist. Vielleicht sogar das Selbstvertrauen, vielleicht hilft es eher, das eigene Selbstvertrauen anzuschauen und sich zu sagen "na und, wenn es denn passiert, dann finde ich jemand anderen, der vielleicht sogar besser zu mir paßt". Vielleicht verändert sich durch diesen Gedanken/die veränderte Überzeugung, dann auch das Gefühl.