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Weltvorstellung der"ewigen Treue" altmodisch?

Tjörn

Hallo zusammen,

vorneweg - ich will mich nicht selbst bemitleiden - das hilft niemanden.

Ich (m27) bin nun in der dritten Beziehung in Folge (Dauer: 5Jahre, 2 Jahr und 1 Jahr) von meiner (ex)Freundin belogen und betrogen worden - und ich war auch über Beziehungsende hinaus viel zu lange "treu".

Wenn ich so meinen Freundeskreis vergleiche und mit meiner persönlichen Erfahrung, dann frage ich mich so langsam, ob meine Vorstellung von einer Beziehung und die bedingungslose Treue altmodisch oder verträumt ist. Ich meine das weniger "oh man wie grausam ist die Welt", sondern ernst ... Sollte man das ganze etwas "sachlicher" sehen? Eine Beziehung beginnt und endet nun mal und Treue ist optional?

Meine letzte Freundin hatte eine Woche nachdem mir ihre Lügen zuviel waren und ich die Beziehung nicht weiter führen wollte mit dem Grund für die Lügen geschlafen - nach einer Woche? Da war noch weitaus mehr, was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste - aber schon das will ich nicht verstehen. Ich würde das niemals machen - nach einer Woche den nächsten S..

Wenn ich das so sehe enden eigentlich ALLE Beziehungen damit, dass einer der beiden fremd geht (ich will es explizit nicht auf Frauen verallgemeinern). Glaubt ihr noch irgendwo an die romantische Liebe, wie man sie in Hollywood sieht? Oder ist das ganze viel sachlicher zu sehen?

Mich beschäftigt das wirklich, da ich so langsam glaube, dass ich da zu "eng gestrickt" ticke - vielleicht wäre eine nüchterne Haltung gesünder...

Lg Tjörn

27.07.2014 23:41 • #1


Hollywood


Ja, ich glaube an die romantische Liebe aber die hat nichts mit Hollywood und auch nicht in erster Linie mit Treue zu tun. Solange Du bei dem Thema Treu/Untreue herumeierst, bist Du der Liebe sehr fern

28.07.2014 00:00 • #2



Weltvorstellung der"ewigen Treue" altmodisch?

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soi


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Ich glaube auch an die romantische Liebe.
Und die gibt es sogar, sie dir manche "alten" Menschen an.. Einige sind seit ihrer Kindheit immer zusammen gewesen haben sich immer und werden sich bis zum Ende lieben. Auch wenn der Partner sterben sollte, kann auch der andere Lebenspartner an gebrochenem Herzen sterben.

Ich, meiner Meinung nach, habe die wahre Liebe gefunden, aber ich habe sie gehen lassen.
Da ich zu sehr auf mich geachtet habe und sie, leider, oft angelogen habe.

28.07.2014 00:32 • #3


besucher


früher im Mittelalter lag die Lebenserwartung nur bei 35 - 40 Jahren.

war dann zwar öfter "bis das der Tod Euch scheidet", aber bis dahin auch nicht so lang.

28.07.2014 07:59 • #4


mike786


Zitat von besucher:
früher im Mittelalter lag die Lebenserwartung nur bei 35 - 40 Jahren.

war dann zwar öfter "bis das der Tod Euch scheidet", aber bis dahin auch nicht so lang.


so betrachtet- stimmt

Also ich glaube schon an Treue und Liebe. Es ist vielleicht nur verdammt schwer geworden in der heutigen Zeit.
Ich denke, das es für viele Menschen viel einfacher geworden ist egoistischer zu leben als früher. Heute hat jeder seinen eigenen Job, seine eigene Wohnung, sein eigenes Auto....da geht man Krisen in einer Partnerschaft viel leichter aus dem Weg- ala: ich pfeiff drauf.

Sind jetzt eher matereielle Dinge die ich da in´s Boot werfe- aber die spielen wohl auch mit.

Wie alt waren denn deine Freundinnen wenn ich fragen darf?

LG,
Mike

28.07.2014 08:15 • x 1 #5


MarcSGE

MarcSGE


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Ich glaub noch dran, auch wenn ich jetzt von zwei Frauen verlassen wurde, bei denen ich dachte: "Woah! Das ist sie!"

Aber ich weiß, dass es mir bei der nächsten (und ggf. bei der übernächsten ) wieder so geht!

Ich glaube, wenn man selbst nicht mehr dran glaubt, wird es auch nichts...

28.07.2014 08:44 • x 1 #6


catwoman_2


Nein, das ist nicht altmodisch aber wenn Du es realistisch siehst, dann ist der Mensch empfänglich für Aussenreize.
Niemand geht mit Scheuklappen durch's Leben. Ganz nüchtern betrachtet ist die Partnerwahl von vielen Faktioren abhängig. Sie beläuft sich aber auch auf das Zufallsprinzip.
Zwei Menschen treffen sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. Sie finden sich anziehend, interessieren sich für einander und es kann sich etwas entwickeln.
Im weiteren Verlauf der Beziehung wird man sehen, ob es langfristig harmoniert und die Beziehung an emotionaler Stabilität gewinnt. Stabilität und Qualität!
Ist man in einer Beziehung unzufrieden oder hat viele Konfliktpunkte, dann sind die Gefahren da, für äussere Reize empfänglicher zu sein.
Der Mensch kontrolliert sich. Er entscheidet selbst, ob er die Beziehung weiter leben möchte oder den Aussenreizen nachgibt.

Menschen sind niemals ein Eigentum! Besitzen können wir niemanden!
Jedem kann es eines Tages passieren, dass der Partner sich anders entscheidet!

Würde sich mein Partner eines Tages anders entscheiden, müsste ich es akzeptieren.
Ich würde es ablehnen, nur geliebt zu werden, wenn ich es erzwingen oder einfordern müsste.


Doch viele Menschen glauben, wenn sie in einer Beziehung sind, sie können "besitzen" und hätten lebenslang einen Anspruch.

Das ist ein Fehlgedanke!

28.07.2014 08:47 • x 1 #7


MannmitBekannte.


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Moin

Die Menschen mit dauerhafter Bindungsvorliebe werden in der Tendenz in einer Beziehung sein, diese mit eigenem Einsatz halten und für Alternativpartner nicht offen sein.

Im Zuge der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung von einem wirtschaftlich einfach stellbaren Leben prägt sich eine wechselfreudige Gruppe aus. Da geht's um kurzfristige Deckung unterschiedlicher Vorteile, die Spitze ist narzisstisch, situativ egozentrisch, Bindung wird zu Vorteilsentnahme und menschliche Wertigkeit entfällt mehr und mehr, die Funktion im Moment kommt in den Vordergrund.

Das ewige Paninirennen der Singlebörsen, sie laufen immer und ankommen in was wie Geborgenheit und Liebe ist schon im Ansatz nicht das Ziel.

Gestern habe ich einen scheinbar glaubhaften Entrüstungsbeitrag kommentiert. Da war der Frau nach einem Treffen ein Telefonat überfordernd und anschließend war sie gefrustet durch das beim Mann abnehmende Interesse. Das kam authentisch rüber, die glaubt da echt was ihr für ein Pech geschieht und sieht ihren eigenen Beitrag wirklich nicht.

Der Film dreht sich zunehmend.

28.07.2014 09:12 • x 1 #8


Hinrich


Ich habe manchmal das Gefühl, dass oft psychische Fehlentwicklungen für das Scheitern von Beziehungen verantwortlich sind. Ganz oft liest man hier im Forum von Therapien, die vor oder während der Beziehung stattfanden, von Ängsten und Depressionen. Ganz viele Menschen schleppen irgendwas mit sich herum, was in der Beziehung dann hochkommt. Ich erlebe das gerade auch in meiner nächsten Umgebung. Überall höre ich von Depressionen und solchen Dingen. Es scheint um sich zu greifen. Woran das liegt? Tja, vielleicht sind das die Nachwirkungen des Krieges, den vergangene Generationen nie wirklich emotional verarbeitet haben oder verarbeiten konnten. Es gibt Studien, nach denen ca. 80% der Kinder nach dem Krieg mit Gewalt durch die Eltern konfrontiert wurden, weil anders keine Emotionen mehr zeigbar waren ("Die Generation der schweigenden Väter"). Man hatte das Lieben verlernt. Und die nächste Generation hat die Verletzungen unbewusst weitergegeben.
Ich kenne ganz viele Menschen, die ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren Eltern haben, weil Liebe und Geborgenheit fehlten oder falsch geäußert wurden. Später versuchen die Menschen dann genau das in der Partnerschaft nachholen zu wollen - und scheitern, und scheitern, und scheitern. Gerade bei Scheidungs- bzw. Trennungskindern ist das ein großes Problem, auch wenn man das sicher nicht generalisieren kann und darf. Aber ich beobachte das immer wieder. Und ich befürchte, dass dies noch zunehmen wird, sieht man auf die Scheidungsraten. Es ist paradox, denn man müsste ja eigentlich davon ausgehen, dass gerade diese Menschen ein Bedürfnis nach sicherer Bindung haben. Aber da spielen eben andere Mechanismen eine Rolle.
So wird zum Beispiel die S. mit Liebe und Zuneigung verwechselt. Lässt diese dann nach, wie es ganz normal ist, brechen solche Menschen aus der Beziehung aus oder beginnen Affären, weil eben ihr Bedürfnis nach Nähe und scheinbarer Liebe nicht mehr ausreichend befriedigt wird und sie plötzlich das Gefühl haben, etwas zu verpassen. "The grass is always greener on the otherside."
Das Problem ist, dass sie immer wieder auf die gleiche Hürde treffen werden und so nie eine stabile Beziehung auf die Beine stellen können. Ihre Unfähigkeit für die Liebe erklären sie sich dann selbst gern mit "Unkonventionalität" und einer gewissen Art von "Freiheit", die auch gern esoterisch-spinnert untermauert wird. Wirklich glücklich bzw. zufrieden werden sie damit nicht, weil die innere Baustelle oder Fehlstelle unbearbeitet bleibt. Oft folgt irgendwann der Zusammenbruch, der sie auf sich zurückwirft. Und dann merken sie, dass diese ganze Ego-Show, die sie lange Zeit gespielt haben, eine einzige Selbstverleugnung war. Im Grunde sind solche Menschen nämlich zutiefst einsam mit sich selbst. Sie lieben sich nicht und das Selbstwertgefühl beziehen sie nur von anderen. Es sind kleine Vampire.

Ich möchte den Glauben an die Liebe nicht verlieren. Aber ich werde in Zukunft sehr viel sensibler an sie herangehen und mich nicht noch einmal für jemanden aufopfern, der meine Kräfte abzieht, nur um sich nicht um sich selbst kümmern zu müssen. Der meine Empathie mit Füßen tritt. Das passiert mir nicht noch einmal.

Beste Grüße!

28.07.2014 09:54 • x 2 #9


catwoman_2


Ich werde bei meinem Mann bleiben, weil ich ihn liebe! Ein "Ich liebe Dich" hat bereits eine höhere Stufe erreicht. Wir haben sehr sehr schwierige Phasen durchlebt aber wir sind im Notfall füreinander da!

Fremdverliebtheiten passieren aber sie gehen dahin.
Im Laufe der Jahre hat sich eine stabile Beziehung aufgebaut.
Da sind wir durch sämtliche Stürme.
Das ging von zwischenzeitlichen Streitigkeiten, bis zum Verlassenwollen über Fremdverliebtheiten.
Doch wir haben es geschafft.
Wir haben uns auseinandergesetzt und das Alles zsm. durchgemacht.
Letzendlich waren wir uns treu, auch wenn man schon mit dem Koffer an der Tür stand.
Doch auch in einer solchen Beziehung gibt es nach einem intensivem Zusammensein den Wunsch sich auch wieder als eigentständiges Individuum weiterzuentwickeln.

Wir haben alle Phasen gemeinsam gemeistert und manchmal fliegen auch noch die Schmetterlinge.
Sie haben verschiedene Farben!

Das ist die längste Beziehung meines Lebens und sie wird es bleiben!

28.07.2014 10:33 • #10


mike786


Zitat von catwoman_2:
Wir haben alle Phasen gemeinsam gemeistert und manchmal fliegen auch noch die Schmetterlinge.
Sie haben verschiedene Farben!

Das ist die längste Beziehung meines Lebens und sie wird es bleiben!




LG,
Mike

28.07.2014 10:46 • #11


aufgewacht


catwoman2

Zitat:
Würde sich mein Partner eines Tages anders entscheiden, müsste ich es akzeptieren.
Ich würde es ablehnen, nur geliebt zu werden, wenn ich es erzwingen oder einfordern müsste.

Doch viele Menschen glauben, wenn sie in einer Beziehung sind, sie können "besitzen" und hätten lebenslang einen Anspruch.


:kuss:

MmB

Zitat:
Das ewige Paninirennen der Singlebörsen


:mrgreen:

Hinrich

Zitat:
Es ist paradox, denn man müsste ja eigentlich davon ausgehen, dass gerade diese Menschen ein Bedürfnis nach sicherer Bindung haben.


Ja, so ist es auch.

Zitat:
Aber da spielen eben andere Mechanismen eine Rolle.
So wird zum Beispiel die S. mit Liebe und Zuneigung verwechselt. Lässt diese dann nach, wie es ganz normal ist, brechen solche Menschen aus der Beziehung aus oder beginnen Affären, weil eben ihr Bedürfnis nach Nähe und scheinbarer Liebe nicht mehr ausreichend befriedigt wird und sie plötzlich das Gefühl haben, etwas zu verpassen. "The grass is always greener on the otherside."


Nicht ganz. Eher wird Aufmerksamkeit und Resonanz mit Liebe und Zuneigung verwechselt und wenns hart auf hart kommt :D ja, dann wird diese Resonanz nur über S. wahrgenommen, was aber nicht immer der Fall ist. Die Hauptsehnsucht ist Spiegelung, die in der Kindheit nie erlebt wurde und Geborgenheit durch eine stabile Beziehung bedeutet nicht unbedingt Spiegelung. Selbstwahrnehmung ist nur über Resonanz möglich. Wo sie fehlte, erkennt man sich nicht selbst im Spiegel :wink: und sobald der Partnerspiegel trüb wird, wird er ausgewechselt weil die existenzielle Bedürftigkeit noch größer ist als die eigene Bindungsfähigkeit.

Die Entwicklungsfrage ist vielleicht: will jemand ein Idealselbstbild gespiegelt bekommen 8) oder möchte er sich selbst im anderen erkennen. Wenn letzteres der Fall ist, kann von beiden Seiten so etwas wie Liebe entstehen :D

Aber alles hat zwei Seiten....Menschen ohne
Zitat:
dauerhafte Bindungsvorliebe
(MmB) sind nicht nur Gefangene ihrer eigenen Bedürftigkeit, sondern oft auch freier in der Wahrnehmung ihres Gegenübers, freier in der schonungslosen Betrachtung der vorhandenen Beziehung.

Zitat:
Das Problem ist, dass sie immer wieder auf die gleiche Hürde treffen werden und so nie eine stabile Beziehung auf die Beine stellen können. Ihre Unfähigkeit für die Liebe erklären sie sich dann selbst gern mit "Unkonventionalität" und einer gewissen Art von "Freiheit", die auch gern esoterisch-spinnert untermauert wird.


Ja fast :D Man könnte aber auch sagen, dass sie sich nach einer lebendigen, tiefen Liebe sehnen und die ist in der Tat etwas unkonventionelles bzw. seltenes. Geborgenheit und Verlässlichkeit kann das nicht wett machen.

Zitat:
Wirklich glücklich bzw. zufrieden werden sie damit nicht, weil die innere Baustelle oder Fehlstelle unbearbeitet bleibt.


Jedem sein Unglück :mrgreen:

Zitat:
Oft folgt irgendwann der Zusammenbruch, der sie auf sich zurückwirft.


Jedem seinen Zusammenbruch :mrgreen: Dann kann man die ganzen Bausteine mal in Ruhe sortieren und nur die Sinnsteine auflesen und ein schönes neues Gebäude aufbauen. Das sei jedem mal angeraten :wink:

Zitat:
Und dann merken sie, dass diese ganze Ego-Show, die sie lange Zeit gespielt haben, eine einzige Selbstverleugnung war. Im Grunde sind solche Menschen nämlich zutiefst einsam mit sich selbst. Sie lieben sich nicht und das Selbstwertgefühl beziehen sie nur von anderen. Es sind kleine Vampire.


Ja aber wenn sie nur einmal ein "Opfer" :wink: gefunden haben, das nicht nur aus seinem eigenen ungelösten Schmerz heraus agiert, sondern etwas "unkonventionelles" im Blut hat, dann kann das zu einem angenehmen Selbsterkenntnisschock führen 8) und alsbald endet die Einsamkeit und die Liebe hat freie Bahn :mrgreen:

liebe Grüße

28.07.2014 13:08 • #12


catwoman_2


Ja "aufgewacht" aber was kann ich denn dafür, dass er mich nach wie vor liebt, so wie ich ihn?

Ich würde gehen, was bringt es, Liebe erzwingen zu wollen?

28.07.2014 13:41 • #13


Polaris


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Hi^^
Hinrich, ich kann dem zustimmen was du schreibst und beobachte das auch in meinem Umfeld was du beschreibst. Bei einer Freundin beobachte ich das schon seit Jahren. Sie ist sehr angepasst, war noch nie in ihrem Leben länger alleine, hat kein Durchsetzungsvermögen und sagt zu allem Ja und Amen , nur um den gegenüber nicht zu verletzen. Stürzt von einer Beziehung in die nächste. Jetzt 6 Jahre Beziehung und 1 Jahr verheiratet, seit 6 Monaten eine Affäre und sie ist glücklich damit, ohne schlechtes gewissen...
So geht das ihr Leben lang. Sie sieht selbst das etwas falsch läuft mit ihr. Glücklich wird sie nie auf dauer sein. Aller paar Jahre das selbe Muster...
Ich habe das Gefühl das viele einfach nicht allein sein können. Liest man auch hier im Forum oft genug. Oft habe ich den Eindrück das einfach ein gegenstück gebraucht wird um sich selbst zu erhöhen/ besser zu fühlen. Manchmal einfach nur weil sie es brauchen "gebraucht" zu werden. Ich denke in den meisten fällen ist es auch keine Liebe.
Ich Persönlich zweifel daran das es die ewige Treue noch gibt. Ich mache mir aber deswegen keinen Stress. Wenn ich mal wieder jemanden kennenlerne, dann lass ich es einfach laufen. So lange wie es läuft, läuft es eben. Bis dahin bleib ich allein und das gerne. Nicht wenig werde ich deswegen komisch beäugt, wenn ich sage ich brauche keine Beziehung.Doch letztendlich weiß ich das es für mich richtig ist. Das ich besser dran bin weil ich einfach mit mir selbst ziemlich gut zurecht komme und ich fühle mich nie einsam! Es gibt einfach nichts zu vermissen,wenn man sich selbst annimmt so wie man ist. Zb. Zuneigung etc kann man auch ziemlich gut durch Familie und Freunde abdecken und es reicht mir völlig.
Nach meiner letzten Beziehung weiß ich es mehr denn je zu schätzen frei zu sein. Das Leben zu genießen...Allein! Treue steht bei mir auch ganz oben auf der Liste, ohne gehts nicht , ohne kann ich nicht.Nur weil es viele anderst Leben werde ich das nicht ändern.
Manchmal liest man hier ja auch noch das Treue gewünscht und gelebt wird, es gibt also doch noch vertreter dieser Art da draußen. Man muss nur noch zusammen finden^^

28.07.2014 19:59 • #14


Hinrich


Zitat:
Nicht ganz. Eher wird Aufmerksamkeit und Resonanz mit Liebe und Zuneigung verwechselt und wenns hart auf hart kommt ja, dann wird diese Resonanz nur über S. wahrgenommen, was aber nicht immer der Fall ist. Die Hauptsehnsucht ist Spiegelung, die in der Kindheit nie erlebt wurde und Geborgenheit durch eine stabile Beziehung bedeutet nicht unbedingt Spiegelung. Selbstwahrnehmung ist nur über Resonanz möglich. Wo sie fehlte, erkennt man sich nicht selbst im Spiegel und sobald der Partnerspiegel trüb wird, wird er ausgewechselt weil die existenzielle Bedürftigkeit noch größer ist als die eigene Bindungsfähigkeit.

Da ist was dran. Es ist aber leider auch oft so, dass die "Resonanz" als aggressiver Akt (miss-)verstanden wird. Manche können es nicht verkraften, dass ihr einstudiertes Verhalten beim anderen auf Gegenwehr stößt. Weil sie eben NICHT mit ihrem Spiegelbild umgehen können oder wollen. Denn das bedeutet Schmerz und Aufgeben des Selbstschutzes, der ihr wackelndes oder fehlendes Ich in Bedrängnis bringt. Viele ergreifen in dem Augenblick die Flucht. Es ist ein wenig wie beim Spiegeltor in der Unendlichen Geschichte. Der Spiegel kann nichts dafür, dass die Probanten die Kurve kratzen.
Zitat:
Die Entwicklungsfrage ist vielleicht: will jemand ein Idealselbstbild gespiegelt bekommen oder möchte er sich selbst im anderen erkennen. Wenn letzteres der Fall ist, kann von beiden Seiten so etwas wie Liebe entstehen

D'accord!
Zitat:
Jedem seinen Zusammenbruch Dann kann man die ganzen Bausteine mal in Ruhe sortieren und nur die Sinnsteine auflesen und ein schönes neues Gebäude aufbauen. Das sei jedem mal angeraten

Das kann ich bestätigen. Ich hatte vor einiger Zeit meinen Zusammenbruch und dieses Erlebnis hat mich meinen Rucksack absetzen lassen und mich wieder zu mir geführt. Kann sehr befreiend sein, auch wenn der Weg dahin steinig ist und seine Zeit braucht.
Zitat:

Ja aber wenn sie nur einmal ein "Opfer" gefunden haben, das nicht nur aus seinem eigenen ungelösten Schmerz heraus agiert, sondern etwas "unkonventionelles" im Blut hat, dann kann das zu einem angenehmen Selbsterkenntnisschock führen und alsbald endet die Einsamkeit und die Liebe hat freie Bahn

Funktioniert leider nicht immer.

Liebe Grüße zurück!

28.07.2014 20:10 • #15



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