Julia12345
Gast
Zu meiner Geschichte: Mein Name ist Julia, 26 Jahre alt. Mein Partner hat sich vor knapp 3 Monaten nach 2 Jahren Beziehung von mir getrennt. Wir hatten in diesen 2 Jahren eine sehr intensive Zeit: er hat mich dazu gebracht, dass ich nach 6 Monaten bei ihm eingezogen bin, wir haben schnell unsere Freundeskreise zusammengeführt, hatten mit Freunden und Familien viele gemeinsame besondere Momente, sind viel gereist, haben uns unser gemeinsames Zuhause im alten Haus seiner Eltern aufgebaut. Wir hatten immer wieder ähnliche Themen, die zu Auseinandersetzungen geführt haben (Nähe, Zärtlichkeiten, gemeinsame Zeit/Aktivitäten), und die in mir immer mal wieder zu Zweifeln geführt haben. Er war immer der Part, der sich absolut sicher war und mich heiraten wollte, Familie gründen, das Haus weiter aufbauen. mit der Zeit habe ich mich auf all diese Dinge emotional und gedanklich einlassen können, habe einige Dinge aus meiner alten Beziehung geheilt (bei der ich mich nach 8 Jahren von meinem Freund getrennt hatte) und bin mehr und mehr bei ihm angekommen. Zwei Wochen vor der Trennung haben wir noch gemeinsam Möbel gekauft, 3 Wochen vorher gemeinsam Festival Tickets gebucht. Auslöser für die Trennung war dann wohl ein Streit eine Woche vor der Trennung, bei dem es aber um ähnliche Themen ging - also nicht unbedingt etwas Neues. Wir hatten eine Woche eine räumliche Pause, in der mir bewusst geworden ist, dass ich mich für ihn entschieden habe und dass ich mit ihm diesen Weg gehen möchte. Scheinbar hat er in dieser Phase genau das Gegenteil verspürt und sich bei unserem Wiedersehen nach den 5 Tagen von mir getrennt. Auf meine Frage, wie jemand von absoluter Liebe, Sicherheit, Zukunftsvisionen hin zu Trennung kommen kann, meinte er, das Eis sei ihm von unten weggeschmolzen und er hätte es selbst nicht gemerkt, sieht aber keine Zukunft mehr für unsere Beziehung. Die erste Zeit wollte ich es einfach nicht wahrhaben, weil ich so viel mehr in ihm gesehen und gespürt habe und er 2 Tage vor der Trennung noch weinend in meinen Armen lag und sich die Frage gestellt hat, warum er nur so kalt ist und keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat. Seitdem deuten aber alle seine Schritte, Worte und Handlungen daraufhin, dass er es wirklich ernst meint. Er hat mir mehrfach gesagt, dass er keine Gefühle mehr für mich hat, er hat vorgestern die letzten Sachen von mir bei meinen Freunden vorbeigebracht, gemeinsame Google-Kalender aufgelöst und Instagram-Bilder von uns gelöscht. Ich habe ihn seit meinem Auszug am 01.04. auch nicht mehr wirklich auf der emotionalen Ebene belästigt. Wir hatten noch einmal vor 2 Wochen Kontakt, wo ich ihm die Liste mit meinen restlichen Sachen habe zukommen lassen.
Jetzt lese ich so viel über Loslassen, Kontaktsperre und Co und in mir schwirrt der insgeheime Wunsch, dass wir uns in ein paar Wochen wiedersehen und neu verlieben. Gleichzeitig ist das ja kein Ziel auf das man hinarbeiten kann, weil es nun mal von einem sehr großen Teil von ihm abhängig ist.
Wie würdet ihr die Situation einschätzen? Was würdet ihr tun? Wirklich loslassen und jegliche Hoffnungen aufgeben? Weitergehen und schauen, was die Zeit bringt und ob es überhaupt zu einem Wiedersehen kommt? Ich hänge da wirklich gerade extrem drin und merke einfach, wie intensiv dieser Trennungsschmerz ist (den ich so Gott sei dank noch nie erleben musst).
Danke für eure Zeit und eure Antworten
