Zitat von Lise2090: beim verfassen vom letzten Text ist mir ein Gedanke gekommen: ich muss mich jetzt in Therapie begeben, obwohl ich nichts falsch gemacht habe. Eine andere Person verletzt und hintergeht mich und ich muss es ausbaden.
Wir können nicht immer unbedingt verhindern das wir stark verletzt werden, aber es liegt in unserer eigenen Verantwortung dafür zu sorgen das diese Verletzung heilen kann.
Für deine Heilung und um dafür Sorge zu tragen, dass diese Verletzung nicht erneut passiert, bist du eben selbst verantwortlich.
Wirkt im ersten Moment vlt. unfair, aber es steckt auch sehr viel Selbstwirksamkeit dahinter....und für sich selbst aktiv zu werden, kann auf Dauer ein riesen Vorteil sein.
Zitat von Lise2090: meine Schwester kommt nächste Woche und möchte bleiben, bis es mir besser geht. Sie hat auch schon nach einem Therapieplatz für mich geschaut und meinte, dass sie die Kosten tragen wird, damit es schnell geht
Ein Goldstück deine Schwester
❤ Zitat von Lise2090: Er wollte ihr im Gegenzug finanziell helfen, aber halt nur wenn er diese Sicherheiten von ihr hatte, damit sie ihn nicht verlassen würde. Er hat ihr nicht vertraut und sich " für die sichere Nummer" entschieden
Passt absolut zu der Theorie die es hier schon gab:
Er bindet die Frau durch ein gemeinsames Kind an sich um sicher zu gehen das sie ihn nicht verlässt. Bringt die Frau dadurch in eine finanzielle, aber vor allem auch emotionale Zwicklage, wiegt sich dadurch in falscher Sicherheit und denkt er kann sich dann alles erlauben.
Es ist schon spannend, dass ausgerechnet er, der angeblich so wahnsinnig große Angst vor dem Verlassen werden hat, mit seinem Verhalten alles dafür tut den sicheren Hafen....den er sich ja so wünscht...zu verlieren.
Allerdings muss ich mich da auch ein wenig korrigieren, den so richtig spannend und toll findet er "den sicheren Hafen" ja nicht, sonst würde er nicht so abwertend über dich reden.
Zitat von Lise2090: Er hatte davor auch eine langjährige Beziehung gehabt und die ist gescheitert, da sie toxisch war
Ich kenne ihn und die damalige Beziehungsgeschichte nicht, daher steht es mir nicht zu ihm abzusprechen aus dieser vergangenen Beziehung einen Knacks bekommen zu haben.
Ich bewerte lediglich sein Verhalten in eurer Beziehung und da stellt sich mir natürlich schon die Frage, ob nicht auch er DER toxische Part gewesen ist oder einfach beide sehr toxisch waren.
Mal abgesehen davon, sry das ich da so direkt bin, aber auch das ist keine Rechtfertigung für sein Verhalten.
Wenn ich das jetzt mal genau so formulieren darf wie es für mich rüber kommt, dann hat er dich von Anfang an nicht ernst genommen. Weder dich als Mensch, noch deine Emotionen oder irgendwas. Du warst letztendlich Mittel zum Zweck, du hast irgendwo seinem Wunschzettel entsprochen um ihm Sicherheit zu geben. Jemand der ihm alle seine Bedürfnisse erfüllt, also genau genommen nicht alle nur die die er von einem sicheren Hafen erfüllt bekommen wollte....und wenn wir ehrlich sind waren das im Grunde genommen folgende Themen
1. Er musste für dich die Nummer 1 sein.
2. Du sollst bitte bequem, unkompliziert und einfach sein.
3. Du darfst keine Forderungen stellen, denn dann würde er sich in seinen Freiraum begrenzt fühlen.
4. Du bist auf jeden Fall für ihn verfügbar.
5. Das alles bitte ohne sein Commitment. Den andersrum sieht die Welt wieder anders aus.
Und das passt ja auch so super gut ins Gesamtbild.
Den wenn ich mich recht erinnere hast du bereits geschrieben, dass er eigentlich nie so richtig in die Beziehung investiert hat (emotional gesehen), sondern die treibende Kraft in der Beziehung immer du gewesen bist.
Ich denke ein wahnsinnig großer Punkt den du aus dieser Erfahrung lernen darfst bzw. auf die harte Tour lernen musstest ist es Grenzen zu setzen. Hier
⬇ Zitat von Lise2090: Er stellte mich vor ihr als absolut naive Frau dar. Ich habe ihm halt vertraut, ihm so viel Freiraum gegeben, wie er braucht. Das empfanden wir beide als "gesunde Beziehung". Er mochte es nicht, eingeengt zu werden. Ich habe es respektiert und deshalb nie angerufen, oder Nachrichten geschrieben wenn er unterwegs war, länger gearbeitet hat etc.
Zitat von Lise2090: Sie hat sogar kurzzeitig daran gezweifelt, dass es mich überhaupt wirklich gibt, weil sie selbst nicht glauben konnte, was für einen großen Freiraum er hatte. Er konnte zu jeder Tages- und Nachtzeit mit ihr Sachen unternehmen, schreiben etc.
Gegenseitiges Vertrauen und dem Partner seinen Freiraum lassen sind natürlich gesunde Voraussetzungen.
Dennoch blitzen bei mir (unter anderem) diese Dinge auf.
"Ich habe ihm halt vertraut, ihm so viel Freiraum gegeben, wie er braucht."
- Hat dich SEIN Freiraum gestört? Also ging sein Freiraum über deine Grenzen oder hat dich in deinem Handlungsspielraum eingeschränkt?
- Wurde durch seinen Freiraum deine Bedürfnisse z.B. nach Nähe zurückgestellt oder übersehen?
- Hat er den von selbst aus Bescheid gegeben, wenn er länger gearbeitet hat. Im Sinne von hat er dich im laufe des Tages informiert das es später wird oder ist er nur einfach später Heim gekommen und du wusstest nicht was los war?
Den dieses ich darf nicht anrufen, wenn mein Partner alleine unterwegs ist oder länger arbeitet, hat für mich nichts mit gelebtem Freiraum zu tun.
Das ist fehlendes Commitment und fehlendes Interesse dem Partner Sicherheit zu geben.
Sry, also mein Partner und ich sind auch öfter mal alleine mit unseren Freunden unterwegs und natürlich ist klar das wir uns dann nicht wegen Kleinigkeiten oder banalen Dingen anrufen, ABER wir können und jederzeit anrufen und schreiben, egal was ist. Da wird auch nicht genervt reagiert. Wir sprechen uns halt ab, wo wir sind und wie wir gegebenfalls erreichbar sind. Wenn irgendwelche Kleinigkeiten aufkommen schreiben wir im Chat und der andere antwortet so wie er eben dazu kommt. Klar, wie gesagt, versuchen wir natürlich schon den jeweils anderen in seiner Auszeit in Ruhe zu lassen, aber wir sind immer erreichbar füreinander und zwar ohne das gejammert oder gemeckert wird. Kommt einer später heim, wird rechtzeitig informiert.
Aber wenn es möglich ist zu jeder Tages-und Nachtzeit ungestört seine Affäre ausleben zu können, dann nimmt sich einer definitiv zu viel Freiraum raus und der andere ist wohl zu verständnisvoll.
Zitat von Lise2090: Er hatte ihr aber erzählt, dass er nur noch mit mir aus Gewohnheit zusammen ist.
Zitat von Lise2090: Er meinte, er wäre wohl nur mit mir zusammen geblieben, weil er etwas sicheres haben wollte. Er wollte nicht wieder verlassen werden, wie bei der ersten Beziehung.
Ja das gibt es und ich glaube sogar häufiger als wir denken.
Eine Arbeitskollegin war mal die Affäre eines verheirateten Mannes. Sie hat ihn mal gefragt warum er noch mit seiner Frau zusammen ist, die er ja nicht mehr liebt, und er meinte er ist nur noch aus Bequemlichkeit bei ihr. Der Typ hatte vor meiner Arbektskollegin schon mehrere Affären und ich bin mir sicher seit das mit meiner Arbeitskollegin vorbei ist, wird er bei der nächsten Gelegenheit auch nicht nein sagen.
Das mag für viele absolut nicht nachvollziehbar sein, aber sowas gibt es. Der sichere/bequeme Hafen zu sein bedeutet leider für diesen Schlag Mensch nichts.
Zitat von Lise2090: Darüber hat er sich wohl auch lustig gemacht - wie dumm ich eigentlich wäre (ihre Aussage, ob das stimmt, weiß ich nicht)
Deine Freundinnen/Schwester haben eine Sprachnachricht oder Chatverläufe gelesen in denen er sich über eure Ehe lustig macht.
Die Art und Weise wie er reagiert hat als die Affäre kontakt zu dir aufgenommen hat, diese wirklich dreiste Art dich für dumm zu verkaufen, lässt leider auch darauf schließen das er dich für sehr naiv und leicht zu manipulieren hält.
Auch der Punkt das er dich erfolgreich dazu "erzogen" hat dich bloß nicht zu melden oder kompliziert zu sein, weil er so viel Freiraum brauchen würde.
Sind das alles Punkte die für mich ein Gesamtbild ergeben, dass sehr stark vermuten lässt das ihre Aussage stimmig ist.
Es ist wirklich schlimm was du durchmachst und du hast mein Mitgefühl, auch wenn das ein oder andere vlt. direkt geschrieben ist.
Mich würde mal interessieren, ob er seine Therapie gestartet hat oder ob das nur leere Worte waren.
Aber ehrlich gesagt, bringt es für dich nichts dich damit zu beschäftigen was er macht. Kümmer dich um dich und deine Verarbeitung.
Ich stimme den anderen zu, du vermisst nicht ihn als Mensch so wie er wirklich ist. Du vermisst das Fantasiebild wie du ihn gerne gehabt hättest. Du vermisst die Zukunft die du dir ausgemalt hast und nun in der Form nicht passieren wird. Aber so wie du dir deine Zukunft gewünscht und ausgemalt hast wäre sie ohnehin nicht gewesem, weil er nicht so ist wie du ihn die gewünscht hast.