Regenmädchen
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Jeder ist mit seinem Alltag beschäftigt.
Und seit ein paar Monaten hab ich einen Arbeitskollegen, der mir endlich wieder das Gefühl gibt, dass ich eine begehrenswerte Frau bin. Das tut so gut! Ich hatte fast vergessen, wie das ist. Alles, was ich tue, ist flirten. Keine verbotenen Nachrichten, kein Austausch von Handynummern. Kein Körperkontakt. Und trotzdem fühle ich mich schlecht, weil ich die Aufmerksamkeit total genieße und mir wünsche, dass es mein Freund wäre, der mich wieder als Geschenk und nicht als Last ansieht.
Wie kann es sein, dass wir uns so aus den Augen verlieren? Reden funktioniert nicht mehr. Wir reden aneinander vorbei. Jeder ist in seinem Vorwurfswahn und fühlt sich allein gelassen. Diese Ferbeziehung macht uns kaputt. Wir sind nur müde und gestresst, wenn wir mal für eine halbe Stunde Zeit zum telefonieren finden. Die Wochenenden werden gefühlt immer kürzer und das Pendeln reibt uns total auf.
Wir müssen noch ein halbes Jahr durchhalten. Dann hat mein Freund sein Studium beendet und wir könnten uns ein gemeinsames Zuhause suchen. Uns endlich über den Abwasch und schmutzige Socken streiten
Doch wie schaffen wir es bis dahin? Der Abgrund zwischen uns wird immer breiter. Noch schaffen wir es, immer wieder drüber zu springen, aber bald geht das nicht mehr. Wir sind kurz vorm Absturz. Es gibt so viele Zweifel. Warum tue ich mir das an? Warum beende ich das Ganze nicht einfach? Ich kann nicht mehr.
Gemeinsam einsam.
Ich möchte so gerne durchhalten. Und weniger an diesen anderen Mann denken, mit dem es ja so viel einfacher wäre, weil er gerade da ist. Eigentlich will ich ihn oder jeden anderen doch überhaupt nicht. Er ist wie dieser Teufel auf meiner Schulter, der mir ständig sagt, wie viel leichter ich es haben könnte.
Wie schüttele ich meine Zweifel ab?