CE2510
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Vorab zum Betreff: Es ist echt schwierig die passenden Schlagworte zu finden, da doch so vieles zu trifft.
Ich will eigentlich keinen halben Roman schreiben, aber um meine Situation zu erläutern werde ich wohl etwas ausholen müssen, versuche mich aber kurz zufassen.
Wir haben uns letztes Jahr zu einer gemeinsamen Schulung kennengelernt (1. Zufall: Ich habe den Termin kurzfristig umgeplant. 2. Zufall: aufgrund einer Erkältung war der Platz neben mir bewusst frei geblieben, hat ihn aber nicht interessiert). Auf Anhieb waren wir auf einer Wellenlänge, als wenn wir uns seit 20 Jahren kennen würden.
3 Wochen später, wieder eine gemeinsame Schulung (Anmerkung: wir wussten bis dahin nicht mal den Namen des Anderen, somit also auch Zufall Nr. 3). Es ging da weiter, wo wir aufgehört haben.
Ne Woche Später Betriebsjahresfeier (ca. 1000 Leute waren anwesend). Wir hatten uns ausgemacht, falls wir uns sehen, können wir ja ein B. zusammen trinken. Wie es der Zufall (Nr. 4) so wollte, sind wir uns direkt am Eingang in die Arme gelaufen. Beim gemeinsamen B. wurden dann endlich die Namen ausgetauscht und wir haben den ganzen Abend zusammen verbracht, viel geredet, gelacht, sogar getanzt (wir tanzen sonst beide überhaupt nicht).
Wir haben festgestellt, dass wir sehr viele Gemeinsamkeiten und Ansichten vom Leben haben und uns der andere auch nicht gerade kalt lässt. Ich selbst wusste bereits an dem Abend, dass er derjenige Eine ist. Ich war mir meiner Gefühle nie so sicher, und bin ich auch heute noch.
Ansich alles perfekt. Der einzige Haken, er ist in einer langjährigen Beziehung (16 Jahre). Er hat mehrfach betont (auch bei Treffen danach), dass er mir soviel geben will, aber er leider nicht frei ist und sie nicht verlassen kann/will. Wir haben es daher mit ner Freundschaft versucht (ja, natürlich ist das von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen), gerade weil wir so viele Gemeinsamkeiten haben. Passiert ist zwischen uns "nie" was. Es fällt uns schwer die Finger von einander zu lassen, aber mehr als kuscheln war nie. Das ging ein paar Monate so.
In der Zeit war er oft bei mir, seine Freundin weiß auch von mir (er hat ihr ziemlich früh gebeichtet, dass er jemanden kennengelernt hat und das mehr als ne Freundschaft ist.), ist natürlich kein Fan von mir und erlaubt nur Treffen auf "neutralem" Boden und halt nur als Freunde. Den neutralen Boden haben wir aber schnell verlassen, sodass er sich ansich nur noch heimlich mit mir, bei mir getroffen hat, während sie auf Arbeit war. Er selbst sprach von Seelenverwandten, aber auch dass diese keine Beziehung verändern könnten. Irgendwann konnte ich aber nicht mehr und hab ihn quasi vor die Tür gesetzt, da es für mich nur ganz oder gar nicht geht. Wir haben uns darauf 2 Monate nicht mehr gesehen (auch beim Sport nicht, dank Corona -> er hat sich zwischenzeitlich meinen Sport angeschaut und ist dem Team beigetreten).
Irgendwann sind wir uns in der Stadt zufällig (da sind sie ja wieder, die Zufälle) begegnet, waren kurz unsicher, aber haben uns normal unterhalten können. Einen Tag später gab es in meiner Familie eine Krebsdiagnose. Als ich das einige Tage später realisiert hatte und zusammengebrochen bin hab ich ihn angerufen und er kam, war da und hielt mich einfach fest. An dem Tag brauchte ich ihn einfach nur als Freund. Wir haben auch viel über die vergangenen zwei Monate geredet. Und gerade an dem Abend küsst er mich. (Wir waren vorher oft kurz davor, aber da er in einer Beziehung ist hab ich ihm immer wieder gesagt, dass der Schritt von ihm aus kommen muss).
Seitdem sehen wir uns wieder regelmäßíg und haben fast täglich Kontakt. Ansich wie zuvor. Nur, dass das "Kuscheln" intensiviert ist. Völlig ineinander verknotet und keiner will den anderen loslassen. Aber es gab nie wieder nen Kuss, geschweige denn mehr. Er sagt von sich selbst, dass er bekennender Feigling ist. Uns ist beiden bewusst, dass wir ein Ablaufdatum haben. Aber ich habe aktuell nicht die Kraft und den Willen ihn wieder gehen zu lassen. Und er hat mittlerweile auch zugegeben, dass es ihm schwer fällt mich los zu lassen und nach Hause zu fahren. Eine Freundin hat schon angeboten, seiner Freundin einen anonymen Brief zu schreiben um ihr mal die Augen zu öffnen. Aber davon hab ich ja auch nichts gekonnt, da er 1 und 1 zusammen rechnen kann.
Eine andere Freundin will ihm direkt schreiben und ihm vor den Kopf werfen, dass eine Beziehung nicht intakt sein kann, sobald eine dritte Person (ich in dem Fall) dort "einbrechen" kann. Aber egal was ich ihm sage oder schreibe, er sagt zwar, dass das alles stimmt, er sie aber dennoch nicht verlassen wird. Nicht mal der Punkt, dass sie keine Kinder will, er aber schon tut er als "es ist halt so" ab. Ansonsten weiß ich von ihr nicht fiel und will es auch gar nicht. Nicht mal ihren Namen weiß ich.
Aufgrund der Krebsdiagnose in der Familie habe ich momentan andere Probleme und Sorgen, sodass diese Situation eher nebenbei herläuft. Aber ich weiß langsam dennoch nicht weiter. Ja ich sollte davon Abstand nehmen, aber wie gesagt, dass kann und will ich aktuell nicht.
