mibed
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ich bin neu hier und brauche mal eure Perspektive, weil ich mich gerade im Kreis drehe.
Ich kam mit 28 nach Potsdam und lernte meine Traumfrau kennen. Wir wurden nach knapp 6 Monaten schwanger. Damals hatte ich keinen Filter und sagte Dinge, für die ich mich heute ohrfeigen könnte – Drohungen wegen des Sorgerechts aufgrund ihrer Vergangenheit und dumme Machtspiele. Das hat tiefe Wunden gerissen.
Als unsere Tochter 2 Monate alt war, haben wir geheiratet. Dann kam meine Krise, ich vernachlässigte die Familie. Sie forderte mich auf, mir Hilfe zu suchen. Ich zog das voll durch: Therapie, Diagnose ADHS, Medikamente. Ich änderte mein Verhalten schlagartig, wurde zu einem reflektierten Ehemann und liebenden Vater. Doch je mehr ich auf sie zuging, desto weiter rückte sie weg.
Im Juni letzten Jahres trennten wir uns offiziell, wohnten aber noch bis Februar diesen Jahres zusammen. Im Oktober saßen wir auf einer Parkbank. Ich fragte sie nach ihren Gefühlen. Sie antwortete unter Tränen: „Natürlich liebe ich dich noch, aber ich muss mich selbst finden.“ Auf dieser Parkbank dankte sie mir sogar dafür, dass ich der erste Mensch in ihrem Leben sei, der ihre Bitte ernst genommen hat, sich Hilfe zu suchen, um gemeinsam eine Stütze füreinander zu sein. Kurz darauf erhielt sie die Diagnose PTBS. Sie sagte sogar, sie sei sauer, weil ich jetzt genau ihr „Traummann“ sei, sie aber nicht mehr könne.
Im Dezember zog ich kurzzeitig zu meinem Cousin nach Spandau. Doch auf ihren Wunsch hin suchte ich mir im Januar eine Ferienwohnung zurück in Potsdam, um näher bei der Familie zu sein. Dann hatte sie einen Fahrradunfall mit unserer Tochter im Anhänger. Ich bin sofort von der Berufsschule los, um für sie da zu sein. Ich zog für zwei Wochen zurück in unsere Wohnung, um sie zu unterstützen und sie zu pflegen, da sie Prellungen und Stauchungen hatte.
Der absolute Schlag ins Gesicht: Letzten Mittwoch gestand sie mir, dass sie in einer glücklichen neuen Beziehung ist. Seit Januar!
Das heißt: Während wir im Januar noch offiziell zusammen wohnten, ich auf ihren Wunsch zurück nach Potsdam kam und sie nach ihrem Unfall zwei Wochen lang intensiv pflegte, war sie längst mit einem anderen Mann zusammen, den sie in einem Forum kennengelernt hat. Sogar als ich im Februar endgültig auszog und sie unter Tränen klagte, dass es jetzt „offiziell“ sei, war der Neue schon da.
Unsere Abmachung war: Neue Partner erst nach 6 Monaten der Tochter vorstellen. Das ist ihr egal. Sie bringt jetzt schon die Kinder zusammen. Ihre Begründung: Er achte ihre Grenzen und sie entscheide jetzt mit „Verstand“.
Das Schlimmste für mich ist aber ihre aktuelle Haltung: Sie behauptet jetzt, ich sei der alleinige Grund, warum sie „so kaputt“ ist. Sie schiebt mir die volle Schuld für ihren psychischen Zustand zu und nutzt meine alten Fehler als Rechtfertigung für alles. Es fühlt sich an, als würde sie die Geschichte umschreiben, um ihren Warmwechsel vor sich selbst zu legitimieren. Dass ich derjenige war, der sie nach ihrem Unfall pflegte und den sie im Oktober noch als ihren „Traummann“ bezeichnete, wird komplett ausgeblendet.
Ich fühle mich absolut benutzt. Ich war ihr Entwicklungshelfer, habe an mir gearbeitet, und der Nächste kriegt die „Früchte“, während ich der Böse sein soll.
Wie geht man mit so einem menschlichen Verrat um? Wie schaffe ich die Trennung zwischen der Elternebene für meine fast 3-jährige Tochter und diesem Schmerz?