Dom
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So lebhaft noch ist die Erinnerung an jener Zeit, da die Wunden aufplatzen und höllisch schmerzen, dass sogar deren Geschmack in der Kehle wahrnehmbar ist. Und doch, sehr viel hat sich geändert...
Nach der unverständnisvolle Konfrontation mit den Begriff „Loslassen“, nach einer Zeit der sinnlose Suche nach Antworten auf Fragen, die nur ich mir stellte, nach dieser Phase des Sich-Muterseele-allein-fühlen kam, nach gut zehn Monaten endlich einer Zeit der Besinnung. Erst dann bekam dieser so oft genannte Begriff „Loslassen“ einen verwertbaren Sinn. Erst dann wachte das Bewusstsein langsam wieder auf und Lebenslicht wurde wieder wahrnehmbar. Die unermüdliche Unterstützung von Menschen, die ich dafür Freunde nennen möchte - ich möchte hier keine Namen nennen, weiß jedoch, dass sie wissen, sie sind gemeint – war und ist noch, sofern noch Kontakt besteht, wie die aufgehende Sonne... Ohne sie wäre ich sicher nicht dort, wo ich heute bin.
Vieles wollte gelernt werden; manches wurde es, manches auch nicht, noch nicht. Tatsache aber ist, dass ich heute vor einer neu errichteten Treppe stehe und das Werk sogar bewundern kann, wenn auch im unfertigen Zustand sich befindend. Dieser Treppe ist mir ein Symbol für mein Leben.
Natürlich denke ich noch immer an dieser Zeit vor der Trennung. Aber dieser Zeit ist mir - ein Fotoalbum ähnelnd – eine ewige Erinnerung an ein Vierteljahrhundert, mit Höhen und Tiefen, mit Sonnenschein und Sturm, blauem Himmel und schwere Wolken... Einfach ein Stück von „ich“, eben mein Leben. Ich kann heute darüber weinen, aber auch lachen...
Auch wenn Ex mir noch nicht völlig gleichgültig ist, so fühle ich mich für ihr Wohlbefinden, für ihr Tun und Handeln, für ihrer Zukunft und Zufriedenheit überhaupt nicht mehr verantwortlich!
Ich genieße es jetzt, mein eigenes Leben, leben zu können, zu dürfen! Und wenn schwere Momente sich ankündigen, da weiß ich, es gibt Freunde, auf denen ich mich verlassen kann.
Nun stellen sich andere Fragen. Zum Beispiel: wie geht es weiter? Was steht mir jetzt bevor?
Da ich aber nun um der Sinnlosigkeit manche Fragen weiß, ist es mir nicht mehr wichtig eine Antwort auf derlei Quälereien zu finden, lasse es also mehr auf mich zukommen. Ein Fortschritt? Auch lehne ich es jetzt ab, alles bis ins kleinster Detail zu analysieren, begründen zu wollen. Fortschritt?
Sicher wird sich manch Einer nun fragen: „warum schreibt der so was hierher?“
Die Antwort darauf ist sehr einfach: auch wenn es zu Beginn nicht so glaubhaft erscheint, auch wenn zu Beginn alles Licht erloschen zu sein scheint, es kommen andere Zeiten! Und dafür lohnt es sich zu leben! Man muss lernen, sich selbst zuzulassen, zu sein, sich selbst zu akzeptieren und an sich zu glauben! Man mag auch so sehr, so intensiv, so selbstlos geliebt haben, man ist sich selbst doch noch am nächsten und darf dieses nicht vernachlässigen!
Ich wünsche Alle Zuversicht und Kraft, zu sich selbst zu finden!
Leute: glaubt an Euch selbst! Wie auch der Weg ausschaut: wir können es nun für uns selbst wählen und auch verantworten! Ist das nicht ein Geschenk?
der Dom